Böse Zungen und der Ethikrat

Böse Zungen lästern schon lange über den Ethikrat, er würde nur als PR Büro für den/die jeweilige Vorsitzende dienen.
Trotzdem würde ich gerne dem Staatsrechtler Möllers zustimmen, der die Stellungnahmen des Ethikrates vor kurzem in einem Dlf Interview kommentierte

Er muss irgendwas sagen, was alle sowieso schon wissen, was sich auch nicht in den rechtlichen Argumenten auflöst und was irgendwie einen Gehalt hat, der aber auch nicht zu umstritten sein darf, weil sonst begibt sich der Ethikrat gleich wieder in einen politischen Konflikt. Da bleiben oft doch nur ein bisschen einerseits Gemeinplätze übrig und andererseits auch mal Aufforderungen zur Solidarität, von denen ich meine, dass sie politisch wahrscheinlich richtig ist – es ist richtig zu sagen, wir müssen noch ein bisschen durchhalten und es geht nicht so schnell –, aber die vielleicht dann auch keine richtig ethischen Argumente sind, sondern eher politische Argumente, die den Laden ein bisschen zusammenhalten in einem Moment, in dem sich alles etwas aufzulösen droht… Auch dazu kleben die Ausführungen doch sehr am positiven Recht und verhalten sich gar nicht dazu, dass man das ja auch gestalten kann.

ähnlicher Tenor auch die NZZ

Das Impfen hat in Deutschland noch gar nicht richtig begonnen, und trotzdem diskutiert das Land schon mit Leidenschaft darüber, ob die staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte aufgehoben werden können. … Es ist wie so oft in Deutschland: Erst kommt die Moral, dann kommen die Fakten. Auch der Ethikrat des Landes hat nun eine Stellungnahme vorgelegt, in der er sich dagegen ausspricht, Freiheitsbeschränkungen vorschnell zurückzunehmen.

Die Kommentare von Heribert Prantl würde ich mir allerdings gerne schenken, da sie nicht mehr zitierfähig sind.