{"id":9078,"date":"2017-10-19T08:12:33","date_gmt":"2017-10-19T07:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=9078"},"modified":"2017-10-19T08:13:43","modified_gmt":"2017-10-19T07:13:43","slug":"kooperation-in-der-wissenschaft-ein-missverstandnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2017\/10\/kooperation-in-der-wissenschaft-ein-missverstandnis\/","title":{"rendered":"Kooperation in der Wissenschaft &#8211; Ein Missverst\u00e4ndnis"},"content":{"rendered":"<p>Kooperationen in der Wissenschaft sind gut. Kooperation ist wichtig, um eigene Defizite auszugleichen oder auch nur um \u00fcber den Tellerrand zu schauen. Aber Kooperationen machen keinen Sinn sui generis: Ausschreibungen, die nur bestimmte Kooperationen erlauben oder Listen von Kooperationspartnern, die dann mit Plus oder Minuspunkten f\u00fcr die Karriere bewertet werden, sind weitgehend sinnfrei.<\/p>\n<p>Woher kommt eigentlich die Idee, dass man mit mit mehr akademische Kooperationen, ein besserer Wissenschaftler ist? Ich vermute, die Wissenschaftspolitik hat mit Verz\u00f6gerung aus dem Wirtschaftsleben eine Entwicklung \u00fcbernommen, die dort als &#8220;Design Thinking&#8221; bekannt ist. Ein exzellenter Artikel in <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2017\/lernen\/\">brandeins Sept 2017<\/a> &#8220;Lasset und Denken&#8221; von <a href=\"https:\/\/www.daniel-hornuff.de\">Daniel Hornuff<\/a> fasst es zusammen<\/p>\n<blockquote><p>Nat\u00fcrlich sind Sie ein Teamplayer! Was denn sonst, schlie\u00dflich gelten der Wille und die F\u00e4higkeit zur Teamarbeit als Eintrittskarte in die Welt der Unternehmen [&#8230;] Der Prozess verl\u00e4uft stets \u00e4hnlich: Er beginnt mit der Kl\u00e4rung des Auftrags und einer Recherchenphase, geht \u00fcber zu Ideenfindungen und Prototyping, m\u00fcndet in eine begr\u00fcndete Auswahl, und aus der resultiert schlie\u00dflich die Umsetzung. Vorbild f\u00fcr dieses Vorgehen soll die disziplin\u00fcbergreifende Arbeit von Designern gewesen sein. Das Design Thinking erscheint demnach als die projektbezogene Systematisierung<br \/>\ngestalterischer T\u00e4tigkeiten [&#8230;] Gerade weil Kreativit\u00e4t als \u00f6konomischer Motor gilt, will man sich nicht dem freien Gedankenspiel<br \/>\nEinzelner \u00fcberlassen &#8211; und damit dem Zufall, gl\u00fccklicher F\u00fcgung oder einer Laune. Vorbei die Zeiten, in denen noch das gottgleiche, stets m\u00e4nnliche Genie einen radikal neuen Einfalt aus jenseitigen Sph\u00e4ren empfangen konnte. Oberhaupt: Jene \u201eangeborene Gem\u00fctslage&#8221;, das \u201eingenium&#8221;, von dem Immanuel Kant einst schw\u00e4rmte, erwies sich als viel zu unzuverl\u00e4ssig, um ihm die Zukunft eines Unternehmens anzuvertrauen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hornuff schildert dabei skurrilen Exzesse<\/p>\n<blockquote><p>Weltkonzerne wie Bosch richten riesige Geb\u00e4ude wie K\u00fcnstlerateliers ein, um der &#8220;Irritation&#8221;, dem &#8220;Scheitern&#8221; oder der &#8220;pl\u00f6tzlichen Entdeckung&#8221; beiwohnen zu d\u00fcrfen. Selbstverst\u00e4ndlich werden hierzu (junge) K\u00fcnstler akquiriert, erhofft man doch von ihnen am ehesten die Begegnung mit faszinierenden Mysterien. So heisst es bei Bosch: &#8220;Die Werkzeugkisten haben bewusst keine Beschriftung, damit man auch mal findet, was man nicht gesucht hat.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Teamwork und Kooperationen sind wichtig, aber Listen von &#8220;Kooperationsleichen&#8221; sind kein Mass f\u00fcr Reputation und schon gar nicht f\u00fcr qualitativen Output.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kooperationen in der Wissenschaft sind gut. Kooperation ist wichtig, um eigene Defizite auszugleichen oder auch nur um \u00fcber den Tellerrand zu schauen. Aber Kooperationen machen keinen Sinn sui generis: Ausschreibungen, die nur bestimmte Kooperationen erlauben oder Listen von Kooperationspartnern, die dann mit Plus oder Minuspunkten f\u00fcr die Karriere bewertet werden, sind weitgehend sinnfrei. 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