Die #COVID19 Pandemie wird in der zweiten Welle immer mehr zu einer politischen Frage – vor allem fĂŒr die Regierenden aber nun auch fĂŒr die WĂ€hler. CDU/CSU/FDP/NichtwĂ€hler stabilisieren dabei die Inzidenz, WĂ€hler mit ungĂŒltiger Stimme und AfD WĂ€hler treiben sie nach oben, SPD und GRĂNE verringern sie.

Nochmal das selbe Panel, diesmal allerdings nur die westdeutschen BundeslÀnder; der AfD Effekt schwÀcht sich hier deutlich ab; die LINKE zusammen mit der SPD wirkt sich positiv aus.

Ganz anders in den ostdeutschen BundeslĂ€nder: Bezirke mit hohem FDP WĂ€hleranteil haben auch hier mehr Infektionen Ă€hnlich wie in Bezirken mit hohem AfD und NichtwĂ€hler-Anteil. Selbst bei der CDU gibt es einen Anstieg, nur Bezirke mit SPD, GRĂNE und LINKE Anteil haben tendenziell eine niedrigere COVID-19 Inzidenz.

Das Thema hat wohl Matthias Quent am 6.12. zuerst aufgegriffen (nachdem es in der ersten Welle kaum Anhaltspunkte fĂŒr solche Effekte gab).
In den vergangenen Tagen gab es in den Medien und in der Politik Thesen darĂŒber, dass Regionen besonders stark von #Corona belastet sind, in denen die #AfD besonders stark ist. Was ist da dran? Wir haben nachgerechnet.
darauf die TAZ am 12.12.
Besonders stark diskutiert wird derzeit eine Kurzauswertung von Forschern am Institut fĂŒr Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena. Deren Direktor Matthias Quent veröffentlichte auf Twitter eine Analyse, die nahelegt, dass es einen Zusammenhang zwischen hohen Coronazahlen und AfD-AnhĂ€ngerschaft geben könnte.
die FAZ am 15.12.
Eine - auf den ersten Blick schlĂŒssige - Vermutung lautet, dass die Zahl der Neuinfektionen in den Regionen besonders hoch ist, in denen viele AfD-WĂ€hler leben. In Sachsen hatte die AfD bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr mit 27,5 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis eingefahren. Und die Partei hat sich, nachdem sie zu Beginn der Pandemie, als sich der Staat noch sehr zurĂŒckhaltend zeigte, besonders harte staatliche Eingriffe gefordert hatte, zu einer der schĂ€rfsten Gegner von Corona-BeschrĂ€nkungen entwickelt, seit der Staat diese immer wieder anordnet. Bereits auf den ersten Demonstrationen der sogenannten Querdenker in Stuttgart waren Fahnen und Vertreter der AfD unĂŒbersehbar…
Kaum eine Region in Deutschland ist so schlimm von der Pandemie betroffen wie der Landkreis SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge. FĂŒr Covid-Patienten gibt es keine freien Intensivbetten mehr. Ein Ortstermin in Pirna.
die ZEIT am 18.12.
Raj Kollmorgen: …. Andererseits erstaunt es mich nicht, denn es gibt eine Reihe von Faktoren, welche die Epidemie in unserer Region begĂŒnstigen. Ein Faktor sind politische MentalitĂ€ten. Teile der Bevölkerung sind grundsĂ€tzlich skeptisch gegenĂŒber den Entscheidungen der Politik, nicht wenige sehen sich sogar im Widerstand und protestieren. Das hat sich in den vergangenen Monaten noch einmal verschĂ€rft.
Auf die Idee kann man schon kommen, wenn man die NĂ€he von AfD und "Querdenkern" betrachtet. Aber kann es nicht auch sein, dass ein ganz sachlicher Grund dahintersteckt? Einer, der etwas mit den Wanderungsbewegungen der jungen Ostdeutschen zu tun hat? … Die Antwort auf die medial gestellte Frage wĂ€re also eher nicht "die AfD ist schuld", sondern: Die AfD ist genauso Symptom einer offenkundigen Fehlentwicklung wie die Ăberalterung und Destrukturierung …
Hier nun ein Regressionsmodell sowie ein
PCA Plot (im
t-SNE Stil) mit eindeutigem Ergebnis: SPD dominierten Landkreisen ging es am besten in der Pandemie, AfD Landkreisen am schlechtesten. Ob das nun wirklich mit besserem Krisenmanagement zusammenhÀngt oder nur mit der zufÀlligen regionalen Koinzidenz ist dabei noch eine offene Frage.
Und hier noch die Principal Component Analyse der 3 Cluster (Anklicken zum Vergrössern)
CC-BY-NC Science Surf , accessed 23.08.2026