Archiv der Kategorie: Noteworthy

Finde den Fehler

Daniel Matt

In der Provinz Hubei leben rund 60 Millionen Menschen. Der totale Shut-Down hat das Schlimmste verhindert, nach einem Vierteljahr Quarantäne kann dort nun Schritt für Schritt zum Normalzustand zurückgekehrt werden. Statt Shut-Down strebt Deutschland an, die Kurve flach zu halten. Um die Zahl der Intensivpatienten unter der Zahl der Beatmungsgeräte zu halten, muss sich die flache Kurve über vier Jahre erstrecken. Das wird von Anfang an nicht gelingen. Die “Kurve flach halten” ist eine Todesfalle, die Zehntausende mit ihrem Leben bezahlen werden.
Deutschland macht so ziemlich alles falsch:
– In China wurden 3/4 der Coronapatienten von Familienangehörigen infiziert. Nachdem dies erkannt wurde, trennte man sofort Infizierte von ihren Familien und brachte sie in Großlazarette. Dort kamen sie nur voll genesen wieder raus, oder tot.
– Hierzulande werden Infizierte in “häusliche Quarantäne” geschickt. Konkret sieht das so aus: Papa liegt mit Corona auf der Couch, der Sohnemann hängt mit Kumpels in der City ab. Finde den Fehler. Zudem: manchen halten sich nicht an die “häusliche Quarantäne”.
– tausende Ärzte und Pfleger wurden in China infiziert, weil anfangs nicht klar war, womit man es zu tun hatte. Das ungeschützte medizinische Personal hat es voll erwischt, aber schon wenn einfache Masken getragen wurden, gab es beim medizinischen Personal weniger Infizierte. Erst recht vermindert eine einfache Gesichtsmaske oder ein Schal das Risiko, dass ein bereits Infizierter, der noch nichts von seinem Pech weiß, andere ansteckt. Noch immer verbreiten RKI, BMG und Medien die FAKE NEWS, Gesichtsmasken würden nicht schützen. Deutschland ist das einzige Land der Welt, in dem Gesichtsmasken als überflüssig verspottet werden.
– in China und den anderen asiatischen Ländern wurde massiv getestet. Hierzulande rutschen zehntausende Infizierte unter dem Radar hindurch, weil Testkapazitäten fehlen.
– noch bis gestern landeten in Frankfurt tägliche mehrere Flugzeugen aus Teheran. Den aus durchseuchten Regionen Geflüchteten wurde lediglich eine “Fluggast-Aussteigekarte” ausgehändigt, mehr nicht. Keine weiteren Kontrollen.

Die holländisch-britische Herdimmunität war von Anfang an ein schlechter Witz, die europäische #FlattenTheCurve Strategie muss bis zur Verfügbarkeit von Impfstoff oder Spontandegeneration des Virus durchgehalten werden. Mit einem radikalen Shutdown wäre der Alptraum allerdings in 4 Wochen vorbei.

 

https://twitter.com/EricTopol/status/1241094172074885120 21/3/20

https://twitter.com/EricTopol/status/1241094172074885120 21/3/20
https://twitter.com/BerlandaScorza/status/1240682043748405248/photo/1 21/3/2020

weitere Szenarios

Inkubationszeit des Coronavirus

Mit Inkubationszeit wird üblicherweise der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Krankheitserreger bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen bezeichnet.

Nur Kontakt löst keine Inkubation aus. Erst wenn sich der Erreger vermehrt, startet die Inkubationszeit (incubare, lat. brüten). Die Inkubationszeit hängt primär von vier Faktoren ab – erstens Konstitution bzw primäre Immunabwehr des Infizierten, zweitens Eintrittstelle, drittens Zahl der initialen Viruspartikel und viertens die Pathogenität, Virulenz oder Infektiosität des Virus. Wikipedia hat unterschiedliche Beispiele

Das Poliovirus vermehrt sich in den lymphatischen Geweben des Verdauungstrakts. Nach einer bis zwei Wochen kann es dann zu unspezifischen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen kommen… etwa eine halbe Woche später kann dann das volle Krankheitsbild der Kinderlähmung folgen.
Bei der Tollwut hängt die Dauer der Inkubationszeit von der Lokalisation des Bisses ab, mit dem das Virus übertragen wurde. Je länger sein Weg entlang der peripheren Nerven ins Gehirn, desto länger die Inkubationszeit.

