Sci Immunol today shows an incomplete genetic reconstitution of B cell pools after measles infection.
Using B cell receptor (BCR) sequencing of human peripheral blood lymphocytes before and after MeV infection, we identified two immunological con- sequences from measles underlying immunosuppression: (i) incomplete reconstitution of the naïve B cell pool leading to immunological immaturity and (ii) compromised immune memory to previously encountered pathogens due to depletion of previously expanded B memory clones.
Herr Professor Dabrock, kürzlich wurden die ersten Menschen mit korrigierten Genen geboren. Was halten Sie davon?
Ich halte das aus mehreren Gründen für verwerflich. So könnte das Ausschalten dieses speziellen Gens die Lebenserwartung bei den gerade geborenen Mädchen um zehn Jahre verkürzen.
Zudem wissen wir generell zu wenig über die Nebeneffekte von Genscheren. Denn sie schneiden das Erbgut nicht nur an der beabsichtigten Stelle. Niemand kennt die Folgen, die sich daraus ergeben. Auch deshalb hält keiner der führenden Wissenschaftler Genkorrekturen an der Keimbahn für verantwortbar.
Die Antwort enthält mehrere Fehler (wobei es natürlich schwierig ist, für einen evangelischen Theologen über Wissenschaft zu reden, die er nur vom Hörensagen kennt).
1. Die Lebenserwartung wird durch die Ausschaltung von CCR5 nicht verringert. Die einzige Arbeit, die das behauptet hat, wurde am 8.10.2019 zurückgezogen. Das sollte man wissen, wenn man darüber redet.
2. Die zweite Aussage ist auch falsch, denn wir wissen ziemlich genau, was die Genscheren für Nebeneffekte haben. Ich habe das für die Crispr Cas Twins vorgerechnet, sowohl für den Phänotyp als auch für die off-target Effekte. Die Folgen sind katastrophal, vermutlich der Grund, warum keiner nun die Kinder untersuchen darf.
3. Leider ist die ganze Diskussion Schnee vom letzten Jahr. Neuere prime editing Verfahren sind sehr präzise und können nach aktuellem Hochrechnung 90% der bekannten Mutationen reparieren. Damit ist aus technischer Sicht eine Genkorrektur verantwortbar.
Und wie steht es um die grundsätzliche Frage, ob man das darf?
Wir erreichen eine Schwelle, an der die Menschheit in der Lage ist, ihre eigenen biologischen Grundlagen technisch zu manipulieren. Es ist eine Menschheitsfrage zu klären, ob wir das wollen oder nicht. Und darüber müssen wir zunächst eine gesellschaftliche Debatte führen. Deshalb halte ich es für ein ethisch niederes Motiv, wenn einzelne Forscher aus Ruhmsucht vorpreschen.
Der erste Satz antwortet nicht auf die “grundsätzliche” Frage ebensowenig wie der zweite Satz.
Die “Menschheit” hat im übrigen eine Meinung dazu: Keine der großen Weltreligionen erlaubt solche Eingriffe (wie wir in einer noch nicht veröffentlichten Arbeit zeigen werden).
Und drittens, woher kennt Peter Dabrock die ethische Motivation von He Jiankui, den er nie getroffen hat? Kollegen, die JK kennen, beschreiben seine Motivationslage als komplex, er ist in einer Gegend aufgewachsen in der ganze Dörfer an AIDS litten.
Der Deutsche Ethikrat fordert aktuell den globalen Stopp solcher Eingriffe. Hält er sie jedoch eventuell in der Zukunft für angemessen?
Ja, angenommen wir erreichen den Punkt, an dem wir solche Korrekturen für verantwortbar halten. Dann wäre es bei schweren Krankheiten sogar geboten, die Keimbahn zu korrigieren, wenn das die Chance bietet, Menschen gravierende Einschränkungen und den frühen Tod zu ersparen. Diesen Standpunkt vertritt die Mehrheit des Deutschen Ethikrats.
Ethik per Mehrheitsentscheidung hängt davon ab, wo die Mehrheiten gerade liegen. Heute hier, morgen da. Die Entscheidungen sollen zwar unpolitisch sein (§5 Ethikratgesetz) aber da die Mitglieder je zur Hälfte auf Vorschlag des Deutschen Bundestags und der Bundesregierung gewählt sind, ist jedes Statement des Ethikrates auch ein politisches Statement. C F Gethmann kritisiert ja auch unseren Problem-Monismus, dass die jeweiligen Wissenschaften sich jeweils auf ihr Problem konzentrieren müssen, während politisches Handeln bzw ethische Berwertung ein multidimensionales”Problemgefüge” bewältigen muss. Nur leider liegt der Ethikrat an so vielen anderen Stellen immer wieder daneben, vermutlich weil ihm die Sachkenntnis der “Monisten” fehlt.
