{"id":7943,"date":"2015-12-04T21:10:14","date_gmt":"2015-12-04T20:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=7943"},"modified":"2015-12-04T21:10:14","modified_gmt":"2015-12-04T20:10:14","slug":"grunenthal-und-der-contergan-skandal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2015\/12\/grunenthal-und-der-contergan-skandal\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnenthal und der Contergan Skandal"},"content":{"rendered":"<p>In der deutschen Wikipedia kommt die Diskussion um die gezielte Anheuerung von Nazis durch Gr\u00fcnenthal zu kurz, wenn man den <a href=\"http:\/\/www.newsweek.com\/nazis-and-thalidomide-worst-drug-scandal-all-time-64655\">Newsweek Artikel aus dem Jahr 2012<\/a> zu Rate zieht.<br \/>\nBei diesem Artikel\u00a0habe ich zum ersten Mal verstanden, warum sich die Aufkl\u00e4rung durch <a href=\"http:\/\/www.whonamedit.com\/doctor.cfm\/1002.html\">Widukind Lenz<\/a> so lange hingezogen hat (ich habe von Lenz das erste Mal um 1981 in der Humangenetikvorlesung von Utermann und Wendt in Marburg geh\u00f6rt) &#8211; es waren alten Nazi-Seilschaften, die sich gegenseitig gedeckt haben.<br \/>\nDas erste Kind mit der Phokomelie wurde bereits am 25.12.1956 geboren. Dennoch brauchte es genau\u00a0<a href=\"http:\/\/www.k-faktor.com\/contergan\/artikel8.htm\">5 Jahre, so k-factor<\/a>, Gr\u00fcnenthal als\u00a0Schuldigen auszumachen.<\/p>\n<blockquote><p>Mit Tierversuchen zu dieser Frage begannen M\u00fcckter und seine Kollegen erst im September 1961. Am 15. November 1961 erhielt M\u00fcckter dann einen Anruf des Hamburger Kinderarztes und Humangenetikers Widukind Lenz, der die R\u00fccknahme aller Thalidomid-Produkte aus dem Handel forderte, weil seine Forschungsergebnisse einen Zusammenhang zwischen Kindesmi\u00dfbildungen und Contergan nahelegten. Lenz wendete sich auch an die Beh\u00f6rden. Gr\u00fcnenthal erkl\u00e4rte sich daraufhin lediglich dazu bereit, auf den Packungen vor einer Einnahme w\u00e4hrend der Schwangerschaft zu warnen und drohte der nordrhein-westf\u00e4lischen Gesundheitsbeh\u00f6rde f\u00fcr den Fall eines Verbotes mit einer Schadensersatzklage. Erst ein Artikel in der Zeitung &#8220;Welt am Sonntag&#8221; am 26. November (&#8220;Mi\u00dfgeburt durch Tabletten?&#8221;) bewegte die Firma dazu, das Medikament am folgendem Tag aus dem Handel zu nehmen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Lancet Letter vom <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0140673661909278\">Mc Bride<\/a> am 16.12.1961 setzte dann den Schlusspunkt. Leider wurden die Restbest\u00e4nde aber nicht vernichtet, so dass\u00a0noch Kinder bis in die Mitte der 60er Jahre mit der Behinderung geboren. Nochmal k-factor:<\/p>\n<blockquote><p>Die Ambivalenz ist uns erhalten geblieben, und sie findet sich wieder in den gegenw\u00e4rtigen Diskussionen um Gentechnik und Embryonenforschung. Fortschritt kann Segen bringen, aber wird dies niemals ohne Nebenwirkungen tun, seien diese \u00f6kologischer oder gesundheitlicher Natur. Gegen R\u00fcckschl\u00e4ge des Fortschritts helfen nur vern\u00fcnftige Regeln und eine kontrovers gef\u00fchrte Debatte.<\/p><\/blockquote>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 10.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der deutschen Wikipedia kommt die Diskussion um die gezielte Anheuerung von Nazis durch Gr\u00fcnenthal zu kurz, wenn man den Newsweek Artikel aus dem Jahr 2012 zu Rate zieht. 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