Die Inkubationszeit bei 2019-nCOV beträgt 3 bis 14 Tage, deshalb werden Verdachtsfälle auch zwei Wochen isoliert. Die 14 Tage sind allerdings nicht sicher.

Die Inkubationszeit beim neuen Coronavirus könnte Analysen zufolge in seltenen Fällen sogar bis zu 24 Tage betragen und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Tage und damit weniger als die bisher angenommenen gut fünf Tage, ergab eine Auswertung des Experten Zhong Nanshan nach Angaben der China Daily. Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht. … Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesichert die neuen Erkenntnisse seien, kommentiert der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité die Analyse in China. „Eine häufige Fehlerquelle bei scheinbar sehr langen Inkubationszeiten ist eine unbemerkte zwischenzeitliche Exposition.“ Nur unter sehr kontrollierten Bedingungen lasse sich ausschließen, dass Betroffene dem Erreger mehrfach hintereinander ausgesetzt waren.

Die sehr unterschiedliche Zeitangaben zur Inkubationszeit hängt von der Variation dieser vier Faktoren ab. Wenn wir davon ausgehen, dass die aktuelle Virusvariante dieselbe Virulenz hat wie in Wuhan, dann bestimmen wohl die ACE2 Oberflächenstrukturen auf unseren Zellen Infektiosität und initiale Vermehrung.

Quelle https://medium.com/@edwardnirenberg/sars-cov-2-and-the-lessons-we-have-to-learn-from-it-e2017fd5d3c 9/3/2020

Wer allerdings nur nach Krankheitsbeginn Quarantäne verordnet, kommt zu spät, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhinden.

Bei Reisenden aus Coronavirus-Endemie-Gebieten reicht ein symptom- und kontaktbasiertes Screening alleine offenbar nicht aus, um eine Infektion auszuschließen. Das zeigen die Erfahrungen der Passagiere, die am 1. Februar aus Wuhan nach Deutschland evakuiert wurden. Zwei der Patienten hätten ohne Rachenabstrich und ohne Quarantäne in Deutschland möglicherweise weitere Personen angesteckt.

Leider sieht das Robert Koch Institut bisher keine flächendeckende, wiederholte Tests ausserhalb von Arztpraxen vor, während Baden Württenberg aber bereits Drive In Tests eingeführt hat. Das RKI (Stand 9.3.2020) bleibt dazu vage

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als mäßig eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und ist in „besonders betroffenen Gebieten“ höher. … Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. … Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern. Sie sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der Reisetätigkeit ergänzt werden.

Infektionen möglichst früh erkennen, ohne dass ein flächendeckender PCR Nachweis angeboten wird? Es ist zu befürchten, dass eine  Pandemie so nicht eingedämmt werden kann. In Korea scheinen Tests ein wichtiger Faktor zur Steuerung gewesen zu sein.

Quelle https://twitter.com/JohannaMaska/status/1237186360265469952 vom 10/3/20

Das Ziel aller Massnahmen ist es, die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich zu halten und Zeit zu gewinnen, um Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen aufzubauen, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen und die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen zu ermöglichen.

Das RKI erklärt 3 Klassen von Kontaktpersonen, aber auch hier ist immer nur von Erkrankten, aber nicht infizierten Personen in der Inkubationsphase die Rede. Bleibt die Frage, wie ansteckend Personen in der Inkubationszeit sind. Leider gibt es darauf bisher keine  Antwort, sondern nur Abschätzungen.

Die Basisreproduktionszahl R0* liegt bei 2.25, dh 1 Infizierter steckt 2.25 Personen an (eine noch nicht überprüfte Arbeit sagt allerdings 4.7). Zur Eindämmung muss R0 aber unter 1 gesenkt werden. Simulationen zeigen, dass in den meisten Szenarien “contact tracing and case isolation” innerhalb 3 Monaten COVID-19 stoppen kann; offensichtlich gelingt das gerade in China.

