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Wissenschaftsjournalismus in Deutschland

Die Defizite des Wissenschaftsjournalismus in Deutschland sind ja offensichtlich von vielen Kommentaren hier etwa zur NO2 Berichterstattung,
zu den Crispr Cas Zwillingen oder auch zu COVID-19.

Aber gibt es eine mehr systematische Exploration?

Die folgenden Literaturhinweise verdanke ich Carsten Reinmann

Die Qualität der Berichterstattung über Wissenschaft

Zu dem Thema auch

Senja Post (2015) http://doi.org/10.1177/1464884914541067
Summ/Volpers (2016) http://doi.org/10.1177/0963662515583419
Guenther et al. (2019) https://doi.org/10.1080/1461670X.2017.1353432

Völlig unbeirrt hagelt es nun Preise.

Mai Thi Nguyen-Kim ist „medium magazin“ Journalistin des Jahres 2020.

Dazu die Recherchekooperation „Pillenkick“ von Correctiv und ARD-Dopingredaktion: Jonathan Sachse, Arne Steinberg (Correctiv) und Hajo Seppelt, Wigbert Löer, Josef Opfermann, Patricia Corniciuc, Jörg Mebus, Shea Westhoff (ARD).

Und Volker Stollorz, Science Media Center.

Ich gehöre zu den 96%

Axel Bojanowski “Journalisten im Klimakrieg” zitiert Stephan Russ-Mohl “Immer dieselben Wissenschaftler am Mikrofon”, der wiederum Mike Schäfer zitiert

Seinen Zählungen zufolge sind es immer dieselben wenigen Wissenschaftler, die in den Massenmedien vorkommen. Die überwältigende Mehrheit der Professoren, rund 96 Prozent, erhält so gut wie keine Medienaufmerksamkeit. Ihre Abwesenheit sorgt für Verzerrung, denn in die Öffentlichkeit drängen nicht unbedingt jene Gelehrten mit ausgleichendem Gemüt. Vielmehr sind es häufig Forscher mit Sendungsbewusstsein oder Karriereinstinkt, die mit starken Thesen den journalistischen Opportunismus füttern.

Audiatur et altera pars?

Moralisierung wissenschaftlicher Konflikte bietet den Vorteil, dass sie die Auseinandersetzung erspart – mit dem Bösen redet man nicht, über das Gute lässt sich nicht verhandeln. Soziologen sprechen von der “Noble Cause Corruption”, wenn für die Überzeugung von als wichtig empfundenen Zielen Dinge verschwiegen werden, die die eigene Argumentation schwächen könnten.