Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth

Alle Welt redet über die Gangelt Studie, nicht zuletzt durch die mediale Begleitung. Tirschenreuth ist aber mit Abstand der wichtigste Hotspot in Deutschland. Luisa Hommerich in der ZEIT hat also völlig recht mit der Aussage, dass die Todesrate in Tirschenreuth die höchste im Bundesdurchschnitt war.

Schwer zu sagen, was wirklich in dem Landkreis Tirschenreuth passierte, solange man nicht die individuellen Kontaktdaten einsehen kann. Das Starkbierfest in Mitterteich war nach einem Tag vorbei und hat sicherlich viele neue Fälle beschert, aber erstmal keine Toten. Zitat aus der ZEIT

Und noch etwas ist seltsam: Es gab in Tirschenreuth nicht nur extrem viele Corona-Kranke – ganze elf Prozent von ihnen starben auch, obwohl die Todesrate im Bundesdurchschnitt bei nicht einmal fünf Prozent liegt.

Schauen wir also nach der CFR in Deutschland nun auch noch die CFR für Tirschenreuth an.

Case Fatality Ratio (CFR, rot) definiert als kumulative Sterblichkeit innerhalb eines 7 Tage Zeitfensters das 14 Tage später auf das symmetrische 7 Tagesfenster um den Indextag folgt. Fallzahlen hinterlegt in grau für den jeweiligen Indextag. Todesfälle schwarz. Loess Smoother mit span=0.5. Datenstand: RKI 4.6.2020

Die CFR geht ab dem 1.4. in ein Plateau und steigt danach sogar wieder an. Ich interpretiere den Anstieg eher als Artefakt, in dem Sinn dass das Untersuchungsfenster von 2 Wochen nicht die komplette Sterblichkeit erfasst. Die CFR ist insgesamt nicht höher als im übrigen Bayern, es war also die hohe Zahl der Infizierten, weniger die schlechtere Überlebensrate, die zu den vielen Toten geführt hat. Also doch wieder die Starkbierfeste?

Nach RKI Daten ist jedenfalls die Aussage fraglich, die der neue Landrat und ehemalige Bürgermeister Roland Grillmeier gegenüber der ZEIT gemacht hat, dass es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Corona-Fälle im Landkreis gab.

Die ersten Corona Fälle im Landkreis Tirschenreuth
Melde- und Erkrankungsdatum klaffen auseinander in Tirschenreuth

 

Zum Zeitpunkt des Starkbierfestes am 7.3. gab es nach RKI Daten bereits 10 Erkrankungsfälle im Landkreis, zwei der 10 Fälle sind sogar mittlerweile verstorben (das RKI gibt keine Corona Todeszeitpunkte bekannt). Weltweit gab es am 7.3. aber auch schon 35.000 Fälle laut Worldometer – sicher keine harmlose Situation, auch nicht am 7.3., um zu einer Massen-Schluckimpfung einzuladen-

Eigenartigerweise wurden die Erkrankungsfälle des Landkreises aber alle erst NACH dem Fest gemeldet. Es ist zu vermuten, dass eine der 10 Personen aus der Liste oben oder ein noch nicht bekannter anonymer Fall der/die  gesuchte “Super Spreader” in Mitterteich ist. Der Landkreis hat 73.000 Einwohner, Mitterteich 7.000, die meisten der 1200 Teilnehmer kam aus dem Umland.

Warum wurde der erste Fall im Landkreis 23 Tage lang nicht gemeldet? Und der zweite Fall auch erst 21 Tage später? Eigenartig ist auch die zeitliche Reihung der Meldungen von Fällen, die aber doch mehr oder weniger gleichzeitig aufgetreten sind. Die einschlägige Vorschrift dazu ist eigentlich klar

Die namentliche Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem zuständigen Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden, nachdem der Meldende Kenntnis erlangt hat, vorliegen. Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden (vgl. § 9 Abs. 3 IfSG)….

