Die Zerstörung des Wissenschaftsjournalismus

https://twitter.com/mue_med/status/1285987616257708034

Der Analyse muss man nicht viel hinzufügen.

Dann kommen aber Martin Spiewak und Jan Schweitzer von der ZEIT auf die glorreiche Idee, einen der Professoren, die am meisten für die Öffentlichkeitsarbeit tun, wegen geringer Forschungsleistung in den Dreck zu ziehen. Und zwar im Stil von

Woher nimmt dieser Alexander Kekulé sein Selbstbewusstsein? Was treibt ihn an, für sein Fach und weit darüber hinaus öffentlichkeitswirksam Auskunft zu geben? Wer kann, wer darf als Stimme der Wissenschaft auftreten in einer Zeit, in der Wissenschaft so viel Gewicht hat wie noch nie? Sind zu Themen wie Schutzmasken, Teststrategien oder Schulschließungen Fachexperten gefragt wie Christian Drosten, der als ausgewiesener Corona-Forscher international hohes Ansehen genießt? Oder ist das die Stunde von Generalisten wie Kekulé, der nicht aktiv in der Forschung steckt, aber auch einmal den wissenschaftlichen Mainstream hinterfragt?

Man wird doch mal fragen dürfen, oder?

Das Ergebnis kann man am ehesten so formulieren: Das Verhältnis zwischen Alexander Kekulé und der etablierten Wissenschaft ist gestört.

Ein Journalist, der Geschichte und Spanisch studiert hat und ansonsten primär über schulische Bildung schreibt? Dazu ein Ex-Arzt, der Bücher schreibt “Fragen Sie weder Arzt noch Apotheker”. Das befeuert in der Tat Misstrauen in die Wissenschaft, was bisher mehr die Domäne des Klimawandelleugners Axel Bojanowski von der WELT fiel. Oder in die Domäne der FAZ Vitamin D Verschwörungstheoretikerin Hildegard Kaulen.  Oder den TELEOPOLIS Corona “Experte” Lorenz Borsche. Difficile est satiram non scribere.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Laborjournal einzelne Artikel archivieren

Ist ganz einfach. Neuestes Heft herunterladen und splitten

# brew install ghostscript
gs -dBATCH -dNOPAUSE -q -sDEVICE=pdfwrite -dFirstPage=6 -dLastPage=9 -sOUTPUTFILE=Krull.pdf LJ_20_07.pdf
gs -dBATCH -dNOPAUSE -q -sDEVICE=pdfwrite -dFirstPage=14 -dLastPage=17 -sOUTPUTFILE=Antes.pdf LJ_20_07.pdf
gs -dBATCH -dNOPAUSE -q -sDEVICE=pdfwrite -dFirstPage=26 -dLastPage=29 -sOUTPUTFILE=Jaeger.pdf LJ_20_07.pdf
gs -dBATCH -dNOPAUSE -q -sDEVICE=pdfwrite -dFirstPage=34 -dLastPage=37 -sOUTPUTFILE=Jeschke.pdf LJ_20_07.pdf

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Mundschutz und nicht nur Face Shield

Thread

/1 Wenn auch noch nicht bei der WHO, so setzt sich doch beim CDC die Meinung durch, dass Mund-Nasenschutz zusammen mit anderen Massnahmen die Pandemie stoppen könnte nhttps://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768532

/2 Das ist auch einleuchtend, nachdem 139 Kunden eines Friseursalons geschützt waren obwohl sie von zwei erkrankten Friseuren bedient wurden, die eine “Maske” getragen haben. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6928e2.htm?s_cid=mm6928e2_w

3/ Faceshields sind gut als Spritzschutz bei grösseren Tröpfchen, während nur community, chirurgische und N95 Masken Aerosol zurückhalten https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)31142-9

4/ Aerosole sind Schwebeteilchen in der Luft, die mit Virus beladen sein können http://doi.org/10.1056/NEJMc2007942 Sie entstehen NICHT im Kehlkopf (da muss die aerosolhaltige Luft lediglich beim Reden und Singen durchgepresst werden). Aerosol entsteht praktisch nur in den Lungenbläschen (Alveolen).

5/ Die 300 Millionen Alveolen sind mit Surfactant, einer gallertigen Schutzschicht bedeckt https://de.wikipedia.org/wiki/Surfactant.

