{"id":9213,"date":"2017-11-30T11:55:49","date_gmt":"2017-11-30T10:55:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=9213"},"modified":"2018-02-08T18:34:15","modified_gmt":"2018-02-08T17:34:15","slug":"beutegemeinschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2017\/11\/beutegemeinschaften\/","title":{"rendered":"Beutegemeinschaften"},"content":{"rendered":"<p>Ulrich Dirnagl hat ein lesenswertes St\u00fcck im LJ 11\/2017, S.25<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; Wir arbeiten in Gruppen von im Schnitt acht Forschern (inklusive Studenten), die durchweg Arbeitsvertr\u00e4ge \u00fcber wenige Jahre haben &#8211; und mit F\u00f6rdergeldern, die h\u00f6chstens f\u00fcr drei Jahre gesichert sind. Die Forschungsstrategien und Ergebnisse werden bis zur endg\u00fcltigen Publikation unter Verschluss gehalten, man k\u00f6nnte ja gescoopt werden.<\/p>\n<p>Data Sharing? Um Himmels willen. Hab\u2019 ich ja nichts davon, k\u00f6nnte im Zweifelsfall sogar schaden. Wie verr\u00fcckt aber ist die Frage, ob sich die grundlegenden Fragen der Biowissenschaften und der Medizin nicht besser in multinationalen, koordinierten sowie ausreichend und langfristig alimentierten Kooperationsprojek-ten aufkl\u00e4ren lie\u00dfen? Sollte man das wenigstens nicht mal ausprobieren?<!--more--><\/p>\n<p>Sie verdrehen die Augen? Sie denken an EU-Antragsb\u00fcrokratie, an AZA-Formulare, endlose Listen von Milestones und Deliverables? Leider nicht ganz richtig, denn die derzeitigen Kollaborationen in den Life Sciences laufen ja gar nicht im CERN-Stil. Es sind vielmehr meist Beutegemeinschaften, die lokale Projekte finanzieren, welche aus anderen Quellen keine F\u00f6rderung erhalten haben &#8211; oder auf diese Weise auffinanziert werden&#8230;<\/p>\n<p>Aber warum funktionieren die Lebenswissenschaften so anders? Muss das etwa so sein? Liegt es daran, dass die erw\u00e4hnten Projekte der Physik nur an Maschinen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, deren Anschaffung im Haushalt von nationalen Volkswirtschaften sichtbar werden? Der Zwang zur Kooperation spielt hier sicher eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Es hat aber auch sehr viel mit der Wissenschaftskultur der einzelnen Disziplinen zu tun, die nat\u00fcrlich wiederum von Infrastrukturfragen beeinflusst wird. Karin Knorr-Cetina hat in Epistemic Cultures &#8211; &#8220;How the Sciences Make Knowledge&#8221; \u00a0die Organisation und Durchf\u00fchrung von Forschung in der Hochenergiephysik und der Molekularbiologie verglichen. Wie sind jeweils Labore strukturiert, wie werden Gruppen geleitet, wie und auf welchem Level findet \u201eWettbewerb\u201c statt, wie wird kooperiert, und so weiter\u2026?<\/p>\n<p>Die von ihr ausgemachten Unterschiede k\u00f6nnten nicht drastischer sein&#8230;.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hup.harvard.edu\/catalog.php?isbn=9780674258945\">Epistemic Cultures war im \u00fcbrigen 1999!<\/a><\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 01.05.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulrich Dirnagl hat ein lesenswertes St\u00fcck im LJ 11\/2017, S.25 &#8230; Wir arbeiten in Gruppen von im Schnitt acht Forschern (inklusive Studenten), die durchweg Arbeitsvertr\u00e4ge \u00fcber wenige Jahre haben &#8211; und mit F\u00f6rdergeldern, die h\u00f6chstens f\u00fcr drei Jahre gesichert sind. 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