{"id":8150,"date":"2016-04-17T20:06:31","date_gmt":"2016-04-17T19:06:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=8150"},"modified":"2016-12-21T15:04:52","modified_gmt":"2016-12-21T14:04:52","slug":"ach-je-herr-urban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2016\/04\/ach-je-herr-urban\/","title":{"rendered":"Ach je, Herr Urban"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>500 Jahre nach Martin Luthers Reformation hat sich die evangelische Kirche davon verabschiedet, auch Kirche der Aufkl\u00e4rung zu sein. Sie ist zum blo\u00dfen Sozialverein geworden, gefangen in einem archaischen Weltbild. Das Sagen haben zunehmend die antiintellektuellen, bildungsfeindlichen Fundamentalisten. Diese nehmen die Bibel w\u00f6rtlich und missachten die Erkenntnisse der Wissenschaften einschlie\u00dflich der Theologie. Ein fundamentalistischer Glaube provoziert heute weltweit in allen Religionen Intoleranz und Gewalt.<br \/>\nMartin Urban, Ach Gott, die Kirche! Protestantischer Fundamentalismus und 500 Jahre Reformation, dtv premium, 270 S., 14,90 \u20ac.<\/p><\/blockquote>\n<p>Urban, ehemaliger Wissenschaftsredakteur der s\u00fcddeutschen Zeitung, arbeitet in seinem neuen Buch &#8220;Ach Gott, die Kirche&#8221; die Ressentiments\u00a0gegen sein evangelisches Elternhaus\u00a0ab. Seine\u00a0Hauptthese: Im\u00a0evangelischen Kirchenleben kommen Ergebnisse von historisch-kritischer Theologie nicht vor, wissenschaftliche Erkenntnisse spielen nur noch eine\u00a0nachrangige Rolle, die Kirche wehrt\u00a0sich nicht ausreichend gegen ihren politisch rechten, fundamentalistischen Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Auch wenn man die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2016\/02\/ich-will-ihre-pralinen-nicht-herr-matthies\/\">Kritik an den Konservativen<\/a>\u00a0teilen kann, so ist\u00a0die Argumentation doch v\u00f6llig\u00a0verungl\u00fcckt. \u00a0Fundamentalisten sind nahezu\u00a0immun gegen\u00a0<em>externe<\/em>\u00a0\u00a0Kritik, \u00a0allenfalls durch systemimmanente\u00a0subversive R\u00fcckfragen zu erreichen, wie es\u00a0\u00a0Hubert Schleicher in einem <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Fundamentalisten-diskutiert-ohne-Verstand-verlieren\/dp\/3406511244\">wunderbaren Buch<\/a>\u00a0vorf\u00fchrt.\u00a0Und allen anderen\u00a0evangelischen Christen? Zumindest den kirchenfernen Mitgliedern\u00a0wirft Urban damit das Austrittsformular\u00a0in den Briefkasten.<!--more--><\/p>\n<p>Zu Unrecht. Denn am meisten frustrierend ist, dass dieses Buch nichts wirklich\u00a0Neues zur Diskussion beitr\u00e4gt. Dabei ist es doch eine der spannendsten Fragen \u00fcberhaupt, wie Naturwissenschaften und Theologie\u00a0zusammen geh\u00f6ren, gerade hier in M\u00fcnchen mit der<a href=\"https:\/\/www.hfph.de\/forschung\/institute\/religionsphilosophie\/pannenberg-forschungsstelle\"> Wolfhart Pannenberg Forschungsstelle<\/a>. Urban h\u00e4tte auch nur ein paar B\u00fccher in\u00a0der Bibliothek am Geschwister Scholl Platz aus dem Regal holen m\u00fcssen, etwa