{"id":26192,"date":"2026-03-20T11:12:20","date_gmt":"2026-03-20T09:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=26192"},"modified":"2026-03-20T11:36:09","modified_gmt":"2026-03-20T09:36:09","slug":"anti-diskriminierung-fake","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2026\/03\/anti-diskriminierung-fake\/","title":{"rendered":"Anti Diskriminierungs Fake"},"content":{"rendered":"<p>Die ZEIT berichtet von \u00a0einer <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2026-03\/rassismus-deutschland-kulturen-ethnien-studie-gxe\">Pr\u00e4sentation der Bundesbeauftragten f\u00fcr Antidiskriminierung<\/a>, Ferda Ataman, bei der BPK \u00a0in Berlin<\/p>\n<blockquote><p>Viele Menschen in Deutschland glauben einer Studie zufolge an vermeintlich naturgegebene Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien und Kulturen. So stimmten zwei von drei Befragten der Aussage zu, dass bestimmte Kulturen &#8220;fortschrittlicher und besser&#8221; seien als andere, wie aus der Erhebung des Deutschen Zentrums f\u00fcr Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hervorgeht. Knapp die H\u00e4lfte vertrat die Ansicht, dass gewisse Gruppen &#8220;von Natur aus flei\u00dfiger&#8221; seien als andere. 36 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass es unterschiedliche &#8220;Rassen&#8221; g\u00e4be.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um eine solche Studie machen zu k\u00f6nnen, muss man:frau minimale Voraussetzungen in Testtheorie mitbringen. Basale Kenntnisse der Kulturwissenschaft, Genetik, Medizin oder P\u00e4dagogik schaden auch nicht. Leider fehlt dies aber den Leitern dieser &#8220;Studie&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.rassismusmonitor.de\/fileadmin\/user_upload\/NaDiRa\/Publikationen\/Verfestigte_Abwertung\/Verfestigte_Abwertungen.pdf\">download hier<\/a>).<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Oversampling ohne transparente Gewichtung. Die Studie \u00fcberrepr\u00e4sentiert bestimmte Gruppen absichtlich durch eine Vorklassifikation nach Vor- und Nachnamen aus Melderegistern. Das ist legitim &#8211; aber die Gewichtung wurde im aktuellen Bericht erstmals an Mikrozensus-Daten angepasst, was die Autoren selbst einr\u00e4umen f\u00fchrt dazu, dass fr\u00fchere Berichte &#8220;in einzelnen Zahlen leicht abweichen&#8221;. Zeitreihenvergleiche sind damit methodisch fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Selbstauskunft als einzige Datenquelle. Alle Kernvariablen &#8211; Einstellungen, Diskriminierungserfahrungen, Institutionenvertrauen &#8211; beruhen auf subjektiver Selbstauskunft. Es gibt keine Kreuzvalidierung mit administrativen Daten, Experimenten (Audit-Studien) oder objektiven Indikatoren.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Zirkul\u00e4re Operationalisierung von &#8220;Rassismus&#8221;. Das Instrument misst u.a. die Zustimmung zur Aussage, bestimmte Kulturen seien &#8220;fortschrittlicher und besser&#8221; als andere (66 % Zustimmung), und wertet dies als rassistische Einstellung.\u00a0 Eine derartig breite Definition schlie\u00dft faktische Kulturvergleiche, zivilisationstheoretische Positionen und Alltagsurteile pauschal als &#8220;Rassismus&#8221; ein &#8211; das ist eine normative Vorentscheidung, keine empirische.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Konfundierung von Ursache und Wirkung. Der Bericht berichtet Korrelationen zwischen Diskriminierungserfahrungen und Institutionenvertrauen und formuliert daraus kausale Schl\u00fcsse (&#8220;gehen einher mit&#8221;, &#8220;f\u00fchren zu&#8221;). L\u00e4ngsschnittdaten w\u00e4ren n\u00f6tig, um Kausalrichtung zu bestimmen &#8211; das Panel lie\u00dfe das zumindest ansatzweise zu, wird aber haupts\u00e4chlich im Querschnitt ausgewertet.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Selektiver Attrition-Bias. Die Gewichtung f\u00fcr Panel-Ausf\u00e4lle erfolgt anhand von Merkmalen wie Selbstidentifikation und Einstellungen gegen\u00fcber verschiedenen Gruppen.\u00a0 Wer aus dem Panel ausscheidet, weil er das Thema Rassismus als irrelevant empfindet, wird weggewichtet &#8211; das strukturiert die Ergebnisse in Richtung der Ausgangshypothese.