Category Archives: Theology

Die halbe Wahrheit ist die volle Irreführung

Zitat

Die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump ist hoch umstritten. Besonders die Praxis, illegal eingewanderte Familien auseinanderzureißen und mitunter minderjährige Kinder von ihren Eltern zu trennen, stößt auf Kritik.
US-Justizminister Jeff Sessions hat das Vorgehen mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. “Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat”, sagte Sessions.

Mal abgesehen von dem irrwitzigen Anspruch, dass hier ein Minister glaubt mit Römer 13

1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet.

von Gott höchstpersönlich eingesetzt zu sein, hier die bekannte Römerbrief Auslegung des (Germanisten) Wolfgang Thierse

Zum Glück gab es die Barmer Erklärung von 1934. In der heißt es in der 5. These:
"Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen."
Das ist eine Auslegung von Römer 13, die mir gefiel und die mir noch heute gefällt. Und damit komme ich zurück zur Auslegung unseres Textes.
Die Exegeten, bei denen ich nachgeschaut habe, die Theologieprofessoren sind sich einig: Paulus spricht in eine konkrete Situation hinein und über das Handeln und Verhalten der Christen in der Reichshauptstadt Rom. Sein Brief richtet sich an die kleine, bedrängte, machtlose Minderheit der Christen, deshalb ist sein eigentliches Motiv wohl die Aufforderung zu Klugheit und Realismus im Verhältnis und Verhalten zur staatlichen Macht, die für den Bürger Roms, Paulus, eine durchaus geordnete Macht war.
Er entfaltet keine allgemeine Lehre vom gerechten Staat, formuliert keine Staats-(Kirchen-)Rechts-Theorie.
Paulus appelliert nicht "einfach nur an den Glauben, der alle Machtverhältnisse, die Obrigkeit also, auf Gottes Geschichtslenkung zurückführt, sondern auch an die politische Vernunft, die eine gewisse Notwendigkeit geordneter Verhältnisse nüchtern zur Kenntnis nimmt".
Man kann, ja man sollte Paulus' Text also eher als ein Plädoyer für eine vernünftige Unterordnung unter unausweichliche staatliche Autoritäten lesen und nicht als Heiligsprechung jedweder staatlicher Autorität oder als Aufforderung zu Unterwerfung, zu blindem Gehorsam, zu Untertanengeist.

oder die Einleitung von Karl Barths Römerbrief Vorlesung 1922

Paulus hat als Sohn seiner Zeit zu seinen Zeitgenossen geredet. Aber viel wichtiger als diese Wahrheit ist die andere, daß er als Prophet und Apostel des Gottesreiches zu allen Menschen aller Zeiten redet. Die Unterschiede von einst und jetzt, dort und hier, wollen beachtet sein.

Vielleicht protestieren jetzt mal die Theologen gegen Jeff Sessions und nicht nur die Juristen. Die kam dann am

27 Juli 2018

https://www.feinschwarz.net/missbrauchter-gott/

Eine gelungene Exegese aktualisiert die biblische Botschaft für das Heute. Eine misslungene Exegese missbraucht sie, in diesem Fall für politische Zwecke. Dazwischen liegt oft nur ein schmaler Grat. … Theologen aller Konfessionen stellten Römer 13 wiederholt die Apostelgeschichte (5,29) gegenüber: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Eine inhaltliche Synthese ist das geflügelte Wort: "Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht."

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Was das mit Religion zu tun hat

Nach den Protesten gestern im Gazastreifen sind 58 Menschen tot und 2800 verletzt. Es ist die Konsequenz aus dem Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem. Die Botschaft wurde, nach allem was wir wissen, aus der evangelikalen Überzeugung heraus verlegt, dass der Geschichte etwas nachgeholfen werden muss. Gottes Wille ist schliesslich die Landnahme Kanaans . Schon 1230 v. Chr. wurde Jericho und Ai gebrandschatzt, Makkeda, Hebron und andere Städte zerstört. Gleich wie die Landnahme vor 3000 Jahren ablief, Eroberung, Penetration, Revolte, die SZ heute sieht eine Ursache des Konfliktes in der religiösen Überzeugung. Die Auseinandersetzung im Gazastreifen ist nur vordergründig ein Konflikt zwischen Juden und Muslime/Schāfiiten; es sind US evangelikale Christen, die hier die Fäden ziehen.

