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Your age doesn’t matter: The random impact rule

Outstanding discoveries are often preceded by publications of less memorable impact. However, despite the increasing desire to identify early promising scientists, the temporal career patterns that characterize the emergence of scientific excellence remain unknown [..]. We find that the highest-impact work in a scientist’s career is randomly distributed within her body of work. That is, the highest-impact work can be, with the same probability, anywhere in the sequence of papers published by a scientist—it could be the first publication, could appear mid-career, or could be a scientist’s last publication. This random-impact rule holds for scientists in different disciplines, with different career lengths, working in different decades, and publishing solo or with teams and whether credit is assigned uniformly or unevenly among collaborators.

What does this mean? If high impact research is being randomly distributed, that means that research success cannot be planned, neither by a scientist, nor by a research or funding organization. It means that all the overhead money that goes into reviews and organization is being lost if their goal is being “excellence”  and not just building a broad research landscape with good weather conditions.

More references www.spiegel.de/wissenschaft / Quantifying the evolution of individual scientific impact How much of your publication success is due to dumb luck? New tool ranks researchers’ influence

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

So many new layers

More recently, I have updated http:/cycleplanner.wjst.de with many more custome layers. It’s  a bit cumbersome to find  the best data sets out there while using it in leaflet is usually straightforward.screen Openstreetmap items work great with the overpass api which has a bit complicated syntax. Here is an example of an OR (union) query

var fuel = new L.OverPassLayer({
query: "(node['amenity'='fuel'](BBOX);node['amenity'='fast_food'](BBOX);node['amenity'='kiosk'](BBOX););(._;>;);out;"
});

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CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Zu viel “herumpromoviert”

Presseschau  Welt

Pöppel: “Nach meiner Einschätzung sind sehr viele der Erstsemester gar nicht studierfähig. Es ist extrem frustrierend zu sehen, was da alles an grundlegendem Wissen fehlt. Eigentlich müssten sich da die Hochschullehrer auf die zehn Prozent Besten konzentrieren. Durch die Verschulung der Universitäten geht das aber nicht. Der Bologna-Prozess ist eine Katastrophe. Die meisten Studierenden belegen nur noch Kurse, wenn die betreffenden Scheine vorgeschrieben sind. Das führt dann im doppelten Wortsinn zu einer Scheinbildung.”

Presseschau  SPON

Auch in der Vorlesung habe ich oft das Gefühl: Da wurde auswendig gelernt und abgespult. Die verschulten Bachelorstudiengänge fördern diese passive Lernhaltung.

Presseschau Der Tagesspiegel:

Das Promotionsrecht an Fachhochschulen – das nämlich ist die „Hochschule Fulda“ – ist ebenso überflüssig wie schädlich. Unnötig ist es, weil mit der Konstruktion der kooperativen Promotion dem Anliegen, befähigten Absolventen von Fachhochschulen den Weg zur Promotion zu ermöglichen, entsprochen wird. Schädlich ist es, weil damit das deutsche Wissenschaftssystem durcheinandergerät.

Es wird ohnehin zu viel “herumpromoviert”
Promotionen sind durch Plagiatsaffären in Misskredit geraten; außerdem wird zu viel über nicht relevante Themen „herumpromoviert“. Wenn jetzt auch noch Institutionen und Fachgebiete hinzukommen, ist dies der falsche Weg. Eher sollte das Promotionsrecht eingeschränkt werden.

Sind es zunächst einzelne Promotionszentren, die mit dem Recht ausgestattet werden, den Dr. zu verleihen, wird bald jede kleine Klitsche zur Doktor-Schmiede. Aus Prestigegründen wird davon auch reichlich Gebrauch gemacht werden.

