Lights on please, any questions? Prototyping a new discussion culture

It is a ritual that I have seen now for may years. The lights are switched on after a talk and the race starts for the microphones.
These are not always the best questions that are being asked after a talk. And as there is a time limit, not all questions will be asked. And why are these  only oral questions while the lecture was multimedia?

Apart from the fact that “asking an question” after a presentation is frequently a mini-presentation of people who are not suffering from low self esteem, I think we may indeed develop new tools of communication.

Here is my current experimental setup. I open a local hotspot before the lecture where up to 200 mobile devices (phone, tablet, laptop) can connect.  Each of these clients in the audience gets a comment / upload screen when following instructions given on the first slide.

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The audience response is being written to a sqlite database,while attached diagrams or screenshots are being saved to a cache directory.

The talk itself is not displayed from Powerpoint but from Chrome in presentation mode. Basically this is just one single presentation page built dynamically with one  divs per slide.  Next slide just means scrolling to the next div and can be controlled from any tablet or phone.

Periodically the presentation page is being appended with further divs containing new question slides from the audience.

After the end of the talk, we can go to the admin page, where we may jump to single questions and display them just like the slides from my own talk.

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What is so much different to the current practice?

Questions are asked in time. Everybody can see the questions, there is no need for any microphone. And there is nothing is lost as we can review the questions even weeks later.

If you interested in testing, I would be happy to share further details. The only thing you need is a local WLAN and access to the command line where an Apache instance needs to be started.

Your own network running from a Macbook

I need a local wireless LAN for about 100 mobile phones working as message terminals for an info screen projected to a white wall. As I had an old, unused Fritz! Box, I created a WLAN there but disabled DHCP as local domains are not supported by the Fritz! OS due to security constraints.
Then I installed dnsmasq on the Macbook and a packet sniffer to see what is going on.

brew update
brew install dnsmasq
brew install wireshark --with-qt

while I could use the DNS server already available under Mavericks. But then things became difficult. Here is what finally worked for me. Not sure if this is really the best way to handle it…

# need to be run as root
sudo -s
# WiFi off
networksetup -setairportpower en0 off
# set IP address, net mask, and router
networksetup -setmanual Wi-Fi 192.168.1.2 255.255.255.0 192.168.1.1
# set nameserver IP address
networksetup -setdnsservers Wi-Fi 192.168.1.2
# start nameserver
launchctl load -w /Library/LaunchDaemons/homebrew.mxcl.dnsmasq.plist
# start DHCP server
launchctl load -w /System/Library/LaunchDaemons/bootps.plistapachectl start
# WiFi on
networksetup -setairportpower en0 on
# test local domain
dig test.dev

And just for the records here are two configuration files for DHCP and nameserver including their directories.

sudo nano /etc/bootpd.plist

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE plist PUBLIC "-//Apple//DTD PLIST 1.0//EN" "http://www.apple.com/DTDs/PropertyList-1.0.dtd">
<plist version="1.0">
<dict>
    <key>bootp_enabled</key>
    <false/>
    <key>detect_other_dhcp_server</key>
    <true/>
    <key>dhcp_enabled</key>
    <array>
        <string>en0</string>
    </array>
    <key>reply_threshold_seconds</key>
    <integer>0</integer>
    <key>Subnets</key>
    <array>
        <dict>
            <key>allocate</key>
            <true/>          
        	<key>dhcp_domain_name_server</key>
    		<array>
        		<string>192.168.1.2</string>
            </array>
    		<key>dhcp_router</key>
    		<string>192.168.1.1</string>        
            <key>lease_max</key>
            <integer>86400</integer>
            <key>lease_min</key>
            <integer>86400</integer>
            <key>name</key>
            <string>192.168.1</string>
            <key>net_address</key>
            <string>192.168.1.0</string>
            <key>net_mask</key>
            <string>255.255.255.0</string>
            <key>net_range</key>
            <array>
                <string>192.168.1.3</string>
                <string>192.168.1.254</string>
            </array>
        </dict>
    </array>
</dict>
</plist>