6/ Wenn die Alveolen durch den Zug des Zwerchfells nach unten beim Einatmen aufgedehnt werden, reisst der Surfactantfilm ein. An den Einrissen lösen sich Zell- und Surfactant Bestandteile ab, die als Aerosol dann bei der folgenden Ausatmung in den Luftstrom gelangen.

7/ Je tiefer man:frau einatmet, desto mehr Aerosol entsteht. Der Ausatmungsdruck ist dabei weniger entscheidend, als die Tiefe der Einatmung http://www.doi.org/10.1089/jamp.2008.0720

8/ Virus-Surfactant-Aerosol erklärt die Ansteckung bei Massenevents mit Singen  https://www.nature.com/articles/s41598-019-38808-z Die Surfactant produzierenden Zellen sind nämlich genau die Zellen die auch den Virusrezeptor tragen https://doi.org/10.1016/j.cell.2020.05.042

8/ In kalter Luft wird Surfactant spröde und reisst leichter ein http://dx.doi.org/10.1016/j.chemphyslip.2014.09.002 Das erklärt u.a. die erhöhte Ansteckungsrate im Winter. Es erklärt auch die höhere Ansteckung im Sommer in klimatisierten Schlachtereien oder stark klimatisierten Autos, Büros und Wohnungen.

9/ Die Surfactzusammensetzung und damit auch das aerosolisierte Protein ist zT genetisch bedingt http://dx.doi.org/10.1097/mop.0000000000000751

10/ 237 Wissenschaftler und Ärzte haben nun eine Aerosolwarnung herausgegeben https://www.nature.com/articles/d41586-020-02058-1

11/ Aerosolverneblung wird durch Masken verringert https://doi.org/10.1126/science.abc6197 wobei Lüften und HEPA Filter das restliche Aerosol entfernen können.

12/ Faceshields sind nur als Zusatz, NICHT als Ersatz für Mund-Nasen-Masken brauchbar https://www.thelocal.ch/20200715/only-those-with-plastic-visors-were-infected-swiss-government-warns-against-face-shields

13/ Banksy Bonus Link zu Masken, Guardian Bonus Link Nochmal kurz alles zusammengefasst https://www.covid19reopen.com/risk-index

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Tirschenreuth III: Der RKI Report

Seit gestern ist der RKI Bericht nun online verfügbar, Luisa Hommerich (ZEIT), Thomas Scharnagl (Frankenpost) und Maximilian Gerl  / Matthias Köpf (SZ) haben bereits Kommentare dazu veröffentlicht.

Die  Aussage von Ex-Landrat Lippert “dass unsere Maßnahmen gegriffen haben, zeigt auch der Rückgang der Coronazahlen, zeitweise auf Null” ist nicht so ganz nachvollziehbar. Aber schauen wir uns an, was es an Neuigkeiten zu der Frühphase gibt. Bisher wussten wir, dass

  1. bereits 10 Fälle zur Zeit des Bierfestes in Mitterteich am 7.3. erkrankt waren. Allerdings wurde im Mittel erst nach 13 Tagen gemeldet, also nach der Inkubationszeit von 4-12 Tage.

    Die ersten 293 Fälle des LK Tirschenreuth mit Erkrankungsdatum vor dem 19.3.: Das Gesundheitsamt beginnt erst am 10.3. zu melden wobei die Melde-Intervalle immer länger werden. Der Zeitpunkt des Starkbierfestes ist mit einer vertikalen grünen Linie markiert, die Inkubationszeit von 4 bis 12 Tagen mit einer roten Linie. 74% der Fälle treten in der Inkubationszeit nach dem Starkbierfest am 7.3. auf, 16% bereits vor der Inkubationszeit des Zoigl.
  2. Der Landkreis hatte den höchsten Anstieg von allen Bierfesten in Bayern wobei es schon vor dem Bierfest eine hohe Dunkelziffer gegeben haben muss.

