{"id":10017,"date":"2018-04-30T07:28:26","date_gmt":"2018-04-30T06:28:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=10017"},"modified":"2018-12-24T18:48:04","modified_gmt":"2018-12-24T17:48:04","slug":"marx-widerspricht-bedford-strohm-widerspricht-soder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2018\/04\/marx-widerspricht-bedford-strohm-widerspricht-soder\/","title":{"rendered":"Marx widerspricht Bedford-Strohm widerspricht S\u00f6der"},"content":{"rendered":"<p>Beginnen wir mit\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-kreuze-behoerden-kritik-1.3957179\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern<\/a>\u00a0am 25. April 2018<\/p>\n<blockquote><p>Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, begr\u00fc\u00dft das Vorhaben. Er freue sich, wenn auch in der \u00d6ffentlichkeit Kreuze sichtbar seien, sagte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, der Nachrichtenagentur epd. &#8220;Religion l\u00e4sst sich nicht in die Privatsph\u00e4re verbannen.&#8221; Zugleich warnte er, das Symbol f\u00fcr politische Zwecke zu missbrauchen. Kreuze seien eine Art \u00f6ffentlicher Selbstverpflichtung auf das, was den Inhalt des Kreuzes ausmacht: Humanit\u00e4t, N\u00e4chstenliebe, Menschenw\u00fcrde.<\/p><\/blockquote>\n<p>und setzen fort mit\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/kreuz-erlass-kardinal-marx-wirft-soeder-spaltung-vor-1.3962223\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern<\/a>\u00a0am 29. April 2018<\/p>\n<blockquote><p>Kardinal Reinhard Marx, der Chef der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der f\u00fcr dessen Kreuz-Erlass scharf. Es sei &#8220;Spaltung, Unruhe, Gegeneinander&#8221; entstanden, sagte Marx im Interview mit der S\u00fcddeutschen Zeitung. &#8220;Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden&#8221;, sagte der Erzbischof von M\u00fcnchen und Freising. &#8220;Dann w\u00fcrde das Kreuz im Namen des Staates enteignet.&#8221; Es stehe dem Staat nicht zu, zu erkl\u00e4ren, was das Kreuz bedeute.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Gl\u00fcck widerspricht hier Marx. Das h\u00e4tte er wohl auch besser schon\u00a0<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/EKD-Chef-bereut-Besuch-auf-dem-Tempelberg-article19334321.html\">auf dem Tempelberg<\/a>\u00a02016 getan, wo beide schon einmal in das Kreuzfeuer geraten sind.<\/p>\n<p>Bedford-Strohm denkt dann am 10. Mai 2018 in der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/bedford-strohm-ueber-die-identitaetsdebatte-der-kirche-15577212.html\">FAZ<\/a> nach und macht in einem zusammenhanglosen Selbstgespr\u00e4ch dann eine &#8220;Identit\u00e4tsdebatte der Kirche&#8221; aus. Und bleibt wie \u00fcblich nichtssagend<\/p>\n<blockquote><p>Die aus meiner Sicht einzig wirklich tragf\u00e4hige Handlungsoption nenne ich den \u00f6ffentlich orientierenden Umgang. Eine Demokratie lebt davon, dass von der Glaubens- und Gewissenfreiheit Gebrauch gemacht wird und in den schwierigen gesellschaftlichen Orientierungsfragen die starke Stimme religi\u00f6sen Orientierungswissens in den \u00f6ffentlichen Diskurs eingebracht wird. Dass in Deutschland, und vielleicht auf besondere Weise in Bayern, die Kirchen dabei eine zentrale Rolle spielen und auch das Kreuz als ihr Symbol f\u00fcr das Lebensgef\u00fchl der Menschen besonders wichtig ist, steht