Kennt noch jemand Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender? In der Vor-Internet-Zeit war das die einzige Möglichkeit, über einen Wissenschaftler irgendetwas herauszubekommen, von seinen Büchern, Artikeln oder Vorlesungen mal abgesehen.
Der Kalender erscheint immer noch bei de Gruyter, das Who is Who der deutschen Wissenschaft mit seinem kryptischen Abkürzungen, der seine Einträge von den Universitäten bezieht. 4807 Seiten. Gr. 8° (20 x 13 cm). Orig.-Pappbände. [Hardcover / fest gebunden] in 3 Bänden A-H, I-R, S-Z.
Als die Wissenschaft jedenfalls noch überschaubar war. Mit Diplom, Promotion und Habilitation. An Universitäten, die wie meine Alma mater Marburg (1527), Göttingen (1737), München (1472) noch universale Universitäten waren, keine FHs oder PHs.
Und Wikipedia weiss, dass der Kalender 77.000 in der Regel habilitierte Wissenschaftlern an deutschsprachigen wissenschaftlichen Institutionen umfasst und dass er zum ersten Mal 1925 erschien.
Mit Wikipedia ist das heute natürlich etwas aus der Zeit gefallen, wo jeder drittklassige Amateurlig Fussballer dort seinen eigenen Eintrag pflegt. Die Wikipedia hört sich zwar auch bei den biographischen Einträgen objektiv an, trotzdem ist diese Anhäufung von Eigen-PR und Preisen ( siehe Matthäus-Effekt ) eher abstossend. (Haftungsausschluss/Interessenskonflikt: bei Kürschners Kalender habe ich einen Eintrag, nicht aber bei Wikipedia). Denn ich lobe mir dann doch den alten deutscher Gelehrten-Kalender, den man nicht so einfach selbst umschreiben konnte.
Only 3 days ago I opened a new twitter channel. to accompany this blog. Only a few tweets later without any follower, Twitter has some first analytics: the audience here is married, rich people with completed high school who have an interested in dogs, comedy, sports and sciences. Whatever that means.
Trotz fundierter weltweiter Forschung zu Klimawandel, ökologischer Degra- dation, Armut und Migration gelingt der Weltgesellschaft bisher kein Um- steuern. Auch die weitreichenden Beschlüsse zu einem globalen Gesellschafts- vertrag für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen im Septem- ber 2015 als normative Leitlinie der Weltinnenpolitik bis 2030 beschlossen haben (Sustainable Development Goals), ändern daran wenig. Wider besseres Wissen verharren wir auf den bisherigen Pfaden von Ressourcenübernut- zung, exzessivem Konsum und globaler Ungerechtigkeit. Wir leben in der „Externalisierungsgesellschaft“ (Lessenich) auf Kosten der Zukunft, der Natur sowie zahlloser Menschen im Globalen Süden. In dieser Situation stellt sich die Frage, aus welchen Quellen die Kraft zu gesellschaftlicher Transformation kommen kann. Auch die Kirchen stehen hier in neuer Weise im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit
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Die Kirchen sind dabei selbst oft mehr Lernende und Vermittelnde als Wissende. Deshalb sind ökumenische und interreligiöse sowie natur- und sozialwissenschaftliche Dialoge auf der Suche nach den „Minima Moralia“ einer ganzheitlichen Ökologie unverzichtbar.
Tolle, lege! Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.
Ein alter FAZ Artikel Forschung über Wahrheiten hatte genau diese Feynman Zitat. Und machen wir uns nichts vor: Eigenartiger vergessen Wissenschaftler ganz schnell ihr Methodenarsenal wenn es um sie selbst geht…
Die Rolle der Philosophen kann dabei nur so weit normativ sein, als dass sie zu kritischer erkenntnistheoretischer Reflexion beitragen. „Die normative Rolle kann nicht sein, den Wissenschaftlern zu sagen: so solltet ihr arbeiten, denn das wäre anmaßend. Vielmehr ist interessant, die Forscher dazu zu bringen, darüber zu reflektieren, was sie tun.“ Philosophen können dabei helfen, Betriebsblindheiten der wissenschaftlichen Praxis aufzudecken, genau wie andersherum Wissenschaftler naive Sichtweisen der Philosophen entkräften können.
Pooled odds ratio (OR) and 95% confidence interval of individual studies and pooled data for the association between TaqI polymorphism and asthma risk in overall populations and B for tt vs. TTof the TaqI variant.
We are in line #1…
Another nice paper on a genetic interaction is Vimaleswaran et al.
Schon immer gab es Belohnungs- und Bonussysteme in der Wissenschaft – materielle Anreize (Gehalt, Bonuszahlungen) aber auch immaterielle Zuwendungen (Aufmerksamkeit, Ehrungen). Dabei ist es ja eines der grössten Privilegien überhaupt, mit eigener Vorstellung, Wissenschaft zu betreiben. Warum dann diese Anreize? Und warum einzelne Wissenschaftler besonders herausheben wo vieles nur noch im Team geht? So zu tun, als sei ihre Arbeit mehr wert als die anderer? Selbst wenn sie überhaupt nicht (mehr) mehr leisten, allenfalls ihr Institut? Sowohl was Intelligenz als auch was Motivation angeht, spielt sich hier sowieso alles im oberen Drittel der Gaußverteilung ab, von einigen extremen Outliern abgesehen, die einfach Naturtalente sind.
