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Verändert Twitter die Wissenschaftslandschaft?

Immer mehr Tweets und immer mehr Likes heissen noch lange nicht gute Wissenschaft – nachhaltiges, reproduzierbares Wissen, Erkenntnisse und Einsichten, die systematisch gesammelt, überprüft, kategorisiert, erweitert und gelehrt werden.

Bisher war es jedenfalls weitgehend egal, was mit einem Artikel passierte. Wenn eine Zeitschrift einmal einen Artikel gedruckt hatte, dann war er gedruckt. Und ob er positiv oder negativ aufgenommen wurde, das zeigte sich dann über die kommende Jahre. Irgendwann wurde die neue Erkenntnis in Reviews aufgenommen, landete in einem Lehrbuch oder in einer Vorlesung, wenn sie allgemein akzeptiert wurde. Oder sie wurde schlicht vergessen. Continue reading Verändert Twitter die Wissenschaftslandschaft?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Und noch ein evangelischer Theologe zur Klimakrise

Nach Zitaten von Ralf Frisch, Rochus Leonhardt und Bernd Beuscher hier noch die Zitate eines weiteren evangelischen Theologen, nämlich Ulrich Körtner (Wien), veröffentlicht auf evangelisch.de am 30.9.2019

Greta Thunberg wahlweise als humorlose Prophetin eines neuen Klimagottes oder als moderne Jeanne d’Arc zu etikettieren oder sie, wenn einem, wie Johannes Schneider in der Zeit, Anleihen in der griechischen Mythologie lieber sind, mit dem unverwundbaren Prometheus zu vergleichen, mag nicht ganz aus der Luft gegriffen sein.

nicht ganz aus der Luft gegriffen?

An der Bewegung Fridays for Future fällt wiederum ihre Wissenschaftsgläubigkeit auf. Nicht, dass ich die Seriosität der Klimaforschung und ihrer verschiedenen Szenarien grundsätzlich in Abrede stellen möchte, aber die ihr zugebilligte Rolle als Letztinstanz in politischen Fragen räumt ihr eine quasireligiöse Stellung ein.

Quasireligion schon wieder? Letztinstanz?

Der Einsatz für eine konsequente Klimapolitik ist nötig und sinnvoll. Die hehren Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens werden vermutlich dennoch nicht erreicht werden. Das Wachstum der Weltbevölkerung und ihr steigender Energiehunger werden die sich hoffentlich einstellenden Erfolge bei Klimaschutz wieder aufzehren.

Hehre Ziele? Aufzehren? Realitätsverlust?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Of serendipity and science

This article was really different to get as the only online version vanished from the internet: ArthurKornberg “Of serendipity and science” Summer 1993, Stanford Medicine.

I like the story of the surgeon who,” while jogging around a lake, spotted a man drowning. He dove in, dragged the victim ashore, and resuscitated him. He resumed his jogging, only to see another man drowning. After he dragged the second one out, and got him breathing, he again wearily resumed his jogging. Soon he saw two more drowning. He also saw a colleague, a professor of biochemistry, nearby, absorbed in thought.
The surgeon called to the scientist to go after one drowning victim while he went after the other. When the biochemist was slow to respond, the surgeon shouted, “Why aren’t you do something?”
The biochemist responded, “I am doing something. I ‘m desperately trying to figure out who’s throwing all these people into the lake.”
This parable is not intended to convey a lack of regard for fundamental issues among clinicians, nor a callousness among scientists. Rather, it portrays the reality that a serious problem, a war on disease, must be fought on several fronts.

Kornberg continues

For thirty years, my research on biosynthesis of the building blocks of nucleic acids, their assembly in DNA replication and the training of over a hundred young scientists, was funded with many millions of dollars without any promise or expectation of marketable products or procedures.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Alarmismus und Glaubwürdigkeitsverlust (6000 Tote XXXIII)

Hans von Storch bezweifelt den Wert einer zu alarmistischen Position der Wissenschaft

Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und simplifizierten Äußerungen - ähnlich Interessenverbänden - versuchten, eine Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden. Wer etwa Kohlekraftwerke als Todesfabriken bezeichne, riskiere beim Klimawandel einen ähnlichen Glaubwürdigkeitsverlust, wie dieser beim sogenannten Waldsterben nach 1990 stattgefunden habe. Overselling führe zu unmöglichen Zielvorgaben in der Politik, verringere die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und riskiere Glaubwürdigkeitsverluste der Wissenschaftler aufgrund von übertriebenen oder nicht zutreffenden Voraussagen…

Die schwierige Frage in der CO2 Klimadiskussion – aber auch vielen anderen wissenschaftlichen Kontroversen – was tun, wenn die Ergebnisse irgendwann eindeutig sind, aber der Rest der Welt es nicht wahr haben will? Ist es dann Alarmismus – eine unnötige oder übertriebene Warnung vor Problemen? Semmwelweis wusste, dass Tausende von Frauen wegen mangelnder Hygiene gestorben sind, es blieb ihm keine andere Wahl, als Alarm zu schlagen.

