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Profiziert

Diet Stellungnahme “Eingriffe in die menschliche Keimbahn” des deutschen Ethikrates 2019 hat auf S. 86 einen netten Schreibfehler, den das Redaktionsteam und alle 26 Autoren übersehen haben.

Seit der wissenschaftlich-industriellen Revolution ist „moderne“ Wissenschaft und Technik durch eine zweifache Komplikation ausgezeichnet: Die technikgestützte Handlung erfüllt zum einen als Mittel ihren Zweck nur noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, unter anderem deshalb, weil zwischen Ausgangssituation und Endzweck oft viele Vermittlungsstufen mit unübersehbaren Folgen liegen (Handeln unter Bedingungen der Unsicherheit).
Zum anderen gilt: Wer die Gefahren bei wissenschaftlich-technischen Prozessen trägt, profiziert nicht automatisch auch davon (Handeln unter Bedingungen der Ungleichheit der Betroffenen). Darüber hinaus stellt sich das Problem, dass manche Folgen eines Handelns – etwa aufgrund unüberschaubarer Wechselwirkungen mit anderen Handlungen oder Einflussfaktoren – gänzlich unabwägbar sein können (Handeln unter Bedingungen der Unabwägbarkeit der Folgen).

profiziert? Zuerst dachte ich an provoziert oder profiliert. Mit dem weiteren Verlauf ist aber dann doch eher profitiert gemeint. Vielleicht ist es aber ein Neologismus des Ethikrates der “für den allgemeinen Gebrauch eine sprachliche Neuprägung” erwägt? Dass man das Thema im Sinn von Lindner FDP den ProfiProfs überlassen soll?

An open letter to Dr. Hurlbut

Dear Dr Hurlbut,

given your previous involvement in the experiment of He Jiankui, I would like to make a proposal to you.

As a genetic epidemiologist, I have looked into the technical details of  Dr. He’s presentation in Hong Kong. I am deeply concerned about the two girls and and what the international community could do for the “CCR5 twins” but also for the “PCSK9 baby” that will be born in about 10 weeks.

As the official Chinese investigation report leaves a lot of open question, I suggest that an international commission including also scientists and medical doctors from abroad should examine these children. Very much in accordance to the International Atomic Energy Agency there should a multidisciplinary group be built that is allowed to do on-site visits. While I agree with many other ethicists and geneticists that the children and their parents should not be exposed to the public, I think a group of experts need to examine the children and resequence their genomes to offer them the best care available.

We are not sure if the twins are still alive as a Chinese magazine already wrote last December

Eugenics is a word many associate with America’s historical bans on interracial marriage, Nazi Germany’s quest for Aryan supremacy, and stolen Australian Aboriginal children. Its connection to China’s one-child policy is less obvious, but no less potent. Children were seen as valuable resources, and when only one child was permitted per family, there was tremendous pressure to secure the optimal outcome … “Deformed fetuses” are encouraged to be terminated in China because people who require extra care and function outside conventional norms are largely viewed as burdens on society and the family. In lower tier cities, disabled children are often hidden from view and afforded little dignity or opportunities for upward mobility. When people with disabilities are not being pitied as subhuman, those who manage to overcome societal judgment and obstacles are then trotted out as inspiration porn for able-bodied people. Many Chinese people struggle to see beyond someone’s disability. The Chinese word for “disabled” is made of up characters that mean “incomplete/broken” and “disease/suffering,” leaving little room for a fulfilling existence.

As a genetic community we owe something to these children as we collected all those genomic data and developed also the tools to modify a genome but we did not clearly voice our concerns of a germline based therapy. Based on a previous analysis I am sure that the two girls will have many more deficits than are currently known.

Knowing more about the details would be a further warning sign of doing such experiments.

Kind regards
MW

Inglehart–Welzel Cultural Map

Source: World Value Survey

The plot above is the result of the “World Value Survey”. It assumes that there are two major dimensions of cross cultural variation in the world: “Traditional values versus secular-rational values” and “Survival values versus self-expression values”.

