Category Archives: Noteworthy

Die Charité distanziert sich. Und die Universität Bonn?

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Science I have come to learn …

is as political, competitive, fierce, a career as you can find, full of the temptation to find easy paths (Paul Kalanithi, When breath comes air, 1977-2015)

PubPeer Statistics

For a forthcoming article, I need some statistics to illustrate how PubPeer performs.  AFAIK know there is only one report from 2021 so  I had to try something by my own.

PubPeer submissions until 23 April 2022

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My CV

Chris Woolston writes about a new type of CV in science career

CVs have long been part of the currency of scientific promotion. Scientists seeking a position or a grant often feel obliged to list every publication, presentation and award in a single document intended to sway committees through its sheer length and volume. The typical CV follows a time-worn template, says Robert Morrell, an education researcher and former director of the New Generation of Academics Programme at the University of Cape Town in South Africa. “ ‘I was born, I went to school here, I had these publications, these are the students I graduated.’ People who write CVs like that are missing the boat.”

The UKRI is not alone in seeking to rethink the CV in response to a renewed focus on team science and equity, diversity and inclusion (EDI). It modelled its new CV format on ‘Résumé for Researchers’, introduced in 2019 by the Royal Society in London. Similar initiatives have been unveiled by research councils in the Netherlands and Luxembourg.

I wish this initiative would have come 10 or 20 years earlier…

The Royal Society template has only 4  blocks. I could fill that template in 20 minutes while for a conventional CV it would take me 2 days.

  1. Personal details: Provide your personal details, your education, key qualifications and relevant positions you have held.
  2. How have you contributed to the generation of knowledge?
  3. How have you contributed to the development of individuals?
  4. How have you contributed to broader society?

We Made History

credit for the link goes to J Metzger

Here is an interesting study published already some years ago “We Made History: Citizens of 35 Countries Overestimate Their Nation’s Role in World History“. Continue reading We Made History

AWMF

Mit der AWMF ist das so eine Sache. Nicht nur dass  Frau M.N., Leiterin des AWMF-Instituts für medizinisches Wissensmanagement (wie hochtrabend) persönliche Emails trotz ausdrücklichem Vorbehalt weiterleitet oder dass Leitlinien nur mindere Qualität haben und viele Jahren  nicht aktualisiert werden. Jetzt schreibt aber auch das  deutsche Ärzteblatt zur AWMF

Die Organisationen MEZIS, Leitlinienwatch und Transparency Deutschland werfen den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland vor, Interessenkonflikten zu verharmlosen und eine zu große Nähe zur Industrie zu pflegen… Als Beleg für den Vorwurf zu großer Industrienähe verweisen die drei Organisationen auf zwei Stellungnahmen der AWMF zur Zusammenarbeit mit der Arzneimittelindustrie. „In beiden werden die gängigen Kooperationsformen von Medizinern mit der Industrie quasi als natürliche Symbiose dargestellt.”

Verstehen muss man das nicht

Ex-Kollege Christoph Klein im Neewsfeed letzte Woche (zusammen mit Johannes Hübner)

Dagegen die LGL Daten heute: Kinder hatten noch nie eine höhere Inzidenz in der Bevölkerung seit Beginn der Pandemie. Continue reading Verstehen muss man das nicht

Epidemiologie in der Krise

Margarete Stokowski über die Krise ihres Berufstandes

Da muss man sich dann nicht wundern, wenn Leute sagen, »Wir haben eine PhilosophInnen-Krise« (Jörg Kachelmann) oder »Deutsche Gegenwartsphilosophie ist intellektuell 1 Zumutung« (Mohamed Amjahid) oder eine Professorin (Johanna Sprondel) auf Twitter berichtet, sie habe, obwohl sie in Philosophie promoviert, publiziert und gelehrt habe, ihren Lektor gebeten »Philosophin« aus ihrer Kurzbiografie zu streichen, weil: »Precht, Flaßpöhler«.

Auch mein Berufsstand ist dem Siechtum verfallen. Wie  der wissenschaftliche Stellenwert der deutschen Epidemiologie ist zeigt sich nun auch für Aussenstehende. Kaum dass einer der deutschen Epidemiologen – sorry DGEpi – bei der Pandemie öffentlich in Erscheinung getreten ist, und wenn dann mit seltsamen Ansichten. Kaum dass sich ein renommierter deutscher Epidemiologe an der Diskussion beteiligt hat – ein Grund dass “Modelllierer” in diese Lücke gesprungen sind und wir unser Wissen vorwiegend aus England und USA bezogen haben.