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Institutionelle Interessenlage. Das NaDiRa ist beim Deutschen Zentrum f\u00fcr Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) angesiedelt und wird vom Bundesministerium gef\u00f6rdert. Die Handlungsempfehlungen am Ende des Berichts sind das erkl\u00e4rte politische Ziel. Das ist kein Fehler per se, aber ein Faktor f\u00fcr die Interpretation.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Zusammenfassung.\u00a0Die Studie ist kein Beleg f\u00fcr die Verbreitung von Rassismus in Deutschland, sondern eine Messung davon, wie viele Menschen bestimmten, normativ vordefinierten Aussagen zustimmen. Die Gleichsetzung von Zustimmungsraten mit &#8220;rassistischen Einstellungen&#8221; ist die Kernproblematik &#8211; sie folgt aus dem theoretischen Rahmen, nicht aus den Daten selbst.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&#8220;Garbabge in, Garbage out&#8221; &#8211; eine solche sensible Fragestellung in einem &#8220;online Tool&#8221; ohne vorherige ausf\u00fchrliche Validierung zu bearbeiten? Wo es so sehr auf Nuancen im Sprachgebrauch ankommt?<\/p>\n<p>So ist nicht nur die PK sondern auch die Studie auch die Kernaussagen ein Musterbeispiel f\u00fcr politische Agenda aber nicht f\u00fcr eine validierte Aussage. Verst\u00e4ndlicherweise kommt daher\u00a0 vielfache Kritik-\u00a0 Ausz\u00fcge:<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/profile.zeit.de\/2784058\">https:\/\/profile.zeit.de\/2784058 <\/a>&#8230; nicht jede Kultur ist gleich gut. Eine Kultur, in der es bspw. als normal gilt, dass junge M\u00e4dchen genitalverst\u00fcmmelt, zwangsverheiratet und systematisch entrechtet werden, ist einer westlich liberalen Kultur moralisch unterlegen. Dasselbe gilt f\u00fcr kulturelle Pr\u00e4gungen, in denen Ehrengewalt, religi\u00f6ser Fanatismus oder brutale Homosexuellenverfolgung als selbstverst\u00e4ndlich gelten. Oder eine Kultur, die Massenm\u00f6rdern M\u00e4rtyrerrenten zahlt und betont, wie ehrenvoll es sei, &#8220;Ungl\u00e4ubige&#8221; zu ermorden. Wer so tut, als d\u00fcrfe man hier keine Wertung vornehmen, verwechselt Toleranz mit moralischer Beliebigkeit. Eine offene, rechtsstaatliche und freiheitliche Gesellschaft ist solchen Gesellschaftsmodellen \u00fcberlegen, gerade weil sie individuelle Freiheit, k\u00f6rperliche Unversehrtheit und gleiche Rechte sch\u00fctzt, statt Unterdr\u00fcckung als Tradition zu bem\u00e4nteln.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.zeit.de\/2965476\">https:\/\/profile.zeit.de\/2965476 <\/a>Damals gab es keine AfD und alles erschien aus heutiger Sicht gut. Ich werde das Gef\u00fchl nicht los, dass heute jeder vermeintliche Gutmensch fieberhaft unter jedem Stein einen Nazi sucht, um sich dann als der Bessere B\u00fcrger, sprich, auf der richtigen Seite der Brandmauer einsortieren zu k\u00f6nnen. Dieses platte und flache schwarz \/ wei\u00df denken ist der Treibstoff der AfD<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.zeit.de\/2462818\">https:\/\/profile.zeit.de\/2462818 <\/a>Nat\u00fcrlich finde ich manche Kulturen besser als andere. Russland hat eine Kultur, die mehr von Machtdenken, Chauvinismus, und Gewalt gepr\u00e4gt ist, als andere. Ich halte Japan\u2018s Workoholic-Kultur und die Sch\u00f6nheitschirurgie-Obsession Korea\u2018s f\u00fcr problematisch. Ebenso Deutschland\u2019s B\u00fcrokratie und technische Innovationsfeindlichkeit, Amerikanische Waffen-Kultur und \u00dcberheblichkeit, oder eine Kultur, die Genitalverst\u00fcmmelung gut hei\u00dft. Aus diesem Mix an problematischen Aspekten verschiedener Kulturen ergibt sich zwangsl\u00e4ufig, dass manche Kulturen Aggregat dem Wohl der Menschheit zutr\u00e4glicher (und damit \u201ebesser\u201c) sind, als andere. Das anzuerkennen ist erst mal nicht rassistisch.<\/p><\/blockquote>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 13.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ZEIT berichtet von \u00a0einer Pr\u00e4sentation der Bundesbeauftragten f\u00fcr Antidiskriminierung, Ferda Ataman, bei der BPK \u00a0in Berlin Viele Menschen in Deutschland glauben einer Studie zufolge an vermeintlich naturgegebene Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien und Kulturen. 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