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Was das mit Religion zu tun hat

Nach den Protesten gestern im Gazastreifen sind 58 Menschen tot und 2800 verletzt. Es ist die Konsequenz aus dem Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem. Die Botschaft wurde, nach allem was wir wissen, aus der evangelikalen Überzeugung heraus verlegt, dass der Geschichte etwas nachgeholfen werden muss. Gottes Wille ist schliesslich die Landnahme Kanaans . Schon 1230 v. Chr. wurde Jericho und Ai gebrandschatzt, Makkeda, Hebron und andere Städte zerstört. Gleich wie die Landnahme vor 3000 Jahren ablief, Eroberung, Penetration, Revolte, die SZ heute sieht eine Ursache des Konfliktes in der religiösen Überzeugung. Die Auseinandersetzung im Gazastreifen ist nur vordergründig ein Konflikt zwischen Juden und Muslime/Schāfiiten; es sind US evangelikale Christen, die hier die Fäden ziehen.

Es gilt aber auch für viele konservative, evangelikale Christen, die eher republikanisch wählen. Sie nehmen die Bibel wörtlich. Wenn dort steht, Israel sei das gelobte Land der Juden, wo dereinst das Tausendjährige Reiches Gottes beginnen wird, dann ist das so. Weltliche Dinge wie die politische und militärische Unterstützung Israels, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt und der Umzug der Botschaft sind in diesem Milieu religiös eingefärbt … Trump, der nie als besonders frommer Mensch aufgefallen ist, mag das vielleicht früher nicht so genau gewusst haben. Aber man darf annehmen, dass Leute wie Bannon, der immerzu von der “judäo-christlichen” Kultur redet, und Vizepräsident Mike Pence, ein sehr gläubiger Christ, dem Präsidenten die wahltaktische Tragweite des Themas erklärt haben.

Da die Evangelikalen Trump wählten, musste er  jetzt auch etwas für sie tun (“promises made, promises kept”).  Konservative Evangelikale haben ein Faible für tausendjährige Reiche. Es ist die hässliche Kehrseite der monotheistischen Religionen, die Frieden predigen aber Hass, Zerstörung und Vernichtung bringen.