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Lights on please, any questions? Prototyping a new discussion culture

It is a ritual that I have seen for may years. All lights are switched on after a talk and the race starts for the microphones.
These are not always the best questions that are being asked after a talk. And as there is a time limit, not all questions will be asked. And why are these  only oral questions while the lecture was multimedia?

Apart from the fact that asking a question is  a mini-presentation of people who are not suffering from low self esteem, I think we may indeed develop new tools of communication.

Here is my current experimental setup. I open a local hotspot before the lecture where up to 250 mobile devices (phone, tablet, laptop) can connect.  Each of these clients in the audience gets a comment / upload screen when following instructions given on the first slide.

2

 

All audience response is being written to a database, while attached diagrams or screenshots are being saved to a cache directory.

The talk itself is not displayed from Powerpoint but from Chrome in presentation mode. Basically this is just one single presentation page built dynamically with one  divs per slide.  Next slide just means scrolling to the next div and can be controlled from any tablet or phone.

Periodically the presentation page is being appended with further divs containing new question slides from the audience.

After the end of the talk, we can go to the admin page, where we may jump to single questions and display them just like the slides from my own talk.

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But what is so much different now to the current practice?

  • Questions are asked in time.
  • Everybody can see the questions –  no need for any microphone.
  • There is nothing is lost as we can review the questions even weeks later.

If you interested in testing, I would be happy to share further details. The only thing you need is a local WLAN router and access to the command line where a local web server is being started.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Your own network running from a Macbook

I need a local wireless LAN for about 100 mobile phones working as message terminals for an info screen projected to a white wall. As I had an old, unused Fritz! Box, I created a WLAN there but disabled DHCP as local domains are not supported by the Fritz! OS due to security constraints.
Then I installed dnsmasq on the Macbook and a packet sniffer to see what is going on.

brew update
brew install dnsmasq
brew install wireshark --with-qt

while I could use the DNS server already available under Mavericks. But then things became difficult. Here is what finally worked for me. Not sure if this is really the best way to handle it…

# need to be run as root
sudo -s
# WiFi off
networksetup -setairportpower en0 off
# set IP address, net mask, and router
networksetup -setmanual Wi-Fi 192.168.1.2 255.255.255.0 192.168.1.1
# set nameserver IP address
networksetup -setdnsservers Wi-Fi 192.168.1.2
# start nameserver
launchctl load -w /Library/LaunchDaemons/homebrew.mxcl.dnsmasq.plist
# start DHCP server
launchctl load -w /System/Library/LaunchDaemons/bootps.plistapachectl start
# WiFi on
networksetup -setairportpower en0 on
# test local domain
dig test.dev

And just for the records here are two configuration files for DHCP and nameserver including their directories.

sudo nano /etc/bootpd.plist

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE plist PUBLIC "-//Apple//DTD PLIST 1.0//EN" "http://www.apple.com/DTDs/PropertyList-1.0.dtd">
<plist version="1.0">
<dict>
    <key>bootp_enabled</key>
    <false/>
    <key>detect_other_dhcp_server</key>
    <true/>
    <key>dhcp_enabled</key>
    <array>
        <string>en0</string>
    </array>
    <key>reply_threshold_seconds</key>
    <integer>0</integer>
    <key>Subnets</key>
    <array>
        <dict>
            <key>allocate</key>
            <true/>          
        	<key>dhcp_domain_name_server</key>
    		<array>
        		<string>192.168.1.2</string>
            </array>
    		<key>dhcp_router</key>
    		<string>192.168.1.1</string>        
            <key>lease_max</key>
            <integer>86400</integer>
            <key>lease_min</key>
            <integer>86400</integer>
            <key>name</key>
            <string>192.168.1</string>
            <key>net_address</key>
            <string>192.168.1.0</string>
            <key>net_mask</key>
            <string>255.255.255.0</string>
            <key>net_range</key>
            <array>
                <string>192.168.1.3</string>
                <string>192.168.1.254</string>
            </array>
        </dict>
    </array>
</dict>
</plist>

sudo nano /usr/local/etc/dnsmasq.conf

address=/.dev/192.168.1.2

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Zum Gewaltpotential der christlichen Religion

2012 hat Papst Benedikt XVI. in der Weihnachtsansprache gesagt

dass in der Geschichte der Monotheismus als Vorwand für Intoleranz und Gewalt gedient hat. Wahr ist, dass Religion erkranken und so sich ihrem tieferen Wesen entgegenstellen kann, wenn der Mensch meint, selbst die Sache Gottes in die Hand nehmen zu müssen, und so Gott zu seinem Privateigentum macht.

