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Wunderwaffe?

“Silver bullet” ist eigentlich übersetzt Wunderwaffe oder Königsweg. Ob die Corona-Epidemie zum Wegbereiter einer Klimawende wird? Mehre Twitter Beiträge heute verlinken auf einen medium Artikel von Brad Zarnett ” Das Problem ist nicht Plastik, nicht die Abholzung, nicht das Auslöschen einer Spezies oder der  Biodiversität, es ist die Art und Weise wie wir unser Zusammenleben gestalten, wie wir Geschäfte machen und wie wir den Fortschritt messen”

Something changed recently when I saw a map comparing the air over China before and after the country went into lockdown in an attempt to contain the COVID-19 Coronavirus. Slowly over the course of a week, I began to see the issue of climate change in a whole new light. … The path towards a stable climate will need to run through some kind of economic collapse. It will have nothing to do with a more sustainable business model or more progressive government action — both of those approaches have failed. Let’s face it — people just don’t feel the urgency to change how they live their lives and government is too weak and/or corrupt to lead the way.

Task Force Epidemiologie COVID-19

Wir brauchen eine professionelle Priorisierung, Koordinierung und Kommunikation der Forschung zu Nicht-Pharmakologischen Interventionen (NPI).  Ich unterstütze daher den Aufruf des QUEST Center (Quality, Ethics, Open Science, Translation), Berlin Institute of Health (BIH).

In der laufenden Pandemiesituation fehlen uns nach den weitreichenden und sicher notwendigen Beschränkungen bevölkerungsbezogene Daten, die gebraucht werden, um die laufenden Massnahmen zu evaluieren und zu steuern. Die bisher einzigen populationsbasierten Daten in Deutschland finden sich in den Influenza Wochenberichten des RKI bei den in der 12. KW in 3 von 193 untersuchten Sentinelproben (1,6 %) SARS-CoV-2 identifiziert wurde.

Mein Vorschlag ist eine Ärzte Surveillance Studie, die Vorschläge von Lipsitch aufgreift und auf dem  Konzept von Cowling aufsetzt. Eine Ärztestudie wurde heute auch in England am NHS gestartet. Während die britische Studie aber mehr arbeitsmedizinisch orientiert ist, geht die Planung hier zu einer randomisierten, nach Alter, Region und Geschlecht geschichteter Stichprobe von Ärzten/Ärztinnen in eigener Praxis. Eine solche Basiserhebung wird im übrigen auch von Cochrane/EBM und anderen Epidemiologen gefordert [1, 2, 3] und ist ansonsten nur von Island bekannt.

Ärzten/Ärztinnen kommt in der Pandemie-Situation eine besondere Bedeutung zu; sie eignen aber auch selbst als Untersuchungsgegenstand, da es unter den aktuellen Bedingungen große logistische Probleme für eine klassische epidemiologische Studie gibt, Nach dem Prinzip der bekannten Physicians’ Health oder British Doctor Studies können in wenigen Tagen verlässliche Basiszahlen generiert werden können, ohne dass hier zusätzlich die Infektion durch Untersuchungsteams verbreitet wird.

Die Landesärztekammer müsste dafür eine Zufallsstichprobe von ca 3.000 Ärzten/Ärztinnen ziehen und sie in einem Anschreiben bitten, dass sie kurzfristig bei sich selbst und in ihrem Haushalt lebenden Personen Abstriche nehmen bzw die Serologie bestimmen.

Ergänzt werden kann die Ziehung aus den Ärztehaushalten durch weitere zufällig gezogene Probanden aus ihrer Patientenkartei. Alle Ergebnis werden in eine online Datenbank eingetragen. Die Bereitschaft von Ärzten/Ärztinnen für ein solches Projekt dürfte hoch ein, zumal alle Teilnehmer den Vorteil haben, ihren Teststatus zu erfahren. Für die epidemiologische Forschung werden die Daten anonymisiert. Bei positivem Testausfall werden die Teilnehmer/innen gebeten, ihr Ergebnis selbst an das Gesundheitsamt zu melden. Ein solches Survey kann in beliebigen Zeitintervallen wiederholt werden, um die zunehmende Durchseuchung beziehungsweise aufkommende Immunität zu messen. Zu klären bleiben juristische und ethische Fragen, Datenschutz sowie Finanzierung des Projektes.

Hochstapler

Im Zug einer Recherche zu Wolfgang Wodarg habe ich über einen Welt Artikel einen interessanten Wikipedia Eintrag zu Gerd Postel gefunden:

Dennoch bewarb sich der 24-jährige Postel schon kurz darauf im September 1982 als Dr. med. Dr. phil. Clemens Bartholdy um eine ausgeschriebene Stelle als stellvertretender Amtsarzt in Flensburg.

Unechte Urkunden bestätigten scheinbar seine Angaben zu Prüfungsergebnissen und Berufsweg, Andere Unterlagen fehlten zwar, da Postel aber zuvor Kontakt zu Amtsleiter Wolfgang Wodarg aufgebaut hatte und man sich sympathisch war, wurde er eingestellt.Unter Postel sank die Quote der psychiatrischen Unterbringungen auf Antrag hin von über 95 % auf lediglich 10 %.

