Category Archives: Noteworthy

Unbelehrbar? (6000 Tote exhumiert XXXIV)

Nachdem sich das Thema “6000 Tote” eigentlich durch das  Leopoldina Gutachten 2019 erledigt hat

Weitere gesundheitliche Risiken, die mit einer chronischen Belastung gegenüber Stickstoffdioxid in Verbindung gebracht werden, sind eine erhöhte Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen … Auch hier gibt es … keine gesicherte Kausalität, weil es bisher nur wenige Studien zur Toxikologie von Stickstoffdioxid gibt, welche die biologischen Wirkungsweisen erklären würden.

bestehen die Verursacher der NO2 Diskussion in einem neuen DÄ Artikel mit “neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen aus 2013” weiter auf dem Fakt

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch Effekte unterhalb des im Jahre 2005 festgelegten Richtwerts, sodass im Auftrag der Europäischen Union im Jahr 2013 eine Neubewertung der Evidenzlage vorgenommen wurde. Speziell für Stickstoffdioxid wurden dabei Gesundheitseffekte oberhalb eines Schwellenwerts von 20 μg/m3 als gesichert angesehen. Maßgeblich war hierfür eine Meta-Analyse von mehr als 15 Langzeitstudien zu Stickstoffdioxid, die einen Anstieg des Mortalitätsrisikos um 5 % pro 10 μg/m3 NO2 ergab.

Kaum zu glauben (wenn man sich an XX erinnert) wie skurill die Kollinearitätsdiksussion hier geführt wird: Feinstaub ist gleichmäßig verteilt, im Gegensatz zu NO2.

Daraus resultiert eine Korrelation der Expositionen von deutlich unter 1, was eine teilweise Isolierung der Effekte ermöglicht. Multizentrische Kohortenstudien mit verschiedensten Schadstoffzusammensetzungen (Gemischen) und -konzentrationen erlauben die Trennung von Schadstoffeffekten.

Die grössere Streuung der NO2 Werte in den einzelnen Standorten hängt also hier nicht mehr von dem Aufstellungsorten ab, sondern gibt die individuelle Belastung an? Und die “Korrelation unter 1” erlaubt eine statistische “Isolierung der Effekte”? Irgendwie als wollte man ein Gemisch von Proteinen mit gleichem Molekulargewicht im Polyacrylamid-Gel trennen. Kann man beliebig oft in anderen Labors wiederholen und geht trotzdem nicht.

Disclaimer. Natürlich ist der Schlussfolgerung des DÄ Artikels zustimmen, was die Auswirkung von Luftschadstoffe sind. Allerdings nicht wegen der Aussagen zu NO2 sondern zu den PM.

Eine weitere Absenkung der Luftschadstoffgrenzwerte ist daher nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus der ethischen Verpflichtung zum Schutz der Bevölkerung notwendig. Darüber hinaus kommt es bei den meisten Maßnahmen zur Reduktion der Luftverschmutzung auch zu erheblichem Zusatznutzen im Bereich des Klimaschutzes…

Postscriptum. Ist das nicht ein Selbstplagiat mit 11% wörtlicher Übereinstimmung zu einem früheren Positionspapier?

https://copyleaks.com Textvergleich “Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit – Expertise der ISEE ERS_R1.pdf” und “m881.pdf” zeigt 11% identische Übereinstimmung.

10% ist die bisher gültige Grenze

Zu Forschungsfreiheit

Interview mit Martin Stratmann

F: Dann lassen Sie uns über die Strukturen und ihre Probleme sprechen. Damit sind wir plötzlich sehr nah dran an der MPG, oder?

A: Was woanders gilt, sollte auch bei der MPG so sein: Wir müssen bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sicherstellen, dass die Wissenschaftsfreiheit auch für sie gesichert ist – nicht nur für die Führungsspitze unserer Institute. Und wir müssen in der Wissenschaft Rahmenbedingungen schaffen, die eine Spontaneität, wie ich sie meine, ermöglicht. Indem wir nicht nur Forschung belohnen, die en vogue ist, die zu möglichst vielen hochrangigen Publikationen führt.

Globaler Diskurs? Ein Nirvana-Fehlschluss

Das Ärzteblatt gestern über eine BMBF Veranstaltung zu den Crispr Cas Zwillingen

Dabrock warnte vor einem Schwarz-Weiß-Denken bei ethischen Fragestellungen zur Keim­bahnveränderung. Es sei vielmehr ein globaler Diskurs erforderlich, an dem nicht nur die wissenschaftliche Gemeinde beteiligt ist – der letztlich gegebenenfalls in globale Regelungen münde.