Addendum 3.1.2020

bpb zu Journalisten im Klimakrieg

Auf dem Rücken der Wissenschaft wird ein regelrechter Kulturkampf ausgetragen, dem Fakten zum Opfer fallen. Je nach politischer Haltung werden entweder die erheblichen Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung oder die großen Risiken des Klimawandels außer Acht gelassen. Beides geht fehl: Bei der Klimatologie handelt es sich um “postnormale Wissenschaft”, hohe Risiken gehen unweigerlich einher mit großen Unsicherheiten.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Noch ein evangelischer Theologe zum Klimathema

Neben Ralf Frisch und Rochus Leonhardt gibt es noch einen dritten evangelischen Theologen, Bernd Beuscher (Evangelische Hochschule Rheinland-Pfalz).

Der selbsternannte Experte für Kanner/Asperger und für Weltklima-Fragen sagt in einem Vortrag auf der Jahreskonferenz für Schulseelsorge der EKKW und EKHN im März 2019, Zitat

.. als politische Anführerin und moralisches Vorbild ist sie eine gefährliche Fehlbesetzung. Hier ist im Gegenteil die besondere Begabung für die Kunst der Diplomatie gefragt. Deren buchstäblich langweilige Instrumente wie Geduld, Kompromiss und Kleinschrittigkeit bringen allerdings auf dem Markt der Aufmerksamkeit und der Demokratie kaum noch Quote. Greta Thunberg ist noch jung. Aber bald schon wird ihr dämmern, dass ihr als Protest gedachter Akt nur aktiver Teil der grassierenden gesellschaftlichen Parentifizierung ist, also der Verantwortungslosigkeit der Erwachsenen, die sie beklagt. Bisher war dies - zum großen Entsetzen der Vorläufer – noch immer die Vorstufe zu Terrorismus. Gott bewahre uns vor einer Weltrettungskirche der Selbstgerechtigkeit mit einer aspergerbegabten Päpstin… Wie nur Ruhe finden und einmal gründlich ausschlafen zwischen Babel (dem Expertenstimmengewirr der Pros und Contras) und Bubble (dem kulturpessimistischen Technikressentiment im Kerngemeindemilieu)?

Auch hier: ad personam, krawallig, misogyn, wissenschaftsskeptisch und beleidigend.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Primary prevention of cow's milk sensitization and food allergy by avoiding supplementation

Note to self – here is a list of the vitamin D / allergy related clinical trials following the first case report was

0. Moneret-Vautrin DA, Hatahet R, Kanny G, Ait-Djafer Z. Allergenic peanut oil in milk formulas. The Lancet 1991; 338: 1149. doi: 10.1016/0140-6736(91)92008-p.

1. De Montis G, Gendrel D, Chemillier-Truong M, Dupont C. Sensitisation to peanut and vitamin D oily preparations. The Lancet 1993; 341: 1411. doi: 10.1016/0140-6736(93)90976-N.

2. De Montis G, Gendrel D, Chemillier-Truong M, Dupont C. [Peanut sensitization and oily solution vitamin preparations]. Arch Pediatr 1995;2(1):25-8. doi: 10.1016/0929-693x(96)89804-6.

3. Norizoe C, Akiyama N, Segawa T, et al.. Increased food allergy and vitamin D: randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Pediatr Int 2014 Feb;56(1):6-12. doi: 10.1111/ped.12207

4. Rueter K, Jones AP, Siafarikas A, Lim EM, Bear N, Noakes PS, et al. Direct infant UV light exposure is associated with eczema and immune development. J Allergy Clin Immunol 2018; in press, doi: 10.1016/j.jaci.2018.08.037.