Die brutale Seite der Religionen wird einem bald jeden Tag vor Augen geführt. Das ist aber beileibe nicht nur ein Problem des Judentums oder des Islam, es ist auch ein bestürzendes Problem des Christentums.
Im Rahmen einer Studie über Wahn und Religion habe ich diverse Beispiele gefunden, darunter auch Karl K., der “Jesus von Ratzeburg”. Er hat im Streit über den Lebenswandel seinem 22-jährigen Sohn Thomas ein Küchenmesser in den Rücken gestoßen  (und verbüßt dafür nun eine lebenslängliche Freiheitsstrafe ). Herr K. liess mir heute über die Staatsanwaltschaft ausrichten, dass er sich nicht mit mir unterhalten will. Das ist bemerkenswert, da er ansonsten doch alle Menschen missionieren wollte. Seine Begründung jedenfalls war

es steht geschrieben: Wer zurücksieht, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.

Er bezieht sich dabei auf eines der wenigen, in der Tat radikalen Jesusworte aus dem Lukasevangelium: “Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes“.
Die Absage von Herrn K.  soll wohl heissen, dass seine ansonsten gerade gezogene Furche krumm wird, wenn er in einem Interview zurückschaut. Auch die Satzeinleitung ist bezeichnend, nach Kant (Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft)

verschlägt nichts wider den alle Einwürfe niederschlagenden Machtanspruch: da steht’s geschrieben

Wie wenig Einsicht doch aus diesem einen Satz spricht, oder wie Benedikt es sagen würde, wie krank ist doch die Religion dieses Mannes, der selbst die “Sache Gottes” in die Hand genommen hat.
Aber kann man nun dieses Verhalten nun dem Christentum anlasten oder sind es sind es ganz einfach bestimmte Persönlichkeiten, die sich die Religion als Spielwiese, oder sagen wir besser als Schlachtfeld für ihren Fanatismus aussuchen?
Die Begründung des eigenen Handelns – von einem liberalen Protestantismus, über den reaktionären Pietismus bei  Rudolf Ebertshäuser, Wolfgang Bühne, Stephan Holzhaus, Wolfgang Nestvogel,  bis hinab zu dem Straftäter Karl K. – wird dabei von derselben Bibel abgeleitet. Erstaunlich, oder?
Aus dieser Tatsache ergibt sich zwingend, daß die Texte der Bibel vieldeutig sind — nur im Zusammenhang mit dem  Urheber und dem Adressaten und oft auch nur aus der jeweiligen Epoche verstehbar.

Wenn aber auch die Bibel nicht irren kann, so könnte doch ein Ausleger derselben in verschiedener Weise irren.

schreibt Galileo Galilei an Piero Dini vom Mai 1615. Eine göttliche Eingebung hätte keine missverständliche Formulierungen im textus receptus oder Aland zugelassen, keinen variablen Kanon, Abschreib- oder Übersetzungsfehler.

Aber so kann sich der Fanatiker Karl K. aus einem riesigen Vorrat von Erzählweisheiten genau das heraussuchen, was ihm passt — Abram hätte schliesslich auch seinen Sohn Isaak geopfert “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen” wenn auch nur in einer Erzähltradition aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.

Dagegen würde jeder andere evangelische oder katholische Christ das 5. Gebot halten oder besser noch die wiederholte Anweisung (Eph 6,4 und Kol 3,21) “Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn”. Die Liebe (nicht die Toleranz) war zumindest eine urchristliche Tugend “Die Liebe erträgt alles” (1.Kor 13,7) oder “einer trage des andern Lasten” (Gal 6,2).

