{"id":12405,"date":"2019-04-21T09:24:25","date_gmt":"2019-04-21T08:24:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=12405"},"modified":"2020-02-07T11:52:00","modified_gmt":"2020-02-07T11:52:00","slug":"endlich-6000-tote-xxx","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2019\/04\/endlich-6000-tote-xxx\/","title":{"rendered":"Endlich (6000 Tote XXX)"},"content":{"rendered":"<p>Dass <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/auto\/feinstaub-diesel-benziner-partikelfilter-1.4410994\">Benziner dreckiger sind als Diesel<\/a> hat sich nun also doch herum gesprochen.<\/p>\n<blockquote><p>Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung sind Dieselfahrzeuge nicht die Hauptverursacher von Feinstaub. Seit <span class=\"nowrap\">2011<\/span> werden in Europa alle neuen Selbstz\u00fcnder serienm\u00e4\u00dfig mit einem geschlossenen Ru\u00dfsieb meist aus Keramik ausger\u00fcstet. In dreckigen St\u00e4dten wirken sie daher wie Staubsauger, die partikelhaltige Au\u00dfenluft filtern. Weitgehend unbemerkt von der \u00d6ffentlichkeit geht die weitaus gr\u00f6\u00dfere Feinstaubgefahr seit Jahren von Benzindirekteinspritzern aus. Die vermeintlichen Sauberm\u00e4nner, die im Zuge des Diesel-Abgasskandals viele &#8220;dreckige&#8221; Selbstz\u00fcnder ersetzt haben, entpuppen sich in Tests als gravierende Ru\u00dfschleudern. Bereits vor zwei Jahren haben Schweizer Forscher festgestellt, dass moderne Benziner mit Direkteinspritzung so viele Ru\u00dfpartikel aussto\u00dfen wie alte Diesel vor <span class=\"nowrap\">15<\/span> Jahren. An diesen Partikeln h\u00e4ngen zudem verschiedene krebserregende Substanzen, die \u00fcber die Partikel in die Blutbahn gelangen\u00a0k\u00f6nnen&#8230;Jeder der getesteten Benziner stie\u00df zehn- bis hundertmal mehr feine Ru\u00dfpartikel aus, als der zum Vergleich gemessene Diesel-Peugeot <span class=\"nowrap\">4008<\/span> mit Partikelfilter&#8221;, so Forschungsleiter Norbert Heeb. Der Peugeot Baujahr <span class=\"nowrap\">2013<\/span> auf der \u00e4lteren Emissionsstufe Euro 5b war das mit Abstand sauberste Fahrzeug im Test, w\u00e4hrend selbst die Euro-6-Benziner den EU-Grenzwert deutlich\u00a0\u00fcberschritten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auch die <a href=\"https:\/\/www.leopoldina.org\/presse-1\/pressemitteilungen\/pressemitteilung\/press\/2609\/\">Leopoldina hat ihr Gutachten<\/a> abgegeben in nahezu perfekten Konjunktiven jedenfalls was die NO2 Diskussion angeht. Die <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/leopoldina-gutachten-merkels-diesel-frieden-16139770.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Nun stellt die Nationalakademie Leopoldina genau diesem Weg kein gutes Zeugnis aus. Die Wissenschaftler warnen davor, nur auf die Stickstoffdioxide zu schauen. Feinstaub halten sie f\u00fcr deutlich sch\u00e4dlicher f\u00fcr die Gesundheit. Von kleinr\u00e4umigen Fahrverboten erwarten sie keine wesentliche Entlastung. Stattdessen sei eine bundesweite, ressort\u00fcbergreifende Strategie zur Luftreinhaltung erforderlich.<br \/>\nDie Nationale Akademie der Wissenschaften kritisiert aber nicht nur die Konzentration auf Stickoxide und Fahrverbote. Sie moniert auch die Platzierung der Messstationen und den verengten Blick auf den Verkehr. Wer glaubt, nun k\u00f6nnten endlich alle Belastungen f\u00fcr die Autofahrer abgesch\u00fcttelt werden, irrt. Denn auch die Akademie sagt: Luftverschmutzung ist der wichtigste Umweltfaktor, der zu Erkrankungen und zur Verk\u00fcrzung der Lebenszeit beitr\u00e4gt. Das hei\u00dft: Man muss weiterhin an vielen Stellschrauben drehen \u2013 und das mit langem Atem.<\/p><\/blockquote>\n<p>Simmank hat allerdings nur recht, was K\u00f6hler angeht.<\/p>\n<blockquote><p>Zum Streiten waren die drei Professoren der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, nicht zur Bundespressekonferenz gekommen. Auch eine \u00f6ffentliche Blo\u00dfstellung des Lungenfacharztes Dieter K\u00f6hler gab es nicht. Ihn kann man als Ausl\u00f6ser f\u00fcr das von der Bundeskanzlerin in Auftrag gegebene Gutachten zu Luftschadstoffen bezeichnen, das die drei Experten nun pr\u00e4sentierten. Alle, die gern weitergestritten h\u00e4tten, mag das \u00e4rgern. Alle, die sich gern auf dem sicheren Boden wissenschaftlicher Erkenntnisse bewegen, d\u00fcrfen sich freuen. Denn endlich, so darf man zumindest hoffen, kommt mit dem Gutachten der Leopoldina wieder Wissenschaftlichkeit und Menschenverstand in eine Debatte, die geh\u00f6rig entgleist ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Autoren der 6000 Toten d\u00fcrften sich nicht dar\u00fcber freuen, wenn nun in dem Gutachten steht, dass eine Versch\u00e4rfung der NO2-Grenzwerte &#8220;aus wissenschaftlicher Sicht nicht vordringlich&#8221; sei.<br \/>\nSch\u00f6n jedenfalls der Appell zu einer nachhaltigen Verkehrswende!<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 06.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Benziner dreckiger sind als Diesel hat sich nun also doch herum gesprochen. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung sind Dieselfahrzeuge nicht die Hauptverursacher von Feinstaub. 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