Das Problem des Ethikrates

Das Problem des Ethikrates?

Der Rat nimmt Stellung zu allen möglichen Themen, kann aber die Fakten oft nicht richtig einordnen oder wertet mit wenig nachvollziehbaren Kriterien.. Das war schon bei der (ersten) Biobanken Empfehlung so, das war bei den “wohltätigen Zwang” so, zuletzt der Keimbahn Empfehlung. Auch bei den “Masern” ist das offensichtlich. So jedenfalls das Ärzteblatt in der jüngsten Stellungnahme “Kinderärzte halten Ethikratvotum zu Masernimpfungen für wirklichkeitsfremd”.

Die Kinderärzte:

„Der Ethikrat erkennt an, dass Kinder – und auch ungeimpfte Erwachsene – gegen Krankheiten geimpft werden sollten, die damit eingedämmt oder sogar ausgerottet werden können“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. Er weise auch darauf hin, dass jeder Mensch die moralische Pflicht habe, sich solidarisch zu verhalten mit de­nen, die sich aus medizinischen Gründen nicht selbst per Impfung schützen könnten. „Doch die moralische Pflicht anzuerkennen und die rechtliche Pflicht abzulehnen, das halten wir für wirklichkeitsfremd“, monierte Fischbach.

Vielleicht sollte man sich auch in Erinnerung rufen, dass in der Sterbehilfedebatte die Mehrzahl der deutschen Ethiker sich für den fraktionsübergreifenden Vorschlag Künast/Sitte/Lauterbach ausgesprochen hatten, also den Vorschlag der dann  im Bundestag durchfiel.
Und genauso wurde nun die Impflicht gegen die Empfehlung des Ethikrates im Kabinett beschlossen und wird wohl auch durch den Bundestag gehen, die Länder müssen wohl nicht zustimmen.

Wenn Ethik sich mit den theoretischen Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns befasst,  dann erfüllt der Ethikrat mehr oder weniger seinen Zweck. Wenn es aber um die Schlussfolgerungen  geht – die praktische Anwendung der Ethik in der Moral – dann ignoriert man den Ethikrat besser.

q.e.d.