Die Meinungen darüber gehen auseinander.
Zwei Gastbeiträge von Ministerin Katherina Reiche unter KI-Verdacht – ob das nun von einem Lobbyisten, einem Redenschreiber einer KI oder etwa der Ministerin verfasst wurde, macht in dem Fall keinen großen Unterschied – es wird immer gleich defizitär sein.
Allerdings teile ich nicht die Meinung des SPIEGEL, der sich auf die Analyse Tools verlässt – zu sehr manipulierbar, zu sehr fehleranfällig.
Pangram und GPTZero kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass diese Worte mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer künstlichen Intelligenz geschrieben wurden… Bei einer Nachprüfung des SPIEGEL berechnete das Werkzeug, dass nur die ersten 29 Prozent von einem Menschen geschrieben wurden.
Zur Illusion muss man einfach nur den Prompt bei der letzten Revision ändern auf “lass es nicht wie AI aussehen” und die üblichen KI Sonderzeichen entfernen.
Ich schliesse mich dafür lieber den Journalistenverbänden an, die eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte fordern – ganz im Unterschied zum deutschen Presserat.
Der Deutsche Presserat spricht sich in der aktuellen Diskussion über künstliche Intelligenz in den Medien gegen eine generelle Kennzeichnungspflicht aus…
Die Journalistenverbände DJV und dju haben beide eine Kennzeichnungspflicht für journalistische Beiträge gefordert … Dies solle im Pressekodex verankert werden …
»Die aktuelle Diskussion über künstliche Intelligenz in journalistischen Texten zeigt, dass die Glaubwürdigkeit des Journalismus auf dem Spiel steht«, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. …
KI könne, etwa bei der Recherche, ein hilfreiches Werkzeug für Medienschaffende sein. Journalistinnen und Journalisten müssten hier aber klipp und klar Farbe bekennen.
Ich versuche dazu mal eine Klassifikation aus meiner Praxis
- KI:0 – nur Bibliotheksrecherche, nur eigenes Archiv, nur eigene Überlegung, nur eigener Text
- KI:1 – eigener Text; aber Recherche mit KI Hilfe oder grammatikalische Überarbeitung mit KI
- KI:2 – eigener Text; aber mit KI Zusätzen, die alle überprüft wurden
- KI:3 – KI generierter Text bzw Übersetzung, alle Fakten mit Fachkund überprüft
- KI:4 – KI generierter Text, teilweise Fakten überprüft
- KI:5 – KI generierter Text, nicht überprüft
Der Text hier is KI:0.
Weiterlesen zum Thema bei Übermedien
Der berühmte "human in the loop" also, der Mensch, der noch mal kontrolliert und entscheidet, was online geht … Wie präzise diese Kontrollen dann sind oder ob sie überhaupt stattfinden, ist oft fraglich… "Autorschaft ist gekoppelt an Identität und Verantwortung", schreibt der Journalistik-Professor Tanjev Schultz in seiner aktuellen Kolumne über KI-Täuschungen im Journalismus.