Sounds interesting at least for 3 seconds. Then we are discovering the strange axis labels – the opposite of tradition is lost tradition not rational value. The authors explain traditional values by the importance of religion, parent-child ties, deference to authority and traditional family values. People who embrace these values also reject divorce, abortion, euthanasia and suicide. These societies have high levels of national pride and a nationalistic outlook.

As a protestant, Inglehart–Welzel put me top right “having less or no traditional values, no religion, parent-child ties, no need for authority and traditional family values”. According to them I am “pro divorce, abortion, euthanasia and suicide with low level of national pride” – which is clearly wrong, just by a simple example.

I am quite sure that a  single item analysis – lets say divorce rate vs Gross Domestic Product would compare countries much better. But do we even need such kind of science? The whole scheme is dangerously simplified – producing more stereotypes that I would have expected from any political scientists.

Damit stoße ich nun wieder an ihre alte Frage an mich: wie ich mich denn in dieser Zeit als Deutscher fühle? Meine Antwort muß sein: Gar nicht. So wie Hölderlin einst sagte, es sei die Zeit der Könige nicht mehr, so ist nun die Zeit der Völker nicht mehr. (Heinrich Blücher)

Datenschutzethik ?

Peter Dabrock bevorzugt Produkte einer Firma aus Cupertino, gut sichtbar an seinem Handgelenk. Es ist praktisch, immer informiert zu sein. Dass dann bei der Gelegenheit dann auch andere informiert werden, worüber man selbst informiert ist, liegt in der Natur der Sache, aber wir haben ja einen guten Datenschutz, so sein Credo. Dass dabei viele eigene und viele fremde Daten in die Cloud gehen? Wir wollen ja die Vorteile, so jedenfalls seine Aussage nach dem Besuch des Silicon Valley, von dem er uns mit leuchtenden Augen in Tutzing im November 2018 berichtet hat.

Die Diskussion dazu war kurz, aber ich habe mich dann doch noch zu Wort gemeldet:

… Mit ein paar Tagen Abstand ist mir doch etwas mulmig mit einigen Ihrer Thesen … Es ist illusorisch, dass man den Daten „output“ kontrollieren kann, allenfalls den Daten „input“.
Der Hackerangriff auf den Bundestag oder auf das Kreiskrankenhaus Fürstenfeldbruck (das gerade tagelang stillgelegt war) – so recht Ahnung hat ja niemand mehr von Computern und Netzwerken.
Datenvermeidung ist im übrigen nicht meine fixe Idee, sondern steht im BDSG … Es sollte nun nicht das übliche Totschlag Argument sein, aber die Deutschen haben ihre eigene Geschichte. Es ist nicht mal ein Menschenleben her, da wissen schon viele nicht mehr, dass der Holocaust mit einer Stricknadel begann.
Und das ist auch der Grund warum die Deutschen auch nicht immer mit machen, selbst bei Aktionen, die an sich  sinnvoll wären … Ich sehe da auch kein besonderes Misstrauen in Deutschland, sondern eine vernünftige Nutzen / Schaden Abwägung. Ein Frage des Kontextes oder Framings wie Sie gesagt haben.
Und was passiert mit Ihren ganzen Daten wenn sich auf einmal sich das Blatt in der Politik wendet, die Rechten wieder die Überhand gewinnen, die PiS in Polen, die AfD in Deutschland, die Fidesz in Ungarn, die Lega in Italien?
Oder wenn direkt vor Ihrer Haustür ein Beamter mit dem bayrischen Polizeiaufgabengesetz  in der Hand steht und eine “drohende Gefahr“ wittert?

Es geht gerade mal ein paar Tage – und schon wieder sind Firmen mit den besten Rechenzentren der Welt nicht in der Lage, die Datensicherheit zu garantieren, z. B.  Facebook

Facebook soll sensible Nutzerdaten an ausgewählte Werbekunden weitergegeben haben, darunter Netflix, Tinder und Airbnb. Dies berichtet die Washington Post auf Grundlage eines mehr als 200-seitigen Ermittlungsberichts aus Großbritannien.

oder Amazon

Amazon hat einem Kunden in Deutschland, der Auskunft über die von ihm gespeicherten Daten haben wollte, 1700 Sprachdateien zugeschickt. Allerdings besitzt dieser Kunde überhaupt keinen Sprachassistenten, die Dateien stammten von einer ganz anderen Person.