Es soll nun also geboten sein, die Keimbahn zu korrigieren? Auch von ethischer Seite sind die Interviewantworten von Dabrock so dubios, wie sie von medizinisch-biologischer Seite falsch sind. Liegen hier nicht unüberwindbare Konfliktmöglichkeiten? Kaum ein Behinderterfindet es gut, was der Ethikrat sich hier ausgedacht hat. Es gibt zu viele Gründe, die gegen Keimbahneingriffe sprechen, im übrigen deutlich mehr, als der Ethikrat in seiner Stellungnahme aufgezählt hat.
Rhetorisch ist das Argument zudem schwach, denn um Menschen gravierende Einschränkungen und den frühen Tod zu ersparen, verhindert man auch nicht, dass sie sich schneller als 30 km/h bewegen.
Und spricht Peter Dabrock hier eigentlich für den Ethikrat (sprich – ist das Interview autorisiert?) Spricht er für die evangelische Kirche? Oder für die evangelische Theologie? Oder ist das Thema eigentlich völlig egal und Dabrock spricht nur für sich selbst?
Und hat er nicht 2017 gesagt, wir sind “meilenweit von einem Designerbaby entfernt”?
The incomplete identification of structural variants (SVs) from whole-genome sequencing data limits studies of human genetic diversity and disease association. Here, we apply a suite of long-read, short-read, strand-specific sequencing technologies, optical mapping, and variant discovery algorithms to comprehensively analyze three trios to define the full spectrum of human genetic variation in a haplotype-resolved manner. We identify 818,054 indel variants (<50 bp) and 27,622 SVs (≥50 bp) per genome. We also discover 156 inversions per genome and 58 of the inversions intersect with the critical regions of recurrent microdeletion and microduplication syndromes. Taken together, our SV callsets represent a three to sevenfold increase in SV detection compared to most standard high-throughput sequencing studies, including those from the 1000 Genomes Project.
A new study examines the question how design choices shape research results: Justin F. Landy et al. Crowdsourcing hypothesis tests: Making transparent how design choices shape research results. Psychological Bulletin (in press)
The institutional background of most research is a research group that shares a hypothesis. The group hypothesis usually determines the methods. Methods and study design determine results. Due to this relationship there is a high risk even in replication studies that they just replicate systematic errors. It is therefore not unexpected that many scientific hypotheses only die with their proponents. To what extent are research results influenced by subjective decisions?
Fifteen research teams independently designed studies to answer five original research questions related to moral judgments, negotiations, and implicit cognition. Participants from two separate large samples (total N > 15,000) were then randomly assigned to complete one version of each study. Effect sizes varied dramatically across different sets of materials designed to test the same hypothesis: materials from different teams rendered statistically significant effects in opposite directions for four out of five hypotheses, with the narrowest range in estimates being d = -0.37 to +0.26. Meta-analysis and a Bayesian perspective on the results revealed overall support for two hypotheses, and a lack of support for three hypotheses. Overall, practically none of the variability in effect sizes was attributable to the skill of the research team in designing materials, while considerable variability was attributable to the hypothesis being tested.
So it is all about the hypothesis … something that we already know from the early Genome Analysis Workshops where the same dataset had been distributed to different groups.
Maybe this paper has a serious background but this what the Ig committee really wants – making people laugh, and then think “Methane Emissions from the Munich Oktoberfest” in Atmospheric Chemistry and Physics.
This study presents the first investigation of the methane (CH4) emissions of a big festival. In 2018 we measured the CH4 emissions of Munich Oktoberfest, the world's largest folk festival, using in-situ measurements combined with a Gaussian plume dispersion model. Oktoberfest is a potential source for CH4 as a high amount of natural gas for cooking and heating is used.
I believe this is a better proposal for the Ig Nobel Prize than my own Lancet letter about the Octoberfest.