Was soll man dazu sagen? Zu einer Rhetorik,  die feststellt daß alle anderen “Schwarz-Weiss” denken? Globaler Diskurs ist in dem Zusammenhang eine falsche Dichotomie, denn das Gegenteil von “Schwarz-Weiss” wäre ja “bunt”, eine möglichst vielfältige Alternative.

Nach mittlerweile vier Vorträgen zu dem Thema glaube ich mitterweile, dass die meisten Menschen nicht mal den Unterschied zwischen somatischer und Keimbahntherapie verstehen. Und dass die Welt im Augenblick ganz andere Probleme hat.

Den Diskurs in die globale Sphäre vertagen, sagt jemand, der selbst nicht mal auf Emails antwortet? “Globaler Diskurs” sieht nach einem klassischen Beispiel für einen Nirvana Fehlschluss aus.

Den Nirvana-Fehlschluss, auch Trugschluss der perfekten Lösung, begeht, wer etwas Wirkliches oder Realisierbares mit einem unrealisierbaren modellhaften Ideal vergleicht und auf dieser Basis – ohne die Realitätsferne des Ideals zu berücksichtigen – ein Urteil fällt oder eine Entscheidung trifft.

Denn wer kann denn schon – staatliche Ethiker mal ausgenommen – zu Ethikmeetings in die USA, nach London oder Hongkong fliegen? Und wer entscheidet auf diesen Meetings? Gewählte Volksvertreter?

Und selbst bei diesen Meetings gibt es völlig unterschiedliche Vorstellungen. Das WHO Komittee will ein Register schaffen so Nature gestern. Eine zweite Kommission von US National Academy of Science und British Royal Society wohl eher nicht, genaues weiss man nicht. Globaler Diskurs hinter verschlossenen Türen.

CO2-Ausstoß

nach Land – welche Regierung ist verantwortlich?

nach Einwohner – welche Menschen sind verantwortlich?

Quelle
Territorial emissions

Original
CDIAC: Boden, TA, Marland, G and Andres, RJ 2017. Global, Regional, and National Fossil-Fuel CO2 Emissions, Carbon Dioxide Information Analysis Center, Oak Ridge National Laboratory, U.S. Department of Energy, Oak Ridge, Tenn., USA. DOI: 10.3334/CDIAC/00001_V2017.
UNFCCC, 2017. National Inventory Submissions 2017. United Nations Framework Convention on Climate Change.
BP, 2017. Statistical Review of World Energy.

