Archiv der Kategorie: Philosophy

“If the workforce is classified as either superstars or failures, cumulative scholarship is lost”

Citation from a book review by Sugimoto where the review is better. than the original

Science does not happen in a vacuum. It is a social and intellectual institution, rooted in historical, economic and political contexts. Underplaying these elements has grave con- sequences. Ultimately, Wang and Barabási deliver a dispatch from an era that assumed that science was a meritocracy – despite ample evidence to the contrary.

Never argue with a fool. Onlookers may not be able to tell the difference.

Never argue with a fool. Onlookers may not be able to tell the difference

(Mark Twain)

Don’t visit stupid people or spend a lot of time talking with them. Avoid them; then they can’t contaminate you, and you can live in peace without being troubled or worn down by their foolishness.

Jesus Sirach 2213

Schöner noch in der Einheitsübersetzung

Mit einem Unvernünftigen mach nicht viele Worte / und geh nicht mit einem Schwein! Hüte dich vor ihm, damit du dich nicht zu ärgern brauchst / und nicht besudelt wirst, wenn es sich schüttelt. Geh ihm aus dem Weg und du wirst Ruhe finden / und keinen Verdruss haben mit seinem Unverstand.

Und dann noch Thomas Vasek mit der ultimativen. Beschreibung

Der radikal Dumme nimmt Fakten nicht zur Kenntnis, er unterliegt seinen Vorurteilen und Ressentiments. Er macht sich die Welt einfach so, wie es ihm gefällt. Der radikal Dumme zeichnet sich nicht bloß dadurch aus, dass er nichts weiß. Vielmehr glaubt er auch noch, dass er schlauer ist als die anderen. Das macht radikale Dummheit so gefährlich.
Ein einzelner radikaler Dummkopf kann eine Nervensäge sein. Radikal dumme Massen sind eine Bedrohung. Der Schriftsteller Robert Musil hat in einem Vortrag im Jahr 1937 von einem »Superioritätsgefühl« gesprochen, das die Dummheit dort verleihe, wo der Mensch „im Schutz der Partei, Nation, Sekte oder Kunstrichtung auftritt und »Wir« statt »Ich« sagen darf.“

Böse Zungen und der Ethikrat

Böse Zungen lästern schon lange über den Ethikrat, er würde nur als PR Büro für den/die jeweilige Vorsitzende dienen.

Der Staatsrechtler Möllers kommentierte die Stellungnahmen des Ethikrates vor kurzem in einem Dlf Interview

Er muss irgendwas sagen, was alle sowieso schon wissen, was sich auch nicht in den rechtlichen Argumenten auflöst und was irgendwie einen Gehalt hat, der aber auch nicht zu umstritten sein darf, weil sonst begibt sich der Ethikrat gleich wieder in einen politischen Konflikt. Da bleiben oft doch nur ein bisschen einerseits Gemeinplätze übrig und andererseits auch mal Aufforderungen zur Solidarität, von denen ich meine, dass sie politisch wahrscheinlich richtig ist – es ist richtig zu sagen, wir müssen noch ein bisschen durchhalten und es geht nicht so schnell – aber die vielleicht dann auch keine richtig ethischen Argumente sind, sondern eher politische Argumente, die den Laden ein bisschen zusammenhalten in einem Moment, in dem sich alles etwas aufzulösen droht… Auch dazu kleben die Ausführungen doch sehr am positiven Recht und verhalten sich gar nicht dazu, dass man das ja auch gestalten kann.

Ähnlicher Tenor auch die NZZ. Schön wäre es gewesen, der Ethikrat hätte nicht nur Allgemeinplätze verlauten lassen. Leider war das alles dann doch konkret (und schlicht falsch aus epidemiologischer Sicht).

 

So die Vorsitzende mit  “Lockdown ist nicht verhältnismässig” kurz vor der zweiten Welle.

 

 

Impfpriorisierung – erst Empfehlung, dann Bauchschmerz, dann Auslaufmodell.

 

 

Von der Ablehnung einer Sonderregelungen für Geimpfte hin zur Begrüßung.

 

 

Den Vogel aber abgeschossen aber hat der stellvertretende Vorsitzende der sagt “Inzidenzen sind uns egal” (35′).

Corona Mortalität IV: Was hat sich an der S3 Leitlinie geändert?

Leider ist fast nichts von meiner früheren Kritik an der S2 Leitlinie in die Änderung eingegangen.

Textunterschiede sind auf https://draftable.com/compare/hYlCJnJHcxXm und Literaturunterschiede auf https://draftable.com/compare/PridZkDctdoA zu sehen. Zitat aus der revidierten Leitlinie

Daten aus Vorteilen bzw Risiken einer invasiven Beatmung versus einer möglichst ausgedehnten NIV- Therapie bei COVID-19 Patienten fehlen bisher. Bisher publizierte kleinere Kohortenstudien wiesen in Bezug auf die berichteten Endpunkte ein hohes Risiko für Bias auf. Außerdem muss die Evidenz als indirekt bewertet werden, weil keine RCTs mit definierter Interventions- und Kontrollgruppe eingeschlossen werden konnten, sondern bei klinischer Verschlechterung von einem hohen Cross-over vom NIV- in den IMV-Arm ausgegangen werden muss. Aus der systematischen Recherche wurden für diese Leitlinie retrospektive Studien aus dem Review von Schünemann et al., sowie den nachfolgenden Updates einbezogen, deren Aussagesicherheit zum Vergleich NIV – Invasive Beatmung sehr schwach ist (74, 75). Zusätzlich haben die Autoren neuere und größere Fallserien berücksichtigt (76-85) die allerdings die Aussagesicherheit der Evidenz nicht ändern, jedoch die Vergrößerung des Erfahrungswissens deutlich machen.

