Schutz vor Allergie auf dem Bauernhof: Ist das zentrale Paradigma falsch?

Keine Frage, die Lebensbedingungen auf Bauernhöfen sind anders. Mehr Tiere, mehr Dreck, mehr frische Luft, alles ist anders als in einer Großstadt. Das kann auf Selektionsbedingungen zurückzuführen sein, und ist gut  zu sehen bereits in einer der ersten Studien vor 30 Jahren.

Clin Exp Allergy. 1999 Jan;29(1):28-34. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(01)06252-3

Auch die Eltern hatten schon weniger Allergien, und damit logischerweise auch die Kinder.

Wenn man genau hinschaut, dann haben alle Bauernhofstudien allerdings immer wieder dieselbe Argumentationsstruktur: weil die Bedingung X dort so ist, dann kann die Folge Y iauch auf die Bedingung X zurückgeführt werden. Allerdings machen immer mehr Beschreibungen von X die Story nicht glaubwürdiger.  Keine der jemals beschriebenen Bedingungen X, ist aus dem Bauernhofmilieu heraus auf eine allgemeine Situation übertragbar gewesen, von einem einzigen verunglückten Versuch einmal abgesehen. Natürlich hat ein hoher Endotoxin Spiegel auf den Bauernhöfen eine bestimmte Wirkung –  zumindest bei einigen Menschen und bei einigen Mäusen – aber ist das wirklich  mehr als ein modifizierender Faktor?

Da Lebensbedingungen auf dem Bauernhof angeblich protektiv sind, müsste eigentlich auch mal ein Kinder präsentiert werden, die eigentlich eine Allergie haben müssten.  Aber solche Kind gab es bisher nicht, weil auch schon die Eltern keine Allergien hatten.