In Deutschland war “contact tracing” bei den Webasto Fällen noch möglich, mit zunehmenden Erkrankungsfällen unterbleibt die Rückverfolgung aber immer mehr aus logistischen Gründen und macht zudem die Risikoabschätzung über Herkunft aus Endemiegebiet immer weniger sinnvoll, wenn die Erkrankung schon vor Ort endemisch auftritt.

Unbelehrbar? (6000 Tote exhumiert XXXIV)

Nachdem sich das Thema “6000 Tote” eigentlich durch das  Leopoldina Gutachten 2019 erledigt hat

Weitere gesundheitliche Risiken, die mit einer chronischen Belastung gegenüber Stickstoffdioxid in Verbindung gebracht werden, sind eine erhöhte Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen … Auch hier gibt es … keine gesicherte Kausalität, weil es bisher nur wenige Studien zur Toxikologie von Stickstoffdioxid gibt, welche die biologischen Wirkungsweisen erklären würden.

bestehen die Verursacher der NO2 Diskussion in einem neuen DÄ Artikel mit “neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen aus 2013” weiter auf dem Fakt

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch Effekte unterhalb des im Jahre 2005 festgelegten Richtwerts, sodass im Auftrag der Europäischen Union im Jahr 2013 eine Neubewertung der Evidenzlage vorgenommen wurde. Speziell für Stickstoffdioxid wurden dabei Gesundheitseffekte oberhalb eines Schwellenwerts von 20 μg/m3 als gesichert angesehen. Maßgeblich war hierfür eine Meta-Analyse von mehr als 15 Langzeitstudien zu Stickstoffdioxid, die einen Anstieg des Mortalitätsrisikos um 5 % pro 10 μg/m3 NO2 ergab.

Kaum zu glauben (wenn man sich an XX erinnert) wie skurill die Kollinearitätsdiksussion hier geführt wird: Feinstaub ist gleichmäßig verteilt, im Gegensatz zu NO2.

Daraus resultiert eine Korrelation der Expositionen von deutlich unter 1, was eine teilweise Isolierung der Effekte ermöglicht. Multizentrische Kohortenstudien mit verschiedensten Schadstoffzusammensetzungen (Gemischen) und -konzentrationen erlauben die Trennung von Schadstoffeffekten.

Die grössere Streuung der NO2 Werte in den einzelnen Standorten hängt also hier plötzlich nicht von dem Aufstellungsorten ab, sondern gibt die individuelle Belastung an? Und die “Korrelation unter 1” erlaubt eine statistische “Isolierung der Effekte”? Als wollte man ein Gemisch von Proteinen mit gleichem Molekulargewicht im Polyacrylamid-Gel trennen. Kann man beliebig oft wiederholen, andere Spannung nehmen oder auch anders färben und geht trotzdem nicht.

Disclaimer. Natürlich ist der Schlussfolgerung des DÄ Artikels zustimmen, was die Auswirkung von Luftschadstoffe sind. Allerdings nicht wegen der Aussagen zu NO2 sondern zu den PM.

Eine weitere Absenkung der Luftschadstoffgrenzwerte ist daher nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus der ethischen Verpflichtung zum Schutz der Bevölkerung notwendig. Darüber hinaus kommt es bei den meisten Maßnahmen zur Reduktion der Luftverschmutzung auch zu erheblichem Zusatznutzen im Bereich des Klimaschutzes…

Postscriptum. Ist das nicht ein Selbstplagiat mit 11% wörtlicher Übereinstimmung zu einem früheren Positionspapier?

https://copyleaks.com Textvergleich “Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit – Expertise der ISEE ERS_R1.pdf” und “m881.pdf” zeigt 11% identische Übereinstimmung.

10% ist die bisher gültige Grenze

Zu Forschungsfreiheit

Interview mit Martin Stratmann

F: Dann lassen Sie uns über die Strukturen und ihre Probleme sprechen. Damit sind wir plötzlich sehr nah dran an der MPG, oder?

A: Was woanders gilt, sollte auch bei der MPG so sein: Wir müssen bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sicherstellen, dass die Wissenschaftsfreiheit auch für sie gesichert ist – nicht nur für die Führungsspitze unserer Institute. Und wir müssen in der Wissenschaft Rahmenbedingungen schaffen, die eine Spontaneität, wie ich sie meine, ermöglicht. Indem wir nicht nur Forschung belohnen, die en vogue ist, die zu möglichst vielen hochrangigen Publikationen führt.