Wo der christliche Glaube aber nur noch zu einer fundamentalistischen Bücherverehrung wird, wo er die Verbindung zu den Kirchen, der Kultur, der Politik, der Wissenschaft und den Rest der Gesellschaft abschneidet, da ist das Missbrauchspotential auch im Christentum zu menschenverachtenden, mordenden Aktionen erschreckend da. Das Risiko ist vielleicht nicht so hoch, wie in anderen monotheistischen Regionen, da die christliche Soziallehre eigentlich klare Schranken aufweist. Die Situation wird aber auch hier jederzeit brandgefährlich, wenn bedingungslose Hingabe gefordert wird, die Aufgabe des Ichs wie von Ignatius überliefert

Wir müssen immer festhalten, um in allem das Rechte zu treffen: Von dem Weißen, das ich sehe, glauben, dass es schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so bestimmt, ….

Christlicher Fundamentalismus und islamischer Fanatismus haben etymologisch nur wenig gemeinsam (Fundus ist der Grund und Fatum der Tempel), aber inhaltlich bauen sie aufeinander auf, der Tempel auf dem Grund, wie der Fanatismus auf dem Fundamentalismus.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Widmung

Was ich heute gesehen habe, ist doch etwas ungewöhnlich: Die Widmung einer Doktorarbeit wurde aus Datenschutzgründen entfernt:

Bildschirmfoto 2014-11-22 um 22.47.16

Keine Ahnung was sich I.E.F. aus L. genauer B., dabei wohl gedacht hat. Mal abgesehen von grässlichem Deutsch

Eine verlässliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse der verschiedenen Publikationen ist in Gänze nicht möglich

und etwas skurillen Testverfahren, bin ich schon irritiert, mit so etwas in Zusammenhang gebracht zu werden.

Gedemütigt dürfte aber vor allem der Adressat der Widmung sein. Eine Widmung ist nach Auskunft von Wikipedia eine Zueignung, der Ausdruck einer freundlicher Verbundenheit und des Dankes des Autors

eines Werkes an eine Person, die ihm nahesteht. Die Widmung in einem Buch hat ihren Platz auf der Widmungsseite.

Juristen sehen den Begriff Widmung sogar noch weiter reichend

Als „Widmung“ wird ein Rechtsakt bezeichnet, welcher aus einer Sache eine öffentliche Sache macht. Mit der Widmung wird erklärt, dass die betreffende Sache einem bestimmten öffentlichen Zweck dienen soll.

Nun, man kann eine Widmung weglassen, aber aus Datenschutzgründen dann von der Veröffentlichung löschen? Damit ist wohl der der Sinn der Widmung komplett abhanden gekommen.

Vielleicht ist das aber dann doch nicht wirklich tragisch, wenn man den Rest der Arbeit liest…

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Wissen und Pseudowissen

Wissen und Pseudowissen sehen von weitem betrachtet ähnlich aus. Pseudowissen kommt im Mantel von anerkanntem Wissen daher, ist allerdings nie wirklich überprüft worden. Traditionelle Überlieferung eben, Hörensagen, alles plausibel, aber doch nie überprüfte Fakten. Auch in der Wissenschaft macht sich zunehmend Pseudowissen breit. Darauf kam auch Al Ani mit einem interessanten Beitrag bereits Anfang des Jahres zu sprechen

ls ich vor einigen Tagen eine Vorlesung abhielt, meldete sich eine anwesende Studentin: Sie hätte sich mit meinem Vortragsthema zwar noch nie beschäftigt, hätte aber schnell zwei von mir zitierte Quellen gegoogelt und befand diese als nicht repräsentativ.
Dieses Beispiel zeigt zwei wesentliche Merkmale des heutigen Lernverhaltens: Dieses erfolgt immer öfter nicht mehr “auf Vorrat”, sondern sozusagen „on demand”: Wenn ich es brauche, weiß ich, wo ich es herbekomme. Ein Verhalten, das sehr gut zur Bewältigung der Herausforderung passt, wie sie schnell aufeinander abfolgende, unterschiedliche Aufgabenstellungen und Projekte im digitalen Zeitalter darstellen. Lernen auf Verdacht erscheint hier nicht immer sinnvoll und möglich, da es selten absehbar ist, was auf einem in der nächsten Zeit an Anforderungen zukommen wird.
Ein solches Verhalten bedingt dann natürlich auch einen anderen Umgang mit einem exponentiell wachsenden und durch soziale Medien fast schon überbordenden angebotenen Wissen oder eher Informationen. Es geht hier zunächst darum, den Überblick zu wahren, zu navigieren…
So rational und sinnvoll ein derartiges Verhalten auch sein mag, es bedeutet offensichtlich einen Bruch mit dem bisherigen Lernverhalten und hat massive Auswirkungen auf unser Verhalten und sogar auf den Zusammenhalt der Gesellschaft als solche.