Es gilt aber auch für viele konservative, evangelikale Christen, die eher republikanisch wählen. Sie nehmen die Bibel wörtlich. Wenn dort steht, Israel sei das gelobte Land der Juden, wo dereinst das Tausendjährige Reiches Gottes beginnen wird, dann ist das so. Weltliche Dinge wie die politische und militärische Unterstützung Israels, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt und der Umzug der Botschaft sind in diesem Milieu religiös eingefärbt … Trump, der nie als besonders frommer Mensch aufgefallen ist, mag das vielleicht früher nicht so genau gewusst haben. Aber man darf annehmen, dass Leute wie Bannon, der immerzu von der “judäo-christlichen” Kultur redet, und Vizepräsident Mike Pence, ein sehr gläubiger Christ, dem Präsidenten die wahltaktische Tragweite des Themas erklärt haben.

Da die Evangelikalen Trump wählten, musste er jetzt auch etwas für sie tun (“promises made, promises kept”). Konservative Evangelikale haben ein Faible für tausendjährige Reiche. Es ist die hässliche Kehrseite der monotheistischen Religionen, die Frieden predigen aber Hass, Zerstörung und Vernichtung bringen.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Der heilige Rest

Heribert Prantl zu dem Katholikentag morgen

Ich bin sehr katholisch aufgewachsen, war Ministrant in einer Zeit, in der man den Pfarrer noch mit “Hochwürden” anredete… Diese Zeit ist vorbei. Seit den sogenannten Missbrauchsskandalen ist es sogar umgekehrt: Die Unwürdigkeit der Person erfasst das Amt, die Gemeinheit des Amtsträgers entehrt die katholische Kirche … Und so sind zahllose untadelige, hochengagierte Seelsorger und Jugenderzieher unter Generalverdacht geraten. Und das ist nichts, was evangelische Christen klammheimlich freuen kann; denn dieser Generalverdacht infiziert alles Kirchliche. Es gibt hier längst die oft herbeigebetete Gemeinschaft der Kirchen, eine Art Ökumene im Negativen.

Und Herder schickt mir heute eine Werbung für “Eine Kirche für viele statt heiligem Rest” von Flügge und Holte

Wer zahlt, schafft an. Heißt es. Nur in der Kirche nicht. Da bezahlen 90 Prozent das, was 10 Prozent wollen und nutzen - ein Fakt, der Kirche ad absurdum führt. Von dieser Diagnose ausgehend zieht Bestsellerautor Erik Flügge zusammen mit David Holte, der selbst aus der Kirche ausgetreten ist, messerscharf Konsequenzen.

 

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Marx widerspricht Bedford-Strohm widerspricht Söder

Beginnen wir mit http://www.sueddeutsche.de/bayern am 25. April 2018

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, begrüßt das Vorhaben. Er freue sich, wenn auch in der Öffentlichkeit Kreuze sichtbar seien, sagte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, der Nachrichtenagentur epd. “Religion lässt sich nicht in die Privatsphäre verbannen.” Zugleich warnte er, das Symbol für politische Zwecke zu missbrauchen. Kreuze seien eine Art öffentlicher Selbstverpflichtung auf das, was den Inhalt des Kreuzes ausmacht: Humanität, Nächstenliebe, Menschenwürde.

und setzen fort mit http://www.sueddeutsche.de/bayern am 29. April 2018

Kardinal Reinhard Marx, der Chef der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für dessen Kreuz-Erlass scharf. Es sei “Spaltung, Unruhe, Gegeneinander” entstanden, sagte Marx im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. “Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden”, sagte der Erzbischof von München und Freising. “Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet.” Es stehe dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute.