Presseschau SPON II

Spätestens seit den Universitätsreformen im Zuge des Bologna-Prozesses, der eine europäische Vereinheitlichung bringen sollte, übernimmt die Promotion eine undankbare Scharnierrolle zwischen einer Post-Bologna-Realität im Studienalltag – der in diesen Tagen überall wieder beginnt – und dem Humboldt’schen Ideal von Wissenschaft. Ein bis ins Detail ausdefiniertes Studium, das schnell fit machen soll für den Arbeitsmarkt, trifft auf eine extrem uneinheitlich organisierte Universitätswelt. Bei der Promotion müssen diese inkompatiblen Vorstellungen von Wissen und Wissenschaft irgendwie zusammenfinden; mit gravierenden Folgen nicht nur für die Promovierenden, sondern auch für die Produktion von Wissenschaft.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Peggy und Böhnhardt – so wenig Wissen, so viel Palaver

Was passiert ist: Am Fundort der sterblichen Überreste von Peggy Knobloch in einem Waldstück wurde 15 Jahres später  DNA gefunden, die mit dem Mikrosatelliten Muster Uwe Böhnhardts übereinstimmt. Eine journalistische Sensation, die beiden bekanntesten Kriminalfälle in Verbindung zu bringen! Verblüffend wie schnell hier Kontamination ausgeschlossen wurde und das obwohl es dieselben Ermittler und dieselben Labore waren, welche mit der DNA gearbeitet haben?

Wie erst jetzt bekannt wurde, handelte es sich bei dem zuständigen Chefermittler im Fall Peggy als auch beim Leiter der späteren “SoKo Bosporus” im Fall der NSU-Morde um ein und dieselbe Person: Den mittlerweile pensionierten Wolfgang Geier.

Die Ermittlungspanne im “Heilbronner Phantom” durch kontaminierten Wattestäbchen ist gerade mal 7 Jahre her. Das sollte auch ein emeritierte Rechtsmediziner im wohlverdienten Ruhestand wissen. Den Vogel aber abgeschossen hat die FAZ mit ausgefeilten Theorien von Böhnhardts Verbindung zu Kindermorden.

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Doch es geht noch dümmer, so der ZEIT Titel heute:

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Kontamination ist nicht schier unglaublich, sondern die naheliegendste Erklärung. Vielleicht hätte aber auch das forensische Labor mal etwas innovativeres machen müssen, als immer nur die ewig gleichen Panels zu fahren. Zum Beispiel Degradation untersuchen, ein bisschen weiter sequenzieren, miRNAs, Methylierungsmuster bestimmen, 17S RNA, etc., bevor man an die Presse geht?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Gentest vor Vitamin D Prophylaxe?

Es gibt eine kindliche Erkrankung, die nur bei Vitamin D Prophylaxe auftritt: die idiomatische infantile Hyperkalzämie Lightwood (OMIM 143880). Die Ursache, eine oder mehrere Mutationen im Vitamin besser Hormon D abbauenden Enzym CYP24A1, wurden  erstmals durch Schlingmann 2011 charakterisiert. Diese Kinder leiden an einer Hyperkalzämie, Wachstumsverzögerung, Erbrechen, Dehydration und Nephrokalzinose. Mittlerweile sind noch mehr Mutationen bekannt:

 

Schlingmann, NEJM 2011
Clinvar 2016Funktion
A475fsX490pathogen
E143delNM_000782.4(CYP24A1):c.428_430delAAG (p.Glu143del)
GRCh38: Chr20:54172928-54172930
pathogen
E151XNM_000782.4(CYP24A1):c.451G>T (p.Glu151Ter)
GRCh38:
Chr20:54171669
pathogen
L409SNM_000782.4(CYP24A1):c.1226T>C (p.Leu409Ser)
GRCh38:
Chr20:54158096
schwach pathogen
R396WNM_000782.4(CYP24A1):c.1186C>T (p.Arg396Trp)
GRCh38:
Chr20:54158136
pathogen
R159QNM_000782.4(CYP24A1):c.476G>A (p.Arg159Gln)
GRCh38:
Chr20:54171644
pathogen
E322KNM_000782.4(CYP24A1):c.964G>A (p.Glu322Lys)
GRCh38:
Chr20:54162743
pathogen
c.445_449(+1) delATCCTg-hetpathogen
NM_000782.4(CYP24A1):c.1039C>T (p.Gln347Ter)
GRCh38:
Chr20:54159075
vermutlich pathogen
NM_000782.4(CYP24A1):c.1426_1427delCT (p.Cys477Leufs)
GRCh38:
Chr20:54157395-54157396
pathogen

Offensichtlich gibt es hier auch  benigne Formen. Ob ein Mutationsscreening vor einer Vitamin D Prophylaxe Sinn macht (“Präzisionsmedizin“)? Dazu müsste man erstmal die Prävalenz der CYP24A1 Varianten in der Bevölkerung kennen, Schlingmann schätzt zumindest 100 Fälle / Jahr in England.

