{"id":22264,"date":"2023-07-24T12:34:36","date_gmt":"2023-07-24T10:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=22264"},"modified":"2023-07-25T09:23:08","modified_gmt":"2023-07-25T07:23:08","slug":"britische-universitaten-nur-noch-serviceprovider","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2023\/07\/britische-universitaten-nur-noch-serviceprovider\/","title":{"rendered":"Britische Universit\u00e4ten nur noch Serviceprovider?"},"content":{"rendered":"<p>Nach Gad Saad&#8217;s <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Parasitic-Mind-Infectious-Killing-Common\/dp\/162157959X\">Parasitic Mind<\/a> ist\u00a0 der Insiderbericht von <a href=\"http:\/\/fatale Mischung aus Kundendenken, b\u00fcrokratischen Ausw\u00fcchsen und ideologischer G\u00e4ngelung\">Kai J\u00e4ger in der FAZ<\/a> \u00fcber die fatale Mischung aus Kundendenken, bu\u0308rokratischen Auswu\u0308chsen und ideologischer Ga\u0308ngelung, eindeutig das Erschreckendste was ich in diesem Jahr \u00fcber eine Universit\u00e4t gelesen habe.<\/p>\n<blockquote><p>Die Brand-&amp;-Marketing-Departments der Universita\u0308ten investieren in teure Marketing-Kampagnen, teils sogar in Werbefla\u0308chen von Fu\u00dfballvereinen, um die Konsumenten von der Qualita\u0308t ihres Produktes zu u\u0308berzeugen. &#8230; Um diverse Ranglisten und Performance-Kriterien zu verbessern, werden immer neuere dirigistische Initiativen unternommen, die wissenschaftliche Autonomie nach und nach durch bu\u0308rokratisches Mikromanagement ersetzen. &#8230;\u00a0 In der Praxis hat das Primat der Studentenzufriedenheit zur Nivellierung akademischer Standards und zu einer Inflation sehr guter Noten gefu\u0308hrt, da die Zufriedenheit der Studentenschaft eng mit der erhaltenen Benotung in Verbindung steht. Wer durchfa\u0308llt (oder plagiiert), kann den Aufsatz oder die Klausur in der Regel so oft wiederholen, bis das Resultat passt. Wenig u\u0308berraschend stellt die \u201eTimes\u201c fest, dass im Jahr 2018 keiner der rund 33.000 Bachelor-Studenten an elf englischen Universita\u0308ten in den Abschlusspru\u0308fungen durchfiel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Situation zeichnet sich auch in Deutschland ab &#8211; fast forward ausgehend von <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2023\/05\/gute-frage\/\">Christiane Florin&#8217;s\u00a0<\/a>Analyse.<\/p>\n<p>Christian J\u00e4ger legt aber noch nach, was Meinungsfreiheit im akademischer Diskurs angeht<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<blockquote><p>Nun sind wir bei der \u201eWokeness\u201c angelangt, was man grob als den dogmatischen und unwissenschaftlichen Glauben definieren kann, dass sich jegliche Ergebnisungleichheit in der Gesellschaft auf Diskriminierung zuru\u0308ckfu\u0308hren la\u0308sst,&#8230; . Es ist sicher kein Zufall, dass Pha\u0308nomene wie \u201eTrigger Warnings\u201c, \u201eSafe Spaces\u201c oder \u201eCancel Culture\u201c ihren Ursprung und die gro\u0308\u00dfte Verbreitung in den Universita\u0308tslandschaften der Anglospha\u0308re haben, wo die Verwandlung der Studentenschaft in Konsumenten am weitesten fortgeschritten ist. Denn aus Sicht eines profitorientierten Unternehmens sind Kontroversen ein Risiko fu\u0308r die Reputation der eigenen Firmenmarke.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Zufall oder nicht, so stellt auch\u00a0 <a href=\"http:\/\/NJW 2023, 1922 Der Wirkungsbereich des Grundrechts auf Meinungsfreiheit\">Arnd Diringer<\/a> letzte Woche\u00a0 fest<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<blockquote><p>Gefa\u0308hrdungen erheblichen Ausma\u00dfes\u201c fu\u0308r die Meinungsfreiheit entstehen auch \u201eaus den Reihen der Gesellschaft selbst durch eine moralisierende Vorzensur unerwu\u0308nschter Meinungen\u201c. Das schrieb Professor Ferdinand Kirchhof ju\u0308ngst in der Neuen Juristischen Wochenschrift\u00a0 [ NJW 2023, 1922 &#8220;Der Wirkungsbereich des Grundrechts auf Meinungsfreiheit&#8221;]. Neu ist diese Feststellung nicht. Aber es la\u0308sst aufhorchen, wenn ein ehemaliger Vizepra\u0308sident des Bundesverfassungsgerichts das in der wichtigsten juristischen Fachzeitschrift anprangert.<br \/>\nKirchhof beklagt, dass man \u201eimmer ha\u0308ufiger auf den gesellschaftspolitischen \u201aMissionar\u2018\u201c trifft, \u201eder sich im Besitz der endgu\u0308ltigen Wahrheit wei\u00df\u201c und \u201enur eine einzige Meinung, na\u0308mlich seine eigene\u201c duldet. Andersdenkende werden \u201ein moralischer Selbstgewissheit an den Rand der Gesellschaft\u201c gedra\u0308ngt. Diskursvermeidung wird \u201evon interessierten Kreisen geradezu als ethische Verpflichtung verstanden, der sich jedermann beugen muss\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Initiis resistere<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 07.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Gad Saad&#8217;s Parasitic Mind ist\u00a0 der Insiderbericht von Kai J\u00e4ger in der FAZ \u00fcber die fatale Mischung aus Kundendenken, bu\u0308rokratischen Auswu\u0308chsen und ideologischer Ga\u0308ngelung, eindeutig das Erschreckendste was ich in diesem Jahr \u00fcber eine Universit\u00e4t gelesen habe. 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