Das waren alles nur die “Versehen”.  Dabei geht die Strategie weltweit zur  totalen Überwachung, nicht nur in China, sondern auch in den USA.

CLV, das steht für “customer lifetime value”, zu Deutsch: “Kundenlebenszeitwert” – ein neues machtvolles Marketinginstrument, das Unternehmen in den Vereinigten Staaten so elektrisiert wie es Verbraucherschützer alarmiert, denn einen ähnlich groß angelegten Angriff auf die Privatsphäre von Millionen Flug-, Telefon-, Einzelhandels- und sonstigen Kunden dürfte es selbst in der US-Wirtschaftsgeschichte mit ihren dauernden Datenskandalen bisher nicht gegeben haben. Immer mehr Firmen lassen anhand Dutzender, Hunderter, gar Tausender persönlichen Daten berechnen, wie viel ihnen ein einzelner Käufer über sein gesamtes “Kundenleben” wohl in Dollar und Cent einbringen wird.

Trotzdem legt Dabrock nochmal nach auf evangelisch.de am 7.2.2019

Der Ethikratsvorsitzende fügte hinzu, dass der Oxforder Philosoph Luciano Floridi eine treffende Charakterisierung der aktuellen Epoche mit dem Begriff “Onlife” gefunden habe. Dieser mache deutlich, dass man in der heutigen Zeit gar nicht mehr zwischen online und offline unterscheiden könne. Offline sei inzwischen nichts anderes als ein avantgardistischer Lebensstil.

Wir wissen nun auch wieso, der Tagesspiegel schreibt  am 9. April 2019 über das besondere Verhältnis von Facebook und Dabrock

Für seinen Besuch in Berlin hat Mark Zuckerberg vergangene Woche die Gesprächspartner genau ausgewählt: Der Facebook-Chef traf am Montag unter anderem CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, den Grünen-Chef Robert Habeck, mit Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) gab es 45 Minuten. Und am Vormittag gleich eineinhalb Stunden für ein Gespräch mit Wissenschaftlern, darunter mit Peter Dabrock, dem Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, der Regierung und Bundestag in ethischen Fragen berät. Doch nicht nur die Kanzlerin mit ihrem Kabinett und die Volksvertreter schätzen Dabrocks Rat – sondern auch Firmen wie Facebook. Seit Januar 2018 leitet Dabrock (55), Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen, den so genannten „Facebook-Gesprächskreis: Digitalität & Verantwortung“. Die Runde wurde auf Initiative von Facebook hin gegründet, „in enger Zusammenarbeit“ mit Dabrock als dem Vorsitzenden des Ethikrates, heißt es in einer Mitteilung von Facebook zur konstituierenden Sitzung.

Gene Doping using CRISPR/Cas

After some first  experiments in human embryos, there is a new Chinese paper in the Journal of Molecular Biology showing that also gene doping is possible in mammals.  Myostatin deficiency otherwise leads to some really impressive super strength children while it is now possible to knockout this gene artificially.  Hopefully the WADA will test for myostatin gene activity in Rio 2016!
Addendum 4 Dec15: An International Summit Statement On Human Gene Editing says

It would be irresponsible to proceed with any clinical use of germline editing unless and until (i) the relevant safety and efficacy issues have been resolved, based on appropriate understanding and balancing of risks, potential benefits, and alternatives, and (ii) there is broad societal consensus about the appropriateness of the proposed application.

Both conditions are unlikely to be ever met.

Believe it or not – Genetic testing is not ready for widespread use

When I moved from the theological seminar to the medical faculty of Marburg University, I expected to move from a rather liberal but largely closed belief system to a rational environment where belief does not play a central role. It took me only a few years to recognize my misunderstanding. Medicine represents an even more closed belief system („peer review“) than I encountered in theology. There are so many assumptions in daily medical practice that have never been formally tested.