Eugenics […] is particularly associated with the mass-sterilization campaigns that began after Indiana's 1907 act, and with the Nazi racial-hygiene programme that reached its nadir in the Holocaust. Another legacy of the eugenics movement is the management of populations using techniques such as demography, racial classification and statistical modelling. These, combined with family planning, became synonymous with modernity and progress. From Latin America and Scandinavia to India, China and the Soviet Union, eugenics took root in projects to 'improve the population' throughout the twentieth century. […] The stereotype of bureaucratic, box-ticking ethical compliance is no longer fit for purpose in a world of CRISPR twins […]
There is a good summary of the story at The Verge while medical journals seem to be slow with updates ( there will be a Twitter session today at 4 p.m. ET using the hashtag #ATSChat )
In the United States, regulatory and public health agencies are looking into these three different public health-related problems: exploding e-cigarettes, seizures and lung injuries.
Lung injury is the biggest problem
During a press call on October 25th, Schuchat [principal deputy director of the CDC] said that they were now calling the injury EVALI, an acronym for "e-cigarette, or vaping, product use associated lung injury." It's still not particularly catchy, but slightly better than the longer version.
As of October 22, 2019 1,604 cases have been reported according to the CDC. I wonder whether 1,2-propandiole and glycerole are responsible for the effect? Heating may lead to formaldehyde and acrolein (an unsaturated aldehyde). But why is the combination with THC so deleterious? Further chemical reactions?
Kennt noch jemand Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender? In der Vor-Internet-Zeit war das die einzige Möglichkeit, über einen Wissenschaftler irgendetwas herauszubekommen, von seinen Büchern, Artikeln oder Vorlesungen mal abgesehen.
Der Kalender erscheint immer noch bei de Gruyter, das Who is Who der deutschen Wissenschaft mit seinem kryptischen Abkürzungen, der seine Einträge von den Universitäten bezieht. 4807 Seiten. Gr. 8° (20 x 13 cm). Orig.-Pappbände. [Hardcover / fest gebunden] in 3 Bänden A-H, I-R, S-Z.
Als die Wissenschaft jedenfalls noch überschaubar war. Mit Diplom, Promotion und Habilitation. An Universitäten, die wie meine Alma mater Marburg (1527), Göttingen (1737), München (1472) noch universale Universitäten waren, keine FHs oder PHs.
Und Wikipedia weiss, dass der Kalender 77.000 in der Regel habilitierte Wissenschaftlern an deutschsprachigen wissenschaftlichen Institutionen umfasst und dass er zum ersten Mal 1925 erschien.
Mit Wikipedia ist das heute natürlich etwas aus der Zeit gefallen, wo jeder drittklassige Amateurlig Fussballer dort seinen eigenen Eintrag pflegt. Die Wikipedia hört sich zwar auch bei den biographischen Einträgen objektiv an, trotzdem ist diese Anhäufung von Eigen-PR und Preisen ( siehe Matthäus-Effekt ) eher abstossend. (Haftungsausschluss/Interessenskonflikt: bei Kürschners Kalender habe ich einen Eintrag, nicht aber bei Wikipedia). Denn ich lobe mir dann doch den alten deutscher Gelehrten-Kalender, den man nicht so einfach selbst umschreiben konnte.
Only 3 days ago I opened a new twitter channel. to accompany this blog. Only a few tweets later without any follower, Twitter has some first analytics: the audience here is married, rich people with completed high school who have an interested in dogs, comedy, sports and sciences. Whatever that means.
Trotz fundierter weltweiter Forschung zu Klimawandel, ökologischer Degra- dation, Armut und Migration gelingt der Weltgesellschaft bisher kein Um- steuern. Auch die weitreichenden Beschlüsse zu einem globalen Gesellschafts- vertrag für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen im Septem- ber 2015 als normative Leitlinie der Weltinnenpolitik bis 2030 beschlossen haben (Sustainable Development Goals), ändern daran wenig. Wider besseres Wissen verharren wir auf den bisherigen Pfaden von Ressourcenübernut- zung, exzessivem Konsum und globaler Ungerechtigkeit. Wir leben in der "Externalisierungsgesellschaft" (Lessenich) auf Kosten der Zukunft, der Natur sowie zahlloser Menschen im Globalen Süden. In dieser Situation stellt sich die Frage, aus welchen Quellen die Kraft zu gesellschaftlicher Transformation kommen kann. Auch die Kirchen stehen hier in neuer Weise im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit
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Die Kirchen sind dabei selbst oft mehr Lernende und Vermittelnde als Wissende. Deshalb sind ökumenische und interreligiöse sowie natur- und sozialwissenschaftliche Dialoge auf der Suche nach den "Minima Moralia" einer ganzheitlichen Ökologie unverzichtbar.
Tolle, lege! Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.