    Alle bayrischen Landkreise, Bierfeste sind als Punkte markiert. LK Tirschenreuth mit Mitterteich ist schwarz markiert. Stand 20.4.2020
  3. Mitterteich ist auch jetzt, mehr als 3 Monate später, immer noch der Hotspot der Region, hier gab es auch die meisten Todesfälle.
LK Tirschenreuth, Covid-19 Erkrankungsfälle, Stand 19.6.2020

 

Nun zum RKI Bericht “April-Juni 2020” von Regina Selb, Michael Brandl und Sybille Rehmet. S.10 Abbildung 4 enthält dabei bisher nicht bekannte Daten

Expositionsfakoren laut RKI Bericht “April-Juni 2020” veröffentlicht am  15.7.2020

 

Der Bericht sagt dazu

Zehn Fälle (9%) besuchten das Starkbierfest am 7.3.2020 in Mitterteich, 12 Fälle (11%) machten einen Skiurlaub in Italien oder Österreich im Februar oder März und 14 Fälle (13%) waren zu Gast beim Zoigl in Mitterteich zwischen dem 3.3. und 7.3.2020. 12 (11%) der Fälle waren zum Zeitpunkt der erneuten Befragung zu möglichen Expositionen (12.-14.05.2020) bereits verstorben … Von den 98 erneut befragten Fallen hatten 33 mindestens eine dieser drei Expositionen. Ein Zusammenspiel dieser drei Faktoren zu einem Zeitpunkt, als noch kein einziger Fall aus dem Landkreis gemeldet war, scheint wahrscheinlich als Ursache für die rasante Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Stadt Mitterteich.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Aussage des Gesundheitsamtes gegenüber der ZEIT Journalistin

Darüber habe das Gesundheitsamt keine Informationen, sagt Grillmeier. Ein Sprecher ergänzt per E-Mail: “Ob sich auf dem Fest eine bereits mit Covid-19 infizierte Person aufgehalten hat, ist bisher mehr oder weniger eine Vermutung.”

Das Gesundheitsamt weiss also angeblich von keinem einzigen Fall. Das heisst nichts anderes aks dass eine meldepflichtige Erkrankung von den Ärzten nicht gemeldet wurde oder dass das Gesundheitsamt die Meldung erstmal verschwiegen hat. Wie auch immer, Wochen später wurde die Meldung weiter gegeben. Der Bericht sagt das auch verklausuliert

Jedoch gibt es Hinweise darauf, dass zwischen Symptombeginn und Nachweis des SARS-CoV-2 Virus in Tirschenreuth mehr Zeit verging als in den Vergleichsregionen.

Man sieht auf den ersten Blick,  wie das Intervall zwischen Erkrankung und Meldung immer länger wird, am Ende sind es über 6 Wochen! Die RKI ExpertInnen meinen, dass der hohe Anteil der Fälle aus der Gemeinde Mitterteich am Ausbruchsgeschehen im Landkreis mit der Exposition in Mitterteich zusammenhängen.

Ausser dem Oberstaatsanwalt in Weiden Opf. hatte bisher daran auch niemand ernsthaft Zweifel.

Der Zoigl Kalender 16.7.2020 http://www.oppl-zoigl.de/Oppl.php

Das RKI will aber (S.11) die Ausbreitung nicht primär auf das Starkbierfest zurückführen. Ich frage mich, worauf dann? Etwa auf die Zoigl Wirtschaft, die mit wenigen Tischen vom 3.-7.3 geöffnet hatte? Einer einzelnen Wirtschaft kann man kaum viele Fälle zuordnen, solange man nicht auch die Besucherzahlen in anderen Restaurants oder in den Gottesdiensten untersucht hat. Der RKI Bericht hat also wohl nicht nur eine der Hauptinfektionsquellen übersehen, es wichtet auch die Zoigl Wirtschaft zu stark im Verhältnis zu den 1200 Personen, die am 7.3. beim Singen, Tanzen und Trinken beim Starkbierfest in der Mehrzweckhalle den Virus verbreitet haben. Das Starkbierfest passt sehr viel besser zum Zeitverlauf als die Zoigl Wirtschaft, da eine Woche darauf die meisten Fälle gemeldet wurden.