5. Rosendahl J, Pelkonen AS, Helve O, et al. High-Dose Vitamin D Supplementation Does Not Prevent Allergic Sensitization of Infants. J Pediatr. 2019 Jun;209:139-145.e1. doi: 10.1016/j.jpeds.2019.02.021

6. Urashima M, Mezawa H, Okuyama, M et al. Primary Prevention of Cow's Milk Sensitization and Food Allergy by Avoiding Supplementation With Cow's Milk Formula at Birth. A Randomized Clinical Trial. JAMA Pediatr 2019;173;(12):1137-1145 10.1001/jamapediatrics.2019.3544

This new study by Urashima et al. shows that sensitization to cow's milk and food allergy, including CMA and anaphylaxis, is preventable by avoiding CMF (cow milk formula) supplementation for at least the first few days of life. Although examined only indirectly in this study, vitamin D supplementation seems to be involved in the sensitization process. The Urashima study is accompanied by a valuable editorial of George du Toit and Kari Nadeau

There is currently a lack of consensus among national allergy societies .. Although the EAACI3 and American Academy of Allergy, Asthma and Immunology (AAAI) currently recommend the use of hypoallergenic formulas in infants at high risk of allergy, the Australian Society of Clinical Immunology and Allergy does not. The EAACI and the AAAI are likely to reconsider their guidelines because results of more re- cent studies have been contradictory. … Guidelines in the United States and United Kingdom recommend routine vitamin D supplementation in all breastfed infants, whereas guidelines in Australia recommend supplementation only in breastfed infants at high risk of vitamin D insufficiency.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Medizin ist keine Wissenschaft sondern eine Kunst

Fragil ist das wissenschaftliche Fundament in der Medizin ja schon immer auch wenn es die hauptsächliche Abgrenzung zur Quacksalberei ist.
Aber auch wenn man sich manche Fragen der Schulmedizin genauer anschaut, wie zum Beispiel letzte Woche die Empfehlung zu Säuglingsnahrungen oder heute ein Artikel zu Verschreibungen auf Säuglingsstationen, dann ist das weder Wissenschaft noch Kunst sondern bestenfalls industriegeleiteter Aktionismus.
Mesek et al. untersuchten dabei in 21 europäischen Ländern die Verschreibungspraxis auf 89 Stationen. Versorgungsforschung ist ja noch am nähesten an der Realität.

Vitamine sind die am häufigsten verschriebene Pharmaka, wobei unklar ist, warum in machen Regionen 74% und in andern nur 5% Vitamine verschreiben. Wenn es generall notwendig wäre, warum dann nicht 100%? Und wenn es nicht notwendig ist, warum dann nicht 0%?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

How to write the abstract of a review

There is some kind of standard for writing reviews from introduction (although nobody cares for it), a discussion (exhaustive list of details to make everybody happy) to the usual conclusion that further research is required. When writing now something for Bioessays, I found a completely different recommendation that I believe is a good approach.

An abstract must immediately communicate what is new, not give a general statement along the lines of "in this paper we review field X". Reviewers will generally be experts in the area, and will be interested in new insights. Bear in mind the following:
Concepts placed at the beginning and end of the abstract will be more memorable than concepts placed in the middle. So, place your most interesting and new insight as high up the abstract as possible, and end it with an interesting forward-looking or speculative observation.
Material in the middle of the abstract will be less memorable. So, do not place novel and important things in the middle of the abstract; instead, use it for contextualising background.

The principles stem from the application of the 'serial position effect', noted by researchers who studied how well people remember concepts placed at the beginning , middle and end of a text, see Deese and Kaufman (1957) and Murdock, B.B., Jr. (1962).

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Über Blockwarte und U-Boote

Zu dem angekündigten Rentzing Rücktritt muss man eigentlich nichts mehr sagen. Evelyn Finger und Wolfgang Thielmann haben in dieser Woche in der ZEIT die Diskussion erschöpfend zusammengefasst “Ein Bischof flieht aus dem Amt“.

Rentzing wurde Bischof im Jahr der Flüchtlingskrise, in einem Bundesland, wo später die blauen Erfolgswahlkreise der AfD genau auf dem Gebiet der frommen Gemeinde lagen: im Erzgebirge, im Vogtland, im evqngelikalen bible belt des Ostens. Wo in manchen Dörfern am Ende der kirchenfeindlichen DDR noch immer neunzig Prozent Kirchenmitglieder leben. … Nein, Rentzing sei absolut kein Rechter gewesen, …., aber er hätte gegen rechts mehr in die Offensive gehen müssen.