Der Hauptautor der Leitlinie verschweigt seine eigenen, eigentlich katastrophal schlechten Ergebnisse (https://www.australiancriticalcare.com/article/S1036-7314(20)30334-9/fulltext) und unterschlägt zudem kritische Meinungen, etwa von Tobin im ERJ (dort auch noch weitere Studien, die alle keinen Eingang in die Leitlinie gefunden haben).

Es sterben doppelt so viele Patienten an COVID-19 in Hamburg als in München. Wir wissen auch warum (“Erfahrungswissen”) “Absence of evidence is not evidence of absence“. Ist denn dieser Satz so schwierig zu verstehen?

Kaum zu glauben: Die Autoren der Leitlinie haben im letzten Jahr trotz Millionenförderung sowohl eine DIVI Registerstudie als auch ein neues RCT zur NIV abgelehnt und beklagen jetzt ernsthaft, dass es kein RCT gibt.

EbM hat mittlerweile religiös-sektiererische Züge angenommen, ganz offen an dem ebm Netzwerk zu sehen.  Leider hat nun auch die AWMF ein grösseres Problem.

The data may not contain the answer

(stolen from https://twitter.com/sTeamTraen/status/1361067408660783115 )

John Tukey (1915-2000), American mathematician best known for the Fast Fourier Transform (FFT) algorithm and the box plot

Die Abteilung für Marketing der Universität Hamburg

Wer hätte das gedacht …  eine Exzellenzuniversität verteilt die Zeitungsrecherche eines Physikprofessor zur Virusphylogenie auf “Briefvorlage -pm-8-21.pdf” an alle Redaktionen in Deutschland…

Screenshot UHH PM 19.2.2021 https://www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2021/pm8/pm-8-21.pdf

Das ist genauso “wissenschaftlich” wie die Talkshowauftritte von Frau Dr. Priesemann. Physiker:innen scheinen einen Drang zur metaphysischen Welterklärung zu haben, der den von Philosophen und Theologen übersteigt. Soll heissen, dass Herr Dr. Wiesendanger natürlich eine private  Meinung zu einem Thema haben kann  und sie auch jederzeit auf Social Media verbreiten kann. Genauso wie auch meine Kommentare hier auf dem Blog, meine (aktuelle) private Meinung wiedergeben, ein Sammelsurium von Gedanken, Materialien und Code sind, von dem einiges in  spätere Studien eingeflossen ist, aber keinen weiteren Anspruch erhebt.

Wenn ich aber hingegen eine Studie veröffentliche, unter Dienstanschrift, über Monate geschrieben, peer-reviewed, mit belegbare Daten und nachvollziehbarer Methodik, bei möglichen Fehlern auch offiziell korrigier- und zurückziehbar, dann ist das ein Beitrag zur Wissenschaft. Quasi Wissenschaft “ex cathedra” und nicht “locker room talk”. Nicht irrtumslos aber mit Anspruch auf Fehlerfreiheit (in München sind wir auch 150 Jahre nach Ignaz Döllinger immer noch der Meinung, dass selbst der Papst nicht irrtumslos sprechen kann).

Der Text der Hamburger PR Abteilung zeigt, wie man mit erfolgreicher PR den Zuschlag zur Exzellenzuniversität bekommen aber auch gleichzeitig akademische Ideale verraten kann, wenn man nicht mehr eine journalistische Recherche von einer wissenschaftlichen Studie unterscheiden kann.

Sie basiert auf einem interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatz sowie auf einer umfangreichen Recherche unter Nutzung verschiedenster Informationsquellen. Hierzu gehören unter anderem wissenschaftliche Literatur, Artikel in Print- und Online-Medien sowie persönliche Kommunikation mit internationalen Kolleginnen und Kollegen. Sie liefert keine hochwissenschaftlichen Beweise, wohl aber zahlreiche und schwerwiegende Indizien.

Die inhaltliche Diskussion als Ziel? Wer soll denn alles in der Diskussion über Sequenzhomologien, Virusevolution, etc noch mitreden? Der Text von Wiesendanger ist nicht mehr als eine differenzierte  Situationsbeschreibung. Die Situation sollte durchaus zu weiteren Studien führen, wir brauchen mehr Sequenzdaten und Ausbreitungswege um evolutionäre Prozesse etwa über  Aligment Algorithmen, Rekombination und präferentielle Mutationen zu erklären. Aber das  war – trotz einiger Anstrengung – nicht möglich so dass wir nicht von einem Laborunfall ausgehen. Juristen würden hier von der Beweislast reden-  necessitas probandi incumbit ei qui agit (“die Beweispflicht liegt beim Ankläger”). Und Beweise sehe ich keine (wo ich Wiesendanger aber recht geben würde: die Editor’s Note in Nature 5 Jahre nach Veröffentlichung ist dubios).