Zwei Maxima des Häufigkeitsverlaufes nach dem 7.3.. Werte vor dem 7.3. deuten auf eine Ausbreitung vor Zoigl und Bierfest. Das Maximum der Weibull Funktion wird am 8. Tag nach dem Bierfest erreicht; ca 20% der Werte liegen ausserhalb der Verteilung und machen den ersten Peak aus, der wohl der Zoigl Wirtschaft bzw anderen Faktoren zuzuordnen ist. Für die Weibull Funktion siehe Daten von https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.5.2000062

 

So steht dann auch auf S.14 des Berichtes

Die deutliche Überproportionalität der Falle in der Gemeinde Mitterteich an der Gesamtfallzahl im Landkreis zu Beginn des Ausbruchs deutet darauf hin, dass die beiden Biertraditionen dort als Katalysator des Geschehens dienten.

Oder auf S.19

Der hohe Anteil an positiven SARS-CoV-2 Befunden trotz der überproportional hohen Anzahl an Testungen im Landkreis Tirschenreuth deutet auf ein großes Ausbruchsgeschehen hin.

Dem ZEIT Artikel stimme ich damit in der Wertung zu

Die Studie wirft neue Fragen zum Krisenmanagement im Landkreis auf. Denn anders als nach anderen bekannten Superspreading-Ereignissen in Deutschland stellte das örtliche Gesundheitsamt die Festbesucherinnen und -besucher von Mitterteich nicht systematisch unter Quarantäne, nachdem das Amt von den Infektionen im Zusammenhang mit dem Fest erfuhr. Das Fest wurde auch nicht als Ansteckungsherd kommuniziert. “Man kann ja nicht 1.200 Festbesucher unter Quarantäne stellen oder die alle testen lassen”, begründete Landrat Roland Grillmeier das Vorgehen gegenüber der ZEIT. Andere Landkreise taten jedoch genau das: Der Landkreis Heinsberg schickte etwa nach einer Karnevalsfeier im Februar immerhin rund 300 Besucher in Quarantäne.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Hygiene conspiracy theorists argue at trumplevel

It is quite interesting to see how the proponents of the hygiene hypothesis are reacting to the Covid-19 pandemic, citing only selected BCG and polio studies and are advising (no disinfectant of course :-) but galectin

The fact that trained immunity can be induced raises the prospect of its exploitation to raise the threshold of resistance to COVID-19 infection … Some studies have already shown that communities that still use Bacillus Calmette–Guérin (BCG) as a vaccine against tuberculosis may have lesser instances of severe COVID-19 infection than those countries that do not use BCG. This notion has been complemented by advocating the use of BCG to vaccinate persons in an attempt to protect them against COVID-19. A recent letter by HIV pioneer Bob Gallo advocated using oral polio vaccine for a similar effect. We consider that administration of galectin molecules, some of which can activate the innate immune system might also represent an approach to reduce the consequences of COVID-19 infection. It is also worth noting that galectin therapy also has the potential to reduce the severity of COVID-19 once infected.

NIH grants EY05093 and AI142862. “Microbes & Infection” has an impact factor 2,3. Published by Institute Pasteur.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

HiPP, HiPP, kein hurra

Eine Pressemitteilung des Bundesverbandes aller Verbraucherzentralen weist auf ein Urteil des Landgerichts München I hin:

Erfolg gegen irreführende Werbung bei Nahrung für Kleinkinder: Das Landgericht München I hat einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Hipp GmbH & Co. Vertrieb KG Recht gegeben. Demnach sind mehrdeutige Werbeaussagen zum angeblichen Vitamin D- und Calciumbedarf von Kindern bei Milchersatzprodukten untersagt. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bei Lebensmitteln für Kleinkinder darauf vertrauen können, dass die Unternehmen besonders verantwortungsbewusst handeln. Dazu gehören klare und deutliche Informationen über Vitamine und Nährstoffe“, sagt Susanne Einsiedler, Rechtsreferentin beim vzbv. „Eltern sollten nicht den Eindruck bekommen, dass bestimmte Produkte nötig sind, damit ihr Kind ausreichend versorgt wird. Kinder über einem Jahr brauchen in der Regel keine speziellen Lebensmittel“.

Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, gehe ich noch einen Schritt weiter, es braucht überhaupt keinen Vitamin D Zusatz in der Säuglingsmilch, auch nicht in der Anfangsmilch, es wird längst zuviel direkt supplementiert.

