Schlagwort-Archive: NO2

Ärzteblatt Literaturübersicht

Burney P, Amaral AFS. Air pollution and chronic airway disease: is the evidence always clear? The Lancet 2019; 394: 2198-2200

Atkinson RW, Butland BK, Anderson HR, Maynard RL. Long-term concentrations of nitrogen dioxide and mortality: A meta-analysis of cohort studies. Epidemiology 2018; 29:460-472

Peter Morfeld, Thomas Erren. Attributable Fraktionen und vorzeitige Todesfälle: Wichtige Klärung von Missverständnissen. Gesundheitswesen 2019; 81(05): 448-452

Tollefson J. Air pollution science under siege at US environment agency. Nature 2019; 568:15-16

Ioannidis JPA. Evidence-based medicine has been hijacked: a report to David Sackett. J Clin Epid 2016;73:82

Taubes G. The Soft Science of Dietary Fat. Science  2001:291:2536-2545

sowie die folgenden Blog Einträge.

Unbelehrbar? (6000 Tote exhumiert XXXV)

Einen mehrseitigen Kommentar, den ich im letzten Sommer an Environmental Epidemiology geschickt habe, wurde von Bert Brunekreef mit einer Email abgelehnt “das Thema sei nur von lokalem Interesse in Deutschland”. Wie ich aber erst jetzt erfahren habe, sollte das nur die Kritik mundtot machen, denn gleichzeitig wurde mit derselben Story international Politik gemacht, als im Lancet alle deutschen Kritiker pauschal diffamiert werden und ihre Stellungnahme als “fake news and denial” bezeichnet werden (Lancet vom 7.8.2019). Wer die dubiosen NO2 Studien nicht nachvollziehen kann, wird in die Nähe von Zigarettenindustrie und Klimaleugnern gesetzt.

the debate had all of the features that Farrell and colleagues discuss in relation to the misinformation campaigns on climate change or the well known strategies used decades ago by the tobacco industry.

Auch in dem Lancet Artikel wird die NO2 Mortalität noch einmal wiederholt

The scientific evidence that links ambient air pollution—in particular, fine particles (PM2.5 …) and nitrogen dioxide (NO2)—to disease and mortality was questioned by a small group of lung physicians and engineers.

Eine “kleine” Gruppe wären ein Dutzend und nicht 140 Pulmologen gewesen, dazu kommen diverse Epidemiologen und Toxikologen, die den verstiegenen Aussagen nicht gefolgt sind. Letztendlich hat auch die Leopoldina widersprochen [1, 2, 3];

Die drei aus der Arbeitsgruppe Luftschadstoffe entsandten Professoren, Martin Lohse, Wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Manfred Hennecke, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, und Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie, zumindest sagten recht wenig und eher Versöhnliches zur Person Köhler. Sein Vorstoß sei in mancherlei Hinsicht sicher sogar “sinnvoll” gewesen, weil er zu einer Debatte geführt habe, hieß es. Bei Teilen seiner Kritik aber habe Köhler sich “vergaloppiert”.

Das ist eine echte Nummer, da mit dem Lancet Letter auch die Leopoldina angegriffen wird als “misinformation campaign”.

Der Bundestag hat – kontraproduktiv, aber das war zu erwarten – dann leider auch noch höhere Grenzwerte und Ausnahmeregelungen beschlossen.