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Eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum

Galilei: Was geschieht?
Federzoni: Die Nadel schwimmt! Heiliger Aristoteles, sie haben ihn niemals überprüft!
Sie lachen.
Galilei: Eine Hauptursache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum. Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum. Macht eure Notizen.
Virginia: Was ist?
Frau Sarti: Jedesmal, wenn sie lachen, kriege ich einen kleinen Schreck. Worüber lachen sie? denke ich.
Virginia: Vater sagt: Die Theologen haben ihr Glockenläuten, und die Physiker haben ihr Lachen.
Frau Sarti: Aber ich bin froh, daß er wenigstens nicht mehr so oft durch sein Rohr schaut. Das war noch schlimmer.
Virginia: Jetzt legt er doch nur Eisstücke aufs Wasser, da kann nicht viel Schlimmes dabei herauskommen.
Frau Sarti: Ich weiß nicht.

It is not a goal of science to open the door to infinite knowledge but to put a limit to infinite error

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Zingales ist dagegen

Luigi Zingales ist dagegen, die großen Internet Konzerne zu zerschlagen. In dem letzten Spiegel Interview sagt er.

Zingales: Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob Superhelden wie Facebook und Amazon zu solchen Feindbildern werden könnten, hätte ich gesagt: unmöglich. Aber das hat sich tatsächlich geändert. Und dennoch halte ich eine Zerschlagung auch jetzt noch für zu aggressiv. Die Konsequenzen wären nicht abzuschätzen. Erst einmal muss es auch einen klaren Konsens darüber geben, was genau eigentlich das Problem ist.

Das kann man Zingales erklären. Die Konzerne nutzen immer mehr ihre Macht, ihren Einfluss zu vergrössern, Kunden zu gängeln und dabei so wenig Steuer wie möglich zu zahlen.

Das merkt man spätestens dann, wenn man von Amazon gesperrt wird, ohne große Vorwarnung. Damit sind auch alle digital gekauften Inhalte wie Musik, Filme oder E-Books weg.

Google verfolgt User auch mit ausgeschalteter Location Service.

Ebay macht dubiose Rabattaktionen. Der Rabatt wird aber mit windigen Ausreden nicht ausgezahlt.

Facebook sammelt Daten auch über nicht angemeldete Nutzer.

Die Schufa hat eine dubiose Risikobewertung.

Die Konsequenzen einer Welt ohne Google, Amazon, Facebook und Ebay? Wieder zurück zur regionalen Ökonomie und Ökologie – Kleinanzeigen, Supermärkte und Tante Emma Läden, war die Welt wirklich so schlecht?

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Mehr aus den Sudelbüchern

nachdem man Karl Valentin immer noch nicht zitieren darf.

Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus der Taufe, der Dritte zeugt Kinder mit ihm, der Vierte besucht ihn am Sterbebette, und der Fünfte begräbt ihn.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Ein Kinderlied

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Marmelade Fett enthält, Fett enthält.
Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
Marmelade eimerweise, eimerweise.
Marmelade, Marmelade, Marmelade, die essen wir alle so gern.

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Knackwurst Pferdefleisch enthält, Pferdefleisch enthält.
Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
heiße Knackwurst meterweise, meterweise.
Knackwurst, Knackwurst, Knackwurst, die essen wir alle so gern.

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Coca-Cola Schnapps enthält, Schnapps enthält.
Drum trinken wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
Coca-Cola fässerweise, fässerweise.
Coca-Cola, Coca-Cola, Coca-Cola, die trinken wir alle so gern.

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Zigarette Heu enthält, Heu enthält.
Drum rauchen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
Zigarette wagenweise, wagenweise.
Zigarette, Zigarette, Zigarette, die rauchen wir alle so gern.

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Stanniol Schokolad enthält, Schokolad enthält.
Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
Schokolad tonnenweise, tonnenweise.
Schokolad, Schokolad, Schokolad, die essen wir alle so gern.

Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt,
daß Margarine Koks enthält, Koks enthält.
Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise
Margarine säckeweise, säckeweise.
Margarine, Margarine, Margarine, die essen wir alle so gern.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Das Wort zum Tag

