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Zum Wohle der Geschichte

uebermedien.de geht heute dem Times Titelbild nach, das die Verstümmelung einer jungen hübschen Frau mit den Taliban und der westlichen Truppen-Stationierung in Verbindung bringt.

Man könnte behaupten, dass „zum Wohle der Geschichte“ die Narrative des barbarischen Taliban-Kämpfers, der seine Ehefrau unterdrückt, eben besser herhielt als ein brutales „Familiendrama“ […], welches keinen politischen Hintergrund besaß und obendrein nicht mit der Stationierung westlicher Truppen in Verbindung gebracht werden konnte.

Was das mit dem Dieselskandal in Deutschland zu tun hat? Nichts.

Oder doch. Auch hier wurden “zum Wohle der Geschichte”  vom Umweltbundesamt, einigen Wissenschaftlern und der Umwelthilfe Tote erfunden.

Es macht Sinn, den motorisierten Individualverkehr aus den Städten zu verbannen, das ist für mich keine Frage, spätestens seit meiner eigenen Studie in München. Die epidemiologischen Studien geben aber keine Evidenz für die aktuellen NO2 Grenzwerte her. Epidemiologie hat sich wieder mal – wie bei Taubes 1995 – bis auf die Knochen blamiert. Ökologische Studien können zur Hypothesengenerierung dienen, aber nicht als Entscheidungsgrundlage; Google Stichwort hier wäre “ecological fallacy“.

Es ist nicht im Wohl der Allgemeinheit und auch nicht zum Wohl der Umwelt, jetzt alle funktionsfähigen Diesel zu entsorgen und mit Elektrofahrzeugen zu ersetzen. Im Gegenteil, es ist eine gigantische Ressourcenverschwendung, die allenfalls dem Wohle der Industrie dient. Siehe auch die neue ARD Doku  “Irrtümer lassen sich nicht dauerhaft durchhalten”.

Doku im Ersten: Das Diesel-Desaster am 7.1.2019

Die Euro-3-, Euro-4- und Euro-5-Norm machen über 70 Prozent der 15 Millionen Fahrzeuge des deutschen Dieselbestands aus. Mit der Verlagerung von Diesel auf Benzin oder Elektro haben wir dann eben morgen eine Ozon, Partikel, VOC oder Lithium Debatte.  Aber in der Zwischenzeit haben die Deutschen dann 10 Millionen neue Autos gekauft, das hat die Toyota gesponserte Umwelthilfe von Herrn Resch perfekt hinbekommen.  Es ist ein cleverer Schachzug wie eine Industrie hierauch noch an den Grenzen des Wachstums weiter Geschäfte zu machen. Reduce, refine, replace – weniger Auto fahren,  Innovation (wie den XL1) oder den Radverkehr ausbauen – das würde die Luft weiter verbessern, wäre ehrlich und nachhaltig. Aber nicht pseudowissenschaftliche NO2 Grenzwerte.

Um auf den Anfang zurückzukommen: Nach dem Abzug der US Truppen wird die Gewalt gegen Frauen bestehen bleiben, wenn es keine politisch motivierte Gewalt ist. Im Gegen teil, es könnte sogar noch schlimmer werden, nachdem die Taliban nun wieder völlig freie Fahrt haben.

“Das Gegenteil von gut ist gut gemeint” (Gottfried Benn).

Einen Tesla kaufen oder doch besser Fahrrad fahren?

Ein neuer Vortrag des geschätzten Harald Lesch

Nicht sicher ob e-visions.com die Originalquelle für die folgende Modellrechnung ist. Danach brauchen Tankstellen aber bald eine Fläche von 10 x 10 km:

Geht man von den unwiderlegbaren Fakten aus, dass zu Zeiten des Berufsverkehrs oder der Ferienreisewelle an einer eher kleineren Autobahntankstelle mit durchschnittlich 12 Zapfsäulen, an einem 24h-Tag, einer durchschnittlichen Tankzeit von 10 min pro Fahrzeug ca. 1700 Diesel-Fahrzeuge betankt werden, wird man ganz leicht feststellen, dass die Elektromobilität ein […] Märchen ist. Öffentliche Standard Ladesäule mit einer Ladeleistung von ca. 10kW-30kW benötigen immerhin 2-4 Stunden um ein normales E-Auto wieder voll aufzuladen. Natürlich kann ein Tesla auch in weniger als 1Std. geladen werden, jedoch fahren nicht nur Teslas auf deutschen Straßen. […] Die Wahrheit ist aber, dass selbst das beste und leistungsfähigste Tesla im Winter mit eingeschalteter Heizung, Heckscheibenheizung, Licht und Scheibenwischer auch nur 150-200 km schafft und somit 4mal öfter an die Ladesäulen belagern muss, wie ein heutiger durchschnittlicher Diesel-PKW der bis zu 1000km mit einer Tankfüllung schafft. Das bedeuten, dass 24mal mehr Ladesäulen benötigt werden um die gleiche Anzahl von Teslas laden zu können als Dieselfahrzeuge. Wenn nun eine kleinere Tankstelle 12 Zapfsäulen zum betanken von Benzin- und Dieselfahrzeugen bereitstellt, werden nun 288 Stück Tesla-Ladesäulen benötigt um zumindest die gleiche Anzahl von Tesla betanken zu können. Geht man aber davon aus, dass ein E-Auto im Winter 4mal öfter an die Ladesäule muss als ein vergleichbarer Diesel-PKW, benötigt eine Tankstelle sogar 288×4 also über 1150 Tesla-Ladesäulen.

Und zur Ökobilanz von E-Fahrzeugen eine Reportage des Deutschlandfunks

Elektroauto ist ähnlich schädlich wie ein Diesel … Der Leiter des Instituts, Dieter Teufel, sagte im Deutschlandfunk Kultur, der Ausbau regenerativer Energien ersetze bis 2030 lediglich den Strom, der durch die Abschaltung der Atomkraftwerke wegfalle. Die Verstromung von Stein- und Braunkohle werde im gleichen Zeitraum ungefähr gleich bleiben. Teufel weiter: „Daraus entsteht bei der Stromerzeugung für die Elektroautos relativ viel CO2. Und wenn man eine Gesamtbilanz macht, Betrieb der Elektroautos und Herstellung der Elektroautos, insbesondere der Batterie, dann ergibt sich, dass ein einzelnes Elektroauto von der Klimawirksamkeit her praktisch ähnlich schädlich ist wie ein Benziner oder Diesel.“