{"id":918,"date":"2007-04-23T19:08:19","date_gmt":"2007-04-23T18:08:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/2007\/04\/23\/allergy-research-in-germany-1935\/"},"modified":"2007-04-23T19:12:40","modified_gmt":"2007-04-23T18:12:40","slug":"allergy-research-in-germany-1935","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2007\/04\/allergy-research-in-germany-1935\/","title":{"rendered":"Allergy research in Germany 1935"},"content":{"rendered":"<p>During my visit last week in <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/2007\/04\/21\/first-regular-electric-suburban-service\/\">Berlin<\/a>, I found a remarkable letter, that corrects some misbeliefs about the <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/2007\/03\/13\/allergy-research-1900-1933\/\">allergy prevalence at that time<\/a>. Here is my transcript &#8211; use Babelfish to translate it.<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>\nHeufieberbund e.V.<br \/>\nVerein zur Bek\u00e4mpfung des Heufieberleidens &#8211; Gegr&uuml;ndet 1897 &#8211; Sitz Helgoland<br \/>\nBundes=Adresse: K\u00f6ln, Buchheimer Stra\u00dfe 68<\/p>\n<p>D&uuml;sseldorf, den 26.4.1935<br \/>\nPrinz Georgstr. 46<br \/>\nFernruf 35986<\/p>\n<p>An den Herrn Pr\u00e4sidenten des Robert-Koch-Institutes<br \/>\nBerlin<br \/>\nF\u00f6hrerstr.<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident!<\/p>\n<p>Namens des Bundes und als Vorstandsarzt beantrage ich dringendst<br \/>\ndie Erhaltung der Beratungsstelle f&uuml;r allergische Krankheiten (Asthmabe-<br \/>\nratungsstelle) am Robert-Koch-Institut Berlin.<\/p>\n<p>Zur Begr&uuml;ndung erlaube ich mir folgende Angaben:<br \/>\nWenn auch die Zahl der allergisch Kranken bisher unbekannt ist, so kennt<br \/>\nman heute in Deutschland mindestens eine halbe Million heufieberkranke<br \/>\nVolksgenossen. Das Heufieber ist mit der bekannteste Typus der allergischen<br \/>\nKrankheiten. Unter den etwa 1 1\/2 Millionen Asthmatikern befindet sich sicher<br \/>\nein starker Prozentsatz von Allergikern, in erster Linie wiederum Heuasth-<br \/>\nmatiker.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Erforschung dieser allergischen Erankheitsformen,<br \/>\ndie Kenntnis von der schwierigen Diagnostik und von dem grossen Wert<br \/>\nder vorbeugenden Behandlung ist noch l\u00e4ngst nicht Allgemeingut der Aerzte.<br \/>\nMan weiss ferner, dass z.B. nach Hanhart Z&uuml;rich bis 80% der Heufieber-<br \/>\nleidenden nachweislich anlagem\u00e4ssig erblich belastet ist und kann jeden Tag feststellen,<br \/>\nwie zahlreich und nicht einfach feststellbar die Ursachen der<br \/>\nallergischen Krankheitsformen sind.<\/p>\n<p>Diese Ursachen k\u00f6nnen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft<br \/>\nfast nur durch die Hautimpfung (Testung) oder \u00e4hnliche schwierige Methoden<br \/>\nam besten in der anfallsfreien Zeit einwandfrei gekl\u00e4rt werden. Man braucht<br \/>\nzur Diagnostik arteigene Extrakte, die bislang allein in den nicht [h\u00e4ufig?]<br \/>\nbesonders eingerichteten Laboratorien einzelner Universit\u00e4tskliniken be-<br \/>\nstellt werden. Ausnahme bildet z.B. das Helisen der J.G. Farben und die<br \/>\nStorm Extrakte der S\u00e4chsischen Serumwerke. Die \u00e4rztliche Anwendung die-<br \/>\nser Extrakte und die daraus zu ziehenden kritischen Schl&uuml;sse sind bislang<br \/>\nerst wenigen Aerzten gel\u00e4ufig. Den meisten fehlt auch die M\u00f6glichkeit [der?]<br \/>\nnotwendigen Selbstherstellung der arteigenen Extrakte f&uuml;r Diagnostik und Be-<br \/>\nhandlung.<\/p>\n<p>Aus diesen Erfahrungstatsachen zog der Heufieberbund 1933 die Fol-<br \/>\ngerung. Er gr&uuml;ndete an zahlreichen Universit\u00e4tskliniken unter Leitung er-<br \/>\nfahrener Allergieforscher und an einigen grossen Krankenanstalten &#8220;Zentrale<br \/>\nBeratungsstellen f&uuml;r allergische Krankheiten&#8221; mit dem Zweck, den Aerzten und<br \/>\nPatienten durch Beratung und Testung zur exakten Diagnose zu verhelfen. Da-<br \/>\ndurch wurde erst die M\u00f6glichkeit geschaffen zu einer planm\u00e4ssigen Behandlung<br \/>\nmit dem Endziel der nun nachweislich m\u00f6glichen Dauerheilung. Den Aerzten<br \/>\nist durch diese seltenen Einrichtungen Gelegenheit