Leistung und Erfolg sind zwei Begriffe die häufig verwechselt werden, wie   Richard David Precht am Ende der Sendung SWR Nachtcafe es beiläufig erwähnte. Und in der Tat, so Fred Becker, gibt es eine maximale Beliebigkeit beim Verwenden des Leistungbegriffes, Bedeutungsvielfalt inklusive. Leistung “riecht nach Schweiß, schwerer Muskelkraft, nach außergewöhnlichen Bemühungen”, Leistung ist also das Ergebnis einer Arbeit. Und dann muss sich ja auch der Erfolg einstellen, so die Devise des bundesrepublikanischen Wissenschaftsmanagements. Also etwas erfolgen, als sei das wichtigste, nämlich die Leistung, nicht bereits erfolgt.
Die neue Science of Science Auswertung zeigt nun auch das das genaue Gegenteil. Intellektuelle Arbeit – Denken, Lesen, Rechnen, Schreiben, Reden – alles mitunter anstrengend. Und dann produzieren wir in der Wissenschaft nicht mal Güter (einige Startups und Ausgründungen mal abgesehen), im Gegenteil wir verbrauchen dabei nur Ressourcen.  Die Anstrengung sind wir schuldig, aber nicht den Erfolg. Und schon gar nicht die ständig geforderte Überbietung anderer; Exzellenz war früher die Anrede der Könige, nicht die Überlegenheitsphrase eines Forschungsprogrammes.
Die ständige Überleitung kann schliesslich  (Binswanger) als System nicht funktionieren (Münch) auch wenn der HRK Präsident immer wieder wiederholt: „Die Wissenschaft lebt vom Wettbewerb“. Sie lebt von der Anstrengung, von der olympischen Idee, aber nicht der Medaille. Erfolg in der Wissenschaft ist doch, machen wir uns nichts vor, zu einem großen Teil der Suche (oder Sucht) nach Anerkennung und dem Selbstmarketing, geschuldet und nur im geringe Mass einer wirklich aussergewöhnlichen Leistung. Selbst das Wissenschaftsmagazin Nature liegt völlig daneben, mit der Forderung vom 6. März dass wie uns besser vermarkten sollen.  Lebenszeit kann man schliesslich nur einmal verplanen.
Dabei wird im Erfolg immer mehr die Leistung konstituiert. Dabei kann doch – so Precht – der Erfolg nicht nur durch Leistung, sondern auch ganz einfach nur durch Glück möglich sein. Nicht zu verwechseln mit Zufall, sondern mit dem Glück im eigentlichen Sinn – dem günstige Ausgang eines Ereignisses. Oder Leistung durch Begabung. Oder Leistung als Geschenk, etwas das der Mensch nicht selbst machen kann,  es nicht verdient hat. Und gibt es überhaupt die Leistung eines einzelnen?
Ist die “menschliche Leistung nicht Ergebnis einer kollektiven Aushandlung” (Nina Verheyen, 2018) und sind wir nicht doch nur Zwerge auf den Schultern von Riesen (Bernhard von Chartres, 1120)?

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Science of science: What makes up good science

A great new paper in Science about the science of science

Measurements indicate that scholars are risk-averse, preferring to study topics related to their current expertise, which constrains the potential of future discoveries. Those willing to break this pattern engage in riskier careers but become more likely to make major breakthroughs. Overall, the highest-impact science is grounded in conventional combinations of prior work but features unusual combinations.

Although more and more papers are being produced, new ideas are stagnating since 2000.

I believe it is the shift from infrastructure to project-based funding, along with the general leveling of academic education…

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Eosinophils in asthma

There is an update of our eosinophil SNP paper now in the Lancet with 27 new asthma CpG associations. The authors claim 3 overlaps to Cookson’s  36 IgE loci while I see only cpg0177040, maybe there are two more conicidental findings in the supplement? At least the paper says

eosinophil counts were not significantly different between patients with asthma and controls in our discovery cohorts, suggesting that our results reflect the presence of a different subset or activation state of eosinophils, rather than a change in eosinophil counts per se. Although eosinophils are linked to sub-phenotypes of asthma such as the T helper 2-type subset, our study provides unequivocal data supporting their involvement at the epigenetic level in mild-to-moderate asthma in children.

maybe, maybe not – this could be just residual confounding…

Additionally, CpG methylation patterns identified an early-life shift from naive T cell populations towards effector and memory CD8 and natural killer cell subsets, indicating a potentially crucial role for host virus interactions

maybe, maybe not – this could be vaccine effects, some other antigens, allergens or vitamin D

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt

Wenn es nur so einfach wäre, Lügen in der Wissenschaft zu erkennen … Die “Welt” hatte eine interessante Zusammenfassung über Lügen allgemein

So ist aus bisherigen – fast ausschließlich westlichen – Studien bekannt, dass Lügner weniger oft das Wort „ich“ verwenden, wohl um sich zu distanzieren.

Das nützt leider nichts in den Biowissenschaften, da der übliche Duktus -ältere Kollegen mal ausgenommen- sich gerne auf ein kollektives “wir” beschränkt und selbst das gerne vermeidet, um einen maximal objektiven Eindruck zu unterlassen.

Auch enthalten Lügen relativ wenig Kontext, wie zum Beispiel nebensächliche Informationen.

Hilft auch wenig, weil der Kontext fast immer auch da ist.

Lügner verwenden zudem eine negativere Sprache, wahrscheinlich weil sie sich schuldig fühlen.