dazu nicht im Widerspruch. Wo aber eine Kultur sich durch Menschen mit zunehmend unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden weiterentwickelt, m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch andere mit dem Grundgesetz vertr\u00e4gliche Ausdrucksformen von Religion in der \u00d6ffentlichkeit einbezogen werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es sekundieren auf einer <a href=\"https:\/\/www.kreuzerlass.de\">eilig hochgezogenen Webseite<\/a>\u00a0weniger bekannte Theologen um <a href=\"https:\/\/www.kthf.uni-augsburg.de\/prof_doz\/prakt_theol\/vogl\/Personen\/vogl\/lebenslauf\/\">Wolfgang Vogl<\/a>.<\/p>\n<blockquote><p>Die folgenden aus Bayern stammenden oder in Bayern lehrenden christlichen Theologen bekennen sich zum Kreuz in der \u00d6ffentlichkeit.\u00a0Wir erkl\u00e4ren, dass wir f\u00fcr jedes in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen sichtbare Kreuz dankbar sind. Denn das Kreuz steht f\u00fcr die in Gott gr\u00fcndende W\u00fcrde des Menschen (vgl. Gen 1,26\u201327), die eines der wesentlichen W\u00fcrdefundamente ist und die unsere Demokratie nicht aus sich selbst hervorzubringen vermag.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gen 1,26 ist dann doch etwas im Thema verfehlt, reden wir nicht \u00fcber Mk 15,15? Der Neutestamentler <a href=\"http:\/\/www.lectiobrevior.de\/2018\/05\/uber-kreuz.html\">Gerd H\u00e4fner r\u00fcckt das Ganze<\/a>\u00a0dann auch gerade<\/p>\n<blockquote><p>Die Unterzeichner der Theologen-Erkl\u00e4rung bekennen sich im ersten Satz des Textes zum \u00bbKreuz in der \u00d6ffentlichkeit\u00ab. Bereits diese Er\u00f6ffnung l\u00e4sst erahnen, dass die Problemstellung der Diskussion der letzten Tage nicht pr\u00e4zise erfasst wird. Es ging nicht darum, ob Kreuze in der \u00d6ffentlichkeit ihren Platz haben sollen oder d\u00fcrfen. Zur Debatte stand und steht die <i>Anordnung <\/i>des Ministerpr\u00e4sidenten zur Anbringung von Kreuzen in Beh\u00f6rden der bayerischen Staatsverwaltung.<\/p><\/blockquote>\n<p>genauso wie der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/soeder-und-das-kreuz-das-kreuz-steht-fuer-den-opfertod-christi-1.3981939?reduced=true\">Verfassungsrichter Dieter Grimm<\/a>, der es auf den Punkt bringt &#8220;Das Kreuz steht f\u00fcr den Opfertod Christi&#8221; und nicht f\u00fcr die &#8220;geschichtlichen und kulturellen Pr\u00e4gung Bayerns\u201c. Seine Rechtsauffassung \u00fcber die neue bayerische Kreuz-Pflicht ist eindeutig: Verfassungswidrig!<\/p>\n<p>Zu Pfingsten 2018 f\u00fchrt dann in der<a href=\"http:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/150105\/20-05-2018\/bedford-strohm-kreuz-steht-nicht-fuer-politische-ueberzeugungen\"> Bischofskirche St. Matth\u00e4us<\/a>\u00a0Bedford-Strom eine neue Variante ein. Ein nicht religi\u00f6ser Geist f\u00fcr Deutschland, der von \u00f6ffentlich rechtlichen Kreuzen ausgestrahlt wird? Ist das nicht lupenreiner Okkultismus?<\/p>\n<blockquote><p>Er w\u00fcnsche sich jenseits der jeweiligen religi\u00f6sen oder weltanschaulichen \u00dcberzeugungen, die die B\u00fcrger haben, einen Geist f\u00fcr Deutschland, sagte Bedford-Strohm weiter. &#8220;Und wenn das Kreuz in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden h\u00e4ngt, dann ist das dieser Geist, den es ausstrahlen soll.