Inkubationszeit des Coronavirus

19.3.2020

Das Fehlen von Daten ist ein großes Problem. Aber sprengt eine Pandemie nicht das System, wenn ich nicht einmal mehr an meine Arbeitsstelle kann? Kollegen wenig Interesse habe, hier einzusteigen?
Allerdings  erinnert mich die Situation an meine frühere Arbeit in einer Chirurgischen Ambulanz.  Bei einem Unfallopfer mit Verdacht auf eine intraabdominale Massenblutung, hätten wir natürlich gerne noch etwas mehr Diagnostik gehabt (Ultraschall war damals nur etwas für Internisten) aber dafür war einfach keine Zeit.

Das muss man vielleicht auch einmal als Epidemiologe einsehen …

Was mich neben Ioannides so verstört, dass auch die komplette englische Riege von Starwissenschaftlern daneben lag – group think?

The Chief Scientific Adviser, Sir Patrick Vallance, Chief Medical Officer, Professor Chris Whitty, and the government’s science adviser Dr David Halpern indicated that the government’s strategy was to allow the virus to pass through the population, to allow individuals to “acquire herd immunity” at a delayed speed, while vulnerable groups were “cocooned.” This strategy, however, was subsequently contradicted by health secretary Matt Hancock, who insisted that “herd immunity is not our goal or policy”.

Die Strategie an sich ist ja nicht völlig falsch, allerdings sehe ich das nur als Fallback  Strategie nachdem andere Massnahmen versagt haben.

If COVID-19 containment policies fail and social distancing measures cannot be sustained until vaccines becomes available, the next best approach is to use interventions that reduce mortality and prevent excess infections while allowing low-risk individuals to acquire immunity through natural infection until population level immunity is achieved. In such a situation, allowing some infections to occur in lower-risk groups might lead to an overall greater reduction in mortality than trying to protect everyone equally.

Mittlerweile ist auch bewiesen, was ich bereits mit den ersten Patienten in München vermutet habe: dass nämlich  die bisher statistisch nicht erfassten Infizierten für 86 Prozent aller Erkrankungen in ganz China verantwortlich gewesen sind.

Und deshalb massiv die Testkapazität hoch gefahren werden muss.

Das würde im “individualmedizinischen Telefonat” mit dem Hausarzt geklärt, so der [RKI ]Sprecher. Vor dem Besuch eines “Drive-in” sollten erst Hausarzt oder Gesundheitsamt kontaktiert werden. “Das ist Schwachsinn”, empört sich Michael Kochen, langjähriger Präsident der Deutschen Allgemeinmediziner. “Mancherorts gibt es Testzelte vor Krankenhäusern oder Drive-ins. Die sollten frei zugänglich sein … zudem sei es “unübertroffen, wie unübersichtlich das Robert-Koch-Institut Fachinformationen für uns Ärzte auf seiner Homepage gestaltet”, sagt Kochen.

Mit der gewonnenen Testkapazität sollten Abstrich-Reihenuntersuchungen möglich sein wie in Korea.

Aber wie Sascha Lobo so schön sagte:

Damit  nun meine heutige Schätzung: Ansteckungsgefahr ab 3. Tag nach Kontakt, Symptome ab 6., überstanden ohne Komplikation ab ca 21. Tag. Rechnen wir die Korea Daten mit Hilfe des Artikels (Ende der Infektion ca. 23.3. minus Start am 20.2. plus 21Tage “Abkühlung” sind wir bei 54 Tagen  – also fast 8 Wochen Schulschliessung – was etwas günstiger als meine bisherige Hochrechnung von 10 Wochen ist.