sudo nano /usr/local/etc/dnsmasq.conf

address=/.dev/192.168.1.2

Zum Gewaltpotential der christlichen Religion

Wohl 2012 hat Papst Benedikt XVI. in der Weihnachtsansprache gesagt

dass in der Geschichte der Monotheismus als Vorwand für Intoleranz und Gewalt gedient hat. Wahr ist, dass Religion erkranken und so sich ihrem tieferen Wesen entgegenstellen kann, wenn der Mensch meint, selbst die Sache Gottes in die Hand nehmen zu müssen, und so Gott zu seinem Privateigentum macht.

Die brutale Seite der Religionen wird einem bald jeden Tag vor Augen geführt. Das ist aber beileibe nicht nur ein Problem des Judentums oder des Islam, es ist auch ein bestürzendes Problem des Christentums.
Im Rahmen einer Studie über Wahn und Religion habe ich diverse Beispiele gefunden, darunter auch Karl K., der “Jesus von Ratzeburg”. Er hat im Streit über den Lebenswandel seinem 22-jährigen Sohn Thomas ein Küchenmesser in den Rücken gestoßen  (und verbüßt dafür nun eine lebenslängliche Freiheitsstrafe ). Herr K. liess mir heute über die Staatsanwaltschaft ausrichten, dass er sich nicht mit mir unterhalten will. Seine Begründung ist

es steht geschrieben: Wer zurücksieht, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.

Er bezieht sich dabei auf eines der wenigen, in der Tat radikalen Jesusworte aus dem Lukasevangelium: “Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes“.
Die Absage von Herrn K.  soll wohl heissen, dass seine ansonsten gerade gezogene Furche krumm wird, wenn er zurückschaut.
Auch die Satzeinleitung ist bezeichnend, nach Kant (Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft)

verschlägt nichts wider den alle Einwürfe niederschlagenden Machtanspruch: da steht’s geschrieben

Wie wenig Einsicht doch aus diesem einen Satz spricht, oder wie Benedikt es sagen würde, wie krank ist doch die Religion dieses Mannes, der selbst die “Sache Gottes” in die Hand genommen hat.
Aber kann man nun dieses Verhalten nun dem Christentum anlasten oder sind es sind es ganz einfach bestimmte Persönlichkeiten, die sich die Religion als Spielwiese, oder sagen wir besser als Schlachtfeld für ihren Fanatismus aussuchen?
Die Begründung des eigenen Handelns – etwa von einem liberalen Protestantismus wie bei Wolfgang Huber, einem reaktionären Evangelikalismus wie bei  Rudolf Ebertshäuser, bis hin zu dem Straftäter Karl K. – wird dabei von derselben Bibel abgeleitet. Das ist wohl unstrittig.
Aus dieser Tatsaache ergibt sich aber zwingend, daß die Texte der Bibel vieldeutig sind — häufig nur im Zusammenhang mit dem  Urheber und dem Adressaten und oft auch nur aus der jeweiligen Epoche verstehbar. Eine wirklich göttliche Eingebung hätte keine missverständliche Formulierungen im textus receptus oder Aland zugelassen, keinen variablen Kanon, Abschreib- oder Übersetzungsfehler. So kann sich aber der Fanatiker Karl K aus einem riesigen Vorrat von Erzählweisheiten genau das heraussuchen, was ihm passt — Abram hätte schliesslich auch seinen Sohn Isaak geopfert, wenn auch nur in einer Erzähltradition aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.
Dabei würde aber jeder andere evangelische oder katholische Christ das 5. Gebot dagegen halten oder besser noch die wiederholte Anweisung (Eph 6,4 und Kol 3,21) “Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn”. Toleranz war zumindest eine urchristliche Tugend “Die Liebe erträgt alles” (1.Kor 13,7) oder “einer trage des andern Lasten” (Gal 6,2).
Wo der christliche Glaube aber nur noch zu einer fundamentalistischen Bücherverehrung wird, wo er die Verbindung zu den Kirchen, der Kultur, der Politik, der Wissenschaft und den Rest der Gesellschaft abschneidet, da ist das Missbrauchspotential auch im Christentum zu menschenverachtenden, mordenden Aktionen erschreckend präsent.
Das Risiko ist vielleicht nicht so hoch, wie in den anderen monotheistischen Regionen da es in der christlichen Soziallehre eigentlich klare Schranken gibt. Die Situation wird aber auch hier jederzeit brandgefährlich, wenn bedingungslose Hingabe gefordert wird oder die Aufgabe des Ichs wie von einem Ordensgründer überliefert