Zum Glück widerspricht hier Marx. Das hätte er wohl auch besser schon auf dem Tempelberg 2016 getan, wo beide schon einmal in das Kreuzfeuer geraten sind.

Bedford-Strohm denkt dann am 10. Mai 2018 in der FAZ nach und macht in einem zusammenhanglosen Selbstgespräch dann eine “Identitätsdebatte der Kirche” aus. Und bleibt wie üblich nichtssagend

Die aus meiner Sicht einzig wirklich tragfähige Handlungsoption nenne ich den öffentlich orientierenden Umgang. Eine Demokratie lebt davon, dass von der Glaubens- und Gewissenfreiheit Gebrauch gemacht wird und in den schwierigen gesellschaftlichen Orientierungsfragen die starke Stimme religiösen Orientierungswissens in den öffentlichen Diskurs eingebracht wird. Dass in Deutschland, und vielleicht auf besondere Weise in Bayern, die Kirchen dabei eine zentrale Rolle spielen und auch das Kreuz als ihr Symbol für das Lebensgefühl der Menschen besonders wichtig ist, steht dazu nicht im Widerspruch. Wo aber eine Kultur sich durch Menschen mit zunehmend unterschiedlichen Hintergründen weiterentwickelt, müssen natürlich auch andere mit dem Grundgesetz verträgliche Ausdrucksformen von Religion in der Öffentlichkeit einbezogen werden.

Es sekundieren auf einer eilig hochgezogenen Webseite weniger bekannte Theologen um Wolfgang Vogl.

Die folgenden aus Bayern stammenden oder in Bayern lehrenden christlichen Theologen bekennen sich zum Kreuz in der Öffentlichkeit. Wir erklären, dass wir für jedes in öffentlichen Räumen sichtbare Kreuz dankbar sind. Denn das Kreuz steht für die in Gott gründende Würde des Menschen (vgl. Gen 1,26-27), die eines der wesentlichen Würdefundamente ist und die unsere Demokratie nicht aus sich selbst hervorzubringen vermag.

Gen 1,26 ist dann doch etwas im Thema verfehlt, reden wir nicht über Mk 15,15? Der Neutestamentler Gerd Häfner rückt das Ganze dann auch gerade

Die Unterzeichner der Theologen-Erklärung bekennen sich im ersten Satz des Textes zum »Kreuz in der Öffentlichkeit«. Bereits diese Eröffnung lässt erahnen, dass die Problemstellung der Diskussion der letzten Tage nicht präzise erfasst wird. Es ging nicht darum, ob Kreuze in der Öffentlichkeit ihren Platz haben sollen oder dürfen. Zur Debatte stand und steht die Anordnung des Ministerpräsidenten zur Anbringung von Kreuzen in Behörden der bayerischen Staatsverwaltung.

genauso wie der Verfassungsrichter Dieter Grimm, der es auf den Punkt bringt “Das Kreuz steht für den Opfertod Christi” und nicht für die “geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns". Seine Rechtsauffassung über die neue bayerische Kreuz-Pflicht ist eindeutig: Verfassungswidrig!

Zu Pfingsten 2018 führt dann in der Bischofskirche St. Matthäus Bedford-Strom eine neue Variante ein. Ein nicht religiöser Geist für Deutschland, der von öffentlich rechtlichen Kreuzen ausgestrahlt wird? Ist das nicht lupenreiner Okkultismus?

Er wünsche sich jenseits der jeweiligen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen, die die Bürger haben, einen Geist für Deutschland, sagte Bedford-Strohm weiter. “Und wenn das Kreuz in öffentlichen Gebäuden hängt, dann ist das dieser Geist, den es ausstrahlen soll.” Vor diesem Geist müsse niemand Angst haben. Er könne Juden, Christen und Muslime zusammenführen und die unseligen Identitätsdebatten überwinden, “in denen man versucht, die eigene Identität durch die Abwertung der anderen zu stärken”.