Auch seine Leistungen während der Probezeit in der Zschadraßer Psychiatrie wurden vom damaligen Krankenhausleiter Horst Krömker als „überdurchschnittlich“ beurteilt. Postel meinte hierzu „Wer die Dialektik beherrscht und die psychiatrische Sprache, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn dann in das Gewand des Akademischen stecken“.

Super Spreading Events

Bisher stand ja vor allem das Konzept des/der Super Spreaders im Vordergrund.

Ich denke  aber mittlerweise , dass Super Spreader Events relevanter sind für die Ausbreitung einer Epidemie als eine einzelne Person.

  • Ischgl Apres Ski Bar Kitzloch
  • Champions League Spiel Atalanta Bergamo
  • Gangelt (Heinsberg) Faschingssitzung
  • Kirchenkonzert Kupferzell
  • Club Trompete Berlin
  • Mulhouse Pfingstgemeindetreffen
  • Starbierfest Mitterteich
  • Restaurant der Princess Diamond
  • Ärztebesprechung Wuchang, China
  • Shincheonji Kirche, Südkorea

Inkubationszeit des Coronavirus

Mit Inkubationszeit wird üblicherweise der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Krankheitserreger bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen bezeichnet.

Nur Kontakt löst keine Inkubation aus. Erst wenn sich der Erreger vermehrt, startet die Inkubationszeit (incubare, lat. brüten). Die Inkubationszeit hängt primär von vier Faktoren ab – erstens Konstitution bzw primäre Immunabwehr des Infizierten, zweitens Eintrittstelle, drittens Zahl der initialen Viruspartikel und viertens die Pathogenität, Virulenz oder Infektiosität des Virus. Wikipedia hat unterschiedliche Beispiele

Das Poliovirus vermehrt sich in den lymphatischen Geweben des Verdauungstrakts. Nach einer bis zwei Wochen kann es dann zu unspezifischen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen kommen… etwa eine halbe Woche später kann dann das volle Krankheitsbild der Kinderlähmung folgen.
Bei der Tollwut hängt die Dauer der Inkubationszeit von der Lokalisation des Bisses ab, mit dem das Virus übertragen wurde. Je länger sein Weg entlang der peripheren Nerven ins Gehirn, desto länger die Inkubationszeit.

Die Inkubationszeit bei 2019-nCOV beträgt 3 bis 14 Tage, deshalb werden Verdachtsfälle auch zwei Wochen isoliert. Die 14 Tage sind allerdings nicht sicher.

Die Inkubationszeit beim neuen Coronavirus könnte Analysen zufolge in seltenen Fällen sogar bis zu 24 Tage betragen und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Tage und damit weniger als die bisher angenommenen gut fünf Tage, ergab eine Auswertung des Experten Zhong Nanshan nach Angaben der China Daily. Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht. … Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesichert die neuen Erkenntnisse seien, kommentiert der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité die Analyse in China. „Eine häufige Fehlerquelle bei scheinbar sehr langen Inkubationszeiten ist eine unbemerkte zwischenzeitliche Exposition.“ Nur unter sehr kontrollierten Bedingungen lasse sich ausschließen, dass Betroffene dem Erreger mehrfach hintereinander ausgesetzt waren.

Die sehr unterschiedliche Zeitangaben zur Inkubationszeit hängt von der Variation dieser vier Faktoren ab. Wenn wir davon ausgehen, dass die aktuelle Virusvariante dieselbe Virulenz hat wie in Wuhan, dann bestimmen wohl die ACE2 Oberflächenstrukturen auf unseren Zellen Infektiosität und initiale Vermehrung.

Quelle https://medium.com/@edwardnirenberg/sars-cov-2-and-the-lessons-we-have-to-learn-from-it-e2017fd5d3c 9/3/2020

Wer allerdings nur nach Krankheitsbeginn Quarantäne verordnet, kommt zu spät, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhinden.

Bei Reisenden aus Coronavirus-Endemie-Gebieten reicht ein symptom- und kontaktbasiertes Screening alleine offenbar nicht aus, um eine Infektion auszuschließen. Das zeigen die Erfahrungen der Passagiere, die am 1. Februar aus Wuhan nach Deutschland evakuiert wurden. Zwei der Patienten hätten ohne Rachenabstrich und ohne Quarantäne in Deutschland möglicherweise weitere Personen angesteckt.

Leider sieht das Robert Koch Institut bisher keine flächendeckende, wiederholte Tests ausserhalb von Arztpraxen vor, während Baden Württenberg aber bereits Drive In Tests eingeführt hat. Das RKI (Stand 9.3.2020) bleibt dazu vage

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als mäßig eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und ist in „besonders betroffenen Gebieten“ höher. … Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. … Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern. Sie sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der Reisetätigkeit ergänzt werden.