Wir müssen immer festhalten, um in allem das Rechte zu treffen: Von dem Weißen, das ich sehe, glauben, dass es schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so bestimmt, ….

Christlicher Fundamentalismus und Fanatismus haben etymologisch vielleicht wenig gemeinsam (fundus=der Grund und fanum=der Tempel), aber inhaltlich bauen sie aufeinander auf, der Tempel auf dem Grund, wie der Fanatismus auf dem Fundamentalismus.

Widmung

Was ich heute gesehen habe, ist doch etwas ungewöhnlich: Die Widmung einer Doktorarbeit wurde aus Datenschutzgründen entfernt:

Bildschirmfoto 2014-11-22 um 22.47.16

Keine Ahnung was sich I.E.F. aus L. genauer B., dabei wohl gedacht hat. Mal abgesehen von grässlichem Deutsch

Eine verlässliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse der verschiedenen Publikationen ist in Gänze nicht möglich

und etwas skurillen Testverfahren, bin ich schon irritiert, mit so etwas in Zusammenhang gebracht zu werden.

Gedemütigt dürfte aber vor allem der Adressat der Widmung sein. Eine Widmung ist nach Auskunft von Wikipedia eine Zueignung, der Ausdruck einer freundlicher Verbundenheit und des Dankes des Autors

eines Werkes an eine Person, die ihm nahesteht. Die Widmung in einem Buch hat ihren Platz auf der Widmungsseite.

Juristen sehen den Begriff Widmung sogar noch weiter reichend

Als „Widmung“ wird ein Rechtsakt bezeichnet, welcher aus einer Sache eine öffentliche Sache macht. Mit der Widmung wird erklärt, dass die betreffende Sache einem bestimmten öffentlichen Zweck dienen soll.

Nun, man kann eine Widmung weglassen, aber aus Datenschutzgründen dann von der Veröffentlichung löschen? Damit ist wohl der der Sinn der Widmung komplett abhanden. Vielleicht ist das dann doch nicht so tragisch, wenn man sich den Rest der Arbeit ansieht.

Wissen und Pseudowissen

Wissen und Pseudowissen sehen von weitem betrachtet ähnlich aus. Pseudowissen kommt im Mantel von anerkanntem Wissen daher, ist allerdings nie wirklich überprüft worden. Traditionelle Überlieferung eben, Hörensagen, alles plausibel, aber doch nie überprüfte Fakten. Auch in der Wissenschaft macht sich zunehmend Pseudowissen breit. Darauf kam auch Al Ani mit einem interessanten Beitrag bereits Anfang des Jahres zu sprechen