# R
co2pp <- read.csv("/Users/xxx/Desktop/export_20191116_1913.csv",sep = ";", quote = "\"'",)
visited <- colnames(co2)[-1]
register_google(key="???")
ll.visited <- geocode(visited)
ll.visited[, "country"] <- c("Afghanistan","Albania","Algeria","Andorra","Angola","Anguilla","Antigua.and.Barbuda","Argentina","Armenia","Aruba","Australia","Austria","Azerbaijan","Bahamas","Bahrain","Bangladesh","Barbados","Belarus","Belgium","Belize","Benin","Bermuda","Bhutan","Bolivia","Bonaire..Saint.Eustatius.and.Saba","Bosnia.and.Herzegovina","Botswana","Brazil","British.Virgin.Islands","Brunei.Darussalam","Bulgaria","Burkina.Faso","Burundi","Cambodia","Cameroon","Canada","Cape.Verde","Cayman.Islands","Central.African.Republic","Chad","Chile","China","Colombia","Comoros","Congo","Cook.Islands","Costa.Rica","Côte.d.Ivoire","Croatia","Cuba","Curaçao","Cyprus","Czech.Republic","Democratic.Republic.of.the.Congo","Denmark","Djibouti","Dominica","Dominican.Republic","Ecuador","Egypt","El.Salvador","Equatorial.Guinea","Eritrea","Estonia","Ethiopia","Faeroe.Islands","Falkland.Islands..Malvinas.","Fiji","Finland","France","French.Guiana","French.Polynesia","Gabon","Gambia","Georgia","Germany","Ghana","Gibraltar","Greece","Greenland","Grenada","Guadeloupe","Guatemala","Guinea","Guinea.Bissau","Guyana","Haiti","Honduras","Hong.Kong","Hungary","Iceland","India","Indonesia","Iran","Iraq","Ireland","Israel","Italy","Jamaica","Japan","Jordan","Kazakhstan","Kenya","Kiribati","Kuwait","Kyrgyzstan","Laos","Latvia","Lebanon","Lesotho","Liberia","Libya","Liechtenstein","Lithuania","Luxembourg","Macao","Macedonia..Republic.of.","Madagascar","Malawi","Malaysia","Maldives","Mali","Malta","Marshall.Islands","Martinique","Mauritania","Mauritius","Mexico","Micronesia..Federated.States.of.","Moldova","Mongolia","Montenegro","Montserrat","Morocco","Mozambique","Myanmar","Namibia","Nauru","Nepal","Netherlands","New.Caledonia","New.Zealand","Nicaragua","Niger","Nigeria","Niue","North.Korea","Norway",NA,"Oman","Pakistan","Palau","Panama","Papua.New.Guinea","Paraguay","Peru","Philippines","Poland","Portugal","Qatar","Republic.of.South.Sudan","Réunion","Romania","Russian.Federation","Rwanda","Saint.Helena","Saint.Kitts.and.Nevis","Saint.Lucia","Saint.Pierre.and.Miquelon","Saint.Vincent.and.the.Grenadines","Samoa","Sao.Tome.and.Principe","Saudi.Arabia","Senegal","Serbia","Seychelles","Sierra.Leone","Singapore","Slovakia","Slovenia","Solomon.Islands","Somalia","South.Africa","South.Korea","Spain","Sri.Lanka","Sudan","Suriname","Swaziland","Sweden","Switzerland","Syria","Taiwan","Tajikistan","Tanzania","Thailand","Timor.Leste","Togo","Tonga","Trinidad.and.Tobago","Tunisia","Turkey","Turkmenistan","Turks.and.Caicos.Islands","Tuvalu","Uganda","Ukraine","United.Arab.Emirates","United.Kingdom","United.States.of.America","Uruguay","Uzbekistan","Vanuatu","Venezuela","Vietnam","Wallis.and.Futuna.Islands","Western.Sahara","Yemen","Zambia","Zimbabwe")
ll.visited <- as.data.frame(ll.visited)
cnd <- ll.visited$country %in% colnames(co2)
for(i in 1960:2017){
  ll.visited[cnd,"CO2"] <- as.vector(t(co2pp[i-1959,ll.visited$country[cnd]]))
  p <- ggplot() +
    geom_polygon(data = map_data("world"), aes(x=long, y=lat, group=group), fill="grey", alpha=0.2) +
    theme_void() + 
    xlim(-160,190) +
    ylim(-60,90) +
    geom_point( data=ll.visited, aes(x=lon, y=lat, size=CO2, fill=CO2), alpha=.8, pch=21) +
    scale_fill_continuous(low="blue4", high="red", breaks=seq(0,10000,2500), limits=c(0,10000) ) +
    scale_size(range = c(.1,35), breaks=seq(0,10000,2500), limits=c(0,10000) ) +
    annotate("text", label=i, x=170, y=85, size=8.5) +
    scale_size(range = c(.1,14)) +
    guides( size = FALSE, fill = guide_colourbar(order = 1, title=expression('t CO'[2]*' per pers '), ) )
  fn <- paste("/Users/xxx/Desktop/tmp/",str_pad(i-1959, 3, pad = "0"),".png",sep="")
  ggsave(p, file=fn, width = 9, height = 4.5)
}
# ffmpeg -framerate 5 -i /Users/xxx/Desktop/tmp/%3d.png -r 5 -pix_fmt yuv420p -y /Users/wjst/Desktop/X/CO2.mp4

Anmerkung

  • Ich weiss nicht, worauf die Differenz zu anderen Angaben beruht.
  • Der Plot CO2 pro Kopf hat “capped outliers”, alles was über der Skala lag, wurde auf die obere Grenze gelegt. Dennoch imponieren hier weiterhin Länder wie Curaçao mit einer starken Öl-Ökonomie (Shell…), ebenso auch Katar.
  • Eine fixe Skala über die Zeit (die Zeile mit scale_fill_continuous…) hat Vor- und Nachteile. Vorteil – man sieht besser die Entwicklung der Gesamtemission. Nachteil – die relative Entwicklung zu anderen Ländern geht etwas verloren.