Zum Vergleich ein anderer Zeitablauf: In München traten am 24.1. die ersten Symptome auf, drei Tage später war die erste PCR positiv, ein Tag später wurde gemeldet und am 5.3. ist der Artikel im New England Medical Journal erschienen.

Leider gibt es bisher in Deutschland kaum backward tracing wie in anderen Ländern. Was die drei RKI Experten herausgefunden haben, die ab dem 27.4. vor Ort waren, wird interessant sein. Dieser Bericht steht noch aus. Ich vermute es gibt noch mehr Gründe warum die Tirschenreuth so stark betroffen war.

 

Nachtrag 5.6.2020

In Tirschenreuth lag eine Strafanzeige gegen unbekannt vor, allerdings sagte der Oberstaatsanwalt der lokalen Tageszeitung am 16.4.

“Die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer Infektion auf dem Starkbierfest in Mitterteich reicht nicht zur Begründung dieses strafrechtlichen Vorwurfs einer fahrlässigen Körperverletzung aus”, erklärt Schäfer. Es gebe keine sicheren Erkenntnisse über eine solche Infektion.”

Corona Mortalität- und Case Fatality Verlauf in den Bundesländern

Hier kommt ein Plot der Case Fatality Ratio nach Bundesländern.

Warum sinkt eigentlich die CFR, wo der Virus vermeintlich immer gleich tödlich ist?

Case Fatality Ratio (CFR, rot) definiert als kumulative Sterblichkeit innerhalb eines 7 Tage Zeitfensters das 14 Tage auf das symmetrische 7 Tagesfenster um den Indextag folgt. Fallzahlen hinterlegt in grau für den jeweiligen Indextag. Sliding Window mit Loess Smoother span=0.5. Für Definitionen siehe https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlen-bitte-3-4-Coronavirus-Fallsterblichkeit-False-Number-4679338.html bzw https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html Datenstand: RKI 4.6.2020

 

Am Anfang der Pandemie waren die bestätigten Fälle selten, da nur begrenzt PCR Tests zur Verfügung standen, die CFR wird also massiv überschätzt. Dann steigt die Zahl der durchgeführten Tests, die Case Fatality Rate sinkt auf dem Höhepunkt der Pandemie auf Werte diesich mehr der Infection Fatality Rate annähert also der Zahl der Todesfälle pro Infektionen. Am Ende der Epidemie geht die CFR gegen Null, da es immer weniger Tote gibt. Insgesamt unterschätzt diese Rechnung die CFR, da Todesfälle auch noch nach dem Intervall auftreten können.

In dem Verlauf zwischen dem 15.3. und 15.4. könnten allerdings auch inhaltliche Aspekte eine Rolle spielen, etwa eine Lernkurve in den Kliniken, dass die Patienten besser behandelt werden. Es könnte aber auch ein positiver Effekt durch Mundnasenschutz sein, dass zum Beispiel Infektionen mit geringeren Virusmengen weniger tödlich verlaufen. Oder ein weiterer positiver Effekt, dass durch Kontaktbeschränkung weniger Gefahr durch Super Spreader droht.

Was davon stimmt, kann nur über neue Studien herausgefunden werden. Der Zeitverlauf zeigt jedenfalls, dass man die CFR sinnvollerweise nur am Ende einer Pandemie bestimmt.

Schauen wir uns noch einen Plot der Mortalität nach Landkreisen an.

Mortalitätskurven (rot) definiert als kumulative Sterblichkeit innerhalb eines 7 Tage Zeitfensters um den Indextag bezogen auf 1000 Einwohner des jeweiligen Land-/Stadtkreises. 412 Kreise wurden dafür ausgewertet. Rot zeigt die jeweiligen Spitzenreiter des Bundeslandes an. Datenstand: RKI 4.6.2020.