Hipp Werbung zu Vitamin D, die erst am 14.7.2020 von https://shop.hipp.de/hipp-kindermilch-combiotikr-1-600g-2588.html gelöscht wurde

Der Vitamin D Hype schadet mehr, als dass er nützt. Orales Vitamin D kann zu späteren Allergien führen, auch wenn Fachgesellschaften die Vitamin D Supplementierung aus Tradition weiterhin unkritisch sehen.

Es ist ja ein lustiger Experte, dieser Dr. med Jürgen Hower, den HiPP da auf der Webseite in einem “Interview” präsentiert neben der hauseigenen Wissenschaftlerin. Seine wissenschaftliche Leistung in der Endokrinologie besteht darin, bei Kindern in seiner Gemeinschaftspraxis Vitamin D Spiegel bestimmt zu haben. Ansonsten vermarktet er mit Vitamin D gepanschte Schokolade als “Dr. Chococo”.

Nichts Neues also unter der Sonne – ich erinnere mich an Aktenberge im Bundesarchiv Berlin, in denen sich einschlägige Geschäftemacher schon vor 80 Jahren einen jahrelangen Streit mit den Behörden lieferten.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Why doesn’t the NEJM retract?

In contrast to what the NYT wrote and in contrast to what the SPIEGEL reiterates today – the NEJM letter form Munich wasn’t the first description of an asymptomatic patient – this was already published one week earlier on January 24, 2020.

…one asymptomatic child (aged 10 years) had radiological ground-glass lung opacities.

The wording of the letter was immediately criticized by Kai Kupferschmidt in Science

But now, it turns out that information was wrong. The Robert Koch Institute (RKI), the German government’s public health agency, has written a letter to NEJM to set the record straight, even though it was not involved in the paper.

The NEJM tried to rescue the letter with an online supplement giving more details from another phone call to the Chinese lady, making clear that she already had symptoms taking acetaminophen. But also Drosten did not want to retract according to a transcript of the press conference.

https://www.sciencemediacenter.de/fileadmin/user_upload/Press_Briefing_Zubehoer/Transkript_Coronavirus_PressBriefing_13022020.pdf

Maybe it was a somewhat unclear situation if the index case could not be interviewed (which should have been done when writing a case report)… Clearly this wasn’t a dysfunctional social media discussion but a basic scientific question as the following RKI report in the Lancet corrected numerous details. Differences of the two reports

The NEJM Article missed patient #13 who accompanied index #0.
#0 had been well with no signs or symptoms of infection” was wrong already at time of submission.
#0 had no business meeting on 19th (also wrong according to the online supplement).
#1 symptoms on 23rd not 24th.
#2 symptoms on 25th not 24th, meeting also on 20th.
#3 symptoms on 25th not 26th, contacts with #1 only 24th.
#4 symptoms 24th not 26th, met #0 not #1.

And again the Rothe version 0:32 tells version of #1…

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Unter MacOS Keynote streamen mit Video

  1. OBS installieren mit Virtual Camera Plugin
  2. Powerpoint/Keynote als HTML exportieren und in lokalem Browser aufrufen
  3. OBS Template erstellen mit Text, Kamerainput und Browserwindow
  4. Virtual Camera in OBS starten
  5. In zweitem Browserwindow Konferenz starten und Einstellungen > Sicherheitscheck > Website > Einstellungen > Konferenz > Virtual Camera auswählen

Neu:

  1. OBS installieren
  2. Keynote in Fenster wiedergeben
  3. OBS Template erstellen mit Text, Kamerainput und Fensterinput

 

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Graphical display of outbreaks: Transmission trees

Let’s start with some examples from the literature, find out necessary elements, compare different versions and develop a R template for general use.

“Exploding Stars”

CDC Field Epidemiology Handbook, 2019, ISBN 9780190933692 p115

“Tetris”

https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30154-9 (2020)

“Clean Undeterministic”
“Clean Tree”

https://academic.oup.com/mbe/article/34/4/997/2919386

“Tree Addons”

https://openres.ersjournals.com/content/4/2/00162-2017

“Railways”

https://www.ages.at/service/service-presse/pressemeldungen/epidemiologische-abklaerung-am-beispiel-covid-19/

“Simple ”

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32003551

“Vertical”

“star bus”

https://en.wikipedia.org/wiki/Index_case

“Mathematical”

https://www.biorxiv.org/content/10.1101/142570v3.full

“Genetics”

https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/9/20-1798_article

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Corona als Strafe Gottes?