It is commonly assumed that genetic testing is ready for widespread use. But is it true? The authoritative Stanford Encyclopedia of Philosophy has in an excellent contribution about the ethics of belief that there is a „cluster of questions at the intersection of epistemology, philosophy of mind, psychology, and ethics“. And even more

Contemporary analytic philosophers of mind generally use the term “belief” to refer to the attitude we have, roughly, whenever we take something to be the case or regard it as true. To believe something, in this sense, needn’t involve actively reflecting on it: Of the vast number of things ordinary adults believe, only a few can be at the fore of the mind at any single time … Forming beliefs is thus one of the most basic and important features of the mind, and the concept of belief plays a crucial role in both philosophy of mind and epistemology.

Do you want to know your full genome sequence? And do you want it to be published on the internet? Or do you think this is private information that should stay within your body cells where it had been encrypted since the origin of humans? Before we look at any belief surrounding genetic testing, we may have to take a small side-step. Yes, of course, we are dealing here in the first instance with a large industry that has strong commercial interest in genetic testing. Equipment companies selling chemistry and scanners want to increase their sales figures. Insurance companies need data for their policy calculations. Doctors and hospitals want to maximize their income by customer retention. Universities want to increase their attraction by showcasing fancy technology. Even patient advocacy groups are not neutral as they act in the presumed interests of their members. While any of these interests may be good or bad, it is worth to note that the discussion is driven by commercial interests and not ethical convictions.

Having said that, we probably all agree that genetic testing is a research method: useful, interesting and promising to classify, prevent, predict, or treat disease ,. But even after many years it is still a research method of unclear scope, unclear benefit and unclear risks. Should genetic testing really been applied outside of supervised research just because of the economic pressure surrounding it?
I can not see so much benefit of DTC genetic testing right now while there are disturbing case studies how „ordinary humans“ are getting confused when genetic testing is done outside of a research setting. These reports show not only a crude misunderstanding of the predictive value of single nucleotide variants but also a plethora of adverse reactions on nagging questions that are posed but never answered. Some users complained about mix up of samples making even some the claimed success stories finding unknown family members („hey, bro“ ) questionable.

In the pre-internet age, there would have been an intense scientific discussion when a certain method is being ready for prime time. Such a method would have been limited to experts who know something about constraints of a research method, who know how to find additional information in the library or run further lab experiments when the knowledge is being limited. They could consult colleagues from other fields and eventually put these pieces into context. But only a few critical minds could do that, most of them with an academic training over many years.

This landscape has changed, radically changed. The majority of research papers is now being published online. There are no more fences, only a few toll gates, but no gatekeepers. While the church lost most of their authority during the age of enlightment, universities lost their primacy with the advent of the internet. Of course scientists are trying to get back in the discussion by submitting guidelines. I fear, however, that the public perception sees this a bit like in the famous Feynman quote being “as useful .. as ornithology is to birds.“ It is only when an agency like the FDA U.S. Food and Drug Administration issues a warning, that genetic testing is being brought to a (preliminary) end.

The autonomous individual falls back mainly to the information channel he can easily use: the internet search engine. The belief of an individual about the usefulness of genetic testing is influenced by quick google searches showing some bystander comments in an online forum. There is an endless skimming of newsfeeds, magazines and scientific papers. Everything is done at high speed but at the uppermost surface. It reminds me a bit about the 2010 EDGE question „How is the internet changing the way you think“ :

Playwright Richard Foreman asks about the replacement of complex inner density with a new kind of self-evolving under the pressure of information overload and the technology of the “instantly available”. Is it a new self? Are we becoming Pancake People — spread wide and thin as we connect with that vast network of information accessed by the mere touch of a button.
Technology analyst Nicholas Carr wrote the most notable of many magazine and newspaper pieces asking “Is Google Making Us Stupid”. Has the use of the Web made it impossible for us to read long pieces of writing?

Social software guru Clay Shirky notes that people are reading more than ever but the return of reading has not brought about the return of the cultural icons we’d been emptily praising all these years. …
Frank Schirrmacher, [former ]Feuilleton Editor and Co-Publisher of Frankfurter Allgemeine Zeitung, has noticed that we are apparently now in a situation where modern technology is changing the way people behave, people talk, people react, people think, and people remember. Are we turning into a new species — informavores? — he asks.