Wo bleibt die Lex Wissenschaft? Mizaru, Kikazaru, Iwazaru?

Irgendwie gibt es wenig Kommentare zu dem EuGH Urteil, daß alle Arbeitgeber in der Europäische Union die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer komplett erfassen müssen.

Der Hochschulverband schrieb bisher (auszugsweise)

Universitätsprofessoren unterliegen […] nicht den Regeln festgesetzter Arbeitszeit. Insbesondere das Recht, im Rahmen der selbständigen Aufgabenwahrnehmung (bspw. der Forschung) auch den Ort der Erfüllung der Dienstaufgaben selbst bestimmen zu können, ist eine wesentliche Voraussetzung für wissenschaftliche Arbeit. Dies bedeutet, dass Professoren grundsätzlich nur insoweit in ihrer Hochschule ihren Dienst versehen müssen, als eine Präsenz vor Ort durch die jeweils zu erledigenden konkret-funktionalen Dienstaufgaben faktisch vorausgesetzt ist.

Und dann hat wohl im Mai der HRK Präsident eine Lex Wissenschaft gefordert. Zitat

Was aber bedeutet das EuGH-Urteil für die Wissenschaft? Zieht an Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Stechuhr ein? […] Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) spricht dagegen von einer “grotesken Regelung” und einem “Rückfall in eine Arbeitsorganisation früherer Zeiten”. Das Urteil verkennt die Flexibilität von Arbeitsorten und Arbeitszeiten, die heute Realität sei. “Es ist nicht zeitgemäß, erst recht nicht für die Wissenschaft.” Als Präsident der Freien Universität Berlin habe er sich immer gegen Zeiterfassungs-Modelle ausgesprochen, “aus guten Gründen”, wie Alt sagt: “In der Verwaltung mag das noch angehen, aber als Wissenschaftler im Labor haben Sie doch keinen Nine-to-Five-Job. Da sind sie auch mal abends da, zwischendurch arbeiten Sie woanders, zu Hause, in Bibliotheken, auf Konferenzen.”

Was ist da nun eigentlich der Stand?
Wird das EuGH Arbeitszeiturteil nun genauso gehandhabt wie das DSGVO Fotoverbot? Oder das A1 Dienstreiseformular? Mizaru, kikazaru, iwazaru?

He who has ears to hear, let him hear

Another paper with more than 10,000 authors: Ripple et al.

Scientists have a moral obligation to clearly warn humanity of any catastrophic threat and to “tell it like it is.” On the basis of this obligation and the graphical indicators presented below, we declare, with more than 11,000 scientist signatories from around the world, clearly and unequivocally that planet Earth is facing a climate emergency.

The first Bioessays Paper was in 2017.

How design choices shape research results

A new study examines the question how design choices shape research results: Justin F. Landy et al. Crowdsourcing hypothesis tests: Making transparent how design choices shape research results. Psychological Bulletin (in press)

The institutional background of most research is a research group that shares a hypothesis. The group hypothesis usually determines the methods. Methods and study design determine results. Due to this relationship there is a high risk even in replication studies that they just replicate systematic errors. It is therefore not unexpected that many scientific hypotheses only die with their proponents. To what extent are research results influenced by subjective decisions?

Fifteen research teams independently designed studies to answer five original research questions related to moral judgments, negotiations, and implicit cognition. Participants from two separate large samples (total N > 15,000) were then randomly assigned to complete one version of each study. Effect sizes varied dramatically across different sets of materials designed to test the same hypothesis: materials from different teams rendered statistically significant effects in opposite directions for four out of five hypotheses, with the narrowest range in estimates being d = -0.37 to +0.26. Meta-analysis and a Bayesian perspective on the results revealed overall support for two hypotheses, and a lack of support for three hypotheses. Overall, practically none of the variability in effect sizes was attributable to the skill of the research team in designing materials, while considerable variability was attributable to the hypothesis being tested.

So it is all about the hypothesis … something that we already know from the early Genome Analysis Workshops where the same dataset had been distributed to different groups.

EVALI

There is a good summary of the story at The Verge while medical journals seem to be slow with updates ( there will be a Twitter session today at 4 p.m. ET using the hashtag #ATSChat )

In the United States, regulatory and public health agencies are looking into these three different public health-related problems: exploding e-cigarettes, seizures and lung injuries.

