Big data Größenwahn

Quelle www.brandeins.de bezieht sich auf Nature 2009 (2216 Zitierungen)

Das US-amerikanische Wissenschaftsmagazin präsentierte eine Studie von Datenwissenschaftlern in Diensten von Google und Yahoo. Die konnten plausibel nachweisen: Wenn viele Leute Suchwörter wie „Grippesymptome“ oder „Apotheke in der Nähe“ eingeben, lassen sich geografische Ausbreitungen von Seuchen nahezu in Echtzeit berechnen, ohne dass irgendjemand mit einem einzigen Arzt sprechen muss. Die Anwendung dazu nannten sie GFT, Google Flu Trends.
Mit gesundem Menschenverstand leicht nachzuvollziehen war, dass die Methode um ein Vielfaches präziser und schneller sein würde als das gängige Verfahren des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention. Die Beamten der Behörde sammeln Fragebögen bei Arztpraxen zu Patientenzahlen ein und rechnen mit ein bis zwei Wochen Zeitverzögerung die gesundheitliche Lage der Nation hoch.

dann aber Science 2014 (mit 598 Zitierungen)

Rückblickend hatte sich die Vorhersagequalität von GFT als lausig erwiesen. Die Beamten mit ihren Fragebögen hatten im Durchschnitt bessere Vorhersagearbeit geleistet. Kurz darauf wurde eine Studie von Datenwissenschaftlern rund um den Harvard-Ökonom Ryan Kennedy publiziert, die den Aufstieg und Fall des Datenmusterknaben Google Flu Trends zur Parabel für Big-Data-Analytik insgesamt erklärte.

dazu auch Wired: What We Can Learn From the Epic Failure of Google Flu Trends?

A self-healing programming error

This is really cool – I had a long lasting error in my GPX cycle planner  where I could never find the culprit.
Basically, the system was freezing after doing a POI search. With the most recent Safari and Chrome updates everything is working now. Just needed a new API key from Google …

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Eine Kulturkritik von Open Access

#Open_Access: Wie der akade­mische Kapita­lismus die Wissen­schaften verändert

Hagner zeigt einige Aspekte auf, wie Open Access unsere Wissenschaftslandschaft verändert. Es ist ein interessanter Essay, leider redet der Autor viel über die MINT-Fächer (Medizin, Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaften, Natur­wis­sen­schaften, Technik) ohne davon allzu viel zu verstehen. Die Grundaussage stimmt natürlich, dass es eine heterogene Spielwiese ist

Die Praxis von Open Access ist dominiert von einer Vielzahl unter­schied­licher Akteure mit zum Teil gegen­läu­figen Inter­essen. Dazu gehören Politiker, globale Verlags­kon­sortien, Förder­or­ga­ni­sa­tionen, Wissen­schafts­ma­nager, Biblio­thekare, digitale Aktivisten, die Compu­ter­in­dustrie und schließlich auch dieje­nigen, um die es eigentlich geht: Wissen­schaftler – aber auch hier handelt es sich keineswegs um eine homogene Gruppe.

Dabei ist völlig unklar, wohin die Entwicklung geht.  Ob die EU-Rahmenprogramme  im Wesent­lichen “über Bande gespielte Wirtschafts­för­derung” sind, ist relativ egal unwichtig in dem Zusammenhang. Es stimmt auch nur sehr begrenzt, dass man in  digitaler Zeitschriften Artikel publi­zieren kann, die man in “seriö­sen” Journalen nicht unter­bringen kann.

Dafür fehlt der wichtigste Punkt, dass Open Access lediglich die Kosten vom Leser auf die Autoren abwälzt. Die Verlag verdienen ungehindert weiter, statt an Elsevier gehen Steuergelder nun an PLoS, 36 Millionen in 2014. Und wenn Elsevier seine Strategie nur etwas modifiziert im Sinn von „we continued to make good progress on our strategy to syste­ma­ti­cally transform our business into a profes­sional infor­mation solutions“ dann haben wir ziemlich bald das Facebook Phänomen auch in der Forschung: Keiner ist wirklich überzeugt, aber de facto frisst es unsere Zeit.

Der Titel des Essays ist jedenfalls gut. Da könnte man viel  interessantes herausholen, zum Beispiel, dass Zeitschriften  keine “periodicals” mehr sind und Wissenschaft zur Dauerberieselung wird. Wenn der Zeitschriftenname nun keine Werbung für meinen Artikel mehr ist, muss ich nun selbst für jedes Paper eine Kampagne starten?

Research waste

Although I didn’t expect that ever in allergy research there is an editorial with the title “Research Waste in Atopic Eczema Trials – Just the Tip of the Iceberg” refering to a meta-analysis by Wilkes et al.

Clinical trials often continue to be undertaken even though the effectiveness of the intervention under consideration has already been demonstrated. In addition, vehicle- or placebo-controlled studies predominate over head-to-head comparisons, although the latter would be more informative for clinicians in guiding patient management. This creates research waste, and both investigators and funders are to blame.

 

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