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Ahmadreza Djalali in Haft – HRK-Präsident fordert sofortige Freilassung

Unsere Besorgnis über das Schicksal des Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali wächst von Tag zu Tag. Ich habe das Staatsoberhaupt des Iran erneut aufgefordert, ihn unverzüglich aus der Haft zu entlassen“, so berichtete der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler heute in Berlin. „Wir werden nicht nachlassen, uns für das Leben und die Freiheit von Dr. Djalali einzusetzen. Das tun wir nicht nur für ihn und seine Familie, sondern auch für die internationale Freiheit der Wissenschaft und im Sinne der wissenschaftlichen Zusammenarbeit gerade auch Deutschlands mit dem Iran.

HRK Pressemitteilung, SZ, Scholars At Risk, Science Walk

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

Marx widerspricht Bedford-Strohm widerspricht Söder

Beginnen wir mit http://www.sueddeutsche.de/bayern am 25. April 2018

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, begrüßt das Vorhaben. Er freue sich, wenn auch in der Öffentlichkeit Kreuze sichtbar seien, sagte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, der Nachrichtenagentur epd. “Religion lässt sich nicht in die Privatsphäre verbannen.” Zugleich warnte er, das Symbol für politische Zwecke zu missbrauchen. Kreuze seien eine Art öffentlicher Selbstverpflichtung auf das, was den Inhalt des Kreuzes ausmacht: Humanität, Nächstenliebe, Menschenwürde.

und setzen fort mit http://www.sueddeutsche.de/bayern am 29. April 2018

Kardinal Reinhard Marx, der Chef der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für dessen Kreuz-Erlass scharf. Es sei “Spaltung, Unruhe, Gegeneinander” entstanden, sagte Marx im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. “Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden”, sagte der Erzbischof von München und Freising. “Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet.” Es stehe dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute.

Zum Glück widerspricht hier Marx. Das hätte er wohl auch besser schon auf dem Tempelberg 2016 getan, wo beide schon einmal in das Kreuzfeuer geraten sind.

Bedford-Strohm denkt dann am 10. Mai 2018 in der FAZ nach und macht in einem zusammenhanglosen Selbstgespräch dann eine “Identitätsdebatte der Kirche” aus. Und bleibt wie üblich nichtssagend

Die aus meiner Sicht einzig wirklich tragfähige Handlungsoption nenne ich den öffentlich orientierenden Umgang. Eine Demokratie lebt davon, dass von der Glaubens- und Gewissenfreiheit Gebrauch gemacht wird und in den schwierigen gesellschaftlichen Orientierungsfragen die starke Stimme religiösen Orientierungswissens in den öffentlichen Diskurs eingebracht wird. Dass in Deutschland, und vielleicht auf besondere Weise in Bayern, die Kirchen dabei eine zentrale Rolle spielen und auch das Kreuz als ihr Symbol für das Lebensgefühl der Menschen besonders wichtig ist, steht dazu nicht im Widerspruch. Wo aber eine Kultur sich durch Menschen mit zunehmend unterschiedlichen Hintergründen weiterentwickelt, müssen natürlich auch andere mit dem Grundgesetz verträgliche Ausdrucksformen von Religion in der Öffentlichkeit einbezogen werden.

Es sekundieren auf einer eilig hochgezogenen Webseite weniger bekannte Theologen um Wolfgang Vogl.

Die folgenden aus Bayern stammenden oder in Bayern lehrenden christlichen Theologen bekennen sich zum Kreuz in der Öffentlichkeit. Wir erklären, dass wir für jedes in öffentlichen Räumen sichtbare Kreuz dankbar sind. Denn das Kreuz steht für die in Gott gründende Würde des Menschen (vgl. Gen 1,26–27), die eines der wesentlichen Würdefundamente ist und die unsere Demokratie nicht aus sich selbst hervorzubringen vermag.

Gen 1,26 ist dann doch etwas im Thema verfehlt, reden wir nicht über Mk 15,15? Der Neutestamentler Gerd Häfner rückt das Ganze dann auch gerade

Die Unterzeichner der Theologen-Erklärung bekennen sich im ersten Satz des Textes zum »Kreuz in der Öffentlichkeit«. Bereits diese Eröffnung lässt erahnen, dass die Problemstellung der Diskussion der letzten Tage nicht präzise erfasst wird. Es ging nicht darum, ob Kreuze in der Öffentlichkeit ihren Platz haben sollen oder dürfen. Zur Debatte stand und steht die Anordnung des Ministerpräsidenten zur Anbringung von Kreuzen in Behörden der bayerischen Staatsverwaltung.

genauso wie der Verfassungsrichter Dieter Grimm, der es auf den Punkt bringt “Das Kreuz steht für den Opfertod Christi” und nicht für die “geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“. Seine Rechtsauffassung über die neue bayerische Kreuz-Pflicht ist eindeutig: Verfassungswidrig!