Am stärksten betroffen sind Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein Westfalen, wobei bei den einzelnen Landkreisen aber nicht Gangelt/Heinsberg sondern Mitterteich/Tirschenreuth den Spitzenplatz einnimmt. Details dazu in dem nächsten Post.

Spät-Intubation

In Deutschland gibt es zwei Wissenschaftler, die den Verlauf der Corona Pandemie massgeblich beeinflusst haben.

Der eine ist sehr bekannt, hat massgeblich die Strategie der Bundesregierung beeinflusst. Der zweite ist eher unbekannt, dafür verdankt ihm Deutschland die niedrige Mortalitätsrate: Dr. Thomas Voshaar.

Hier die Erklärung im O-Ton, warum die Mortalität hierzulande so viel geringer ist als in anderen Ländern.

Das Thema wurde auch in der Tagesschau und Monitor aufgegriffen und – logisch – von Anästhesisten kritisiert. Pathophysiologie und Mortalität in England und USA sprechen aber eindeutig gegen die Einwände.

Deep fake science

I am currently working on a lecture how I make up my mind whenever approaching a new scientific field. Of course we get the first orientation by proven experts, by proven journals and textbooks, then we collect randomly additional material just to increase confidence.

But what happens if there is some deep fake science? A new Forbes article highlights now deep fakes, how they are going to wreak havoc on society and “we are not prepared”

While impressive, today’s deepfake technology is still not quite to parity with authentic video footage—by looking closely, it is typically possible to tell that a video is a deepfake. But the technology is improving at a breathtaking pace. Experts predict that deepfakes will be indistinguishable from real images before long. “In January 2019, deep fakes were buggy and flickery,” said Hany Farid, a UC Berkeley professor and deepfake expert. “Nine months later, I’ve never seen anything like how fast they’re going. This is the tip of the iceberg.”

It means that also empirical science can be manipulated as well which will be even hard to detect.

 

Sugar daddy science

Der Begriff ist nicht neu, er wurde wohl 2019 von der Zeitschrift Atlantic erstmals in das allgemeine Bewusstsein gerückt für Forschung die direkt – ohne Ausschreibung, Wettbewerb oder Review – finanziert wird. Damals war es das MIT Media Lab, das “Spenden” von Jeffrey Epstein angenommen hat. Das muss nicht per se fragwürdig sein, hinterlässt aber doch ein ungutes Gefühl, warum gibt jemand sein Geld für Forschung aus?

Auch jetzt in Corona Zeiten, scheint es wieder in Mode zu kommen, dass einfach mal Geld aus der Staatskasse überwiesen wird: 1.000.000€ von Markus Söder an die LMU plus weitere Finanzierung an die Uni Regensburg, 65.315 € von Armin Laschet an die Uni Bonn, Winfried Kretschmann an vier Unis in Baden Württemberg in unbekannter Höhe, 2.000.000€ von Stephan Weil an die Uni Hannover “um in den kommenden zwei Jahren Bioproben und Daten von 1.000 unter­schied­lich stark am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Patienten zu sammeln”.

Das Ganze ist natürlich ein Witz, wenn nun die Unikinderklinik Freiburg schon beklagt, dass sie nicht mehr genügend Patienten für ihre Studie findet. Und wo sollen mit aktuell 54 Neuerkrankungen in Niedersachsen die 1000 Fälle für eine Biobank herkommen? Wo sich doch längst vor Monaten ein internationales Konsortium zu der Frage gebildet hat und es nun wirklich nicht die primäre Frage ist, ob eine Genvariante das Risiko um das 1.1 fache erhöht. Mit dem nächsten Virus ist sowieso wieder alles anders.