von\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alister_McGrath\">McGrath<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.britannica.com\/biography\/Ian-Barbour\">Barbour<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Charles_Coulson\">Coulson<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.christianitytoday.com\/ct\/2014\/september-web-only\/strange-legacy-theologian-wolfhart-pannenberg.html\">Pannenberg<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arthur_Peacocke\">Peacocke<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.theologie-naturwissenschaften.de\/autoren\/polkinghorne\/biographie.html\">Polkinghorne<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46209488.html\">Teilhard de Chardin<\/a>, \u00a0<a href=\"http:\/\/www.theopedia.com\/thomas-torrance\">Torrance<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.bethinking.org\/atheism\/professor-antony-flew-reviews-the-god-delusion\">Flew<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bas_van_Fraassen\">van Fransen<\/a>\u00a0man sitzt da \u00fcbrigens mit weitem Blick auf die Leopoldstra\u00dfe. Nur\u00a0Pressemitteilungen von idea und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/streitgespraech-sind-wir-christen-noch-bei-trost-13982147.html\">Friedrich Wilhelm Graf<\/a> zu kontrastieren\u00a0und darunter etwas Singersche Neurophysiologie zu r\u00fchren (&#8220;Denken ist anstrengend&#8221;, S.26),\u00a0ach je, Herr Urban.<\/p>\n<p>Historisch\u00a0f\u00e4llt das ganze Unternehmen auch mehr\u00a0auf die fr\u00fche\u00a0Barth \u00c4ra zur\u00fcck. Es ist wohl schon\u00a0vergessen,\u00a0dass auch Barth&#8217;s R\u00f6merbrief Kommentar politisch motiviert war, n\u00e4mlich als Reaktion\u00a0auf\u00a0den rechtsnationalen Aufruf &#8220;An die Kulturwelt&#8221;, der\u00a0den\u00a0ersten Weltkrieg\u00a0als Verteidigungskampf deutscher Kultur rechtfertigt. Zun\u00e4chst als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manifest_der_93\">Manifest der 93<\/a>, dann als\u00a0Erkl\u00e4rung der <a href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Erkl\u00e4rung_der_Hochschullehrer_des_Deutschen_Reiches\">Hochschullehrer des deutschen Reiches\u00a0<\/a>(u.a.\u00a0von Harnack, Sibelius\u00a0und\u00a0Bultmann unterschrieben) war es f\u00fcr Barth <span style=\"text-decoration: underline;\">die<\/span>\u00a0politische Bankrotterkl\u00e4rung\u00a0liberaler Theologie.\u00a0So schreibt er\u00a0in\u00a0dem 1922\u00a0<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=Ld4sHSewaJEC&amp;pg=PA11&amp;lpg=PA11&amp;dq=barth+Aber+nicht+die+historische+Kritik+mache+ich+ihnen+zum+Vorwurf,+deren+Recht&amp;source=bl&amp;ots=yBjHT6bJUj&amp;sig=lO2Ib8lP76lhyRktt_h6CGtz-yM&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwies_aA2Y3MAhWKvhQKHfNSCEsQ6AEILDAC#v=onepage&amp;q=barth%20Aber%20nicht%20die%20historische%20Kritik%20mache%20ich%20ihnen%20zum%20Vorwurf%2C%20deren%20Recht&amp;f=false\">Vorwort zum\u00a0revidierten R\u00f6merbrief<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Aber nicht die historische Kritik mache ich ihnen zum Vorwurf, deren Recht und Notwendigkeit ich vielmehr noch einmal ausdr\u00fccklich anerkenne, sondern ihr Stehenbleiben bei einer Erkl\u00e4rung des Textes, die ich keine Erkl\u00e4rung nennen kann, sondern nur den primitiven Versuch einer solchen, n\u00e4mlich bei der Feststellung dessen\u201a was da steht, mittelst \u00dcbertragung und Umschreibung der griechischen W\u00f6rter und Wortgruppen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die meisten evangelischen Kirchg\u00e4ngerinnen und Kirchg\u00e4nger wissen von dem Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen historischen Fakten, Textniederschrift, Gemeindebildung und 2000 Jahren Tradition. Mehr als von den historischen Fakten h\u00e4ngt das Ergebnis jeder Forschung von der\u00a0jeweiligen positiven oder negativen, gl\u00e4ubigen, zweifelnden oder ablehnenden Grundhaltung des Forschers ab. Fundamentalisten opfern dabei selbst ihren gesunden Menschenverstand.