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ZEIT Videos lokal speichern

Für einen Vortrag (ohne Internetverbindung) würde ich gerne ein Video von der ZEIT Webseite zeigen. Leider haben sich die ZEIT Macher große Mühe gegeben, das zu unterbinden obwohl der Stream zu 100% aus dem Bundestag kommt.
Es geht geht aber recht einfach auf dem Mac: zuerst die Adresse des Streams im HTML der Webseite suchen, ffmpeg installieren, ein Termin Fenster aufmachen, und dann eingeben

./ffmpeg -i "http://c.brightcove.com/services/mobile/streaming/index/rendition.m3u8?assetId=4599992246001&pubId=18140073001&videoId=4599874750001" -c:v copy -c:a copy -f mpegts bundestag.ts

(für SPIEGEL Videos braucht man rtmpdump).

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Die digitalen Grundrechte

Es war überfällig. Nach Schulz nun auch Maas mit einer Charta der digitalen Grundrechte

Heute nutzen wir fasziniert viele der digitalen Möglichkeiten und schaudern doch zugleich angesichts der Kollateralschäden: von der zunehmenden Auflösung unserer Privatsphäre über die Manipulierbarkeit menschliches Verhaltens bis hin zur Machtfülle der fünf Oligarchen des Westens – Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft.

Dabei hätte es keine der Oligarchen wirklich geben müssen, wenn unsere Forschungs- und Wirtschaftsminister nur etwas Weitsicht bewiesen hätten. Nun muss es also der Justizminister richten

§1 Jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zum Internet.
§2 Jeder Mensch hat das Recht, über seine persönlichen Daten selbst zu bestimmen.
§3 Jeder Mensch hat das Recht, über seine digitale Identität selbst zu bestimmen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Vergessenen werden.
§4 Kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden.
§5 Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung im Internet frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Eine Zensur findet nicht statt.
§6 Das Recht, seine Meinung im Internet zu äußern, befreit niemanden davon, die allgemeinen Gesetze und das Persönlichkeitsrecht seiner Mitmenschen zu beachten.
§7 Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass seine Arbeit angemessen bezahlt wird, wenn er Dienstleistungen im Internet erbringt oder sie über das Internet vermittelt.
§8 Alle Urheber und ausübenden Künstler haben das Recht auf einen fairen Anteil an den Erträgen der digitalen Nutzung ihrer Werke.
§9 Der Staat gewährleistet die Netzneutralität.
§10 Niemand darf seine wirtschaftliche Macht missbrauchen. Der Staat verhindert Monopole und Kartelle; er fördert Vielfalt und Wettbewerb.
§11 Jeder Mensch hat ein Recht auf Datensicherheit.
§12 Die Staaten schaffen ein Völkerrecht des Netzes, um die Freiheit des Internets weltweit zu sichern.
§13 Jeder Mensch hat das Recht auf eine analoge Welt. Niemand darf ungerechtfertigt benachteiligt werden, weil er digitale Dienstleistungen nicht nutzt.

wird fortgesetzt.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Gründe der Radikalisierung

Die Verengung oder besser das Übermächtigwerden, die “Radikalisierung” einer Idee, ist in der psychiatrischen Praxis, bei diversen Sportarten, in der Religionssoziologie aber auch im alltäglichen Wissenschaftsbetrieb zu sehen.

Leider weiss man aber nur sehr wenig, warum Menschen radikalisieren. Dabei wäre es dringend notwendig, den zugrunde liegenden Mechanismus zu verstehen, jedenfalls unendlich notwendiger, als militärische Kriege zu führen.
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CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Evolution is not by chance alone

Evolution isn’t down to chance alone, the New Scientist has been reviewing last year “Arrival of the fittest” by Andreas Wagner. Just by sheer numbers

The problem is that the library is so vast … that the odds of evolution stumbling across the specific “book” it needs … are practically zero. Something else must guide evolution through the library.

And Wagner tells us that Continue reading Evolution is not by chance alone

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Homo hominem lupus

Der BILD Blog hat eine fiese Zusammenstellung von Leserreaktionen auf die Flüchtlingsberichterstattung. Offensichtlich haben wir nur eine sehr dünne Zivilisationsschicht, ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, wenn man sich nicht kennt.