Und sollten die Studien nicht helfen, die Containment Massnahmen zu steuern? Ausser der Gangelt Studie kenne ich keine einzige offizielle Zahl obwohl vor genau 4 Monaten der erste Fall in München beschrieben wurde. Nach den letzten  Presseberichten werden die Ergebnisse der sugar daddy Studien hinter verschlossenen Türen dafür hergenommen um die lokale Politik zu rechtfertigen, ohne dass sie irgendjemand überprüfen kann. Vielleicht ist das auch besser so, denn wir wären wahrscheinlich von der Qualität enttäuscht, da kann ich mich nur Antes in der Lagebeurteilung vom 25.5. anschliessen

Ja, es gibt ein klareres Bild von der Unklarheit. Es gibt leider extreme regionale Unterschiede. Das war die Hauptkritik an der Heinsberg Studie mit ihren 14 oder 15 Prozent Dunkelziffer. Wenn ich in einen Hotspot fahre, bilde ich natürlich das ab, was vor Ort passiert ist. Es ist aber ohne jede Aussagekraft für das ganze Land … Die verschiedenen Massnahmen sind so miteinander vermengt, dass man das nicht differenzieren kann. Wir gehen leider mit allen Fehlern der Welt zurück in die Öffnung. Es ist ein Abschied von der Wissenschaft, den wir gerade sehen. …  Wir haben weltweit etwa 1100 sichtbare Studien zum Thema Corona. In Deutschland scharren auch alle mit den Hufen … um Studien durchzuführen. Leider aber gibt es keine Führungsstruktur, die diese Anstrengungen koordiniert. Meine größten Vorwürfe gehen in dieser Hinsicht an das Bundesforschungsministerium, von dem man fast nichts hört. Wir bräuchten für Deutschland einen Masterplan von Fragen. Dann müsste man diese Aufgaben verteilen und die Ergebnisse zusammenfassen, damit diese Entscheidungen dienen können. Dafür muss sich Wissenschaft allerdings koordinieren lassen.

 

 

The phantom herd immunity to covid-19

When most of a population is immune to an infectious disease either by natural infection or by vaccination, this provides indirect protection — or herd immunity — to those who are not immune to the disease.

A positive antibody response does not necessarily mean that there is immunity but nevertheless it may give a first indication how many individuals may have had contact with a virus. Be aware of several infodemic websites on seroprevalence. Also note that most information is distributed by news agencies, press offices and preprints only bypassing usual standards in science. Unfortunately also most tests have not been properly standardized.

 

countrydateNrepresentativeantibody prevalence %methodLink
Wuhan, China2Apr201.401no10?journal
Robbio, Italy6Apr202.000?no?13.5?link to Ref 24 by Bendavid not working
Telluride, USA8Apr20986?0.8?newspaper
Santa Clara, USA17Apr203.330no (Facebook)1.5Premier Biotech, Minneapolismedrxiv
Netherlands15Apr207.361no (plasma donors)3.1Wantai Biological PharmacyNIH
Los Angeles, USA20Ap20863yes?4.1?press release
Trieste, Italy22Apr20727no (clinic staff)17.2Wantai SARS-CoV-2 Ab Rapid Testmedrxiv
Brevard, USA24Apr201000no?1.0?newspaper
Miami, USA14Apr201.800yes4.4-7.9?press release
Scotland, GB17Apr201.000no (blood donors)1.0neutralisation assaymedrxiv
Chelsea, USA17Apr20200no (passengers)32?newspaper via Science
New York, USA27Apr207.500??15.0?newspaper
Denmark28Apr209,496no (blood donors)1.7Livzon Diagnostics IgM/IgGmedrxiv
GermanyMay20 (weekly)1.342yes1.0?RKI
Iran1May20551yes22VivaDiag COVID‐19 VivaCheckmedrxiv
Barcelona, Spain2May20578no (healthcare worker)9.3Luminex / Krammermedrxiv
Gangelt, Germany4May20919no (hotspot)14.1Euroimmun?UK Bonn
Padova, Italy1May20133no (health care worker)5.3Chemiluminescencemedrxiv
San Miguel County, USA1May205.455?0.5UB?website
Philadelphia, USA9May20237no (patients)5.9own ELISA / Florian Krammerresearchsquare
Boise, USA7May204.856no (self selected)1.8Abbott SARS-CoV-2 IgGjournal
Kobe, Japan5May201.000no (outpatients)3.3RC-NC002, KURABOmedrxiv
Wake Forest, USA8May20676no (former patients)2.2?newspaper
Lausanne, Schweiz6May20 (weekly)1.335yes3.1, 6.1, 9.7Euroimmunmedrxiv
Brazil10May204.188yes0.05, 0.13Wondfo Biotech medrxiv<7a>
Singapore12May2032.000no (workers in dorms)??newspaper
Berlin, Germany13May205.000 / 7.500no (Charité staff)2.3, 0.3?Ärzteblatt
Spain15May2060.000yes (?)5.0?Reuters
Cambridge, UK15May201.032no (health care worker)3.0own protocolmedrxiv
Hannover, Germany18May20217no (health care worker)1.0Euroimmunmedrxiv
Stockhom, Sweden19May201.104yes?7.3?newspaper
Birmingham, UK22May20554no (health care worker=24.4high-sensitivity ELISA developed in-housemedrxiv