Allein die Frage ist schon reichlich schräg.

Für den Menschen der Antike war der Zusammenhang allerdings klar: Auf jede Gesetzesübertretung folgt Strafe. So etwa die Abschiedsreden des Mose an das versammelte Volk Israel, das sich gerade auf die Überquerung des Jordan vorbereitete

Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des Herrrn, deines Gottes, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen… Der Herr wird dich schlagen mit ägyptischem Geschwür, Beulen, Krätze und Ausschlag, dass du nicht geheilt werden kannst.

Das Volk wusste, wovon Mose da redete. Denn bei den zehn Plagen in Ägypten, die sie durchgemacht hatten, waren auch die schwarze Blattern dabei, wohl eine besonders schwere Verlaufsform der Pocken (die Plage hatte Mose im übrigen der Quelle nach mit Russpulver erzeugt).

Heute wissen wir, was die Ursache ist. Es sind in der Tat submikroskopisch kleine Partikel. Viren bestehen aber nicht nur aus Kohlenstoff, sondern auch Phosphatsäureresten, Russpulver ist  dennoch nicht schlecht für eine 3000 Jahre alte Beschreibung. Damals wurden solche Gebote den Menschen mit überirdischer Anordnung  überbracht, weil sie sonst nicht durchzusetzen gewesen wären (viele Gebote waren eigentlich nur Regeln des Infektionsschutzes), heute kann sie jeder verstehen, der etwas Verständnis von Wissenschaft hat.

Eines aber ist gleich – die eigenartige Affinitiät des Virus für Menschen in bestimmten Situationen. Was damals als Strafe für die jeweilige Situation angesehen wurde – verbotene Sklaverei, Hurerei, Landdiebstahl – wird heute wieder als Strafe von ultrarechten amerikanischen Evangelikalen gepredigt [1, 2, 3].

For some conservative Evangelical Christian leaders like Jeffress, the frenzy surrounding the spread of coronavirus—an international pandemic according to the World Health Organization—has provided fertile ground for inserting an absolutist religious narrative with an emphasis on punishment. Along with Jeffress, evangelist Rick Wiles called coronavirus a “death angel” sent in retaliation for sin—“God is about to purge a lot of sin off of this planet,” he warned.

Nicht anderes war es schon 1918 bei der Influenza, so Laura Spinney über den berüchtigten Bischof Ballano

On 
30 
September,
 Bishop
 Álvaro
y 
Ballano 
defied 
the 
health authorities by
 ordering
 a
 novena–evening
 prayers
 on
 nine
 consecutive
 days–in
 honour of 
St 
Rocco, 
the
 patron 
saint 
of 
plague
and 
pestilence,
 because
 the 
evil 
that had
 befallen 
Zamoranos
 was
‘due 
to 
our 
sins 
and 
ingratitude,
 for
 which 
the avenging
 arm
 of
 eternal
 justice
 has
 been
 brought
 down
 upon
 us’.

Evangelikale in Deutschland 2020 steht dem nicht nach (genausowenig wie katholische und orthodoxe Hardliner) Corona als Strafe Gottes [1, 2] zu verkünden

Gott kann Sünde nicht ungestraft lassen … vertritt der Dekan am Bibelseminar Bonn, Prof. Friedhelm Jung. Nach seinen Worten werden sowohl im Alten wie im Neuen Testament Epidemien als Strafe Gottes für die Sünden der Menschen gesehen … Doch wer am biblischen Gottesbild festhalte, wisse um die Heiligkeit des Schöpfers, „der (wie eine gerechte Regierung) Sünde nicht ungestraft lassen kann. Weil viele Menschen gottlos und in schweren Sünden leben (Stolz, Lüge, Pornografie, Diebstahl, Homosexualität usw.), schickt Gott Strafen.

(die akademische Bezeichnung “Prof.” stammt im übrigen von einer privaten US Einrichtung in Texas und die akademische Bezeichnungen “Dekan” und “Seminar” von dem eingetragenen Verein eines russlanddeutschen “Bundes taufgesinnter Gemeinden”). Wie geht das nur zusammen, auf der einen Seite Viren als wissenschaftliche molekularbiologische Beschreibung zu akzeptieren, aber die epidemiologische Ausbreitungsdynamik als Strafe anzusehen?