Vergessen wir für einen Augenblick, wie skurill es ist, dass dieser Beitrag auf der Huffington Post erschienen ist.
Dass Wissen stirbt, finden aber auch andere Autoren, zuletzt Knauß in der Wirtschaftswoche, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel:

In seinem sehr lesenswerten aktuellen Werk „Die Explosion des Wissens“ erzählt der britische Ideenhistoriker Peter Burke die Geschichte des Wissens von der Epoche der Aufklärung bis zur Gegenwart nach…
Die Geschichte des Wissens wird üblicherweise als eine große Geschichte des Fortschritts gesehen, die in der „Wissensgesellschaft“ mündet, in der wir nun angeblich leben – und die immer schneller fortschreitet. Eine ewige Aufwärtsbewegung von immer mehr wissenden Menschen.
Burke aber erzählt sein Werk gerade nicht als eine solche eindimensionale Fortschrittsgeschichte. Er widmet auch dem „Wissen verlieren“ ein eigenes Kapitel. Die Geschichte des Wissens ist – wenn man weit genug zurückblickt – eine des Auf und Ab. Und es gibt gute Gründe dafür, die Gegenwart eher auf dem absteigenden Ast zu sehen.

In der Tat, wo Wissen zur Ware wird,  da stirbt Wissen. Ware vergibt eben. Da nimmt nun eine ganze Generation Wissen mit, die wirklich noch etwas von der Welt wusste.  Die alle keinen Wissenskanon a la Ganten oder Schwanitz brauchten, die noch eine umfassende Schulbildung und Studium vor der Massenuniversitäten genossen haben.
Und nochmal, wo Wissen nur noch als “Impact” gezählt wird, da stirbt das Wissen. Es geht hier nicht mehr um das Wissenwollen, sondern um die industrielle Datenproduktion. Wissen in den Postgraduierten Schools wird ersetzt durch “Kompetenzen”, nachrangigen Fertigkeiten (wie zum Beispiel “goggeln” oder Bewerbungskursen). Nur dumm, dass alle dieselben Bewerbungskurse machen und nur dumm, daß Googeln nicht viel nützt, wenn der Sachverhalt im erstbesten Link falsch dargestellt ist. Dass das eigentlich relevante Ergebnis erst auf Seite 10 kommt, oder überhaupt nicht im Internet steht. Wie Paul Liessmann es auf den Punkt gebracht hat “Wer keine Ahnung von Geschichte hat, dem hilft auch Wikipedia nicht weiter”.  Die Fragmentierung des Wissens bedeute leider auch, dass immer weniger wirklich überprüft ist. Pseudowissen eben. Und wer es dann trotzdem noch schafft, Zusammenhänge zu erkennen, der ist weise. Meine ich jedenfalls.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Prof. Dr. Dr. Dr. hc (mult)

Es sieht beeindruckend aus.

Ich bekomme nicht wenig Emails, die alle möglichen akademischen Titel im Namensfeld haben, Dr. Dr. hc (mult), dazu Boss, Chair, Chief, Director, CEO in der Signatur.
Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr, das wusste schon die Generation meiner Großmutter.
Aber weder individualpsychologisch noch gruppensoziologisch hat Bescheidenheit noch einen besonders guten Ruf.
Ich meine allerdings, daß unser Privileg als Wissenschaftler einen Eindruck von der Größe der Welt zu haben, einem die eigene Leistung reichlich klein erscheinen lässt.
Und wenn jemand wie der große Johann Sebastian Bach über seine Noten nur SDG (“soli deo gloria”) schreibt, dann beeindruckt mich das mehr, als jede Häufung akademischer Titel.
Und wo wir schon bei Bach sind, in der Motette “Jesu, meine Freude” heisst es dann auch in der vierten Strophe

Weg ihr eitlen Ehren,
Ich mag euch nicht hören,
Bleibt mir unbewußt!