The belief about benefits of DTC genetic testing is certainly not influenced by any European or American Scientific Society Ethics Committee. It is influenced by those brief sometimes adequate, sometimes inadequate information pieces in the internet , TV, radio or newspaper snippets.

When it comes to any direct action (blood drawing, selection of a specific laboratory, test system employed, readout and interpretation of results) the patient belief’ is further shaped by the doctors belief system. A detailed description of the attitude towards genetic testing, in particular in the relationship between doctor and patient, would be an enormous enterprise, needing a large cluster of experts at the intersection of epistemology, philosophy of mind, psychology, and ethics, as well as social scientists, biologists, among others. And who will even judge what is a correct assumption? Is a certain genetic variant really a pathogenetic variant? Even the most advanced attempts so far, just lists bullet points only.

Believe it or not, genetic testing for health related outcomes is still a research method.

References
 http://plato.stanford.edu/entries/belief
 http://www.pnas.org/content/104/21/8685.full
 http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1840236
 http://www.nature.com/ng/journal/v34/n4/abs/ng0803-347.html
 http://www.nytimes.com/2013/12/31/science/i-had-my-dna-picture-taken-with-varying-results.html?ref=science&_r=0
 http://www.theguardian.com/science/2013/jun/08/genome-sequenced
 http://www.bloomberg.com/news/2012-02-15/harvard-mapping-my-dna-turns-scary-as-threatening-gene-emerges.html
 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57223342.html
 http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/23andme-gentest-firma-vertauscht-dna-ergebnisse-ihrer-kunden-a-699436.html

 http://www.fda.gov/ICECI/EnforcementActions/WarningLetters/2013/ucm376296.htm
 http://edge.org/annual-question/how-is-the-internet-changing-the-way-you-think
 http://www.nature.com/nature/journal/v508/n7497/full/nature13127.html

How to cope with the unexpected – incidental findings

Jane Kaye from Oxford was speaking on the 15th Oct 2014 in Coimbra during the ChipMe meeting about the question “How to cope withe unexpected – incidental findings”.

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The talk basically refers to a new EJHG paper dealing with UK10K issues. The UK10K research project Continue reading How to cope with the unexpected – incidental findings

Forschung aus fairer Produktion

Davon habe ich heute das erste mal gelesen und zwar auf dem academics.de blog der auf einen ZEIT Artikel vom 15.3. zurückgeht

Hans-Jochen Schiewer hat eine lange Ausbildung genossen. Inklusive Schulzeit dauerte sie vier Jahrzehnte. An der Uni musste er sich auf einem halben Dutzend Stationen mit befristeten Verträgen bewähren. Als er endlich seine erste feste Stelle erhielt, eine Professur für Germanistik, war der Dauerazubi grau an den Schläfen und 46 Jahre alt.
Heute ist Hans-Jochen Schiewer fast weiß auf dem Kopf und selbst Chef einer dieser seltsamen Arbeitgeber namens Hochschule. Seine eigene Ochsentour hat der Rektor der Universität Freiburg nicht vergessen. Es könne nicht angehen, dass “die Universitäten ihren Nachwuchs bis Anfang vierzig in Unsicherheit und Unselbstständigkeit halten”, kritisiert Schiewer heute.

Der Marsch durch die Institutionen hat 1967 begonnen. Wenn ich rechne, dann hatten die Studenten 1967 schon die ersten 15 der 40 Jahre hinter sich. Dann hätten sie eigentlich kurz nach der Jahrtausendwende ankommen sollen. Es sind aber offensichtlich nun erst die Babyboomer, die den Millenials ein besseres Leben ermöglichen wollen, yea, yea.