(alle Twitterthreads sind archiviert auf https://archive.vn/Qa0G2 und https://archive.vn/nraEu für spätere Auswertungen zur Science PR)

Jonas Schaible hat recht, ich weiß auch nicht, woher das Virus kommt (nehme aber auch zur Kenntnis, dass die WHO nicht von einem Laborunfall ausgeht). Das Wiesendanger Papier ist keine Studie nach wissenschaftlichen Standard die von der Presseabteilung einer Universität verbreitet werden sollte.

Publons, what?

I am frequently asked if my reviewer record should be transferred to Publons. I always say no as I don’t see any benefit. Publons according to Wikipedia is a

commercial website that provides a free service for academics to track, verify, and showcase their peer review and editorial contributions for academic journals. It was launched in 2012 and was bought by Clarivate Analytics in 2017 (which also owns Web of Science, EndNote, and ScholarOne). It claims that over 200,000 researchers have joined the site, adding more than one million reviews across 25,000 journals.

So should I really spend my limited time with a pseudo-scientific profile? Even the head scores there seem to be ridiculous as I have done less than 500 reviews so far. Since 1988 and not 2012….

Too many papers

A commentary about the current information implosion

the curse that hangs over academia which dooms it to publish incessantly irrelevant and pointless documents. The overabun- dance of publications is not justified and is not even necessary in many contexts for personal promotion, and even less for the advancement of science. Therefore, the current role of scientific journals is highly questionable.

Paradoxical knowledge

“Paradoxical knowledge” is a term in psychology research that describes pretended knowledge although it is rather clear that a person doesn’t have it – because the usual qualification is missing , a former qualification is outdated and it largely contradicts accepted knowledge. PK or KP seems a good term to describe the Corona denier phenomenon as seen in Homburg, Bhakdi and Lütge.

To avoid uncertainty, people may take a shortcut to knowledge. They recognize something as unknowable, but claim to know it nonetheless.

The quote above is from the  2019 paper of Gollwitzer and Oettinger which itself is based on earlier work 2017 by Burlando

The KP provides a unifying context for the sorites and the liar paradoxes. Any concept is viewed as a sorites, i.e. it is impossible to set a boundary between what is, and what is not, the entity to which the concept refers. Hence, any statement about reality can be reduced to a liar, wherefrom the KP follows in its most general form: -If I know, then I do not know-. The KP is self-referential but not contradictory, as it can be referred to two levels of knowledge: -if I know (epistemic), then I do not know (ontic)-, where the ontic level is made unachievable by concept vagueness. Such an interpretation of scientific knowledge provides an understanding of its dynamics.

The dynamics are clear: liars get aggressive whenever you catch the lies while developing even a tendency to fanatism. Epistemic paradoxes –  they are forever young in particular in old men.

The general structure of Meno’s paradox is a dilemma: If you know the answer to the question you are asking, then nothing can be learned by asking. If you do not know the answer, then you cannot recognize a correct answer even if it is given to you. Therefore, one cannot learn anything by asking questions.

Mass rebellion?

Richard Smith about “Peer reviewers—time for mass rebellion?” citing a colleague

“I never peer review. Why would I waste my time reviewing crummy research when I can be doing my own research? What’s more, I’m funded to do research and am rewarded for it. Nobody either funds me to review or rewards me for doing it.”

As always an excellent opinion piece. Didn’t medRxiv and bioRxiv show in 2020 that we don’t need pre publication review anymore?

Isolated vertical or horizontal lines in gel images are not jpg compression artifacts

When preparing a lecture on image fraud in scientific papers, I frequently find the PubPeer excuse of compression artifacts. So lets have a look at that issue using jpegoptim (manpage) and also jpeginfo (manpage).

German Wikipedia explains the usual effects

Ringing – high contrast areas with waves
Contouring, Banding, Pposterisation – extreme brightness changes
Staircase noise – along curving edges
Blockiness in “busy” regions – may mimick duplications
Gibbs phenomenon – small highlighted area of large contrast
Alias, Moiré, frequent color/brightness change

Now let’s have a look at the compression artifacts in descending quality (BTW this also good exercise for the upcoming 125kB Content Upload Filter, I am therefore adding also filesize here)

original 893kB

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Re-Check your references before submission

I think it is now mandatory to check all references if there any PubPeer notes or if the references even has been retracted.

A recent Nature News highlights the issue

Most of the papers that cite discredited COVID research in The Lancet and The New England Journal of Medicine don’t mention that the studies have been retracted. The infamous studies relied on health-record analyses from a company, Surgisphere, that declined to share its raw data for an audit. Science looked at 200 academic articles that cite the Surgisphere papers and found that 52.5% — including some in prominent journals — failed to mention the retractions.