Nietzsche hat das auch beobachtet „Lucas 18,14 verbessert: Wer sich selbst erniedrigt, will erhöhet werden.“

Das empfinden wohl auch andere so….

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

I think this manic desperation to endlessly extend life is misguided and potentially destructive

A quote from the ethicist Ezekiel J. Emanuel

But here is a simple truth that many of us seem to resist: living too long is also a loss. It renders many of us, if not disabled, then faltering and declining, a state that may not be worse than death but is nonetheless deprived. It robs us of our creativity and ability to contribute to work, society, the world. It transforms how people experience us, relate to us, and, most important, remember us. We are no longer remembered as vibrant and engaged but as feeble, ineffectual, even pathetic.

Mors certa, hora incerta.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Premature epiphysis closure by high vitamin D supplementation?

Having been asked this question, I was only aware of the fact that premature epiphysis closure is a side effect of isotretinoin therapy in children (Tran 2008).
While DELAYED epiphysis closure is known for rickets, it is an interesting question if vitamin D supplements given to adolescents will be leading to a premature end of longitudinal growth. Maybe this is also a difficult question as the answer will depend on long-time vitamin D, calcium and phosphate status; it will depend on dose and application scheme of any vitamin D supplement. And it will depend to some extent on the genetically determined vitamin D hydroxylase activity. The ultimate textbook (Feldman, Vitamin D, p864) writes

With treatment the unmineralized osteoid of the growth plate of the metaphysics ad epiphysis will mineralize.

This is in line with original research in rats (Boris 1978) showing

The results … indicate that the administration of la,25-(OH)2-D3 during the recovery period after EHDP administration significantly improved the uptake of 5Ca by the epiphyseal plate while reducing the plate width.

and probably also in calves ( Woddard 1997 ) although that study also included vitamin A.

This study showed that vitamin A induced growth-plate closure if calves were given an intramuscular injection of vitamins A and D (2,000,000 IU and 300,000 IU, respectively) on the first day after birth

So we need to ask first if an adolescent gets additional vitamin A for acne treatmentFor vitamin D supplementation, the case is rather unlikely at the moment.. The only intervention study that I know of (Morandi 2014) missed some important aspects by focusing only on “growing pain”.  As we now have the possibility of doing PET scans of the epiphysis, it would be a good research question to be safe with vitamin Du supplementation of adolescents. 

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

OS X 10.10 Yosemite update breaks PHP in Apache localhost

Unfortunately the recent system upgrade overwrites all your local web server installation. As the Apache versionnow  also increased to 2.4 in Yosemite, it is  not a good idea to get your former http.conf from the backup.
computersnyou.com nicely explains the repair procedure but this still did not work for me as there is another configuration change necessary.

# needs to be uncommented
LoadModule php5_module libexec/apache2/libphp5.so
# needs to be added
<IfModule mime_module>
  AddType application/x-httpd-php .php
..

I am still struggling with the GD graphics library. It looks enabled from phpinfo() while ferrotype functions like imagettftext() are still not working. But there is a solution at stack overflow

curl -s http://php-osx.liip.ch/install.sh | bash -s 5.6

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

How to cope with the unexpected – incidental findings

Jane Kaye from Oxford was speaking on the 15th Oct 2014 in Coimbra during the ChipMe meeting about the question “How to cope withe unexpected – incidental findings”.

20141015_111414_DSCF5038

The talk basically refers to a new EJHG paper dealing with UK10K issues. The UK10K research project Continue reading How to cope with the unexpected – incidental findings

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

An epidemic of nonsense

13 € for a paperback, this is “An Epidemic of Absence. A new way of understanding allergies and autoimmune disease”. It is written by Moises Velasquez-Manoff , a journalist otherwise working for the “The Christian Science Monitor”. As his online bio reports “he dreamed of writing novels”. I would wish he would done so.