Auch das hilft nicht viel, leider.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

7 cats

Teacher: “If I gave you 2 cats and another 2 cats and another 2, how many would you have?”
Johnny: “Seven.”
Teacher: “No, listen carefully… If I gave you two cats, and another two cats and another two, how many would you have?”
Johnny: “Seven.”
Teacher: “Let me put it to you differently. If I gave you two apples, and another two apples and another two, how many would you have?”
Johnny: “Six.”
Teacher: “Good. Now if I gave you two cats, and another two cats and another two, how many would you have?”
Johnny: “Seven!”
Teacher: “Johnny, where in the heck do you get seven from?!” Continue reading 7 cats

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Nagoya

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen warnt eindringlich vor weitreichenden Konsequenzen für die Umwelt- und Lebenswissenschaften sowie die Biodiversitätsforschung, sollte zukünftig auch die Nutzung von digitalen Sequenzinformationen (DSI) genetischer Ressourcen den Regelungen des Nagoya-Protokolls (NP) und der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) unterliegen.

https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Einfach phänomenal

Einfach phänomenal ist der neue Artikel (S.22+23) von Ulrich Dirnagl über das Exzellenztheater Akt 1 “Die falsch positiven ziehen nur Ressourcen aus dem System” und Akt 2 “Der Drang zur Exzellenz ist ein Hemmnis für normale Wissenschaft”.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Feature Integration Theory

The Edge Newsletter has an obituary of Anne Treisman.

if there ever was a paper that launched a thousand ships it was Anne Treisman’s paper with her student Gelade in 1980. With over 6,000 citations the paper laid the groundwork for her Feature Integration Theory, the idea that while the brain seemed to automatically divide up aspects of objects into color, shape, motion and so on, it also had to glue them back together in way that we obviously experience as unitary wholes.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Allergy risk by baby food

A new analysis of the GINI-LISA study published this month in  has an interesting plot showing the eczema incidence in the first 15 years of life. Eczema is a major allergy symptom.

On the right side (FIG1C), we find the untreated group, and on the left (FIG1A) we find the intervention group. Overlying both figures with Photoshop gives an interesting perspective.

When we use the lower opaque double line as reference, all types of baby feeding  give an increased eczema risk. To be more comparable, the opaque upper two lines should be used, which will result in zero effect size.

The question is: Why is breast feeding / breast milk (BF) a risk factor in the interventional (left figure)  but not in the observational arm (right figure)?

  1. In accordance with national and international guidelines full BF was recommended for 4 months in the interventional group. “Only in case of insufficient BF, children were randomized to one of the baby foods”. “Insufficient BF” is not clearly defined and the reasons seem to be complex.
  2. The general pediatric recommendation at the time of the study was that BF is allergy-preventive and that allergic children should be BF as long as possible.
  3. BF in the interventional arm therefore is a self-selected biased group primarily by allergic mothers and children with unclear criteria. The authors acknowledge in the discussion “Even adjustment for the potential confounders does not eliminate the phenomenon of reverse causality. Particular early eczema occurring in the first months of life may influence the mother’s decision regarding full breastfeeding versus formula supplementation.”
  4. BF is a complex chemical mixture that even varies over time – there is is a long-standing controversy on the effect of BF on allergy  with many negative, null and positive associations to allergy. From this discussion we can assume, that there is probably no direct effect of BF on allergy development. More likely BF is a proxy for something else – setting up a further biological argument that the interventional BF group should NOT be used as a  reference.

Children who receive “antiallergic” formula food will not have any benefit which is in accordance with a recent review in the BMJ. Nevertheless Nestlé Beba Pro HA is further advertising as “reducing allergy risk to milk protein”, Hipp HA Combobiotik as “reducing allergy risk by strong protein cleavage”, Nutramigen 1 LGG as “extensively hydrolysed, hypoallergenic formula … suitable for babies with … allergy”.

 

Postscriptum

The revised blog entry has been published as a letter to PAI. Unfortunately it turned out only after submission that there are also some major issues with the number of individuals included when comparing the 2003 with the 2013 and 2018 report.

 

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026

Vitamin D trials in newborns never done

Vitamin D was introduced into clinical medicine in 2 large waves basically in the 1930ies and 1960ies without any clinical study.

Although I am interested in the relationship twith allergy since 1999 none of our proposed four vitamin D trials were funded.

2005: “Vitamin D and Induction of Allergies”
2013: “Vitamin D and allergy (VIT-AL)”
2017: “Biomarker Screening of Vitamin D response in Newborns (VITAPRIME)”
2017: “Immunological effects of vitamin D supplementation in newborns in Ghana (IMVITAD-GHA)”

Unfortunately the  published clinical studies so far missed the point as they were looking only at pregnancy and not at newborn supplements (VDAART, COPSAC and Grant/NZ).

But there are good news now, as studies are going on in Australia and Finland that are sufficiently powered and examining exposure in the newborn period: VIDI and VITALITY. The only problem there will be the inevitable co-exposure by vitamin D supplemented baby food.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 20.01.2026