Der Effekt geht zurück auf das Gleichnis der anvertrauten Talente Silbergeld in Mt 25, 29. Drei Angestellte erhalten 5, 2 oder 1 Talent Silber (also bis zu 500.000€) und vermehren beziehungsweise bewahren das Silber auf, mit der Pointe Continue reading Bonus Systeme in der Wissenschaft→
Immer mehr Tweets und immer mehr Likes heissen noch lange nicht gute Wissenschaft – nachhaltiges, reproduzierbares Wissen, Erkenntnisse und Einsichten, die systematisch gesammelt, überprüft, kategorisiert, erweitert und gelehrt werden.
Bisher war es jedenfalls weitgehend egal, was mit einem Artikel passierte. Wenn eine Zeitschrift einmal einen Artikel gedruckt hatte, dann war er gedruckt. Und ob er positiv oder negativ aufgenommen wurde, das zeigte sich dann über die kommende Jahre. Irgendwann wurde die neue Erkenntnis in Reviews aufgenommen, landete in einem Lehrbuch oder in einer Vorlesung, wenn sie allgemein akzeptiert wurde. Oder sie wurde schlicht vergessen. Continue reading Verändert Twitter die Wissenschaftslandschaft?→
Greta Thunberg wahlweise als humorlose Prophetin eines neuen Klimagottes oder als moderne Jeanne d’Arc zu etikettieren oder sie, wenn einem, wie Johannes Schneider in der Zeit, Anleihen in der griechischen Mythologie lieber sind, mit dem unverwundbaren Prometheus zu vergleichen, mag nicht ganz aus der Luft gegriffen sein.
nicht ganz aus der Luft gegriffen?
An der Bewegung Fridays for Future fällt wiederum ihre Wissenschaftsgläubigkeit auf. Nicht, dass ich die Seriosität der Klimaforschung und ihrer verschiedenen Szenarien grundsätzlich in Abrede stellen möchte, aber die ihr zugebilligte Rolle als Letztinstanz in politischen Fragen räumt ihr eine quasireligiöse Stellung ein.
Quasireligion schon wieder? Letztinstanz?
Der Einsatz für eine konsequente Klimapolitik ist nötig und sinnvoll. Die hehren Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens werden vermutlich dennoch nicht erreicht werden. Das Wachstum der Weltbevölkerung und ihr steigender Energiehunger werden die sich hoffentlich einstellenden Erfolge bei Klimaschutz wieder aufzehren.
This article was really different to get as the only online version vanished from the internet: ArthurKornberg “Of serendipity and science” Summer 1993, Stanford Medicine.
I like the story of the surgeon who,” while jogging around a lake, spotted a man drowning. He dove in, dragged the victim ashore, and resuscitated him. He resumed his jogging, only to see another man drowning. After he dragged the second one out, and got him breathing, he again wearily resumed his jogging. Soon he saw two more drowning. He also saw a colleague, a professor of biochemistry, nearby, absorbed in thought.
The surgeon called to the scientist to go after one drowning victim while he went after the other. When the biochemist was slow to respond, the surgeon shouted, “Why aren’t you do something?”
The biochemist responded, “I am doing something. I ‘m desperately trying to figure out who’s throwing all these people into the lake.”
This parable is not intended to convey a lack of regard for fundamental issues among clinicians, nor a callousness among scientists. Rather, it portrays the reality that a serious problem, a war on disease, must be fought on several fronts.
For thirty years, my research on biosynthesis of the building blocks of nucleic acids, their assembly in DNA replication and the training of over a hundred young scientists, was funded with many millions of dollars without any promise or expectation of marketable products or procedures.
Hans von Storch bezweifelt den Wert einer zu alarmistischen Position der Wissenschaft
Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und simplifizierten Äußerungen – ähnlich Interessenverbänden – versuchten, eine Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden. Wer etwa Kohlekraftwerke als Todesfabriken bezeichne, riskiere beim Klimawandel einen ähnlichen Glaubwürdigkeitsverlust, wie dieser beim sogenannten Waldsterben nach 1990 stattgefunden habe. Overselling führe zu unmöglichen Zielvorgaben in der Politik, verringere die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und riskiere Glaubwürdigkeitsverluste der Wissenschaftler aufgrund von übertriebenen oder nicht zutreffenden Voraussagen…
Die schwierige Frage in der CO2 Klimadiskussion – aber auch vielen anderen wissenschaftlichen Kontroversen – was tun, wenn die Ergebnisse irgendwann eindeutig sind, aber der Rest der Welt es nicht wahr haben will? Ist es dann Alarmismus – eine unnötige oder übertriebene Warnung vor Problemen? Semmwelweis wusste, dass Tausende von Frauen wegen mangelnder Hygiene gestorben sind, es blieb ihm keine andere Wahl, als Alarm zu schlagen.
Auf dem Rücken der Wissenschaft wird ein regelrechter Kulturkampf ausgetragen, dem Fakten zum Opfer fallen. Je nach politischer Haltung werden entweder die erheblichen Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung oder die großen Risiken des Klimawandels außer Acht gelassen. Beides geht fehl: Bei der Klimatologie handelt es sich um “postnormale Wissenschaft”, hohe Risiken gehen unweigerlich einher mit großen Unsicherheiten.