The outset is rather clear – Velasquez-Manoff wants to find a cure for his own autoimmmune disease. While this may be a legitimate justification for collecting information about a given topic, the method by Velasquez-Manoff is not. At a first glance, it looks like a serious book, well written, interesting facts presented in a coherent manner followed by numerous references. Maybe that made such an impression on the (numerous) positive reviewers. Maybe all the positive reviewers are experienced science journalists that judged by the overall impression plus some common sense plus some specific knowledge. But, Velasquez-Manoff did never hear the other side (on p.310, he even admits who has read and commented on sections of the manuscript: exclusively scientists in favor of the hygiene hypothesis). To recognize that you need to be a scientist – journalists would not notice that.

I compiled a long list the errors but feel now, that it would be too time consuming to write that down here. As far as it concerns me (p. 99) there was no grant to win in Munich as the study Velasquez-Manoff is talking about was a commissioned study. And sorry (p.100) I wrote the full grant application comparing East and West Germany children and did large part of the field study. Furthermore, I am not convinced (p.101) that the East West German differences ever supported the hygiene hypothesis, it is something different. And it was not in 2000 (p.102) that someone published on day care (p. 102), we wrote that already in 1999. Audiatur et altera pars, yea, yea.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Better figures

A recent paper identifies 10 rules for better pictures. As I have also given several lectures on that topic, I was excited what the authors think…
1. Know your audience. This is trivial as you never know your audience.
2. Identify your message. True and not true at the same time. True as it makes your findings more evident – not true if you are allowing a reader to find his own message.
3. Adapt the figure to the support medium. Trivial. May be very time consuming.
4. Captions are not optional. Absolutely true, I also suppport good captions – mini stories for those who can’t read the whole text.
5. Do not trust the defaults. Trivial. No one does.
6. Use color efficiently.  Not really,  avoid colors for those of us who are colorblind and to avoid expensive page charges.
7. Do not mislead the reader. Why should I?
8.  Avoid Chartjunk. Absolutely. Most frequent problem.
9. Message trumps beauty. Sure, form follows function.
10. Get the right tool. Maybe correct while the further recommendations look like a poor man’s effort to make his first graphic at zero cost: Gimp, Imagemagick, R…

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Zur Geschichte der Heilpraktiker

Der im letzten Jahr verstorbene und nicht unumstrittene Münchner Toxikologie Daunderer schrieb auf seiner toxcenter Webseite über das Heilpraktikerwesen als ungeliebtes Hitlererbe:

Kritiker halten die Existenz des Heilpraktikerberufs für einen Betriebsunfall der deutschen Geschichte. … Weil Deutschland im frühen 19. Jahrhundert den Trend zum Zentralstaat verpennt hatte, gab es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein keine einheitliche Regelung dazu, was in deutschen Landen unter einem Heilberuf zu verstehen sei. Heilen durfte, wer von seinem Fürsten die Erlaubnis bekam. Erst die Nazis sahen hier Regulierungsbedarf und schufen mit sicherem Gespür für monströse Wortschöpfungen die Reichsheilpraktikerschaft. Dadurch wurden tausende medizinische Therapeuten im Gebiet des Deutschen Reichs ohne ärztliche Ausbildung auf einen Schlag legalisiert. “Der Hintergedanke war, möglichst keine neuen Heilpraktiker mehr zuzulassen und unsere Zunft auf diese Weise aussterben zu lassen”, sagt Arne Krüger vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker. [Der Text stammt vermutlich nicht von ihm selbst, sondern von Philipp Grätzel von Grätz, 2006, Heilpraktiker – ein Beruf wie ein Leberkäs].

Selbst wenn es nicht so war, es passt  recht gut in die NS Ideologie, wie auch Andreas Brieschke schreibt:

Es … ließen sich große Teile der “zurück zur Naturbewegung” von der Blut-und-Boden-Ideologie der Nazis einfangen und für die sogenannte Neue Deutsche Heilkunde instrumentalisieren. Die an sich richtigen präventiven Ansätze der weitgehend unpolitischen Naturheilkundler wurden so für die Stählung des deutschen Menschen umgedeutet und Gesunderhaltung zur “Pflicht des Einzelnen gegenüber dem Volkskörper”. Die Weiterführung dieser Gedanken führte dann zur Euthanasie.
Die Einbindung der Laienbehandler in die NS-Gesundheitspolitik und deren Legalisierung war in der NSDAP stark umstritten, gab es doch neben den Natur und Mythen verherrlichenden Teilen auch die der (pharmazeutischen) Industrie zugewandten Strömungen. Sie führte erst im Februar 1939 zum Erlass des Heilpraktikergesetzes.