Umso bestürzender ist nun, dass sich nun doch Epidemiologen, davon zwei Lehrstuhlinhaber zu Wort gemeldet haben: Stang, Jöckel (Essen) und  CullenKeil (Münster). Spelsberg könnte die Exfrau des Gesundheitsministers sein, die im August 2020 schon vom Ende der Pandemie  (9:20) oder normaler Grippe (10:41) faselte.

Schauen wir uns ihren Artikel in der rechtsnationalen Tagespost an “Weltweite Gesundheit ist eine Utopie” an:

Was soll dieses Strohmann Argument? Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Deutschland zu behaupten, dass Gesundheit für alle eine Utopie ist? Hat das jemals jemand behauptet? Ein Leben ohne Corona hat auch niemand zum höchsten Gut erklärt. Daran  zu sterben, ist – wenn auch nicht immer – so doch in vielen Fällen vermeidbar wenn

Das Hannah Arendt Zitat als Aufmacher ist dabei besonders deplatziert. Es stammt aus einem der Essays, die sie für den jüdisch-deutschen “Aufbau” im Exil verfasst hat. Es gibt keinen Artikel “This means you”, das war der Name der Kolumne unter der sie schrieb. Das Zitat findet sich in dem Sammelband von Marie Luise Knott  in “Keinen Kaddisch wird man sagen”, wurde veröffentlicht am 19.6.1942 und bezieht sich direkt auf die Goebbels Rede in der  Woche davor in Berlin, dass die amerikanischen und britischen Angriffe auf Deutschland das Werk von Juden seien. Arendt (a.a.O S. 35) meinte den Antisemitismus könne man nur “mit der Waffe in der Hand” bekämpfen und ist dafür sogar bereit zu sterben (a.a.O. S .71) wenn das Leben in völliger Unterdrückung endet.

Es war einmal eine glückliche Zeit, als Menschen frei wählen konnten: Lieber tot als Sklav’, lieber stehend sterben, als auf den Knien leben. Es war einmal eine verruchte Zeit, als schwachsinnig gewordene Intellektuelle erklärten, das Leben sei der Güter höchstes. Gekommen ist heute die furchtbare Zeit, in der jeden Tag bewiesen wird, daß der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Leben das höchste Gut geworden ist; daß der, der es vorzieht, auf den Knien zu leben, auf den Knien stirbt; daß niemand leichter zu morden ist als ein Sklave. Wir Lebenden haben zu lernen, daß man auf den Knien noch nicht einmal leben kann, daß man nicht unsterblich wird, wenn man dem Leben nachjagt, und daß, wenn man für nichts mehr sterben will, man stirbt, obwohl man nichts getan hat [Hervorhebung von mir].

Abgesehen davon, dass das Zitat sinnentstellend verkürzt ist – sich nun mit der historischen Situation einer emigrierten Jüdin im Dritten Reich zu vergleichen und die Seuchenpolitik einer demokratisch gewählten Regierung mit dem Völkermord  des nationalsozialistischen Regimes gleich zu stellen, das ist eine furchtbare Relativierung ähnlich wie die gelben Sterne der Corona Leugner.

Bei den Corona-Protesten gab es Demonstrationsteilnehmer, die gelbe Sterne trugen, auf denen „ungeimpft“ zu lesen war. Das ist ein krasses Beispiel von Holocaust-Relativierung.

Ist es danach überhaupt noch notwendig, die 10 sinnfreien Thesen des Artikels zu kommentieren?

Etwa  dass aufgrund der Erfahrungen der vergangenen 18 Monate und anhand der weltweiten Entwicklung der Infektions- und Sterblichkeitsziffern sich keine relevanten Erfolge bisheriger Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen erkennen liessen? Genau das Gegenteil habe ich und haben auch viele andere Epidemiologen gezeigt.

Und letztendlich wurde auch kein/e einzige/rEpidemiolog/in in den Expertenrat der Bundesregierung berufen.