\u00a0Verwunderlich w\u00e4re jetzt aber doch, wenn umgekehrt mit wissenschaftlichen Methoden auf einmal normative\u00a0religi\u00f6se Aussagen getroffen (oder widerlegt) werden k\u00f6nnten. Denn\u00a0Urban opfert in &#8220;Ach Gott, die Kirche&#8221; alle\u00a0religi\u00f6sen Glaubenss\u00e4tze, es geht schliesslich um gesichertes Wissen, das so irrationale Glaubens\u00e4tze: Sch\u00f6pfung! Gottessohnschaft! Auferstehung! nicht zu l\u00e4sst. Dabei sind Glaubenss\u00e4tze f\u00fcr die allermeisten\u00a0Menschen wichtiger\u00a0f\u00fcr ein gelingendes Leben, als \u00a0das gesicherte Wissen \u00fcber Alpha centauri (der Vergleich hinkt,\u00a0aber auch naturwissenschaftlich ausgebildete\u00a0\u00c4rzte wenden trotz jeglichem Beweis Hom\u00f6opathie erfolgreich an).<\/p>\n<p>Auch wenn es unm\u00f6glich ist, von <span style=\"text-decoration: underline;\">der<\/span>\u00a0Wissenschaft zu reden oder <span style=\"text-decoration: underline;\">der<\/span>\u00a0Theologie &#8212; wir reden hier wie da von Wahrscheinlichkeiten. Unsere \u00a0Wirklichkeit ist auch nicht die &#8220;physikalische&#8221; Welt, sie wird es erst durch erst durch unsere Wahrnehmung. Unsere Wahrnehmung unterliegt der\u00a0Interpretation, ist biologisch\u00a0auf 1200 ml Gehirnmasse und intellektuell\u00a0auf unser Glaubenssystem beschr\u00e4nkt. Selbst wenn &#8211; nach\u00a0Hawkins &#8220;Gott mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit nicht existiert&#8221;, hat es Gott \u00fcberhaupt\u00a0n\u00f6tig, in unserem Denksystem zu &#8220;existieren&#8221;? \u00a0Oder zum Allmachtsparadoxon: Ist es ein Gott, der sich an Naturgesetze h\u00e4lt?\u00a0Ich glaube schon. Aber das kann man\u00a0glauben oder auch nicht,\u00a0wie die meisten Verfasser der biblischen B\u00fccher. Die im \u00fcbrigen schon\u00a0vor tausenden von Jahren, Wunder auch nicht normal fanden\u00a0und daher die Wundergeschichten der Nachwelt \u00fcberliefern\u00a0wollten.<\/p>\n<p>Aus\u00a0naturwissenschaftlichen Sicht\u00a0jedenfalls\u00a0erstaunt\u00a0die\u00a0naive Wissenschaftsgl\u00e4ubigkeit eines Journalisten, der Wissenschaft bewundernd von aussen wahrnimmt, ohne selbst je Akteur gewesen zu sein. Wissenschaft ist auch ein Glaubenssystem, <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2010\/12\/science-a-belief-system\/\">vielleicht muss man das mal wiederholen?<\/a>\u00a0Bis heute sind die\u00a0thermodynamischen\u00a0Haupts\u00e4tze mathematisch nicht bewiesen. Und auch in der Wissenschaft\u00a0gibt es ein sacrificium intellectus. Und Wissenschaft ist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.academics.de\/wissenschaft\/wie_der_wissenschaftsbetrieb_inovationen_verhindert_58371.html\">selbst oft genug wissenschaftsfeindlich<\/a>. Daf\u00fcr\u00a0treffen umgekehrt viele Wissenschaftlichkeitskriterien &#8211; Einfachheit, Evidenz, Erkl\u00e4rungswert, Widerspruchsfreiheit &#8211;\u00a0auch auf religi\u00f6se Glaubenssysteme\u00a0zu. Einfach sind religi\u00f6se Erkl\u00e4rungen der\u00a0Welt allemal. Die Evidenz ist zwar d\u00fcrftig, daf\u00fcr aber mit betr\u00e4chtlichem\u00a0Erkl\u00e4rungswert. Zumindest f\u00fcr Zeugen Jehovas\u00a0ist der Glaube auch noch widerspruchsfrei.