{"id":13440,"date":"2019-09-19T08:16:27","date_gmt":"2019-09-19T08:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=13440"},"modified":"2020-01-10T09:11:08","modified_gmt":"2020-01-10T09:11:08","slug":"denken-als-zustand-bewusstseinsmodelle-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2019\/09\/denken-als-zustand-bewusstseinsmodelle-iii\/","title":{"rendered":"Denken als Zustand (Bewusstseinsmodelle III)"},"content":{"rendered":"<p>Die Gleichsetzung Hirn gleich Hardware oder Geist gleich Software habe ich bewusst in dem letzten Beitrag vermieden. Interessanterweise geht <a href=\"https:\/\/www.laborjournal.de\/editorials\/1827.php\">Dirnagl gerade im LJ darauf ein<\/a>. Er schreibt \u00fcber das Nonsense Papier &#8220;<a href=\"https:\/\/www.biorxiv.org\/content\/10.1101\/703801v1\">Brain Machine Interface<\/a>&#8221; im LJ<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; Zumal das Gehirn Programmierung und Codes auch gar nicht n\u00f6tig hat. Gef\u00fchle, Gedanken, Absichten und so weiter sind die koordinierte Aktivit\u00e4t von Milliarden von Nervenzellen und Fantastillionen von Verbindungen zwischen ihnen \u2013 man kann auch sagen, Kognition ist \u201everk\u00f6rpert\u201c (embodied). Der Gedanke an einen Baum ist die elektrische Aktivit\u00e4t und neuronale Konnektivit\u00e4t wie sie beim Betrachten dieses Baumes auftritt. Und die Erinnerung an diesen Baum ist die Wiederherstellung dieses elektrochemischen Zustandes.<br \/>\nDabei kann das Gehirn durchaus mit Codes umgehen. Nicht nur extern beim Program\u00admieren, auch intern beim Sprechen und Schreiben. Sprache ist n\u00e4mlich ein Code, also symbolische Repr\u00e4sentation. Aber Sprache braucht man nicht f\u00fcr F\u00fchlen, Denken, Handeln \u2013 sie ist nur ein Mittel dazu. Da Kognition sich folglich keines Codes oder Programms bedient, gibt es auch nichts auszulesen oder einzuspielen ins Gehirn.<br \/>\nMan k\u00f6nnte zwar versuchen, etwa beim Blick auf einen Baum, die Aktivit\u00e4t jeder einzelnen der 80 Milliarden Nervenzellen gleichzeitig zu messen \u2013 und dazu den Zustand der Hunderte von Trillionen Verbindungen zwischen ihnen. Aber dann w\u00e4re man immer noch nicht weiter. Denn dann h\u00e4tte man zwar ein Abbild des elektrischen Gewitters dieses Gehirns beim Blick auf den Baum. Aber die Nervenzellen eines anderen Menschen erzeugen andere Verbin\u00addungen und andere Aktivit\u00e4ten beim Blick auf denselben Baum. Auch weil verschiedene Gehirne eine \u00fcber viele Jahre zur\u00fcckreichende unterschiedliche Geschichte haben, die jeweils wiederum zu dieser spezifischen Konnektivit\u00e4t und Aktivit\u00e4t beim Blick auf den Baum beigetragen hat. Diese Geschichte m\u00fcsste man kennen, um aus dem Gewitter Sinn zu machen, also den Inhalt \u201eBaum\u201c dekodieren zu k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das kann man nach aktuellem Wissensstand nicht besser sagen.<\/p>\n<p>In Abwandlung von Descartes &#8220;sum quod cogito&#8221; ist Denken ein Zustand und zwar der parallelen Aktivit\u00e4t von Milliarden von Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn die Verbindung zur Aussenwelt (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/30150360\">Thalamus etc<\/a>) gest\u00f6rt ist.<\/p>\n<blockquote><p>Two major checkpoints of development in cerebral cortex are the acquisition of continuous spontaneous activity and the modulation of this activity by behavioral state. Despite the critical importance of these functions, the circuit mechanisms of their development remain unknown. Here we use the rodent visual system as a model to test the hypothesis that the locus of circuit change responsible for the developmental acquisition of continuity and state dependence measured in sensory cortex is relay thalamus, rather than the local cortical circuitry or the interconnectivity of the two structures. &#8230; Together our results indicate that cellular or circuit changes in relay thalamus are critical drivers for the maturation of background activity, which occurs around term in humans.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie aber passt nun das Konzept einer &#8220;Beseelung&#8221; des Menschen zu Beginn seiner Existenz? Einer bei Null startenden neuronalen Aktivit\u00e4t?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 13.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gleichsetzung Hirn gleich Hardware oder Geist gleich Software habe ich bewusst in dem letzten Beitrag vermieden. Interessanterweise geht Dirnagl gerade im LJ darauf ein. Er schreibt \u00fcber das Nonsense Papier &#8220;Brain Machine Interface&#8221; im LJ &#8230; Zumal das Gehirn Programmierung und Codes auch gar nicht n\u00f6tig hat. 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