&#8221; Vor diesem Geist m\u00fcsse niemand Angst haben. Er k\u00f6nne Juden, Christen und Muslime zusammenf\u00fchren und die unseligen Identit\u00e4tsdebatten \u00fcberwinden, &#8220;in denen man versucht, die eigene Identit\u00e4t durch die Abwertung der anderen zu st\u00e4rken&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht unerwartet dann\u00a0<a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/150235\/29-05-2018\/theologe-graf-ruegt-evangelische-kirche-wegen-umgang-mit-kreuz-pflicht-bayern\">evangelisch.de<\/a>\u00a0am 29.5.2018 mit dem Statement von\u00a0Friedrich Wilhelm Graf (ebenfalls lesenswert &#8220;<a href=\"https:\/\/www.zeitzeichen.net\/no_cache\/interview\/2014\/kirche-und-politik\/?sword_list%5B0%5D=graf\">Es gibt keine christliche Politik<\/a>&#8220;)<\/p>\n<blockquote><p>Der EKD-Ratsvorsitzende &#8230; habe sich &#8230; von der &#8220;einseitigen Okkupation des zentralen christlichen Symbols durch die Politik&#8221; distanziert, res\u00fcmiert Graf. Doch auf &#8220;trennscharfe theologische Begriffe scheint er in Sachen &#8216;Kreuz&#8217; verzichten zu wollen&#8221;, wirft Graf dem Ratsvorsitzenden vor. Bedford-Strohm habe sich theologisch &#8220;irritierend unklar&#8221; ge\u00e4u\u00dfert.<br \/>\nAnders sei die Reaktion einiger katholischer Geistlicher in Bayern ausgefallen, so Graf mit Blick auf die \u00c4u\u00dferungen des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick und des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Lutherische Protestanten erlebten &#8220;nun einen Kardinal, der den religi\u00f6sen Eigensinn des Kreuzes ungleich entschiedener verteidigt als ihre eigene Kirchenf\u00fchrung&#8221;, schreibt Graf.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8220;Irritierend unklar&#8221;, nach genau diesem Begriff habe ich gesucht. Interessant auch in dem Zeitzeichen Beitrag der Beitrag von Susanne Breit-Ke\u00dfler mit protestantisch korrektem Doppelnamen auch st\u00e4ndige Vertreterin des Landesbischofs<\/p>\n<blockquote><p>Das Kreuz erinnert daran, da\u00df der wahre Gott sich als wahrer Mensch offenbart<\/p><\/blockquote>\n<p>An den Kreuzen von Golgotha sind doch drei Menschen gestorben, oder? Eine Offenbarung w\u00e4re f\u00fcr mich etwas anderes . Ihre Aussage<\/p>\n<blockquote><p>Ich freue mich dar\u00fcber, wenn politisch Verantwortlichen sich bewusst unter das Kreuz stellen.<\/p><\/blockquote>\n<p>ist dann auch nicht so recht nachvollziehbar. Sich freuen? An dem barbarischen Akt? Oder sich freuen, dass das Kreuz von Politikern <a href=\"http:\/\/weltkirche.katholisch.de\/Portals\/0\/Dokumente\/Offener%20Brief_ChristlichSozialePolitik_28052018.pdf?ver=2018-05-28-142036-760&amp;timestamp=1527512749084\">f\u00fcr reichlich unchristlichen Ziele<\/a> instrumentalisiert wird?<br \/>\nEs w\u00e4re besser gewesen, wenn jemand anderes die Frage von Graf beantwortet h\u00e4tte:<\/p>\n<blockquote><p>Tut es dem Christentum im Land gut, wenn sich der Staat seines Zentralsymbols bedient? Oder wird durch inflation\u00e4re Aufh\u00e4ngung das Kreuz nur entwertet?<\/p><\/blockquote>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 11.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beginnen wir mit\u00a0http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\u00a0am 25. April 2018 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, begr\u00fc\u00dft das Vorhaben. 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