 

There is  preprint that lists some studies that I could not locate so far.

Prevalences should NOT be compared for methodological reasons.

No idea from where the NYT data originate.

 

 

 

 

Wieviel Viren braucht es zur Infektion?

Hier kommt eine Zusammenfassung basierend auf erinbromage.com sowie 10.1126/science.abc6197
1. Die kritische Grenze an Corona Viren, mit der man sich infizieren kann, liegt zwischen 100 und 1.000 Viren.
2. Mit normaler Nasenatmung gibt eine infizierte Person 20 Viren pro Minute durch die normale Nasenatmung ab. Nach 30-60 Minuten in einem schlecht belüftetem Raum ist genügend Aerosolnebel im Raum, um andere zu infizieren.
3. Sprechen produziert das 10fache, ca 200 Viren pro Minute, hier wird es also schon ab 5 Minuten kritisch.
4. Lautes Sprechen und Singen verteilt Aerosol weiter als 2 Meter und kann bis zu 2.000 Viren pro Minute erreichen. Hier ist die kritische Grenze also schon nach 30-60 Sekunden erreicht.
5. Beim einmaligen Husten können bis zu 200 Millionen Viren herausgeblasen werden, was für eine Infektion reicht.
6. Singen ist besonders ungünstig, da bei Mundatmung das Virus tief in die Lunge transportiert wird. In der Nase gibt es zwar die meisten Andockstellen für den Virus, deshalb verlaufen die meisten Infektionen harmlos, aber leider auch tief in den Alveolen / Lungenbläschen.
7. Sogenannte Superspreader können auch noch deutlich höhere Virusmengen ausstossen. Superspreader sind relativ frisch und vor allem tief in der Lunge infizierte Personen mit gewöhnlich wenigen Symptomen. Aerosol wird unter Druckänderungen im Brustraum beim Zu und Aufklappen der Alveolen produziert, also nicht im Luftstrom der Bronchien wie häufig angenommen. In der frühen Infektionsphase verdoppelt sich das Virus besonders schnell; bei Infektion der Alveolen liegt viel virushaltiges Material herum; Singen mit vielen Druckänderungen bewegt die Alveolen kräftig durch und schüttelt sie quasi aus.
8. Diese mehr experimentelle Sicht wird von den epidemiologischen Daten aus vielen Hotspots bestätigt: Ereignisse mit viel Reden und Singen: Kitzloch in Ischgl, Champions League Bergamo, Kirchenkonzert Kupferzell, Posaunenfest Eschental, Mulhouse Pfingstgemeindetreffen, Starbierfest Mitterteich. Es sind dabei nicht so sehr die Tröpfchen, sondern die Aerosole, siehe auch auch Drosten Folge 40.
9. Leider gibt es daher auch viele Erkrankungs- und Todesfälle bei Chören: Washington 40 infiziert, 4 tot. Berliner Dom Chor 50 infiziert, Chor in Hohenberg 16 Infizierte, Tote jeweils noch nicht erfasst.
10. Mediensammlung Tröpfchen, Aerosole, Alveole.