Globaler Diskurs? Ein Nirvana-Fehlschluss

Das Ärzteblatt gestern über eine BMBF Veranstaltung zu den Crispr Cas Zwillingen

Dabrock warnte vor einem Schwarz-Weiß-Denken bei ethischen Fragestellungen zur Keim­bahnveränderung. Es sei vielmehr ein globaler Diskurs erforderlich, an dem nicht nur die wissenschaftliche Gemeinde beteiligt ist – der letztlich gegebenenfalls in globale Regelungen münde.

Was soll man dazu sagen? Zu einer Rhetorik,  die feststellt daß alle anderen “Schwarz-Weiss” denken? Globaler Diskurs ist in dem Zusammenhang eine falsche Dichotomie, denn das Gegenteil von “Schwarz-Weiss” wäre ja “bunt”, eine möglichst vielfältige Alternative.

Nach mittlerweile vier Vorträgen zu dem Thema glaube ich mitterweile, dass die meisten Menschen nicht mal den Unterschied zwischen somatischer und Keimbahntherapie verstehen. Und dass die Welt im Augenblick ganz andere Probleme hat.

Den Diskurs in die globale Sphäre vertagen, sagt jemand, der selbst nicht mal auf Emails antwortet? “Globaler Diskurs” sieht nach einem klassischen Beispiel für einen Nirvana Fehlschluss aus.

Den Nirvana-Fehlschluss, auch Trugschluss der perfekten Lösung, begeht, wer etwas Wirkliches oder Realisierbares mit einem unrealisierbaren modellhaften Ideal vergleicht und auf dieser Basis – ohne die Realitätsferne des Ideals zu berücksichtigen – ein Urteil fällt oder eine Entscheidung trifft.

Denn wer kann denn schon – staatliche Ethiker mal ausgenommen – zu Ethikmeetings in die USA, nach London oder Hongkong fliegen? Und wer entscheidet auf diesen Meetings? Gewählte Volksvertreter?

Und selbst bei diesen Meetings gibt es völlig unterschiedliche Vorstellungen. Das WHO Komittee will ein Register schaffen so Nature gestern. Eine zweite Kommission von US National Academy of Science und British Royal Society wohl eher nicht, genaues weiss man nicht. Globaler Diskurs hinter verschlossenen Türen.

CO2-Ausstoß

nach Land – welche Regierung ist verantwortlich?

nach Einwohner – welche Menschen sind verantwortlich?

Quelle
Territorial emissions

Original
CDIAC: Boden, TA, Marland, G and Andres, RJ 2017. Global, Regional, and National Fossil-Fuel CO2 Emissions, Carbon Dioxide Information Analysis Center, Oak Ridge National Laboratory, U.S. Department of Energy, Oak Ridge, Tenn., USA. DOI: 10.3334/CDIAC/00001_V2017.
UNFCCC, 2017. National Inventory Submissions 2017. United Nations Framework Convention on Climate Change.
BP, 2017. Statistical Review of World Energy.