Nicht unerwartet dann evangelisch.de am 29.5.2018 mit dem Statement von Friedrich Wilhelm Graf (ebenfalls lesenswert “Es gibt keine christliche Politik“)

Der EKD-Ratsvorsitzende … habe sich … von der “einseitigen Okkupation des zentralen christlichen Symbols durch die Politik” distanziert, resümiert Graf. Doch auf “trennscharfe theologische Begriffe scheint er in Sachen ‘Kreuz’ verzichten zu wollen”, wirft Graf dem Ratsvorsitzenden vor. Bedford-Strohm habe sich theologisch “irritierend unklar” geäußert.
Anders sei die Reaktion einiger katholischer Geistlicher in Bayern ausgefallen, so Graf mit Blick auf die Äußerungen des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick und des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Lutherische Protestanten erlebten “nun einen Kardinal, der den religiösen Eigensinn des Kreuzes ungleich entschiedener verteidigt als ihre eigene Kirchenführung”, schreibt Graf.

“Irritierend unklar”, nach genau diesem Begriff habe ich gesucht. Interessant auch in dem Zeitzeichen Beitrag der Beitrag von Susanne Breit-Keßler mit protestantisch korrektem Doppelnamen auch ständige Vertreterin des Landesbischofs

Das Kreuz erinnert daran, daß der wahre Gott sich als wahrer Mensch offenbart

An den Kreuzen von Golgotha sind doch drei Menschen gestorben, oder? Eine Offenbarung wäre für mich etwas anderes . Ihre Aussage

Ich freue mich darüber, wenn politisch Verantwortlichen sich bewusst unter das Kreuz stellen.

ist dann auch nicht so recht nachvollziehbar. Sich freuen? An dem barbarischen Akt? Oder sich freuen, dass das Kreuz von Politikern für reichlich unchristlichen Ziele instrumentalisiert wird?
Es wäre besser gewesen, wenn jemand anderes die Frage von Graf beantwortet hätte:

Tut es dem Christentum im Land gut, wenn sich der Staat seines Zentralsymbols bedient? Oder wird durch inflationäre Aufhängung das Kreuz nur entwertet?

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Alles gegen deinen Willen

Awot 4,29: "Gegen deinen Willen wurdest du erschaffen, gegen deinen Willen lebst du, gegen deinen Willen wirst du sterben, und gegen deinen Willen wirst du dereinst Rechenschaft und Rechnung ablegen vor dem König der Könige , dem Heiligen, gelobt sei er."

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Nachrichten aus der evangelikalen Welt

Dass die katholische Kirche jahrelang pädophile Priester geduldet hat, ist erschütternd.

Nun kam mehr beiläufig heraus, dass auch der Evangeliumsrundfunk ERF in Wetzlar über längere Zeit einen pädophilen Mitarbeiter nicht nur gedeckt, sondern sogar befördert hat. Auch wenn seit heute morgen die damalige Pressemitteilung des ERF über die Ernennung von Markus M. nicht mehr abrufbar ist (nur noch bei pressesprecher.de und idea. de), so wurde vom ERF stolz die Industrieerfahrung von Markus M. bei Coca-Cola und Microsoft hervorgehoben, Motto ist egal, ob man den Menschen den rechten Glauben oder Coca Cola verkauft. Was die Anschuldigungen angeht, ist es nun Sache der Staatsanwaltschaft, ein Ermittlungsverfahren durchzuführen.

Nicht ganz so egal, ist der Umgang des spendenfinanzierten ERF (15 Million jährlich), wenn er zwei langjährige Mitarbeitern in die Kündigung treibt, weil sie ERF interne Vorgänge recherchiert haben.