Lung injury  is the biggest problem

During a press call on October 25th, Schuchat [principal deputy director of the CDC] said that they were now calling the injury EVALI, an acronym for “e-cigarette, or vaping, product use associated lung injury.” It’s still not particularly catchy, but slightly better than the longer version.

As of October 22, 2019 1,604 cases have been reported according to the CDC. I wonder whether 1,2-propandiole and glycerole are responsible for the effect? Heating may lead to formaldehyde and acrolein (an unsaturated aldehyde). But why is the combination with THC so deleterious? Further chemical reactions?

Auf dem Weg zu einer Kultur der Nachhaltigkeit

Endlich – nach so viel Querschlägern von evangelischen Theologen, nun endlich ein qualifizierter ökumenischer Beitrag: Auf dem Weg zu einer Kultur der Nachhaltigkeit. Als beispielgebener Ausschnit hier Markus Vogt

Trotz fundierter weltweiter Forschung zu Klimawandel, ökologischer Degra- dation, Armut und Migration gelingt der Weltgesellschaft bisher kein Um- steuern. Auch die weitreichenden Beschlüsse zu einem globalen Gesellschafts- vertrag für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen im Septem- ber 2015 als normative Leitlinie der Weltinnenpolitik bis 2030 beschlossen haben (Sustainable Development Goals), ändern daran wenig. Wider besseres Wissen verharren wir auf den bisherigen Pfaden von Ressourcenübernut- zung, exzessivem Konsum und globaler Ungerechtigkeit. Wir leben in der „Externalisierungsgesellschaft“ (Lessenich) auf Kosten der Zukunft, der Natur sowie zahlloser Menschen im Globalen Süden. In dieser Situation stellt sich die Frage, aus welchen Quellen die Kraft zu gesellschaftlicher Transformation kommen kann. Auch die Kirchen stehen hier in neuer Weise im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit

Die Kirchen sind dabei selbst oft mehr Lernende und Vermittelnde als Wissende. Deshalb sind ökumenische und interreligiöse sowie natur- und sozialwissenschaftliche Dialoge auf der Suche nach den „Minima Moralia“ einer ganzheitlichen Ökologie unverzichtbar.

Tolle, lege! Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.

Alarmismus und Glaubwürdigkeitsverlust (6000 Tote XXXIII)

Hans von Storch bezweifelt den Wert einer zu alarmistischen Position der Wissenschaft

Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und simplifizierten Äußerungen – ähnlich Interessenverbänden – versuchten, eine Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden. Wer etwa Kohlekraftwerke als Todesfabriken bezeichne, riskiere beim Klimawandel einen ähnlichen Glaubwürdigkeitsverlust, wie dieser beim sogenannten Waldsterben nach 1990 stattgefunden habe. Overselling führe zu unmöglichen Zielvorgaben in der Politik, verringere die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und riskiere Glaubwürdigkeitsverluste der Wissenschaftler aufgrund von übertriebenen oder nicht zutreffenden Voraussagen…

Die schwierige Frage in der CO2 Klimadiskussion – aber auch vielen anderen wissenschaftlichen Kontroversen – was tun, wenn die Ergebnisse irgendwann eindeutig sind, aber der Rest der Welt es nicht wahr haben will? Ist es dann Alarmismus – eine unnötige oder übertriebene Warnung vor Problemen? Semmwelweis wusste, dass Tausende von Frauen wegen mangelnder Hygiene gestorben sind, es blieb ihm keine andere Wahl, als Alarm zu schlagen.

Addendum 3.1.2020

bpb zu Journalisten im Klimakrieg

Auf dem Rücken der Wissenschaft wird ein regelrechter Kulturkampf ausgetragen, dem Fakten zum Opfer fallen. Je nach politischer Haltung werden entweder die erheblichen Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung oder die großen Risiken des Klimawandels außer Acht gelassen. Beides geht fehl: Bei der Klimatologie handelt es sich um “postnormale Wissenschaft”, hohe Risiken gehen unweigerlich einher mit großen Unsicherheiten.

How to write the abstract of a review

There is some kind of standard for writing reviews from introduction (although nobody cares for it), a discussion (exhaustive list of details to make everybody happy) to the usual conclusion that further research is required. When writing now something for Bioessays, I found a completely different recommendation that I believe is a good approach.