 

 

Mene mene tekel u-pharsin

Mene tekel – die Unheil verkündende Warnung der Propheten wurde noch nie gerne gehört. Die Propheten nehmen, wenn auch nur selten in den Kirchen über sie gepredigt wird, einen wichtigen Teil der alttestamentlichen Literatur ein  ( προφήτης griechisch die „Fürsprecher“, „Sendbote“, „Voraussager“). Dazu gehören zum einen die vier großen Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel, dazu die “kleinen” Propheten des Zwölfprophetenbuches; aber auch Prophetinnen wie Debora. Mirjam und andere.

Propheten:innen bezogen ihre Legitimation als Gesandte Gottes während sich aus den überlieferten Aussagen ergibt, dass sie aus der intellektuelle Schicht des Volkes stammten, die komplexe Zusammenhänge deuten konnten. Wikipedia

Eine große Vielfalt altorientalischer Texte enthalten oder sind Weissagungen oder Prophezeiungen. Viele dienten dazu, eine Dynastie nachträglich als gottgewollt zu legitimieren. Einige führen sich auf ein Offenbarungserlebnis zurück und geben eine Gottesbotschaft an bestimmte Adressaten weiter. Die Sprecher sind meist im Umfeld des Königshofes und zentraler Staatskulte angesiedelt. Sie haben meist das Heil und Wohl der jeweiligen Herrscher zum Thema und richten sich nie direkt an das gesamte Volk oder die Völker. Sie kritisieren gelegentlich Einzelaspekte der Kultausübungen, aber massive Unheilsprophetie, Kritik an Königen, ihrer Politik und Sozialkritik fehlen.

Das trifft allerdings nicht für die alttestamentlichen Propheten:innen zu, die massive Kritik an König und Volk übten, so wibilex

Grundlegendes Vorbild für die literarische Form ist das Gerichtsverfahren, das in der prophetischen Verkündigung in übertragener Verwendung auftaucht – ähnlich wie die Botenrolle in der Botenformel. Das bevorstehende Unheil wird mit Hilfe des Modells des Gerichtsverfahrens gedeutet als richtendes und strafendes Handeln Gottes. Dieses Muster kommt auch in den Gerichtsworten an ein Kollektiv zur Anwendung.

Wenn man den Begriff der Propheten etwas weiter fasst, so fällt darunter auch die Totenklage und das Heilsversprechen.  Worauf ich in der aktuellen Krise hinaus will? Es zeigt sich, dass unsere “Wissensgesellschaft” nur sehr begrenzt wissensbasiert ist, wenn die Politik jetzt mehr nach populistischen Strömungen statt nach wissenschaftlichen Ratschlag entscheidet. Damit meine ich nicht so sehr die 3000 Menschen, die sich gestern hier auf dem Marienplatz getroffen haben, die Corona Leugner, Anti-Vaxxer,  Verschwörungstheoretiker und vereinzelte Psychopathen, aus einem breiten politischen Spektrum von FDP und AfD; ich meine damit mehr die Wissenschaftskollegen, die sich abschätzig über Virologen und Epidemiologen äussern.  So musste ich gestern schon wieder auf den Einwand antworten, dass es in Deutschland keine Übersterblichkeit gibt

Erstens gibt es sie wenn auch nur leicht, zweitens haben wir gerade maximale Anstrengung hinter uns, sie zu vermeiden (deswegen liegen wir so viel besser als Bergamo, London oder New York), drittens gibt es positive Effekte des Shutdowns auch auf auslaufende Influenza, weniger Verkehr, etc bei vierten bekannten technischen Problemen (Meldeverzögerung, fehlenden Autopsien, fehlenden Virusnachweis).