 

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

I am very astonished that the scientific picture of the real world around me is very deficient

“I am very astonished that the scientific picture of the real world around me is very deficient. It gives us a lot of factual information, puts all of our experience in a magnificently consistent order, but it is ghastly silent about all and sundry that is really near to our heart, that really matters to us. It cannot tell us a word about red and blue, bitter and sweet, physical pain and physical delight; it knows nothing of beautiful and ugly, good or bad, God and eternity. Science sometimes pretends to answer questions in these domains, but the answers are very often so silly that we are not inclined to take them seriously.” – Erwin Schroedinger

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Vitamin D Vergiftung bei Weidetieren

Auch Kühe können erhöhte Vitamin D Werte haben, wenn sie Goldhafer fressen, der ab 500m im alpinen Raum auftritt.

Trisetum flavescens / Goldhafer ist zwar kein bevorzugtes Futter und wird nur gefressen, wenn das Angebot von anderen Gräsern knapp ist. Der Hafer enthält aber Calcitriol, das aktive Vitamin D Hormon (ansonsten kommt Vitamin D in der Nahrungskette nur als Ergocalciferol in sonnenbestrahlten Steinpilzen, Pfifferling, Spinat, einigen Kohlarten und Hefe vor. Lebensmittel mit hohem Gehalt tierischen Ursprungs sind Hühnereier, fettreiche Fische wie Lachs, Forelle, Thunfisch).

Sensationell ist jedenfalls der  Hormongehalt des Hafers, den es sonst in keinem Lebensmittel gibt. Das bayrische Landesamt für Umwelt 2007 weiss auch, wo besonders viel Goldhafer in Bayern zu finden ist – südlich des Chiemsees

Einziger Fundort [von Trisetum flavescens ssp. purpurascens (Goldhafer)] im Landkreis am Sagberg bei Frasdorf in Goldhaferwiesen bei 820 m, an den rotbraunen, kräftigen Fruchtständen und kräftigeren Blattspreiten gut kenntliche Unterart des Goldhafers, bisher nur bekannt und zahlreich nachgewiesen aus höheren Lagen der Allgäuer Alpen. Außerhalb davon nur noch drei Meldungen aus tieferen Lagen im Rahmen der ABK (außer diesem sonst nur noch Einzelnach- weise aus den Landkreisen Lindau und Garmisch-Partenkirchen).

map

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Postfaktisch?

Es ist das Unwort des Jahres. Philipp Sarasin erklärt wieso:

Aussagen über die Welt müssen, mit einem Wort, ‚Sinn ergeben‘. Wenn sie das nicht tun, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Sie erweisen sich nach allen Masstäben als falsch oder gelten als uninteressant (oder beides) – oder aber sie werden, früher oder später, zum Ausgangspunkt neuer Wahrheiten, neuer Erkenntnis, neuer Tatsachen. Fakten sind daher seit der Moderne und explizit in unserer Postmoderne „kontingent“, wie der Soziologe Niklas Luhmann sagte: Sie lassen sich nicht ‚letztlich‘ und ‚notwendiger Weise‘ als ‚absolut‘ wahr erweisen […]

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Allergy, Vitamin D Receptor and Parabacteriodes

There was a congress abstract earlier this year by Rachid, Rima A et al. in  Journal of Allergy and Clinical Immunology:  “Food Allergy in Infancy Is Associated with Dysbiosis of the Intestinal Microbiota” where 137 infants (52 food-allergic and 85 controls) were enrolled and differences in fecal microbiota tested between the 2 groups. Food-allergic babies at 1-6 months of age had decreased abundances of genera in Bacteroidetes (Parabacteroides and Alistipes).