Aber dass nun wieder ein systematischer Theologe aufsteht, diesmal Rochus Leonhardt, und das wieder bei zeitzeichen, ja wieder zeitzeichen, das ist nun doch bemerkenswert. Zitat Leonhardt (geboren 1965 in Leipzig)

Wie etlichen anderen Akteuren im gesamtdeutschen kirchenamtlichen Protestantismus ist daher auch den Leipziger Petenten vorzuwerfen, dass sie dazu neigen, ihre - als solche respektablen - politischen Auffassungen religiös zu überhöhen, indem sie die von ihnen affirmierte AfD-Ausgrenzungs-Agenda als alternativlose handlungspraktische Folge des christlichen Glaubens ausgeben.
Mit Nächstenliebe hat das alles nichts zu tun, eher mit einer denunziatorischen Leitkultur, in der sich kleingeistige Blockwartmentalität als vom Glauben getragene demokratische Gesinnung ausgibt. Und von Klarheit kann erst recht keine Rede sein. Es sei denn, man versteht darunter die filterblasentypische fensterlose Helle einer voll ausgeleuchteten politischen Homogenität. Ich hoffe, dass in dieser Art von Klarheit nicht die Zukunft des evangelischen Christentums in Deutschland liegen wird.

Die AfD scheint also auch für diesen Theologen eine durchaus wählbare Alternative darzustellen, wenn er von Ausgrenzungs-Agenda spricht. Hat er überhaupt die Original Texte Rentzings gelesen?

Ich hoffe jedenfall weiter auf klare Worte der evangelischen Kirche zu Fremdenhass und Homophobie. Philipp Greifenstein brandmarkt auch umgehend seine Nazirhetorik und fährt fort

Die sächsische Landeskirche befindet sich in einer geistlichen Notlage. Das gilt für Rentzings Gegner wie Freunde. Letztere wähnen den Bischof als Opfer der "political correctness" und des Furors der Liberalen. Ihre Entrüstung wird von Akteuren der christlichen Rechten wie Helmut Matthies (Idea), Politikern der AfD und CDU und evangelikalen Kulturkämpfern wie Ulrich Parzany geschürt und kanalisiert. Diesen Kräften entgleitet im zurücktretenden Landesbischof eine Symbolfigur für den Kampf gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Besonderen und "den Zeitgeist" im Allgemeinen. … Andere sehen in Carsten Rentzing ein "U-Boot" genau dieser rechten Kreise, das nun - angestoßen von einem anonymen Informanten - enttarnt werden konnte. Die Idee ist amüsant, dass es in den evangelischen Kirchen rechter "U-Boote" bedürfte. Rechte Christen operieren nicht im Verborgenen, ihre Medien und Vereine sind in den evangelischen Kirchen allgegenwärtig - und zwar überall im deutschsprachigen Raum!

Allein mir fehlt der Glaube, dass die Unterscheidung von vorletzten und letzten Dingen von Greifenstein wirklich weiter hilft, Eure Rede sei nein, nein – ἔστω δὲ ὁ λόγος ὑμῶν ναὶ ναί, οὒ οὔ· τὸ δὲ περισσὸν τούτων ἐκ τοῦ πονηροῦ ἐστιν.

Ach Sachsen, schreibt die ZEIT.

Sachsen sei von Pietismus genauso geprägt wie von der Aufklärung. SED Hochburg und am Ende doch die friedliche Revolution.

Aber “wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten” (Bergmann). Daher also doch noch ein Blick zurück. In den Kommentaren bei der Petition schreibt Karl Nolle

Rentzing wird wohl in der Dresdner Frauenkirche nicht mehr predigen und dort an die Tradition des von 1933-1945 amtierenden Landesbischof Friedrich Coch, anknüpfen, der seit 1931 Mitglied der NSDAP und Mitglied der NSDAP Gauleitung war (natürlich war das auch reine Privatsache). Coch ist der Landesbischof, der 1934 die Frauenkirche in Dresden zum Dom Deutscher Christen umbenannte. Er durchschritt zu seiner Amtseinführung mit Hitlergruß ein Spalier von vor der Frauenkirche angetretenen Hitlerjugend. Die ehrwürdige Frauenkirche war mit einer riesigen Hakenkreuzfahne geschmückt, als das neue Symbol deutscher Christen, ein Kreuz mit Haken.

Warum die Alliierten auf die Frauenkirche Ihre Bomben abgeworfen haben (das Lutherdenkmal daneben aber stehen liessen) scheint mir nun auch keine große Frage mehr zu sein.

Addendum 12.11.2019

Arnd Henze

Die Debatte um den rechtsnationale Vergangenheit des sächsischen Bischofs Carsten Rentzing hat eine viel dramatischere Nachricht überlagert: bei den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen hat fast ein Viertel der Kirchenmitglieder die AfD gewählt! Alle Hoffnungen, der christliche Glaube bilde eine immunisierende Kraft gegenüber den Verlockungen völkisch-nationalistischer und autoritärer Ressentiments, sind damit empirisch widerlegt. Im Raum der evangelischen Kirche formiert sich eine Religiöse Rechte, die überall dort Raum greift, wo ihr nicht entschieden Grenzen und überzeugende Alternativen entgegen gesetzt werden.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

An open letter to EAACI / PAAM 2019 organizers

Together with many other colleagues I was astonished about the Nestle booth at EAACI / PAAM 2019 conference in Florence.