# R
co2pp <- read.csv("/Users/xxx/Desktop/export_20191116_1913.csv",sep = ";", quote = "\"'",)
visited <- colnames(co2)[-1]
register_google(key="???")
ll.visited <- geocode(visited)
ll.visited[, "country"] <- c("Afghanistan","Albania","Algeria","Andorra","Angola","Anguilla","Antigua.and.Barbuda","Argentina","Armenia","Aruba","Australia","Austria","Azerbaijan","Bahamas","Bahrain","Bangladesh","Barbados","Belarus","Belgium","Belize","Benin","Bermuda","Bhutan","Bolivia","Bonaire..Saint.Eustatius.and.Saba","Bosnia.and.Herzegovina","Botswana","Brazil","British.Virgin.Islands","Brunei.Darussalam","Bulgaria","Burkina.Faso","Burundi","Cambodia","Cameroon","Canada","Cape.Verde","Cayman.Islands","Central.African.Republic","Chad","Chile","China","Colombia","Comoros","Congo","Cook.Islands","Costa.Rica","Côte.d.Ivoire","Croatia","Cuba","Curaçao","Cyprus","Czech.Republic","Democratic.Republic.of.the.Congo","Denmark","Djibouti","Dominica","Dominican.Republic","Ecuador","Egypt","El.Salvador","Equatorial.Guinea","Eritrea","Estonia","Ethiopia","Faeroe.Islands","Falkland.Islands..Malvinas.","Fiji","Finland","France","French.Guiana","French.Polynesia","Gabon","Gambia","Georgia","Germany","Ghana","Gibraltar","Greece","Greenland","Grenada","Guadeloupe","Guatemala","Guinea","Guinea.Bissau","Guyana","Haiti","Honduras","Hong.Kong","Hungary","Iceland","India","Indonesia","Iran","Iraq","Ireland","Israel","Italy","Jamaica","Japan","Jordan","Kazakhstan","Kenya","Kiribati","Kuwait","Kyrgyzstan","Laos","Latvia","Lebanon","Lesotho","Liberia","Libya","Liechtenstein","Lithuania","Luxembourg","Macao","Macedonia..Republic.of.","Madagascar","Malawi","Malaysia","Maldives","Mali","Malta","Marshall.Islands","Martinique","Mauritania","Mauritius","Mexico","Micronesia..Federated.States.of.","Moldova","Mongolia","Montenegro","Montserrat","Morocco","Mozambique","Myanmar","Namibia","Nauru","Nepal","Netherlands","New.Caledonia","New.Zealand","Nicaragua","Niger","Nigeria","Niue","North.Korea","Norway",NA,"Oman","Pakistan","Palau","Panama","Papua.New.Guinea","Paraguay","Peru","Philippines","Poland","Portugal","Qatar","Republic.of.South.Sudan","Réunion","Romania","Russian.Federation","Rwanda","Saint.Helena","Saint.Kitts.and.Nevis","Saint.Lucia","Saint.Pierre.and.Miquelon","Saint.Vincent.and.the.Grenadines","Samoa","Sao.Tome.and.Principe","Saudi.Arabia","Senegal","Serbia","Seychelles","Sierra.Leone","Singapore","Slovakia","Slovenia","Solomon.Islands","Somalia","South.Africa","South.Korea","Spain","Sri.Lanka","Sudan","Suriname","Swaziland","Sweden","Switzerland","Syria","Taiwan","Tajikistan","Tanzania","Thailand","Timor.Leste","Togo","Tonga","Trinidad.and.Tobago","Tunisia","Turkey","Turkmenistan","Turks.and.Caicos.Islands","Tuvalu","Uganda","Ukraine","United.Arab.Emirates","United.Kingdom","United.States.of.America","Uruguay","Uzbekistan","Vanuatu","Venezuela","Vietnam","Wallis.and.Futuna.Islands","Western.Sahara","Yemen","Zambia","Zimbabwe")
ll.visited <- as.data.frame(ll.visited)
cnd <- ll.visited$country %in% colnames(co2)
for(i in 1960:2017){
  ll.visited[cnd,"CO2"] <- as.vector(t(co2pp[i-1959,ll.visited$country[cnd]]))
  p <- ggplot() +
    geom_polygon(data = map_data("world"), aes(x=long, y=lat, group=group), fill="grey", alpha=0.2) +
    theme_void() + 
    xlim(-160,190) +
    ylim(-60,90) +
    geom_point( data=ll.visited, aes(x=lon, y=lat, size=CO2, fill=CO2), alpha=.8, pch=21) +
    scale_fill_continuous(low="blue4", high="red", breaks=seq(0,10000,2500), limits=c(0,10000) ) +
    scale_size(range = c(.1,35), breaks=seq(0,10000,2500), limits=c(0,10000) ) +
    annotate("text", label=i, x=170, y=85, size=8.5) +
    scale_size(range = c(.1,14)) +
    guides( size = FALSE, fill = guide_colourbar(order = 1, title=expression('t CO'[2]*' per pers '), ) )
  fn <- paste("/Users/xxx/Desktop/tmp/",str_pad(i-1959, 3, pad = "0"),".png",sep="")
  ggsave(p, file=fn, width = 9, height = 4.5)
}
# ffmpeg -framerate 5 -i /Users/xxx/Desktop/tmp/%3d.png -r 5 -pix_fmt yuv420p -y /Users/wjst/Desktop/X/CO2.mp4

