COVID19 Testzentren oder reicht ein COVID19 Selbsttest?

Bei einer Radtour von München nach Berlin Ende Juni 2021 habe ich wegen einschlägiger Vorschriften für Hotels und Campingplätze fast täglich ein neues Testzentrum gesucht. Bei den insgesamt 7 Schnelltests gab es dabei in jedem Bundesland andere Regelungen – einmal durfte ein Test nur 24h alt sein, dann 72h oder es gab wie in Berlin überhaupt keine Testpflicht mehr. An einer Rezeption bekam ich selbst ein Testkit in die Hand gedrückt — vermutlich war das der einzige Abstrich der technisch korrekt war (eine Ausnahme abgesehen). Einmal sollte ich an dem Stäbchen lutschen, zweimal wurde nur die vordere Nasenhöhle abgestrichen, zweimal die Tonsillen; einmal war es nur eine kurze Schleimhautberührung, einmal wurde mir fast ein Loch in die Rachenhinterwand gebohrt.

 

Nürnberg eurofins 21Dx Zentrum 25.6.2021: Das Zentrum ist besonders gut in Erinnerung geblieben weil  es im Nieselregen im Freien 5 Anläufe gebraucht hat auf einem Handy eine Webseite auszufüllen, die für ein Ipad aber nicht Iphone konstruiert war. Leider fiel dann auch noch der Webserver aus, so dass  mich der Test mit Umweg und Wartezeit fast 2 Stunden gekostet hat.
Berlin Kreuzberg Tarons Teststation 2.7.21 Die letzte und superfreundliche Teststation. Im übrigen waren alle Tests negativ was nach Impfung und AHA Regeln auch zu erwarten war.

Das Argument für die Testzentren war (trotz der Betrusanfälligkeit), man hätte sonst Tests nicht flächendeckend ausrollen können.

Ich glaube das stimmt nicht. Schnelltests sind alle mit Barcode versehen, damit eindeutig registrier- und zuordenbar auch als Selbsttest. So funktioniert auch die Tiroler Methode, wo auf einer Webseite der selbst durchgeführte Test eingetragen und damit entwertet wird.

Screenshot 16.7.2021 https://selbsttest.tirol/register

Vorteile der Tiroler Methode:  so vertrauenswürdig wie die Testzentren, leichter überprüfbar ob überhaupt durchgeführt, zentral auswertbar und technisch auch nicht schlechter als die Testzentrum dafür aber immense Kosteneinsparung. Dazu kommt die Zeitersparnis für die Testperson,  den sicherlich besseren Datenschutz sowie keine zusätzliche Infektionsgefahr durch  Testzentren.

Kritik gibt es aus der Opposition. Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt spricht unter anderem von “Missmanagement”. Von der Linken heißt es, die Zentren seien zu “hastig” und “schlampig” eingeführt worden.

Der Kritik schliesse ich mich an.