Warum die Teilnehmerzahlen so niedrig sind in deutschen Studien

Responsezahlen sind für Epidemiologen entscheidend, wenn es um Repräsentativität und Verallgemeinerung von Schlussfolgerungen geht. Denn mit sinkender Response verändern sich nicht nur massiv Risikokonstellationen, auch werden Krankheitshäufigkeiten falsch geschätzt. Mit niedriger Response sind üblicherweise mehr Kranke in dem Untersuchungskollektiv (weil sie mehr Zeit haben und sich vielleicht auch mehr von einer Studie erwarten). Es fehlen dann aber die gesunden Probanden, an denen man protektive Faktoren studieren könnte. Mit niedriger Response sind gewöhnlich auch Frauen überrepräsentiert, oft auch Arbeitslose und bildungsfernere Schichten. Die einzelnen Faktoren haben zwar keine direkte Beziehung, in Kombination verzerren sie aber Studienergebnisse bis zur Unkenntlichkeit. In der Literatur ist dies auch als selection bias bekannt. Leider gibt es keine guten statistisches Verfahren, um für den selection bias zu korrigieren. Wie sollte das auch gehen? Daten können hier kaum extrapoliert werden. Wann ein solcher Selektionsbias einsetzt, kann man nicht eindeutig sagen. Mit 90% Teilnehmerate ist man auf der sicheren Seite, unter 50% wird es kritisch und irgendwann dann sinnlos. 75% Response sind in der Epidemiologie  Standard, in der Marktforschung begnügt man sich auch mit weniger. Der Qualitätsmaßstab in der Epidemiologie liegt aber wegen der Relevanz deutlich höher. In der Vorbereitung
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Science delusion

It is a bit annoying. If you google for science delusion, you are only referred to Sheldrake. But this is not what I wanted, I was more interested in mad scientists.  Not Frankenstein,  not Moreau not Dr. Faustus not any literary character, some more real life figures. Also not Venter. But here comes something interesting

In 1951, entomologist Jay Traver published in the Proceedings of the Entomological Society of Washington [Traver, J. (1951). Unusual scalp dermatitis in humans caused by the mite, dermatophagoides (Acarina, epidermoptidae). Proceedings of the Entomological Society of Washington, 53(1), 1-25.] her personal experiences with a mite infestation of her scalp that resisted all treatment and was undetectable to anyone other than herself. Traver is recognized as having suffered from Delusory Parasitosis: her paper shows her to be a textbook case of the condition. The Traver paper is unique in the scientific literature in that its conclusions may be based on data that was unconsciously fabricated by the author’s mind.

The author ( Matan Shelomi, Mad Scientist: The Unique Case of a Published Delusion Matan Shelomi, Sci Eng Ethics (2013) 19:381-388) believes that a possible retraction of the 1951 paper raises the issue of discrimination against the mentally ill –  others may consider this as delusionary correctness.

Payback for referees

There is a recent letter at Nature saying

I have discovered a negative correlation between the number of papers that a scientist publishes per year and the number of times that that scientist is willing to accept manuscripts for review  … I therefore suggest that journals should ask senior authors to provide evidence of their contribution to peer review as a condition for considering their manuscripts.

While I agree with the overall observation, Continue reading Payback for referees

Finally! 23 and the FDA warning

Quite some time passed already since my last post (to be exact, more than 5 years) but now there are good news. The FDA issued a warning letter on the 22nd

… The Food and Drug Administration (FDA) is sending you this letter because you are marketing the 23andMe Saliva Collection Kit and Personal Genome Service (PGS) without marketing clearance or approval in violation of the Federal Food, Drug and Cosmetic Act (the FD&C Act) … However, even after these many interactions with 23andMe, we still do not have any assurance that the firm has analytically or clinically validated the PGS for its intended uses … Therefore, 23andMe must immediately discontinue marketing the PGS until such time as it receives FDA marketing authorization for the device …

The response is quite flimsy. Yes, there may be negative side effects of genetic testing and of course tests need to validated first. Slate may be correct that the FDA’s battle with 23andMe won’t mean anything in the long run but now at least, we are set back to science, yea, yea.

A broken contract

Erika Check Hayden ( who asked me by email before she wrote that piece ) has a new article about “A broken contract – as researchers find more uses for data, informed consent has become a source of confusion. Something has to change“. While I largely agree with her analysis of the current situation, her points for change are somewhat weakly described ( BTW that paper already generated a heated discussion at The Mermaid’s Tale: “Informed consent — who’s it supposed to protect, anyway?” ). Continue reading A broken contract