<\/p>\n<p>Nehmen wir also die Falsifizierbarkeit noch mit auf, f\u00fcr Urban das beste\u00a0Wissenschaftskriterium. Es ist in der Tat eine nette theoretische Forderung, die aber leider praktisch kaum weiter hilft. In der Biologie komplexer Organismen h\u00e4ngt alles mit allem zusammen, es gibt kein Experiment, das unwiderruflich eine falsche Hypothese\u00a0widerlegen w\u00fcrde. \u00a0Es wird auch kein Wissenschaftler dadurch ber\u00fchmt, dass er die Hypothese von jemand anderem falsifiziert hat, im Gegenteil\u00a0man handelt sich eine Menge \u00c4rger ein. Die meisten! wissenschaftliche Hypothesen k\u00f6nnen nicht falsifiziert\u00a0werden, weil das Geld fehlt. Es ist\u00a0keine\u00a0passende Methode verf\u00fcgbar. Oder es\u00a0interessiert sich einfach niemand f\u00fcr\u00a0den Sachverhalt:\u00a0klinische Studien gibt es nur f\u00fcr\u00a0kommerziell interessante\u00a0Pr\u00e4parate.\u00a0Und nur ein geringer Teil des verbreiteten Wissenschaftsbetrugs\u00a0wird jemals aufgekl\u00e4rt. Keine Frage also: Wissenschaft ist ein weitgehend rationales Glaubenssystem, wo \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume Irrt\u00fcmer nicht ausger\u00e4umt werden. Begr\u00fcndetes, geordnetes und gesichertes Wissen? Daran glaubt man doch allenfalls noch im Grundstudium.\u00a0Religion hat generell\u00a0\u00a0weniger den Anspruch, rationale\u00a0Erkl\u00e4rungen\u00a0zu tradieren, \u00a0sondern eher das \u00a0soziale und kulturelle Miteinander, menschliche Verhalten und\u00a0Wertvorstellungen zu pr\u00e4gen legitimiert durch\u00a0\u00a0transzendente Offenbarung oder auch intuitiver Erfahrung.<\/p>\n<p>Was ist aber nun, wenn Glaubenssystem W wie Wissenschaft\u00a0mit Glaubenssystem C wie Christentum in Einzelaussagen kollidieren? Sind Glaubenssysteme W und C hierarchisch in einem Super Glaubenssystem S organisiert?\u00a0Das entscheidet, ob im Konfliktfall W oder C recht hat? Offensichtlich so f\u00fcr\u00a0Urban,\u00a0und offensichtlich so f\u00fcr christliche\u00a0Fundamentalisten, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen.\u00a0Nicht so\u00a0bei\u00a0Paulus, der einr\u00e4umt, dass sein Erkennen l\u00fcckenhaft ist. Auch nicht so bei Peter Lipton. Der <a href=\"http:\/\/mffitzgerald.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/lipton_science_and_religion-1.pdf\">j\u00fcdische Philosoph<\/a> hat dazu geschrieben, ja, Widerspr\u00fcche zwischen Wissenschaft und Religion bestehen. (Nebenei an alle albernen \u00a0Spaghettimonster oder Hawkins&#8217;sche Kobold Anh\u00e4nger: Tatbestand\u00a0einer Religion ist, dass\u00a0eine Mindestzahl von Menschen an das \u00dcber-sinnliche glaubt und nicht nur so tut. Auch die Evangelischen\u00a0glauben nicht blind. Es fehlt Euch\u00a0nach Schleiermacher\u00a0\u201edas Gef\u00fchl der schlechthinnigen Abh\u00e4ngigkeit von Gott\u201c).