An abstract must immediately communicate what is new, not give a general statement along the lines of “in this paper we review field X”. Reviewers will generally be experts in the area, and will be interested in new insights. Bear in mind the following:
Concepts placed at the beginning and end of the abstract will be more memorable than concepts placed in the middle. So, place your most interesting and new insight as high up the abstract as possible, and end it with an interesting forward-looking or speculative observation.
Material in the middle of the abstract will be less memorable. So, do not place novel and important things in the middle of the abstract; instead, use it for contextualising background.

The principles stem from the application of the ‘serial position effect’, noted by researchers who studied how well people remember concepts placed at the beginning , middle and end of a text, see Deese and Kaufman (1957)  and Murdock, B.B., Jr. (1962).

Ökodiktatur

Eine Diktatur wird durch eine einzelne regierende Person oder eine Gruppe mit  politischer Macht ausgeübt und nicht durch Sachzwänge.  Die angeblich “normative Kraft des Faktischen” ist nur selten eine tatsächlich Beschränkung der Handlungsoptionen.

Der Begriff der Ökodiktatur ist rechtspopulistisch (Meyer/Cicero, Frisch/Zeitzeichen, …) und das Beste, was man dazu sagen kann, steht in einem Essay von , dem stellvertretenden Chefredakteur der Zeit “Von der Angst diktiert

Was die politische Klasse gelernt hat, das ist die große Lektion des 20. Jahrhunderts, nämlich, wie man sich der Zerstörung der Demokratie durch ihre geistigen Feinde erwehren kann. Was sie und was wir alle dagegen nicht gelernt haben: wie man die Zerstörung der Demokratie durch das Verschwinden der tatsächlich vorhandenen Wahlmöglichkeiten verhindert. Das wäre dann die zweite unabdingbare Lektion, die des 21. Jahrhunderts. Statt von “Ökodiktatur” zu faseln, sollte man sich lieber Gedanken darüber machen, wie eine Ökodemokratie aussehen könnte.

Die beste Antwort auf Ökodiktatur? Gegeben von Ingolfur Blühdorn (Wien)

Es ist unbedingt erforderlich, in manchen Bereichen verbindliche Grenzen für Freiheits- und Selbstbestimmungsansprüche zu formulieren, und das hat überhaupt nichts mit Diktatur zu tun. Vielmehr ist es die ureigenste Aufgabe jeder Politik, zu regulieren. Jede Freiheit muss Grenzen haben, damit sie nicht ihrerseits umschlägt in die totale Herrschaft sehr weniger “völlig Befreiter”. Da sind sich alle Theoretiker und Philosophen bis zurück zu Platon immer einig gewesen.
Bewegungen, die für mehr Freiheit gestritten haben, hatten auch nie eine völlige Entgrenzung und Zügellosigkeit zum Ziel. Sie sind zum Beispiel immer davon ausgegangen, dass die Freiheit des einen da aufhört, wo sie die des anderen blockiert. Und sie sind vor allem immer davon ausgegangen, dass es eine soziale und ökologische Vernunft gibt, auf deren Grundlage moderne Gesellschaften sich demokratisch über die Beschränkung der Freiheit einigen können.

A sentiment analysis of the most recent @realDonaldTrump tweets

There had been a repeated assessments of psychiatrists during the presidentship of Donald Trump (“The Dangerous Case of Donald Trump: 37 Psychiatrists and Mental Health Experts Assess a President – Updated and Expanded with New Essays“).

I am now analyzing here the 3.200 most recent tweets using a computational pipeline created already some years ago using the following packages

# -- based on https://www.r-bloggers.com/analyzing-the-us-election-using-twitter-and-meta-data-in-r and http://juliasilge.com/blog/Joy-to-the-World/
list.of.packages &lt;- c("twitteR","ggplot2","httr","rjson","tm","gridExtra","lubridate","wordcloud","devtools","syuzhet","SnowballC","scales","reshape2","dplyr","stringr")
lapply(list.of.packages, require, character.only = TRUE)

The choice of words isn’t unexpected – just what is already known – with “great”, “president”, “will” and “trump” being the most frequently used words.

wordcloud

All tweets can be classified by sentiment scores of the words used. If we look at the total counts, three categories are being used excessively: “positive”, “negative” and “trust”.

sentiment scores

Trust seems to be used not so much in the context of personal relationship but in the context of economics  of “deal”. As it has been speculated that he suffers of cyclothymia ( 0.4% to 1% of the U.S. population has cyclothymia) we can look also the time course of sentiments.

time series on a daily basis
time series using 3 day intervals
time series weekly basis

Variation (dispersion) is high, in particular on a daily basis, while in the absence of any normal values it is difficult to make any definite conclusions. Positive and negative emotions are not always in parallel, there are “converging situations” nearly every month where negative emotions go up and positive emotions go down indicating a more profound mood swing.