Anmerkung

  • Ich weiss nicht, worauf die Differenz zu anderen Angaben beruht.
  • Der Plot CO2 pro Kopf hat “capped outliers”, alles was über der Skala lag, wurde auf die obere Grenze gelegt. Dennoch imponieren hier weiterhin Länder wie Curaçao mit einer starken Öl-Ökonomie (Shell…), ebenso auch Katar.
  • Eine fixe Skala über die Zeit (die Zeile mit scale_fill_continuous…) hat Vor- und Nachteile. Vorteil – man sieht besser die Entwicklung der Gesamtemission. Nachteil – die relative Entwicklung zu anderen Ländern geht etwas verloren.

Wo bleibt die Lex Wissenschaft? Mizaru, Kikazaru, Iwazaru?

Irgendwie gibt es wenig Kommentare zu dem EuGH Urteil, daß alle Arbeitgeber in der Europäische Union die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer komplett erfassen müssen.

Der Hochschulverband schrieb bisher (auszugsweise)

Universitätsprofessoren unterliegen […] nicht den Regeln festgesetzter Arbeitszeit. Insbesondere das Recht, im Rahmen der selbständigen Aufgabenwahrnehmung (bspw. der Forschung) auch den Ort der Erfüllung der Dienstaufgaben selbst bestimmen zu können, ist eine wesentliche Voraussetzung für wissenschaftliche Arbeit. Dies bedeutet, dass Professoren grundsätzlich nur insoweit in ihrer Hochschule ihren Dienst versehen müssen, als eine Präsenz vor Ort durch die jeweils zu erledigenden konkret-funktionalen Dienstaufgaben faktisch vorausgesetzt ist.

Und dann hat wohl im Mai der HRK Präsident eine Lex Wissenschaft gefordert. Zitat

Was aber bedeutet das EuGH-Urteil für die Wissenschaft? Zieht an Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Stechuhr ein? […] Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) spricht dagegen von einer “grotesken Regelung” und einem “Rückfall in eine Arbeitsorganisation früherer Zeiten”. Das Urteil verkennt die Flexibilität von Arbeitsorten und Arbeitszeiten, die heute Realität sei. “Es ist nicht zeitgemäß, erst recht nicht für die Wissenschaft.” Als Präsident der Freien Universität Berlin habe er sich immer gegen Zeiterfassungs-Modelle ausgesprochen, “aus guten Gründen”, wie Alt sagt: “In der Verwaltung mag das noch angehen, aber als Wissenschaftler im Labor haben Sie doch keinen Nine-to-Five-Job. Da sind sie auch mal abends da, zwischendurch arbeiten Sie woanders, zu Hause, in Bibliotheken, auf Konferenzen.”

Was ist da nun eigentlich der Stand?
Wird das EuGH Arbeitszeiturteil nun genauso gehandhabt wie das DSGVO Fotoverbot? Oder das A1 Dienstreiseformular? Mizaru, kikazaru, iwazaru?

He who has ears to hear, let him hear

Another paper with more than 10,000 authors: Ripple et al.

Scientists have a moral obligation to clearly warn humanity of any catastrophic threat and to “tell it like it is.” On the basis of this obligation and the graphical indicators presented below, we declare, with more than 11,000 scientist signatories from around the world, clearly and unequivocally that planet Earth is facing a climate emergency.

The first Bioessays Paper was in 2017.

How design choices shape research results

A new study examines the question how design choices shape research results: Justin F. Landy et al. Crowdsourcing hypothesis tests: Making transparent how design choices shape research results. Psychological Bulletin (in press)

The institutional background of most research is a research group that shares a hypothesis. The group hypothesis usually determines the methods. Methods and study design determine results. Due to this relationship there is a high risk even in replication studies that they just replicate systematic errors. It is therefore not unexpected that many scientific hypotheses only die with their proponents. To what extent are research results influenced by subjective decisions?