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck\u00a0zu den\u00a0Widerspr\u00fcchen zwischen Wissenschaft und Religion und Lipton. Man kann entweder die Inhalte oder die Einstellung f\u00fcr sich anpassen. Lipton schl\u00e4gt vor, die Einstellung zu \u00e4ndern. Es schafft die Widerspr\u00fcche nicht aus der Welt, man muss sie aushalten. Manche werden sich von selbst aufl\u00f6sen durch Fortschritte in der Erkenntnis.\u00a0Vieles l\u00e4sst sich\u00a0nicht aufl\u00f6sen, was uns zu Vorsicht erzieht &#8211; in Liptons Worten &#8220;One may consistently immerse in both, but not consistently believe both&#8221;. Lipton bleibt Realist\u00a0in Bezug auf Wissenschaft, aber Idealist in Bezug auf Religion. Und ansonsten Agnostizist.<\/p>\n<p>Ich versuche es noch einfacher auf den Punkt zu bringen:\u00a0Solange uns\u00a0bewusst ist, dass dies &#8220;nur&#8221; unsere Einstellung ist und nicht die allein selig machende Wahrheit, sind wir gegen\u00a0Fundamentalismus immun.\u00a0Nicht nur der islamische\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2014\/11\/zum-gewaltpotential-der-christlichen-religion\/\">auch der christliche\u00a0Fundamentalismus\u00a0<\/a>ist n\u00e4mlich eine t\u00f6dliche Gefahr.<\/p>\n<p>Am Ende\u00a0treffen wir uns hier\u00a0auch wieder, was die Einsch\u00e4tzung\u00a0von wahllos zusammengestellten Bibelzitaten (&#8220;Losungen&#8221;), <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/putin-orban-und-afd-rechte-christen-finden-politische-heimat-14043650.html\">fundamentalistisch munitioniertem AFD Wahlkampf<\/a>,\u00a0evangelikaler Mission a la\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.idea.de\/thema-des-tages\/artikel\/ekd-magazin-chrismon-uebt-scharfe-kritik-an-parzany-83658.html\">Parzany<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/politik\/detailansicht\/aktuell\/bremer-parlament-verurteilt-predigt-von-latzel-91131\/\">Latzel<\/a> angeht. Schwer ertr\u00e4glich alles,\u00a0aber die ach so geschm\u00e4hte\u00a0Kirche hat doch reagiert &#8211; siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/112795\/05-02-2015\/es-ist-uns-unertraeglich\">www.evangelisch.de<\/a>. Was h\u00e4tte sie auch sonst machen sollen &#8211; exorzieren\u00a0oder\u00a0exkommunizieren? Jesus zeigte auch Verst\u00e4ndnis: &#8220;Selig sind die Armen im Geiste\u201c.<\/p>\n<p>Dahin h\u00e4tte\u00a0man auch ohne\u00a0Irrweg kommen\u00a0k\u00f6nnen. Und ohne so ein\u00a0zerrupftes Gefieder, mit dem sich Martin Urban \u00fcber das letzten Kapitel rettet. Das\u00a0reformatorische <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ach_Gott,_vom_Himmel_sieh_darein\">&#8220;Kampflied&#8221;\u00a0<\/a>Martin Luthers ging \u00a0ja\u00a0auch\u00a0<a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/martin-luther-kirchenlieder-268\/26\">ganz anders<\/a>, n\u00e4mlich so<\/p>\n<blockquote><p>Ach Gott, vom Himmel sieh darein<br \/>\nUnd la\u00df dich das erbarmen,<br \/>\nWie wenig sind der Heiligen dein,<br \/>\nVerlassen sind wir Armen.<br \/>\nDein Wort man l\u00e4\u00dft nicht haben wahr,<br \/>\nDer Glaub ist auch verloschen gar.<\/p><\/blockquote>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 14.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>500 Jahre nach Martin Luthers Reformation hat sich die evangelische Kirche davon verabschiedet, auch Kirche der Aufkl\u00e4rung zu sein. Sie ist zum blo\u00dfen Sozialverein geworden, gefangen in einem archaischen Weltbild. 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