Auch wenn zunächst geplant war, keine Heilpraktiker mehr zuzulassen, misslang das Vorhaben. Dies nicht zuletzt auch durch das Ansehen der jüdischen Ärzte und Professoren, die allesamt ihre Approbation verloren hatten, sich nun notgedrungen als Heilpraktiker betätigen mussten und damit zu Unrecht den Heilpraktikern Ansehen erwarben.. Dann aber ging der Nationalsozialismus unter, wie Daunderer weiter ausführt.

Das Heilpraktikergesetz hatte Bestand. Die Bundesrepublik Deutschland allerdings beschloss, dass ein Zulassungsverbot für Heilpraktiker verfassungswidrig sei. Fortan wurden die Heilpraktiker im Westen Deutschlands nicht mehr gesetzlich verhindert, sondern gesetzlich protegiert. Lediglich die DDR schaffte den Beruf ab, mit der Folge, dass zum Zeitpunkt, als die Mauer fiel, noch genau elf Heilpraktiker im Osten aktiv waren, allesamt solche, die schon vor der Staatsgründung der DDR ihren Job angetreten hatten… Als ein gewisses Korrektiv zur Verhinderung der totalen Willkür sehen die Verbände die nicht ganz einfache Heilpraktikerprüfung. Hier fallen regelmäßig 75 bis neunzig Prozent der Bewerber durch, vor allem solche mit Minimalausbildung. Auch das aber kann Beobachter von jenseits der deutschen Landesgrenzen nicht tiefer beeindrucken: “In Österreich stehen Ärzte und Gesundheitspolitiker dem Beruf des Heilpraktikers sehr skeptisch gegenüber. Wir vertreten die Auffassung, dass nur derjenige Menschen behandeln sollte, der eine medizinische Ausbildung mit festgelegtem Curriculum absolviert hat”, sagt beispielsweise Dr. Felix Wallner von der Österreichischen Ärztekammer. Um zu verhindern, dass obskure Heiler von außen ins Land kommen, verbietet Österreich die Heilpraktikerkunst als Kurpfuscherei sogar strafgesetzlich.

Wie stellt sich Europa nun zu dem deutschen Heilpraktikergesetz? Wikipedia zeigt nur eine sektorale Erlaubnis in der Schweiz, so dass langfristig wohl eher mit der Auhebung  der deutschen Ausnahmeregel zu rechnen ist.

Es gibt zwar durchaus europäische Lobbyarbeit wie der EFCAM, aber der Trend spricht wohl doch gegen den langfristigen Bestand des Heilpraktikerwesens. England verabschiedete sich jedenfalls 2012 wieder recht schnell von dem mit Euphorie gestarteten alternativen Ausbildungsprogramm, Homöopathie ist eben doch nur “18th century science”.

4-10-2014
https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/01/20/der-heilpraktiker-narrenfreiheit-grosenwahn-und-gefahrliche-folgen/

21-8-2017
Plötzlich kommt wieder Wind auf von Ärzteseite http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/heilpraktiker-den-gegenwaertigen-irrsinn-nicht-laenger-hinnehmen-a-1163792.html

15-7-2019
3 Tote, weil ein Heilpraktiker eine “für das Abwiegen von Kleinstmengen ungeeignete Waage” verwendete.

11-8-2019
Ärztekammern streichen Homöopathie Weiterbildung “Jodeldiplom”

22-6-2020
Bundesregierung plant Abschaffung des Heilpraktiker Standes

21-4-2021
Rechtsgutachten Christof Stock

15-7-2023
“Das Heilpraktikerwesen” ist grundgesetzlich geschützt – kein Wunder mit der Vorgeschichte . Ansonsten warten wir auf das nächste Gutachten. Mit der aktuellen Regierungskoalition wird  es aber nicht anders gehen wie aktuell mit dem Whistleblower-,  Heizung-, Selbsbestimmung- oder Sterbehilfegesetz.

https://freieheilpraktiker.com/aktuelles/heilpraktikerrecht-2021/313-werden-die-heilpraktiker-innen-abgeschafft 15.7.2023

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026