Zu Pfingsten 2018 führt dann in der Bischofskirche St. Matthäus Bedford-Strom eine neue Variante ein. Ein nicht religiöser Geist für Deutschland, der von öffentlich rechtlichen Kreuzen ausgestrahlt wird? Ist das nicht lupenreiner Okkultismus?

Er wünsche sich jenseits der jeweiligen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen, die die Bürger haben, einen Geist für Deutschland, sagte Bedford-Strohm weiter. “Und wenn das Kreuz in öffentlichen Gebäuden hängt, dann ist das dieser Geist, den es ausstrahlen soll.” Vor diesem Geist müsse niemand Angst haben. Er könne Juden, Christen und Muslime zusammenführen und die unseligen Identitätsdebatten überwinden, “in denen man versucht, die eigene Identität durch die Abwertung der anderen zu stärken”.

Nicht unerwartet dann evangelisch.de am 29.5.2018 mit dem Statement von Friedrich Wilhelm Graf (ebenfalls lesenswert “Es gibt keine christliche Politik“)

Der EKD-Ratsvorsitzende … habe sich … von der “einseitigen Okkupation des zentralen christlichen Symbols durch die Politik” distanziert, resümiert Graf. Doch auf “trennscharfe theologische Begriffe scheint er in Sachen ‘Kreuz’ verzichten zu wollen”, wirft Graf dem Ratsvorsitzenden vor. Bedford-Strohm habe sich theologisch “irritierend unklar” geäußert.
Anders sei die Reaktion einiger katholischer Geistlicher in Bayern ausgefallen, so Graf mit Blick auf die Äußerungen des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick und des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Lutherische Protestanten erlebten “nun einen Kardinal, der den religiösen Eigensinn des Kreuzes ungleich entschiedener verteidigt als ihre eigene Kirchenführung”, schreibt Graf.

“Irritierend unklar”, nach genau diesem Begriff habe ich gesucht. Interessant auch in dem Zeitzeichen Beitrag der Beitrag von Susanne Breit-Keßler mit protestantisch korrektem Doppelnamen auch ständige Vertreterin des Landesbischofs

Das Kreuz erinnert daran, daß der wahre Gott sich als wahrer Mensch offenbart

An den Kreuzen von Golgotha sind doch drei Menschen gestorben, oder? Eine Offenbarung wäre für mich etwas anderes . Ihre Aussage

Ich freue mich darüber, wenn politisch Verantwortlichen sich bewusst unter das Kreuz stellen.

ist dann auch nicht so recht nachvollziehbar. Sich freuen? An dem barbarischen Akt? Oder sich freuen, dass das Kreuz von Politikern für reichlich unchristlichen Ziele instrumentalisiert wird?
Es wäre besser gewesen, wenn jemand anderes die Frage von Graf beantwortet hätte:

Tut es dem Christentum im Land gut, wenn sich der Staat seines Zentralsymbols bedient? Oder wird durch inflationäre Aufhängung das Kreuz nur entwertet?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

Stop public funding of this sort of work

One of my most favorite blogs write

We have absolutely no reason–or, at least, no need–to criticize anything about individual mapping papers. Surely there are false findings, misused statistical tests, and so on, but that is part of the normal life in science, because we don’t know everything and have to make assumptions, etc. Some of the findings will be ephemeral, sample-specific, and so on. That doesn’t make them wrong. Instead, the critique should be aimed at authors who present such work with a straight face as if it is (1) important, (2) novel in any really novel way, and (3) not saying that the paper shows why, by now with so many qualitatively similar results, we should stop public funding of this sort of work.

Maybe I see also good reasons to criticize individual mapping papers.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

So did you also get your DNA typed at 23andme?

The Guardian reports today that police used genealogy sites to match DNA of Golden State Killer suspect but all major companies deny releasing customer information.

23andMe said the company was not involved in the case and that it had never given customer information to law enforcement officials. The platform does not support the comparison of genetic data processed by any third party to genetic profiles in its own database.
An Ancestry.com spokeswoman said: “We have not been in contact with law enforcement regarding the Joseph James DeAngelo case. Ancestry advocates for its members’ privacy and will not share any information with law enforcement unless compelled to by valid legal process.”