Massenburnout in der Pflege

Aus dem New York Times  Newsletter heute morgen

Many health care workers were already feeling underpaid and undervalued before the pandemic. Then came Covid, which was a real threat to their lives. Thousands died in the first few months, and the country really failed to protect them in terms of P.P.E. You may remember the iconic image of nurses wearing garbage bags as a stand-in for a proper surgical gown.
Then there were the political battles over science, masking and vaccines — fanned by the right — followed by hostility from patients, and the families of patients, who they’re trying to help. Then you have wave upon wave of Covid patients. These surges have been physically and emotionally exhausting, and they have pushed many hospital nurses to take less stressful jobs at schools, insurance companies or at doctor’s offices. Others have left the field for good.

Nichts anderes geht im Augenblick in Deutschland vor

Die HAW hat 1.000 Pflegende in der Zeit von 31. Oktober 2020 bis 5. Januar 2021 gefragt, was sie in der aktuellen Phase der Pandemie besonders belastet … Auf die Frage, was Pflegende am meisten belastet, antworten viele, dass sie “Angst vor einer Infektion” haben. 70 % der Befragten geben an, dass sie in einem Konflikt, in einem emotionalen Dilemma sind zwischen ihrer beruflichen Aufgabe und der Angst, sich selbst anzustecken. Pflegende haben keine Motivation mehr für ihren Job. Die Pflegenden sind sehr verärgert, dass ihre Hilferufe weder vor noch während der Pandemie oder zwischen den 2 Wellen gehört wurden. Zudem, so sagen sie, hätten viele Kolleginnen und Kollegen gekündigt, “weil sie die Situation nicht mehr ertragen”. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: 17 % der Befragten haben keine Motivation mehr für ihren Job. Das ist jede sechste Pflegefachperson.

Eine harmlose Frage

Eine harmlose Frage auf Twitter gestern …

Nein, das wusste ich nicht.

Der Aufruf kommt von  der “Initiative Familie“, einem Verein von  Corona Massnahmenkritikern. Von Kries ist nun der vierte im Club der LMU CMK nach Johannes HübnerGöran Kauermann und Ulrich Mannsmann (der Begriff “Coronaleugner” ist abmahnbar, daher nehme ich jetzt die Abkürzung CMK als Kürzel für Corona  Massnahmen Kritiker).

Kein Handlungsdruck Kinder zu schützen” oder Zitat “eine Impfpflicht bei Jugendlichen ist absurd … die Jugendliche erkranken nicht schwer … es gibt keine Verpflichtung zum Impfen … es ist nicht das Entscheidende zum Überleben unserer Republik … wenn sich 61% natürlich immunisieren wird das weder das Krankenhaussystem zum Zusammenbrechen bringen noch wird es dem Menschen in grösserem Mass Schaden zufügen”.

Alle Kommentare sind ganz im  O-Ton “Kinderärztliche Praxis“, wo von Kries über Masseninfektion von Kindern schwadronierte

Das einzig Gute an dem COVID-19-Erreger ist es, dass Kinder und junge Erwachsene selten schwer erkranken. Da überrascht es, dass die Politik die Option eines kontrollierten Aufbaus der Herdenprotektion zunächst bei Kindern und deren Eltern gar nicht diskutiert.

USA Stand heute hat über 6 Millionen infizierte Kindern mit fast 17.000 hospitalisierten Kindern und 636 Todesfälle. Die Long-Covid Rate dabei ist unbekannt. Und was ist mit Kindern die Tumore haben?

Die Arroganz des Kollegen kenne ich von einer früheren Kooperation aber auch einer gemeinsamen Prüfung an der Fakultät. Und nicht zuletzt als er uns als Vorsitzender einer BMBF Kommission eine Multicenter Studie zu Vitamin D bei Neugeborenen abgelehnt hat (2009 VIT-AL “wir geben das doch schon lange”).

Die Stiko manövriert sich immer mehr ins Abseits wenn Mertens dann ganz im Sinn von Kries auch noch behauptet, dass die Rolle von Kindern in der COVID-19 Pandemie überbetont sei. Ich meines, es ist allemal besser beim CDC oder bei der EMA  nachzuschauen wenn man aktuelle Informationen braucht. Sowohl CDC und EMA befürworten im übrigen die Impfungen von Kindern.

 

10.3.2022

Von Kries ist nun endgültig in der WELT angekommen

In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern Rüdiger von Kries, Epidemiologe und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), und Peter Walger, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).  Die Gruppe fordert ein sofortiges Ende von Masken- und Testpflicht in Kitas und Schulen und eine Abkehr von der sogenannten S3-Leitlinie für die Pandemiebekämpfung an Schulen.