{"id":9690,"date":"2018-03-06T09:31:48","date_gmt":"2018-03-06T08:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wjst.de\/blog\/?p=9690"},"modified":"2018-03-11T15:21:42","modified_gmt":"2018-03-11T14:21:42","slug":"das-wort-zum-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2018\/03\/das-wort-zum-tag\/","title":{"rendered":"Das Wort zum Tag"},"content":{"rendered":"<p>Leistung und Erfolg sind zwei Begriffe die h\u00e4ufig verwechselt werden, wie \u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_David_Precht\">Richard David Precht<\/a>\u00a0am Ende der Sendung <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/NACHTCAF\u00e9\/Mein-Erfolgsgeheimnis\/SWR-Fernsehen\/Video?bcastId=247716&amp;documentId=48920932\">SWR Nachtcafe<\/a>\u00a0es beil\u00e4ufig erw\u00e4hnte. Und in der Tat, so\u00a0<a href=\"https:\/\/www.uni-bielefeld.de\/bi2000plus\/diskussionspapiere\/DP_25_final.pdf\">Fred Becker<\/a>, gibt es eine maximale Beliebigkeit beim Verwenden des Leistungbegriffes, Bedeutungsvielfalt inklusive. Leistung &#8220;riecht nach Schwei\u00df, schwerer Muskelkraft, nach au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bem\u00fchungen&#8221;, Leistung ist also das Ergebnis einer Arbeit. Und dann muss sich ja auch der Erfolg einstellen, so die Devise des bundesrepublikanischen Wissenschaftsmanagements. Also etwas erfolgen, als sei das wichtigste, n\u00e4mlich die Leistung, nicht bereits erfolgt.<br \/>\nDie neue <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2018\/03\/science-of-science-what-makes-up-good-science\/\">Science of Science<\/a> Auswertung zeigt nun auch das das genaue Gegenteil. Intellektuelle Arbeit &#8211; Denken, Lesen, Rechnen, Schreiben, Reden &#8211; alles mitunter anstrengend. Und dann produzieren wir in der Wissenschaft nicht mal G\u00fcter (einige Startups und Ausgr\u00fcndungen mal abgesehen), im Gegenteil wir verbrauchen dabei nur Ressourcen. \u00a0Die Anstrengung sind wir schuldig, aber nicht den Erfolg. Und schon gar nicht die st\u00e4ndig geforderte \u00dcberbietung anderer; Exzellenz war fr\u00fcher die Anrede der K\u00f6nige, nicht die \u00dcberlegenheitsphrase eines Forschungsprogrammes.<br \/>\nDie st\u00e4ndige \u00dcberleitung kann schliesslich \u00a0(<a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2012\/05\/pointless-futile-useless-meaningless-ineffectual-mindless-absurd-wasteful-needlessly-aimless-senselessly-pointlessly-competition-in-science\/\">Binswanger<\/a>) als System nicht funktionieren\u00a0(<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5066418\/\">M\u00fcnch<\/a>) auch wenn der HRK Pr\u00e4sident immer wieder wiederholt: \u201eDie Wissenschaft lebt vom Wettbewerb\u201c. Sie lebt von der Anstrengung, von der olympischen Idee, aber nicht der Medaille. Erfolg in der Wissenschaft ist doch, machen wir uns nichts vor, zu einem gro\u00dfen Teil der Suche (oder Sucht) nach Anerkennung und dem Selbstmarketing, geschuldet und nur im geringe Mass einer wirklich <a href=\"https:\/\/www.wjst.de\/blog\/sciencesurf\/2013\/11\/frederick-sanger-r-i-p\/\">aussergew\u00f6hnlichen Leistung<\/a>. Selbst das Wissenschaftsmagazin Nature liegt v\u00f6llig daneben, mit der Forderung vom 6. M\u00e4rz dass wie uns\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-018-02747-y\">besser vermarkten sollen<\/a>. \u00a0Lebenszeit kann man schliesslich nur einmal verplanen.<br \/>\nDabei wird im Erfolg immer mehr die Leistung konstituiert. Dabei kann doch &#8211; so Precht &#8211; der Erfolg nicht nur durch Leistung, sondern auch ganz einfach nur durch Gl\u00fcck m\u00f6glich sein. Nicht zu verwechseln mit Zufall, sondern mit dem Gl\u00fcck im eigentlichen Sinn &#8211; dem g\u00fcnstige Ausgang eines Ereignisses. Oder\u00a0Leistung durch Begabung. Oder Leistung als Geschenk, etwas das der Mensch nicht selbst machen kann, \u00a0es nicht verdient hat. Und gibt es \u00fcberhaupt die Leistung eines einzelnen?<br \/>\nIst die &#8220;menschliche Leistung nicht Ergebnis einer kollektiven Aushandlung&#8221; (<a href=\"https:\/\/krautreporter.de\/2328-die-leistung-eines-einzelnen-gibt-es-nicht#%20Die%20Leistung%20eines%20Einzelnen%20gibt%20es%20nicht%20%20Esther%20Gbel%20Krautreporter%20title%20meta%20charsetutf8%20meta%20c\">Nina Verheyen, 2018)<\/a>\u00a0und sind wir nicht doch nur Zwerge auf den Schultern von Riesen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwerge_auf_den_Schultern_von_Riesen\">(Bernhard von Chartres, 1120)<\/a>?<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"bottom-note\">\n  <span class=\"mod1\">CC-BY-NC Science Surf , accessed 06.05.2026<\/span>\n <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leistung und Erfolg sind zwei Begriffe die h\u00e4ufig verwechselt werden, wie \u00a0\u00a0Richard David Precht\u00a0am Ende der Sendung SWR Nachtcafe\u00a0es beil\u00e4ufig erw\u00e4hnte. 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