gegeben, ihre allergischen<br \/>\nKranken diesen Beratungsstellen zu &uuml;berweisen und sich auf Wunsch auch Be-<br \/>\nhandlungsrichtlinien auszubitten. Diese Beratungsstellen werden seit ihrer<br \/>\nGr&uuml;ndung mit wachsendem Zuspruch und Erfolg in Anspruch genommen. Da in Ber-<br \/>\nlin ausser dem Robert-Koch-Institut bisher nur an der Charit\u00e9 derartige Be-<br \/>\nratungsstellen bestehen und diese letzteren &#8211; wie ich mich bei meinem Besuch<br \/>\nneulich wiederholt &uuml;berzeugen konnte &#8211; stark belastet sind, so ist die Er-<br \/>\nhaltung der Beratungsstelle am Robert-Koch-Institut im Interesse der Volks-<br \/>\ngesundheit dringendst notwendig.<\/p>\n<p>Die Beratungsstelle am Robert-Koch-Institut geh\u00f6rt unter der er-<br \/>\nfahrenen Leitung des Herrn Geh.Rat Otto &#8211; neben der \u00e4ltesten Beratungsstelle<br \/>\nam Hygienischen Institut D&uuml;sseldorf (Direktor Prof.Dr. Manteufel) &#8211; zu un-<br \/>\nseren f&uuml;hrenden Einrichtungen, zumal Herr Geh.Rat Otto sich mit der Er-<br \/>\nforschung um die Lehre der Allergie und Anaphylaxie grundlegende Verdienste<br \/>\nerworben hat.<\/p>\n<p>Wenn &#8211; wie mir mitgeteilt wurde &#8211; die bisherigen R\u00e4ume der Abteilung<br \/>\nunbedingt anderweitig gebraucht werden sollten, so erlaube ich mir namens<br \/>\ndes Bundes die Bitte, die Einrichtung als solche unbedingt zu erhalten und<br \/>\nso lange im Robert-Koch-Institut beizubehalten, bis eine andere geeignete<br \/>\nund g&uuml;nstig gelegene Beratungsstelle f&uuml;r Berlin geschaffen ist. Der Bund<br \/>\nlegt aber mit mir besonderen Wert darauf, dass auch dann Herr Geh.Rat Otto<br \/>\ndie Leitung beh\u00e4lt und rechtzeitig einen erfahrenen Kollegen als Nachfolger<br \/>\neinarbeitet.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re unseres Erachtens f&uuml;r die Wissenschaft, die Aerzte und die<br \/>\nzahlreichen Kranken gerade in Berlin und seiner weiteren Umgebung ein schwe-<br \/>\nrer Verlust, wenn diese bew\u00e4hrte Beratungsstelle eingehen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Nach, den allgemein g&uuml;ltigen Richtlinien f&uuml;r unsere Beratungsstellen<br \/>\nhaben sich die betreffenden Leiter ausdr&uuml;cklich verpflichtet, gem\u00e4ss der<br \/>\naeztlichen Standesordnung sich ausschliesslich mit der Beratung<br \/>\nund diagnostischen Testung von solchen Patienten zu<br \/>\nbefassen, die von ihrem behandelnden Arzt schriftlich &uuml;berwiesen sind.<\/p>\n<p>Eine Behandlung ist danach nur dann zul\u00e4ssig, wenn dieselbe<br \/>\nvom &uuml;berweisenden Arzt ausserdem ausdr&uuml;cklich und schriftlich beantragt [wurde?].<\/p>\n<p>Im &uuml;brigen erlaube ich mir, auf die Jahresberichte des Bundes, beson-<br \/>\nders Nr. 35 bis 37 hinzuweisen, die jeder Beratungsstelle allj\u00e4hrlich1 zuge-<br \/>\nschickt sind. Die genauen Einzelheiten und die weitere Begr&uuml;ndung habe ich<br \/>\nin meinem Vortrag vor dem ersten Aerztekongress f&uuml;r allergische Krankheiten<br \/>\n(Helgoland, Juni 1934) vorgetragen, abgedruckt im Jahresbericht Nr. 37 [?]<br \/>\n1934 S.7 ff. Die Richtlinien f&uuml;r die Beratungsstellen sind in jedem Jahres-<br \/>\nbericht abgedruckt, zuletzt Jahresbericht Nr. 37, S. 189 ff. Ebenda finden<br \/>\nsich auch erstmalig die Berichte der Beratungsstellen vom Robert-Koch-Institut<br \/>\nund der Charit\u00e9 Berlin, dem Hygienischen Institut D&uuml;sseldorf, der Staatlichen[?]<br \/>\n\u00e4rztlichen Untersuchungsanstalt Bad Ems, der Universitats &#8211; Ohrenklinik<br \/>\nHamburg und der Universit\u00e4ts-Hautklinik in Leipzig.<\/p>\n<p>Ein weiterer Antrag an den Herrn Pr\u00e4sidenten des Reichsgesundheits-<br \/>\namtes gest&uuml;tzt auf unser weiteres grosses Material, wird im Mai folgen.<\/p>\n<p>Mit verbindlichster Empfehlung<br \/>\nH[.] H[.]!<br \/>\nsehr ergebenst<\/p>\n<p>Dr.med.Ke[?]<br \/>\nMitglied des Vorstands und Vorstandsarzt\n<\/p><\/blockquote>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 07.04.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>During my visit last week in Berlin, I found a remarkable letter, that corrects some misbeliefs about the allergy prevalence at that time. 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