Interestingly, a new genome-wide association study of the gut microbiota using two cohorts from Northern Germany identified genome-wide significant associations for microbial variation and individual taxa at multiple genetic loci, including the VDR gene.  To further explore this association, they analyzed gut microbiota data fin Vdr−/− mice, confirming that loss of Vdr in mice substantially affects diversity. A more detailed exploration also showed that VDR consistently influences individual bacterial taxa such as Parabacteroides.

screen

So, is this a missing link?-Can vitamin D supplementation influence the gut microbial flora? This could explain even other observations. Right now rs7974353 is a rare human intronic SNP with no disease annotation.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Akademische Vor-träge

academics hat einen interessanten Kommentar

So wird von einem Abendvortrag Grundsätzliches und Überspannendes erwartet, wohingegen ein Vortrag am späteren Samstagnachmittag allenfalls zarte Ergänzungen beisteuern sollte. Die performative Herausforderung schließt unmittelbar daran an, indem der Referent darauf geprüft wird, ob er die ihm zugedachte Rolle auszufüllen vermag. Verzichtet der Abendvortragende auf die große Geste des Universalgelehrten, gilt er als Enttäuschung. Übt sich der Nachwuchs hingegen in zu forscher Thesenbildung, wirkt er anmaßend. Die Kunst der Tagungsorganisation besteht darin, die Choreografie der Rollen möglichst passgenau vorzuzeichnen. Nachwuchsleute werden daher meist auf Zeiten gesetzt, in denen sich Hunger mit nachlassender Konzentration und Abfahrtszeiten von Zügen überschneidet. Die akademischen Top-Acts wiederum eröffnen Sektionen, stemmen einen Solopart oder den Impulsvortrag zum Tagungsauftakt. So besitzt jede Rolle ihre eigene Uhrzeit.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Value free science

There is an interesting course at ETH Zürich

Should science be free from moral, political or ideological influences? According to the so-called value-free ideal it should. Many scientists think of themselves as committed to truth and objectivity and nothing else. In this seminar, we will track the history of the value-free ideal and engage in a debate about the potential role of so-called non-epistemic values in science.
Course Objective
In the past decades, philosophers of science have begun to challenge the value-free ideal in science. With the help of recent literature from the philosophy of science, students will be introduced to the debate on values in science and the reasons for why the value-free ideal has come under attack. They will be familiarized with the distinction between epistemic (truth-conducive) values and so-called non-epistemic values. The course aims at enabling students to critically reflect the potential role of non-epistemic values in science.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026

Big data Größenwahn

Quelle www.brandeins.de diskutiert eine Arbeit aus Nature 2009:

Das US-amerikanische Wissenschaftsmagazin präsentierte eine Studie von Datenwissenschaftlern in Diensten von Google und Yahoo. Die konnten plausibel nachweisen: Wenn viele Leute Suchwörter wie „Grippesymptome“ oder „Apotheke in der Nähe“ eingeben, lassen sich geografische Ausbreitungen von Seuchen nahezu in Echtzeit berechnen, ohne dass irgendjemand mit einem einzigen Arzt sprechen muss. Die Anwendung dazu nannten sie GFT, Google Flu Trends.
Mit gesundem Menschenverstand leicht nachzuvollziehen war, dass die Methode um ein Vielfaches präziser und schneller sein würde als das gängige Verfahren des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention. Die Beamten der Behörde sammeln Fragebögen bei Arztpraxen zu Patientenzahlen ein und rechnen mit ein bis zwei Wochen Zeitverzögerung die gesundheitliche Lage der Nation hoch.

Dann aber kam eine Arbeit in Science 2014

Rückblickend hatte sich die Vorhersagequalität von GFT als lausig erwiesen. Die Beamten mit ihren Fragebögen hatten im Durchschnitt bessere Vorhersagearbeit geleistet. Kurz darauf wurde eine Studie von Datenwissenschaftlern rund um den Harvard-Ökonom Ryan Kennedy publiziert, die den Aufstieg und Fall des Datenmusterknaben Google Flu Trends zur Parabel für Big-Data-Analytik insgesamt erklärte.

siehe auch Wired “What We Can Learn From the Epic Failure of Google Flu Trends?”

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 25.03.2026