Erschreckend ist jedenfalls auch, was Kilian Kleinschmidt, der ehemalige Leiter des  Flüchtlingslager Zaatari an der syrisch-jordanischen Grenze mit mehr als 100 000 Bewohnern, zu berichten hat. Er beschreibt in einem neuen Buch die Menschen im Lager als hochgradig aggressiv. Continue reading Homo hominem lupus

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Grünenthal und der Contergan Skandal

In der deutschen Wikipedia kommt die Diskussion um die gezielte Anheuerung von Nazis durch Grünenthal zu kurz, wenn man den Newsweek Artikel aus dem Jahr 2012 zu Rate zieht.
Bei diesem Artikel habe ich zum ersten Mal verstanden, warum sich die Aufklärung durch Widukind Lenz so lange hingezogen hat (ich habe von Lenz das erste Mal um 1981 in der Humangenetikvorlesung von Utermann und Wendt in Marburg gehört) – es waren alten Nazi-Seilschaften, die sich gegenseitig gedeckt haben.
Das erste Kind mit der Phokomelie wurde bereits am 25.12.1956 geboren. Dennoch brauchte es genau 5 Jahre, so k-factor, Grünenthal als Schuldigen auszumachen.

Mit Tierversuchen zu dieser Frage begannen Mückter und seine Kollegen erst im September 1961. Am 15. November 1961 erhielt Mückter dann einen Anruf des Hamburger Kinderarztes und Humangenetikers Widukind Lenz, der die Rücknahme aller Thalidomid-Produkte aus dem Handel forderte, weil seine Forschungsergebnisse einen Zusammenhang zwischen Kindesmißbildungen und Contergan nahelegten. Lenz wendete sich auch an die Behörden. Grünenthal erklärte sich daraufhin lediglich dazu bereit, auf den Packungen vor einer Einnahme während der Schwangerschaft zu warnen und drohte der nordrhein-westfälischen Gesundheitsbehörde für den Fall eines Verbotes mit einer Schadensersatzklage. Erst ein Artikel in der Zeitung “Welt am Sonntag” am 26. November (“Mißgeburt durch Tabletten?”) bewegte die Firma dazu, das Medikament am folgendem Tag aus dem Handel zu nehmen.

Der Lancet Letter vom Mc Bride am 16.12.1961 setzte dann den Schlusspunkt. Leider wurden die Restbestände aber nicht vernichtet, so dass noch Kinder bis in die Mitte der 60er Jahre mit der Behinderung geboren. Nochmal k-factor:

Die Ambivalenz ist uns erhalten geblieben, und sie findet sich wieder in den gegenwärtigen Diskussionen um Gentechnik und Embryonenforschung. Fortschritt kann Segen bringen, aber wird dies niemals ohne Nebenwirkungen tun, seien diese ökologischer oder gesundheitlicher Natur. Gegen Rückschläge des Fortschritts helfen nur vernünftige Regeln und eine kontrovers geführte Debatte.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Excel Sheet – vergiss es

Excel ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau für Nichtprogrammierer, die aber trotzdem ihre Milchmädchenrechnung auf dem Computer machen wollen.

Leider, und das ist immer wieder die Erfahrung, Excelsheets strotzen vor Fehlern. Da werden Zeilen in Bereichen vergessen, per Hand Änderungen eingefügt, da stimmen Formeln und Rundungen nicht. Was alles lange bekannt ist. Continue reading Excel Sheet – vergiss es

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Are you scammed too?