Fifteen research teams independently designed studies to answer five original research questions related to moral judgments, negotiations, and implicit cognition. Participants from two separate large samples (total N > 15,000) were then randomly assigned to complete one version of each study. Effect sizes varied dramatically across different sets of materials designed to test the same hypothesis: materials from different teams rendered statistically significant effects in opposite directions for four out of five hypotheses, with the narrowest range in estimates being d = -0.37 to +0.26. Meta-analysis and a Bayesian perspective on the results revealed overall support for two hypotheses, and a lack of support for three hypotheses. Overall, practically none of the variability in effect sizes was attributable to the skill of the research team in designing materials, while considerable variability was attributable to the hypothesis being tested.

So it is all about the hypothesis … something that we already know from the early Genome Analysis Workshops where the same dataset had been distributed to different groups.

EVALI

There is a good summary of the story at The Verge while medical journals seem to be slow with updates ( there will be a Twitter session today at 4 p.m. ET using the hashtag #ATSChat )

In the United States, regulatory and public health agencies are looking into these three different public health-related problems: exploding e-cigarettes, seizures and lung injuries.

Lung injury  is the biggest problem

During a press call on October 25th, Schuchat [principal deputy director of the CDC] said that they were now calling the injury EVALI, an acronym for “e-cigarette, or vaping, product use associated lung injury.” It’s still not particularly catchy, but slightly better than the longer version.

As of October 22, 2019 1,604 cases have been reported according to the CDC. I wonder whether 1,2-propandiole and glycerole are responsible for the effect? Heating may lead to formaldehyde and acrolein (an unsaturated aldehyde). But why is the combination with THC so deleterious? Further chemical reactions?

Auf dem Weg zu einer Kultur der Nachhaltigkeit

Endlich – nach so viel Querschlägern von evangelischen Theologen, nun endlich ein qualifizierter ökumenischer Beitrag: Auf dem Weg zu einer Kultur der Nachhaltigkeit. Als beispielgebener Ausschnit hier Markus Vogt

Trotz fundierter weltweiter Forschung zu Klimawandel, ökologischer Degra- dation, Armut und Migration gelingt der Weltgesellschaft bisher kein Um- steuern. Auch die weitreichenden Beschlüsse zu einem globalen Gesellschafts- vertrag für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen im Septem- ber 2015 als normative Leitlinie der Weltinnenpolitik bis 2030 beschlossen haben (Sustainable Development Goals), ändern daran wenig. Wider besseres Wissen verharren wir auf den bisherigen Pfaden von Ressourcenübernut- zung, exzessivem Konsum und globaler Ungerechtigkeit. Wir leben in der „Externalisierungsgesellschaft“ (Lessenich) auf Kosten der Zukunft, der Natur sowie zahlloser Menschen im Globalen Süden. In dieser Situation stellt sich die Frage, aus welchen Quellen die Kraft zu gesellschaftlicher Transformation kommen kann. Auch die Kirchen stehen hier in neuer Weise im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit

Die Kirchen sind dabei selbst oft mehr Lernende und Vermittelnde als Wissende. Deshalb sind ökumenische und interreligiöse sowie natur- und sozialwissenschaftliche Dialoge auf der Suche nach den „Minima Moralia“ einer ganzheitlichen Ökologie unverzichtbar.

Tolle, lege! Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.

Alarmismus und Glaubwürdigkeitsverlust (6000 Tote XXXIII)

Hans von Storch bezweifelt den Wert einer zu alarmistischen Position der Wissenschaft

Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und simplifizierten Äußerungen – ähnlich Interessenverbänden – versuchten, eine Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden. Wer etwa Kohlekraftwerke als Todesfabriken bezeichne, riskiere beim Klimawandel einen ähnlichen Glaubwürdigkeitsverlust, wie dieser beim sogenannten Waldsterben nach 1990 stattgefunden habe. Overselling führe zu unmöglichen Zielvorgaben in der Politik, verringere die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und riskiere Glaubwürdigkeitsverluste der Wissenschaftler aufgrund von übertriebenen oder nicht zutreffenden Voraussagen…

Die schwierige Frage in der CO2 Klimadiskussion – aber auch vielen anderen wissenschaftlichen Kontroversen – was tun, wenn die Ergebnisse irgendwann eindeutig sind, aber der Rest der Welt es nicht wahr haben will? Ist es dann Alarmismus – eine unnötige oder übertriebene Warnung vor Problemen? Semmwelweis wusste, dass Tausende von Frauen wegen mangelnder Hygiene gestorben sind, es blieb ihm keine andere Wahl, als Alarm zu schlagen.