ls ich vor einigen Tagen eine Vorlesung abhielt, meldete sich eine anwesende Studentin: Sie hätte sich mit meinem Vortragsthema zwar noch nie beschäftigt, hätte aber schnell zwei von mir zitierte Quellen gegoogelt und befand diese als nicht repräsentativ.
Dieses Beispiel zeigt zwei wesentliche Merkmale des heutigen Lernverhaltens: Dieses erfolgt immer öfter nicht mehr “auf Vorrat”, sondern sozusagen „on demand”: Wenn ich es brauche, weiß ich, wo ich es herbekomme. Ein Verhalten, das sehr gut zur Bewältigung der Herausforderung passt, wie sie schnell aufeinander abfolgende, unterschiedliche Aufgabenstellungen und Projekte im digitalen Zeitalter darstellen. Lernen auf Verdacht erscheint hier nicht immer sinnvoll und möglich, da es selten absehbar ist, was auf einem in der nächsten Zeit an Anforderungen zukommen wird.
Ein solches Verhalten bedingt dann natürlich auch einen anderen Umgang mit einem exponentiell wachsenden und durch soziale Medien fast schon überbordenden angebotenen Wissen oder eher Informationen. Es geht hier zunächst darum, den Überblick zu wahren, zu navigieren…
So rational und sinnvoll ein derartiges Verhalten auch sein mag, es bedeutet offensichtlich einen Bruch mit dem bisherigen Lernverhalten und hat massive Auswirkungen auf unser Verhalten und sogar auf den Zusammenhalt der Gesellschaft als solche.

Vergessen wir für einen Augenblick, wie skurill es ist, dass dieser Beitrag auf der Huffington Post erschienen ist.
Dass Wissen stirbt, finden aber auch andere Autoren, zuletzt Knauß in der Wirtschaftswoche, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel:

In seinem sehr lesenswerten aktuellen Werk „Die Explosion des Wissens“ erzählt der britische Ideenhistoriker Peter Burke die Geschichte des Wissens von der Epoche der Aufklärung bis zur Gegenwart nach…
Die Geschichte des Wissens wird üblicherweise als eine große Geschichte des Fortschritts gesehen, die in der „Wissensgesellschaft“ mündet, in der wir nun angeblich leben – und die immer schneller fortschreitet. Eine ewige Aufwärtsbewegung von immer mehr wissenden Menschen.
Burke aber erzählt sein Werk gerade nicht als eine solche eindimensionale Fortschrittsgeschichte. Er widmet auch dem „Wissen verlieren“ ein eigenes Kapitel. Die Geschichte des Wissens ist – wenn man weit genug zurückblickt – eine des Auf und Ab. Und es gibt gute Gründe dafür, die Gegenwart eher auf dem absteigenden Ast zu sehen.

In der Tat, wo Wissen zur Ware wird,  da stirbt Wissen. Ware vergibt eben. Da nimmt nun eine ganze Generation Wissen mit, die wirklich noch etwas von der Welt wusste.  Die alle keinen Wissenskanon a la Ganten oder Schwanitz brauchten, die noch eine umfassende Schulbildung und Studium vor der Massenuniversitäten genossen haben.
Und nochmal, wo Wissen nur noch als “Impact” gezählt wird, da stirbt das Wissen. Es geht hier nicht mehr um das Wissenwollen, sondern um die industrielle Datenproduktion. Wissen in den Postgraduierten Schools wird ersetzt durch “Kompetenzen”, nachrangigen Fertigkeiten (wie zum Beispiel “goggeln” oder Bewerbungskursen). Nur dumm, dass alle dieselben Bewerbungskurse machen und nur dumm, daß Googeln nicht viel nützt, wenn der Sachverhalt im erstbesten Link falsch dargestellt ist. Dass das eigentlich relevante Ergebnis erst auf Seite 10 kommt, oder überhaupt nicht im Internet steht. Wie Paul Liessmann es auf den Punkt gebracht hat “Wer keine Ahnung von Geschichte hat, dem hilft auch Wikipedia nicht weiter”.  Die Fragmentierung des Wissens bedeute leider auch, dass immer weniger wirklich überprüft ist. Pseudowissen eben. Und wer es dann trotzdem noch schafft, Zusammenhänge zu erkennen, der ist weise. Meine ich jedenfalls.