Well, I have been supporting startups even before Kickstarter and Indiego. Unfortunately Carbike never came into life, all my money was lost.
But if you think that science + arts are important, you can’t stop funding interesting projects. I even sold devices later for some unexpected problems (CloudFTP,  The Nutter) or could not access the expected video projects (Bikes vs Cars).
But I see crowdfunding more like an altruistic way to support good ideas and do not feel scammed as many Zano backers.
Even right now where again two of my backed projects are in troubled water (Kraftwerk and Itraq) I see this as an experiment where I am not looking for revenues, at least not in the first instance. But maybe I would appreciate deadlines from the grant holders and any reason why they could not be met. And of course a note when the project is being dead.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Gene Doping using CRISPR/Cas

After some first  experiments in human embryos, there is a new Chinese paper in the Journal of Molecular Biology showing that also gene doping is possible in mammals.  Myostatin deficiency otherwise leads to some really impressive super strength children while it is now possible to knockout this gene artificially.  Hopefully the WADA will test for myostatin gene activity in Rio 2016!
Addendum 4 Dec15: An International Summit Statement On Human Gene Editing says

It would be irresponsible to proceed with any clinical use of germline editing unless and until (i) the relevant safety and efficacy issues have been resolved, based on appropriate understanding and balancing of risks, potential benefits, and alternatives, and (ii) there is broad societal consensus about the appropriateness of the proposed application.

Both conditions are unlikely to be ever met.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

The world is not germfree, and will never be

Axel Trautmann and Jörg Kleine-Tebbe in their allergy book are citing extensively Eugen Bleuler, Springer 1921 “Das autistisch-undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung“:

Irrtümer, nicht Lücken, hindern die Wissenschaft am Fortschreiten. Zu den folgenschwersten Irrtümern gehört, daß man meint, etwas zu wissen, was man nicht weiß; und wenn man sich auch nur vor andern den Anschein gibt, etwas zu wissen, was in Wirklichkeit unbekannt ist, so hat das auf die andern und schließ lieh auf sich selber die nämliche Wirkung. [Outright errors not just some deficits set back science]

They probably know how allergy research has been driven by wrong assumptions.

Some people now even claim (according to press releases) that an allergy cure by altering the microbiome is being just around the corner. This is a bit like Otto Lilienthal, after some first drawings of a new wing speculating about an Airbus A380 to become the world’s largest passenger airliner. Continue reading The world is not germfree, and will never be

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026

Sprache und Denken

Germanisten, Juristen und Theologen werden wohl zu den letzten Hütern der deutschen Sprache.

… dass es an den Hochschulen immer stärkere Neigungen gibt, Deutsch als Sprache zu verbannen. In nur noch wenigen Fächern publizieren Forscher in nennenswertem Umfang auf Deutsch. In den Naturwissenschaften wird in deutscher Sprache kaum noch etwas von Bedeutung veröffentlicht; die deutsche Fachterminologie verschwindet. Auch das Studium ist von der Übermacht des Englischen durchdrungen: Die Fachhochschulen nennen sich schon länger »Universities of Applied Sciences«; das Zentralinstitut für Lehrerbildung der Humboldt Universität heißt »Professional School of Education«. In manchen Exzellenzclustern wird auf Englisch kommuniziert, sobald auch nur ein Teilnehmer des Deutschen nicht mächtig ist.

Das ist aber nur scheinbar ein Fortschritt. In der Wirklichkeit gehen die Universitäten gerade an ihren verballhornten Pidgin-Englisch zu Grunde. Denn kaum einer der Gastwissenschaftler, denen zuliebe Englisch gesprochen wird, spricht selbst gut Englisch. Und was bleibt ist dann, wie es der Academics Artikel höflich ausdrückt, das Bologna Imponierdeutsch, oder nur noch der pure Klamauk.

Es gibt eben kein sprachunabhängiges Denken. Die völlig falsch verstandenen Internationalisierung wird zum Bumerang , ganz einfach, weil sich keiner mehr die Mühe macht, die richtigen Worte zu finden. Das findet auch Roland Kaehlbrandt

Letztlich verbirgt sich hinter diesen Erscheinungen des Wissenschaftsbetriebes eine Fehleinschätzung der Sprache. Sie wird als beliebig austauschbares Instrumentarium für sprachunabhängiges Denken angesehen. Das ist aber falsch. Unsere alten Hochsprachen sind feinste Werkzeuge des Ausdrucks, des Denkens und des Handelns, die wiederum unser Denken und Handeln stark beeinflussen.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.01.2026