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Datenschutz in Bayern

“Wir haben nahezu einen Totalausfall der Datenschutzbehörden” sagt Max Schrembs.

netzpolitik.org: Du sieht auch bei Rechtsdurchsetzung des Datenschutzes Reformbedarf. Wo liegt hier das Problem?

Max Schrems: Eines der Probleme ist der nahezu Totalausfall der Datenschutzbehörden. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber den meisten fehlt der politische Wille, es fehlen die budgetären Mittel oder das kompetente Personal. Die Leitungsposten der Behörden werden immer öfter nicht unabhängig, sondern politisch besetzt. Eine zweite Amtszeit gibt es nur bei einem wirtschaftsfreundlichen Kurs. Das führt dazu, dass es in Europa nicht mal bei 1,3 Prozent der DSGVO-Beschwerden überhaupt zu einem Bußgeld kommt. Inzwischen herrscht eine Logik des Rechtsbruches vor. In der juristischen Bubble interessiert die DSGVO keine Sau mehr, weil der Anwalt, der dich berät, mehr kostet als die potenzielle Strafe.

Ist das nicht reichlich übertrieben?

Zur Antwort hier meine Korrespondenz mit dem “Bayrischen Landesbeauftragten für den Datenschutz”.

Es geht um die Weitergabe der Namen/ Adressen aller 90.000 Ärztinnen und Ärzte an eine private Firma, die damit Emails mit Tracking Pixel für einen Fragebogen verschickt hat, ohne daß sie dafür je ein Einverständnis der Betroffenen hatte.

Die Antwort des Datenschutz Beauftragten vorab: “Ihre Vermutungen kann ich nicht nachvollziehen”.

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CC-BY-NC Science Surf , accessed 01.05.2026

Datenschutz

Zitat aus einem Interview mit Claus-Dieter Heidecke (IQTIG)

Wie bewerten Sie die Rolle des Datenschutzes in Deutschland?
Der Datenschutz hat natürlich absolut seine Berechtigung. Aber er muss sich stets an den Interessen der Patientinnen und Patienten orientieren und nicht an sich selbst. Beim Implantateregister, zum Beispiel, hat der Datenschutz dazu geführt, dass man die eingetragenen Daten nicht mit Daten der Qualitätssicherung verknüpfen kann. Jetzt kann man zwar Patienten identifizieren, denen ein fehlerhaftes Implantat eingesetzt wurde, man kann die Daten aber nicht für die Qualitätssicherung auswerten. Das halte ich für eine Fehlkonstruktion.

Genauso ist es mit dem DIVI Register. Obwohl ich das Register damals dem RKI vorgeschlagen hatte, konnte ich hinterher trotz mehrfacher Anfrage die Daten nie zu einer Auswertung haben.

Auch so eine Fehlkonstruktion die im Gegensatz zu Knieimplantaten aber vielen Menschen das Leben gekostet hat.

Deutsche Behörden sind nicht gut im Problemlösen aber sehr gut im sturen Anwenden von Regeln.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 01.05.2026