11 May 2018 CNN explains how police created a fake family tree at GEDmatch

The arrest was made on the basis of genetic information, with detectives matching a discarded DNA sample from his home to evidence from the investigation, law enforcement officials said. DNA evidence is used to implicate criminals every day, but the method used in this case was new… The investigators used an open-source genetic database, GEDmatch, to explore family trees and see whether any contained matches to DNA samples from the crime scenes, according to Paul Holes, a retired cold case investigator who briefed the Sacramento County sheriff throughout the final stages of the investigation.
Once a family profile was created, the investigators could find feasible “suspects” within a family.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

Loss of IL33 -/- protects against allergy

A new paper in Nat Comm shows the power of natural human gene knockouts. Maybe the finding is not really novel but it finally proves the candidate genes – the most important asthma/allergy paper in the last 2 years!

IL33, FLG, HLA-DQB1
GSDMB, BTN3A2, CCHCR1

This is even a nice addition to the most recent review of primary atopic disorders although IL33 is only depicted there in Fig 1.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

Any free DNA kits by 23andme? No, bioprospecting

The Atlantic knows

23andMe is best known for selling DNA test kits, but the company’s real value lies in the data of its 5 million customers. The bigger its genetic database, the more insights 23andMe can glean from DNA. That, in turn, means the more it can tell customers about their ancestry and health and the more valuable the data it shares with academic scientists and sells to pharmaceutical companies for research. About 80 percent of 23andMe customers choose to participate in such research.

Bioprospecting are

companies pressured by legal uncertainties and unrealistic expectations of benefit-sharing are exploring alternative technologies rather than using natural products for drug R&D

which is a bit different from a welcome framework for Africa

In human genomics, there has been a push to ensure that research on samples collected in developing countries — particularly in Africa — is anchored in local science and community engagement. One example of this is the Human Heredity and Health in Africa (H3Africa) initiative, which is funded by the US National Institutes of Health and the London-based Wellcome Trust. Since 2012, it has funded genomics projects whose principal investigators are African, with several of the projects being managed locally from Kenya’s capital, Nairobi.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

The not so noble Nobel prize

Clare Fiala and Eleftherios P. Diamand ask if it is time to abandon the Nobel Prize

Is the Nobel Prize a major influential factor in scientific progress? We believe it is not. Nobel laureates are recognized for work done 10, 20 or even 30 years ago, when the investigator(s) did not know their research would have a Nobel Prize worthy impact. Consequently, the work would have been done anyway. Winning a Nobel Prize is not the same as receiving any other award, and the sole beneficiary is the winner. Nobel laureates become instant celebrities; universally perceived as extremely smart and extraordinarily creative. They become “immortal” (whatever that means), are treated with the utmost respect and offered positions on prestigious boards in industry and government. They also secure a full-page obituary in both Nature and Science magazines.

well said. And the most important point

A major problem with discoveries leading to Nobel Prizes is we often do not know precisely who made the discovery. In most cases it is not clear as the discoveries are the product of collective effort.

Also Paul Halpern is reconsidering the Nobel Prize in his book review of “Losing the Nobel Prize A Story of Cosmology, Ambition, and the Perils of Science’s Highest Honor” by Brian Keating.

Occluding Keating’s account, however, are his personal beefs about “losing” the Nobel Prize. Unlike the Olympics or marathon races, the Nobel Prize is not a competition between vying players who train for a shot at a trophy. These days, physics has so many researchers and subfields that it is not always clear who and which are in contention.

Furthermore the Nobel Prize judges face crisis ‘Worse Than One Can Imagine‘ after resignations of key persons

Peter Englund, the academy’s former permanent secretary, and authors Klas Östergren and Kjell Espmark all resigned their technically permanent positions on the 18-member committee in quick succession, citing allegations against a high-profile figure closely associated with the group. Those allegations first surfaced when the #MeToo movement hit Sweden last November, and the Stockholm daily Dagens Nyheter reported that the man — whom the newspaper has identified only as “Cultural Profile” — had allegedly sexually assaulted or harassed at least 18 women over the past two decades.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026

Alles gegen deinen Willen

Awot 4,29: „Gegen deinen Willen wurdest du erschaffen, gegen deinen Willen lebst du, gegen deinen Willen wirst du sterben, und gegen deinen Willen wirst du dereinst Rechenschaft und Rechnung ablegen vor dem König der Könige , dem Heiligen, gelobt sei er.“

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 24.03.2026