Das “kreuzige ihn” ist offensichtlich nicht nur bei den Propheten des Alten Bundes erschallt sondern trifft nun auch uns moderne Weissager, die sich mehr auf Computermodelle beziehen. Jesaija wurde der Legende nach in zwei Teile zersägt; Jeremia kam in Haft, ging dann in Exil; Daniel wurde Tieren zum Frass vorgeworfen; Ezechiel der Legende nach gevierteilt.
Und noch eine interessante Parallele zu den Propheten damals und Wissenschaft von heute auf wibilex

In den meisten Fällen bedient sich ja die Gottheit eines Propheten, um einer dritten Partei etwas ausrichten zu lassen, weil diese nicht von sich aus dem Gotteswillen entspricht. Wird sie mit dem Propheten konfrontiert, so stellen sich in aller Regel Widerstände ein. Für die Adressaten, die die göttliche Sendung des Propheten nicht überprüfen können, ist es besonders verwirrend, wenn mehrere Propheten auftreten, deren Botschaften sich widersprechen.

Falsche Propheten:innen gab es also auch schon früher. Auch heute stellen sich falsche Propheten recht schnell heraus, man muss einfach nur ihre Prognosen mit etwas Zeitabstand überprüfen.

R leaflet – keep map in frame after closing info box

Although having some experience with leaflet before, it took me 5 hours to find out how to
(1) change the background color and
(2) re-center my map after the popup was panning the map  basically out view. Here is my solution

leaflet(options = leafletOptions(
 zoomControl = FALSE,
 minZoom=6, maxZoom=6,
 centerFixed = TRUE) ) %>%
addPolygons(data = ds,
 fillColor = ~pal(AnzahlFall),
 color="black", weight = 1,
 fillOpacity = 0.7,
 label = ~name_2,
 popup = ~www,
 popupOptions = popupOptions( autopan=FALSE, keepInView = TRUE ) ) %>%
htmlwidgets::onRender("
 function(el, x) {
  var myMap = this;
  myMap.dragging.disable();
  myMap.on('popupclose', function(e) { myMap.panTo( {lon: 10.26, lat: 51.1} ) });
  var e = document.getElementsByClassName('leaflet-container');
  e[0].style.backgroundColor = 'white';	    
}")

Fit a Function

Here is the link to a great blog post about Derek Lowe

The nice thing about Derek’s talk was that it was really delivered from the other side of the fence, that of an accomplished and practicing medicinal chemist. Thus he wisely did not dwell too much on all the details that can go wrong in modeling: since the audience mainly consisted of modelers presumably they knew these already (No, we still can’t model water well. Stop annoying us!). Instead he offered a more impressionistic and general perspective informed by experience.
Why von Neumann’s elephants? Derek was referring to a great piece by Freeman Dyson (who I have had the privilege of having lunch with a few times) published in Nature a few years back in which Dyson reminisced about a meeting with Enrico Fermi in Chicago. Dyson had taken the Greyhound bus from Cornell to tell Fermi about his latest results concerning meson-proton scattering. Fermi took one look at Dyson’s graph and basically demolished the thinking that had permeated Dyson and his students’ research for several years.

Yes, you can fit an elephant by just four parameters.

I think the elephant goes back to the 2010 paper by Mayer and the Dyson/Fermi meeting to a 2004 paper by Dyson.

I can not not resist to add here another reference here after reading all the COVID-19 modelling: the Hand 2006 paper which says

A great many tools have been developed for supervised classification, ranging from early methods such as linear discriminant analysis through to modern developments such as neural networks and support vector machines. A large number of comparative studies have been conducted in attempts to establish the relative superiority of these methods. This paper argues that these comparisons often fail to take into account important aspects of real problems, so that the apparent superiority of more sophisticated methods may be something of an illusion.