The correlation plot shows the expected decline of negative scores with increasing positive scores. Many values are outside of the 95% confidence bounds, making  the sentiment score (and even the personality) largely unpredictable.

correlation plot

An extended analysis including more reference accounts would be necessary for further conclusion. Nevertheless, there is evidence of  mental instability as noticed already by various expert testimonials.

There is first the emergency situation his mental instability poses as a result of the power that he holds and the weapons he has at his disposal…There is first the emergency situation his mental instability poses as a result of the power that he holds and the weapons he has at his disposal. But there are also the effects on public health through his fomenting of violence. Hate crimes have seen unprecedented spikes, bullying is widespread, and white supremacist killings have doubled. There are also statistics on the rise of stress levels that are nationally worse than during World War II, the Vietnam War, the Cuban Missile Crisis, and September 11 terrorist attacks. He is also destabilizing the global scene by alienating allies, emboldening dictators, reigniting nuclear proliferation, and launching a trade war in ways that are predictable from his mental impairments. These are not just matters of policy but arise out of a troubled relationship with reality, a propensity to attack if questioned or even slightly criticized, and dangerous behavioral patterns that need to be spoken about.

There is not so much to add to man who believes in his “great and unmatched wisdom”. Frank Zappa once said “Politics is the entertainment branch of industry”.

Peinlich, nicht?

SPON hat einen Bericht über den Exzellenzwettbewerb der deutschen Universitäten

Ähnliche Kritik wird mutmaßlich demnächst auch in Köln zu hören sein. Die dortige Uni hatte den Elitetitel 2012 errungen, konnte ihn jetzt aber nicht mehr verteidigen. Totenstill war es am Freitagnachmittag, als beim Public Viewing das Ergebnis der Entscheidungsrunde aus Bonn übertragen wurde. Rektor Axel Freimuth war sichtlich deprimiert als er all denen dankte, die zum Teil über Jahre mit enormem Engagement an den Anträgen gearbeitet hatten: “Umso bedauerlicher ist es, dass wir dafür nicht belohnt wurden.”
Ein paar Kilometer rheinaufwärts blickten die Bonner Univertreter dagegen schon im Vorfeld ziemlich angstfrei auf die anstehende Siegerehrung. Bonn ging mit sechs erfolgreichen Clusteranträgen ins Rennen – und räumte den Elitetitel souverän ab. Entsprechend groß war der Jubel bei der Videoübertragung.

Mit tut es leid um die verschwendete Zeit in dem künstlichen “Binswanger” Wettbewerb und die sinnfreien Bürokratie zur Verwaltung des absurden Theaters die Unsummen an Steuergeldern verschlingt.

Und ist die Siegerpose der dickbäuchiger Bonner Männer wenn sie die Arme hochrecken oder die Beckerfaust der ältlichen Dame nicht doch etwas peinlich? Es geht ja nicht um Fortschritt der Wissenschaft sondern nur um das Ego einiger weniger, die tatsächlich glauben, dass mehr Forschungsgelder glücklicher macht.

Denn auch, wenn die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Wissenschaftsrat (WR) und sogar Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fortwährend predigen, dass allein wissenschaftliche Kriterien über den Erfolg entscheiden – so ganz stimmte das in der Vergangenheit meistens nicht.

Exzellenz ist zudem etwas anderes – noblesse oblige – nämlich das Konzept, dass adlig sein über bloße Ansprüche hinausgeht. SPON weiter

Rund 45 Cluster sollten ursprünglich prämiert werden, ausgewählt nach wissenschaftlicher Begutachtung zentimeterdicker Förderanträge. Doch Karliczeks Liste zählte überraschenderweise 57 Projekte. Mehr Geld gab es allerdings nicht – was dazu führte, dass viele siegreiche Cluster mit finanziellen Einbußen zurechtkommen müssen. Die Ministerin selbst soll sich für die Ausweitung des Programms stark gemacht haben, um vor allem den CDU-geführten Bundesländern weitere Vorzeigeprojekte zu bescheren. So berichteten es verschiedene Medien im Nachgang.