Infektionen möglichst früh erkennen, ohne dass ein flächendeckender PCR Nachweis angeboten wird? Es ist zu befürchten, dass eine  Pandemie so nicht eingedämmt werden kann. In Korea scheinen Tests ein wichtiger Faktor zur Steuerung gewesen zu sein.

Quelle https://twitter.com/JohannaMaska/status/1237186360265469952 vom 10/3/20

Das Ziel aller Massnahmen ist es, die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich zu halten und Zeit zu gewinnen, um Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen aufzubauen, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen und die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen zu ermöglichen.

Das RKI erklärt 3 Klassen von Kontaktpersonen, aber auch hier ist immer nur von Erkrankten, aber nicht infizierten Personen in der Inkubationsphase die Rede. Bleibt die Frage, wie ansteckend Personen in der Inkubationszeit sind. Leider gibt es darauf bisher keine  Antwort, sondern nur Abschätzungen.

Die Basisreproduktionszahl R0* liegt bei 2.25, dh 1 Infizierter steckt 2.25 Personen an (eine noch nicht überprüfte Arbeit sagt allerdings 4.7). Zur Eindämmung muss R0 aber unter 1 gesenkt werden. Simulationen zeigen, dass in den meisten Szenarien “contact tracing and case isolation” innerhalb 3 Monaten COVID-19 stoppen kann; offensichtlich gelingt das gerade in China.

In Deutschland war “contact tracing” bei den Webasto Fällen noch möglich, mit zunehmenden Erkrankungsfällen unterbleibt die Rückverfolgung aber immer mehr aus logistischen Gründen und macht zudem die Risikoabschätzung über Herkunft aus Endemiegebiet immer weniger sinnvoll, wenn die Erkrankung schon vor Ort endemisch auftritt.

New England Journal of Medicine Retractions

Retraction Watch says on Jan 30, 2020 that

Until yesterday the New England Journal of Medicine had retracted only 24 papers. Now that tally is 25.

While the retracted paper has been cited 190 times, here are inaccuracies in a NEJM paper that has been cited 1961 times. Full details are at PubPeer.

FIG 2C
FIG 1A

Is it justified to speak of a “protective” effect just by a  negative association?

In addition to the problems with the math, I don’t get the point – farming should be leading to a generally reduced capacity for numerous pleiotropic cytokines?

There are even reports that LPS induces TH2 dependent senstization – exactly the opposite of what this paper wants us to believe with soem cryptic smoother run over a heterogenous population.

Why I like libraries

In full support of “21st century science overload” while I wrote my thesis even before the digital revolution

I did my PhD on the cusp of the digital revolution. While I could find many new papers online, most of the older work was still in hardcopy format. I spent a lot of time at the library, photocopying, but I also used that time to browse. I’d look at other papers in the journals I was photocopying, and browse books on the shelves near where I found these journals. I’d often fortuitously stumble across something relevant that I wouldn’t have found otherwise. Browsing allowed me to think laterally, to compare my research and results with work that perhaps overlapped on only one particular aspect. These comparisons sometimes shed light on my project, which might not have happened had I not found a particular article or book.

What does shared genetics mean?

On Feb 7,2020 I had the chance to hear a talk of Luke Jostins-Dean about Irritable Bowel Syndrome (IBS) and Inflammatory Bowel Disease (IBD). While IBS had a substantial overlap of polygeneic risk scores with psychological features, IBD did not. Sounds logical but does this prove anything?

Two new medRxiv preprints [Wendt and Marees ] throroughly examine also possible genetic correlates. Although I am quite sceptical that SES correlates should be tested at all (and also think that GWAS are not hypothesis free) here is the Marees explanation of the three possibilities we do have: PRS, MTAG, mtCOJO.

First, polygenic risk scoring (PRS) is a tempting approach; but PRS using mental health/disease to predict the same or different phenotypes from an independent dataset often explain very little variance in the outcome phenotype. PRS also cannot detect specific biology underlying each phenotype.
Second is multi-trait analysis of GWAS (MTAG), which jointly analyses GWAS summary statistics and adjusts per-SNP effect estimates and association p-values using the strength of the genetic correlation between phenotypes. Genetic correlations between EDU/SES and related phenotypes have, however, demonstrable biases from environmental confounders….
To disentangle the complex genetic overlaps between EDU/SES and mental health, we therefore used multi-trait conditioning and joint analysis (mtCOJO), which generates conditioned GWAS summary statistics for each phenotype of interest after correcting for the per-SNP effects of another phenotype). The mtCOJO approach is not based on genetic correlation; it is based on the causal relationship between trait pairs inferred by Mendelian randomization (MR).

mtCOJO seems the way to go although the usual restrictions apply.

The career is based on 3 things

Forbes/B Y Lee summarized the 3 things: grants, papers, kissing

In many academic settings, particularly in medical schools, your research career will live or die based on three things: how much grant funding you bring in to the institution, how much you publish in scientific journals, and who happens to like and not like you, not necessarily in that order. You don’t necessarily have to do all three to advance. For example, those who can’t really do the first two may focus on doing the third, which is otherwise called kissing up or playing politics. Note that none of these three are necessarily indications of how much you really innovate and contribute to science or society.