Addendum 3.1.2020

bpb zu Journalisten im Klimakrieg

Auf dem Rücken der Wissenschaft wird ein regelrechter Kulturkampf ausgetragen, dem Fakten zum Opfer fallen. Je nach politischer Haltung werden entweder die erheblichen Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung oder die großen Risiken des Klimawandels außer Acht gelassen. Beides geht fehl: Bei der Klimatologie handelt es sich um “postnormale Wissenschaft”, hohe Risiken gehen unweigerlich einher mit großen Unsicherheiten.

How to write the abstract of a review

There is some kind of standard for writing reviews from introduction (although nobody cares for it), a discussion (exhaustive list of details to make everybody happy) to the usual conclusion that further research is required. When writing now something for Bioessays, I found a completely different recommendation that I believe is a good approach.

An abstract must immediately communicate what is new, not give a general statement along the lines of “in this paper we review field X”. Reviewers will generally be experts in the area, and will be interested in new insights. Bear in mind the following:
Concepts placed at the beginning and end of the abstract will be more memorable than concepts placed in the middle. So, place your most interesting and new insight as high up the abstract as possible, and end it with an interesting forward-looking or speculative observation.
Material in the middle of the abstract will be less memorable. So, do not place novel and important things in the middle of the abstract; instead, use it for contextualising background.

The principles stem from the application of the ‘serial position effect’, noted by researchers who studied how well people remember concepts placed at the beginning , middle and end of a text, see Deese and Kaufman (1957)  and Murdock, B.B., Jr. (1962).

Ökodiktatur

Eine Diktatur wird durch eine einzelne regierende Person oder eine Gruppe mit  politischer Macht ausgeübt und nicht durch Sachzwänge.  Die angeblich “normative Kraft des Faktischen” ist nur selten eine tatsächlich Beschränkung der Handlungsoptionen.

Der Begriff der Ökodiktatur ist rechtspopulistisch (Meyer/Cicero, Frisch/Zeitzeichen, …) und das Beste, was man dazu sagen kann, steht in einem Essay von , dem stellvertretenden Chefredakteur der Zeit “Von der Angst diktiert

Was die politische Klasse gelernt hat, das ist die große Lektion des 20. Jahrhunderts, nämlich, wie man sich der Zerstörung der Demokratie durch ihre geistigen Feinde erwehren kann. Was sie und was wir alle dagegen nicht gelernt haben: wie man die Zerstörung der Demokratie durch das Verschwinden der tatsächlich vorhandenen Wahlmöglichkeiten verhindert. Das wäre dann die zweite unabdingbare Lektion, die des 21. Jahrhunderts. Statt von “Ökodiktatur” zu faseln, sollte man sich lieber Gedanken darüber machen, wie eine Ökodemokratie aussehen könnte.

Die beste Antwort auf Ökodiktatur? Gegeben von Ingolfur Blühdorn (Wien)

Es ist unbedingt erforderlich, in manchen Bereichen verbindliche Grenzen für Freiheits- und Selbstbestimmungsansprüche zu formulieren, und das hat überhaupt nichts mit Diktatur zu tun. Vielmehr ist es die ureigenste Aufgabe jeder Politik, zu regulieren. Jede Freiheit muss Grenzen haben, damit sie nicht ihrerseits umschlägt in die totale Herrschaft sehr weniger “völlig Befreiter”. Da sind sich alle Theoretiker und Philosophen bis zurück zu Platon immer einig gewesen.
Bewegungen, die für mehr Freiheit gestritten haben, hatten auch nie eine völlige Entgrenzung und Zügellosigkeit zum Ziel. Sie sind zum Beispiel immer davon ausgegangen, dass die Freiheit des einen da aufhört, wo sie die des anderen blockiert. Und sie sind vor allem immer davon ausgegangen, dass es eine soziale und ökologische Vernunft gibt, auf deren Grundlage moderne Gesellschaften sich demokratisch über die Beschränkung der Freiheit einigen können.