The advertisement of Nestle for the NAN HA formula (“state-of-the-art routine infant formula", "proven to reduce the risk of atopic dermatitis", "long term effects up to 15 years of age") along with other milk marketing violates recommendations of the WHO and other medical organisations about breast-feeding. None of the claims made is justified from a scientific viewpoint.

Having paid 650 € entry fee for a 3 day conference, it is also not acceptable that Dr Antonella Muraro (Padua) explains in Symposium 9 “Special products for cow's milk allergy" that if Nestle would not be sponsoring the event, the congress fees would be even higher.

At present, there is no generally accepted benefit of any baby food on long-term allergy prevention while also the therapeutic benefit is questionable. Commercial baby food may even increase later allergy by including supplements that are itself allergenic.

We therefore recommend a review of the EAACI ethics guidelines of industry sponsorship, and an immediate action against further participation of Nestle at future EAACI allergy congresses.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Distance calculations are not plausible

Rompa et al. claim that

Asthma and atopy were inversely associated with presence of a farm within a radius of maximum 100m.

wich refers to their FIG 3

FIG 3 (click for zoom)
Original legend: Number of farms within a given radius was dichotomized for at least one farm in the radius versus no farms. Associations are calculated by logistic regression resulting in odds ratios (OR) with 95%- confidence intervals.

The authors probably want to say that a non farm child that lives within a smaller distance to a farm shows a stronger negative association. Unfortunately it is not clear from the methods how the categories have been exactly defined, including or excluding category borders? And why is the highest category of 1.000-10.000 excluded here? There is a negative association with asthma in ALL strata irrespective of distance – what is the reference? The increased atopy risk by a farm in a circle with 1.000m radius is never discussed. BTW I am also quite sure that this plot has been produced with some kind of drawing software and not with “R version 3.2.3” if you zoom into the picture.

For whatever reason the authors abandon the distance definition above in favor of some data-derived classification afterwards. Why?

[1] children living on a farm currently run by the family [2] children not living on a farm, but with regular contact to farms, meaning at least once a week for a period of 6 months minimum and [3] children without any contact to farms.

I have no idea what regular contact is. But lets have a look on FIG 2

FIG 2: also misaligned and implausible
Original legend: Distribution of environmental variables across exposure strata 1 = farm children, 2 = exposed non-farm children, 3 = non exposed non-farm children. Differences between the subgroups were statistically significant (p<0.01) except for ozone, altitude and distance to the next farm.

This is also not a facet_warp() as I would expect from a R analysis but some manually cut & pasted figures where P<0.01 is contradicting the methods. FIG 2.9 basically says that the distance to the next farm is not different in groups of “farm exposure”.

The abstract

The environmental variables greenness, tree cover, soil sealing, altitude, air pollution differed not only between farm and non-farm children, but also between farm children with and without another farm nearby.

is therefore wrong (it maybe even trivial as farms of course have less soil sealing than villages). In any case, we are now trapped in a loop as according to Fig 1 the prevalence of asthma and atopy over the exposure strata should have been different.

 

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026

Sprache (Bewusstseinsmodelle IV)

Ist Sprache nur ein Ein- bzw Ausgangskanal?

Gesprochene Sprache differiert zwar sehr nach Geschwindigkeit, in der SZ Zusammenfassung von Anfang des Monats haben

Sprachforscher haben gemessen, wie viele Silben Menschen in 17 verschiedenen Sprachen pro Sekunde vorlesen. Die Geschwindiglkeit fiel sehr unterschiedlich aus. Doch alle untersuchten Sprachen transportieren Informationen mit nahezu konstant 39 Bit pro Sekunde… Als schnellste Sprache der Welt gilt gemeinhin Japanisch. Fast acht Silben kommen im Durchschnitt pro Sekunde aus den Mündern von Japanern. Spanier sprechen ähnlich schnell, auch Italienisch und Baskisch gelten als schnelle Sprachen, wenn man allein die Zahl der gesprochenen Silben pro Zeiteinheit betrachtet. Deutsch und Mandarin rangieren in diesen Rankings hingegen auf den hinteren Plätzen.

Die 39 bit mittlere Verarbeitungsgeschwindigkeit sein damit sprachunabhängig, Denken funktioniert damit unabhängig von Sprache.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 05.08.2026