Interessanterweise lässt die Interpretation als Strafe aber nun plötzlich nach, da Corona eine Krankheit ist, die bevorzugt Gottesdienstbesucher von russischstämmigen evangelikalen Gemeinden trifft, nach Frankfurt jetzt auch Bremerhaven.

Es bleibt natürlich das Theodizee Problem, immer wieder und mit jedem neuen Toten. Auch wenn es theologisch üblich ist, dann solche Sachen zu sagen wie

Darum sollten wir vorsichtig sein, die Corona-Pandemie religiös aufzuladen … Dass diese Sinnknoten sich einmal lösen werden –das ist eine der Verheißungen für das Ende aller Zeiten.

Dabei wäre es doch nicht schlecht gewesen, einmal so ein direktes Zeichen vom Himmel, dass Fluggesellschaften nicht ungestraft mit Abgasen das Klima zerstören dürfen genausowenig wie die Automobilkonzerne.

So ein direktes Zeichen vom Himmel, dass Großschlachtereien, die von Menschenhandel und Tierquälerei leben, nun ihre Rechnung bekommen.

So ein direktes Zeichen vom Himmel, dass gottlose brasilianische und amerikanische Präsidenten nun von ihrem Thron gestürzt werden.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

From R to Python

It’s bit confusing if you are having long-term experience with R but need some OpenCV Python code. What worked for me

  1. download and install Python 3.8.3.
  2. pip install opencv-python
  3. pip install opencv-contrib-python
  4. although Spyder or Jupyter is recommended for data science, I went for PyCharm
  5. install Atom and follow the video instructions
  6. take care, numerous non working introductions out there, stick to recent version

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

The limits of conventional wisdom

90% of twitter messages of newly appointed corona “epidemiologists” are arguing by conventional wisdom. Maybe we should have a quick look at the literature of cognitive psychology?

Using distinctive and equivocal data in scenarios, [Golding] found that distinctive data tended to evoke the same decision frame in all subjects, whereas equivocal data led to different decision frames among subjects. In other words, in the absence of a particular stimulus (i.e., a scenario is equivocal in nature), individuals tend to resort to a chronic frame of reference when interpreting those data.

A distinctive subject is easy to recognize because it is different from other things, while equivocal is a subject to two or more interpretations and usually used to mislead or confuse.

Is covid-19 distinctive from other epidemics? Given the recent (but not very representative interview of epidemiologists ) I would argue  yes, most qualified researchers say this is a distinctive situation, even having not all relevant data at hand.

The twitterverse is experiencing a more equivocal situation. Simon Bridge says that we are falling back on  ‘comfortable myths and shared presumptions’ that constitute conventional wisdom – a term which was highlighted by John Kenneth Galbraith in his 1958 book The Affluent Society:

“To a very large extent, of course, we associate truth with convenience — with what most closely accords with self-interest and personal well-being or promises best to avoid awkward effort or unwelcome dislocation of life. … Economic and social behavior are complex, and to comprehend their character is mentally tiring. Therefore we adhere, as though to a raft, to those ideas which represent our understanding. … I shall refer to these ideas henceforth as the conventional wisdom.”

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025

Why Pubmed is going into the false direction

I think, the new Pubmed layout isn’t too bad. But there is a remarkable difference how papers are being displayed right now. Justif compare the old (legacy) version of Pubmed and the new layout using exactly the same search query.

 

old Version: sorted by publication date, newest first

 

new version, sorted by “best match”

 

I fear that the new sort order will let a lot of scientists just take the “best match” as their main reference – also known as Matthew effect. The NLM support didn‘t understand my issue

Thank you for writing to the help desk. The default sort order is Best Match to help users find relevant citations quickly. If you would like to change how results are sorted, please use the Display Options button (located in the top right corner). If you change the “sort by” option, your new selection will be active for subsequent searches until browser data and cookies are cleared. For more information about sorting your results, please see: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/help/#sort-results.

I fear that 90% of all Pubmed users will now go for an obscure „best match“ that may be outdated.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 30.11.2025