Vorstandsvorsitzender von ERF Medien ist Jörg Dechert, ein Physiker, der auf pixelpastor.com als Pseudopastor seine moralischen Werturteile verbreitet. Auf idea Nachfrage will er sich allerdings nicht zu dem aktuellen Fall äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handeln würde. Ist die ganze Welt nicht ein laufendes Verfahren? Und ist ihr letzter Blogeintrag nicht etwas zynisch, Herr Dechert: “Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden”?

Interessant auch das Zitat Dechert in Willow Creek Magazin 3/17 über Bill Hybels “Hier sieht man, wie viel man erreichen kann, wenn man einfach an seiner Überzeugung festhält. Wir brauchen in Deutschland glaubwürdige Organisationen, und Leiter, die das verkörpern und glaubensvoll agieren.” Hybels ist mittlerweile wegen der Anschuldigung sexueller Belästigung zurückgetreten, nachdem er zunächst alles als “flat out lies” bezeichnet hat. Nein, Herr Dechert, solche Organisationen brauchen wir nicht und schon gar nicht solche Leiter.

Nachtrag 19.5.2019

Wie man sein Versagen als positive Eigenschaft verkauft

Die Mitarbeiterin - eine zweifache Mutter, die seit 1990 beim ERF beschäftigt ist - kann ihre Arbeit "in Kürze" wieder aufnehmen, teilte der Vorstand von ERF Medien in einer Pressemitteilung am 18. Mai mit. Man habe sich entschieden, die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterin "insbesondere als Zeichen christlicher Versöhnung und als Auftakt für eine interne Aufarbeitung zu sehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Dechert.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Fuzzies

Presseschau: Die Wirtschaftswoche übersetzt den Begriff in einem lesenswerten Artikel

Für ethische Fragen, soziale Normen, regionale Unterschiede bleibt [Facebook] bei solchen Pitches meist keine Zeit. "Fuzzies" werden Studierende der Geisteswissenschaften in Stanford genannt, also "Leichtgewichte". Es ist dort eine gefährliche Aufputschkultur entstanden, der mitunter jegliche funktionierende Mechanismen für eine Korrektur fehlen.

Das passt zu dem Nature Thema heute “how philosophy was squeezed out of the PhD

The process started in the early 1970s in the United States, prompted by a suspicion that intellectual artefacts of the 'soft' sciences, as they were then called - such as sociology, anthropology and philosophy - were stimulating campus unrest.This conveniently dovetailed with the idea that if industry outsourced its research and development departments to universities by setting (and funding) curricula, then students would have ready-made jobs in industry on graduation.

Zum Studium braucht man kein Abitur mehr. So passt die mangelnde Studienreife perfekt in das Bologna System, führt über die Graduate Schools zu den Lidl Professoren und der neuen Bildungsministerin

Zum Thema Bildung war von ihr bislang wenig zu lesen. Das Amt scheint sie vor allem bekommen zu haben, weil sie eine Frau und katholisch ist – und aus Nordrhein-Westfalen kommt.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Ethik ohne Ethiker

Die Zeiten sind eigentlich vorbei, in denen Nobelpreisträger qua ausgezeichnetem Verstand über die Welt räsonierten. Oder die Zeiten, wo man gerade mal so nebenbei eine Ethik auf den Markt wirft.
Vorteile hat es allemal. Man kann kostengünstig von aktuellen Problemen ablenken, Freiräume schaffen und nebenbei auch noch Akzeptanz promoten, man ist politisch engagiert.
Worum es geht? Ein Wissenschaftskodex, so nebenbei auf dem Weltwirtschaftsforum erstellt. Continue reading Ethik ohne Ethiker

 

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Forschung in verantwortungsethischer Perspektive

Am 12. und 13. Januar 2018 fand in der evangelischen Akademie Loccum ein Symposium zur Forschungsethik statt. Trotz des sperrigen Titels, die Ankündigung war spannend:

Wie finden wir in den Lebenswissenschaften wieder zu einer kühneren Forschungskultur, die gleichzeitig stärker verantwortungsbasiert arbeitet? Diese Frage steht deshalb im Zentrum der Tagung, weil heute ein hoher Leistungs- und Produktivitätsdruck die Forschung belastet und damit Qualitätsprobleme provoziert. Das hat zu einem dramatischen Seriositätsverlust in der Erarbeitung, Bewertung und Darstellung von Forschungsergebnissen geführt.
Während der Tagung wird nach Wegen gesucht, diesem Missstand wirkungsvoll entgegen zu treten: Wissenschaftler mit langjähriger Forschungserfahrung, wissenschaftlicher Nachwuchs, Experten entsprechender Bereichsethiken und hochschulpolitische Administrationen sind gefragt.
Welche Herausforderungen drohen die Erzielung verlässlicher Forschungsergebnisse zu verhindern? Welche zentralen Eckdaten kennzeichnen eine produktive Forschungskultur? Welche forschungsethischen und forschungsrechtlichen Rahmenbedingungen sind von Belang? Wie kommen hier Digitalisierung, Big Data und Verfahren wie die Bibliometrie ins Spiel?
Vor diesem Hintergrund: Wie kann es gelingen, angemessene Freiräume für forschende Kreativität mit Mut zum Risiko zu stärken? Wie kann Originalität und Nachhaltigkeit von Forschung gegenüber purer Publikations- und Zitationsindikatorik anerkannt werden? Was können die Hochschulleitungen und die Wissenschaftspolitik zur Unterstützung innovativer und zugleich seriöser Forschung tun?
Der Fokus wird nach einer grundsätzlichen Sichtung der Problemlagen auf den Lebenswissenschaften, insbesondere auf den medizinischen Fächern liegen. Ein generationen­übergreifender Austausch zwischen arrivierter Forschung und wissenschaftlichem Nachwuchs ist ausdrücklich erwünscht!

Hier ist mein Mitschrieb ohne Gewähr, solange es kein offizielles Protokoll gibt. Eröffnet wurde die Tagung von Henrike Hartmann (Volkswagen Stiftung) sowie Stephan Schaede (Akademie Loccum).

Henrike Hartmann, VolkswagenStiftung

Stephan Schaede, Akademie Loccum

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Grundannahmen zu Religiosität und Spiritualität in Psychiatrie

Die neueren Empfehlungen zum Umgang mit Religiosität und Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie (Utsch, et al.) haben die folgenden Grundannahmen

* Religiosität und Spiritualität werden als anthropologische Universalien angesehen. Sie gehören zum Menschsein und sind im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung zu würdigen – unabhängig von einem möglichen Einfluss auf Gesundheitsoutcomes oder auf die Effizienz therapeutischer Interventionen.
* Religiosität und Spiritualität sind sowohl beim Patienten als auch beim Behandler identitätsbildend. Dies wird in existenziellen Krisen und Grenzsituationen besonders deutlich, aber auch in Momenten der Sinnerfülltheit und Lebensphasen existenzieller Indifferenz.
* Religiosität und Spiritualität sind als persönliches Sinnsystem und kulturbildende Einflussfaktoren in der Psychotherapie wahrzunehmen und zu würdigen. Aufgrund der Berufsethik sind Psychiater und Psychotherapeuten verpflichtet, ihre Patienten zu achten, unabhängig insbesondere von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, sozialer Stellung, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung.

Das hört sich nun ganz anders an, als was man so alles zu dem Thema “Gotteswahn” finden kann.

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026

Godspeed

Godspeed, God spede ("may God cause you to succeed") is the end of Obama’s letter to his successor

we are just temporary occupants of this office

which is taken from the new testament as well

For here we have no lasting city, but we seek the city that is to come

 

CC-BY-NC Science Surf , accessed 30.08.2026