Category Archives: Philosophy

Formal peer review may come to an end

The Absurdity of Peer Review. What the pandemic revealed about… | by Mark Humphries | Jun, 2021 | Elemental June 2021

I was reading my umpteenth news story about Covid-19 science, a story about the latest research into how to make indoor spaces safe from infection, about whether cleaning surfaces or changing the air was more important. And it was bothering me. Not because it was dull (which, of course, it was: there are precious few ways to make air filtration and air pumps edge-of-the-seat stuff). But because of the way it treated the science.
You see, much of the research it reported was in the form of pre-prints, papers shared by researchers on the internet before they are submitted to a scientific journal. And every mention of one of these pre-prints was immediately followed by the disclaimer that it had not yet been peer reviewed. As though to convey to the reader that the research therein, the research plastered all over the story, was somehow of less worth, less value, less meaning than the research in a published paper, a paper that had passed peer review.

I expect the business of scientific publishers is slowly coming to an end. Maybe others also?

We will need of course peer evaluation but maybe not in the sense that scientific publication is being suppressed by peer review of some elite journals. Some arXiv type PDF deposit plus some elife/twitter/pubpeer score would be fully sufficient. For me and maybe also for many other people in the field.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

Platon. Politikos. Pro Panmixie. Contra Crispr Cas.

Platon in Politikos 310

GAST: Die Sittsamen und Bescheidenen suchen wiederum ihre Gemütsart, heiraten soviel es sich tun lässt, nur von solchen, und geben auch ihre Töchter wiederum nur an solche zu Frauen. Ebenso macht es auch das tapfere Geschlecht, und geht seiner Natur nach, während beide hiervon ganz das Gegenteil tun sollten.

DER JÜNGERE SOKRATES: Wie und weshalb?

GAST: Weil die Tapferkeit, wenn sie viele Geschlechter hindurch, ohne sich mit der besonnenen Natur vermischt zu haben, wieder erzeugt wird, anfänglich zwar sich durch Kräftigkeit hervortut,  am Ende aber ganz in Tollheiten ausschlägt.

DER JÜNGERE SOKRATES: Wahrscheinlich.

GAST: Und wiederum die schamhafte Seele, wenn sie sich, unvermischt mit tapferem Wagemut, viele Geschlechter hindurch fortpflanzt, muss träger werden als recht ist, und damit verkümmert endigen.

DER JÜNGERE SOKRATES: Auch das wird sich wahrscheinlich so ereignen.

GAST: Diese Bande nun, sagte ich, wären gar nicht schwer zu knüpfen, wenn nur über das Schöne und Gute beide dieselben Vorstellungen hätten. Denn dies ist die Aufgabe jener königlichen Zusammenwebung, dass sie niemals die besonnene und die tapfere Gemütsart sich voneinander trennen lasse..

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

False dichotomies

“The false dichotomy between private interest and public good” by https://www.nuffieldbioethics.org/blog

‘Good’ and ‘public benefit’ are subjective concepts and will vary according to individual perceptions and context. Private and public interest are inevitably intertwined and pitting them against each other creates a false dichotomy. For example, if patients cease to trust their clinicians or more broadly the NHS, public good will suffer. Furthermore, extensive exploration of public attitudes towards sharing medical data has found that people approve in general for their data to be used for medical research and for ‘good causes’, whether environmental, social or medical, but they do not approve of their data to be used for commercial purposes or for powerful companies to profit at society’s expense.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

Anonyme Wissenschaft

Gute Wissenschaft hängt nicht generell davon ab, ob sie mit einer bestimmten Person verknüpft werden kann – Sachverhalte sollte ja eigentlich objektiv reproduzierbar sein (auch wenn Wissenschaftsfunktionäre das anders sehen).

Interessant ist jedenfalls was  ein neues Journal nun erlaubt: die anonyme Veröffentlichung.

Cut to 180 years later, and philosophers are again asserting the right to publish under made-up names. But these philosophers, it seems, want to use pseudonyms to do the very thing Kierkegaard accused his contemporaries of doing: abstracting authors out of ethical reality … An “open access, peer-reviewed, interdisciplinary journal specifically created to promote free inquiry on controversial topics,” it will give authors the option to publish their work under a pseudonym “in order to protect themselves from threats to their careers or physical safety.”

In der Tat, nicht alle wissenschaftliche Erkenntnis kann unter gegebenen politischen Verhältnissen veröffentlicht werden. Es wird jedenfalls spannend werden

Pseudonymity is not an inherently bad thing. Apart from focusing the reader on the argument rather than the author, it can, in many cases, give a say to people who could otherwise not participate in public discourse.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

“If the workforce is classified as either superstars or failures, cumulative scholarship is lost”

Citation from a book review by Sugimoto where the review is better. than the original

Science does not happen in a vacuum. It is a social and intellectual institution, rooted in historical, economic and political contexts. Underplaying these elements has grave con- sequences. Ultimately, Wang and Barabási deliver a dispatch from an era that assumed that science was a meritocracy – despite ample evidence to the contrary.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

Never argue with a fool. Onlookers may not be able to tell the difference.

Never argue with a fool. Onlookers may not be able to tell the difference

(Mark Twain)

Don’t visit stupid people or spend a lot of time talking with them. Avoid them; then they can’t contaminate you, and you can live in peace without being troubled or worn down by their foolishness.

Jesus Sirach 2213

Schöner noch in der Einheitsübersetzung

Mit einem Unvernünftigen mach nicht viele Worte / und geh nicht mit einem Schwein! Hüte dich vor ihm, damit du dich nicht zu ärgern brauchst / und nicht besudelt wirst, wenn es sich schüttelt. Geh ihm aus dem Weg und du wirst Ruhe finden / und keinen Verdruss haben mit seinem Unverstand.

Und dann noch Thomas Vasek mit der ultimativen. Beschreibung

Der radikal Dumme nimmt Fakten nicht zur Kenntnis, er unterliegt seinen Vorurteilen und Ressentiments. Er macht sich die Welt einfach so, wie es ihm gefällt. Der radikal Dumme zeichnet sich nicht bloß dadurch aus, dass er nichts weiß. Vielmehr glaubt er auch noch, dass er schlauer ist als die anderen. Das macht radikale Dummheit so gefährlich.
Ein einzelner radikaler Dummkopf kann eine Nervensäge sein. Radikal dumme Massen sind eine Bedrohung. Der Schriftsteller Robert Musil hat in einem Vortrag im Jahr 1937 von einem »Superioritätsgefühl« gesprochen, das die Dummheit dort verleihe, wo der Mensch „im Schutz der Partei, Nation, Sekte oder Kunstrichtung auftritt und »Wir« statt »Ich« sagen darf.“

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

Böse Zungen und der Ethikrat

Böse Zungen lästern schon lange über den Ethikrat, er würde nur als PR Büro für den/die jeweilige Vorsitzende dienen.

Der Staatsrechtler Möllers kommentierte die Stellungnahmen des Ethikrates vor kurzem in einem Dlf Interview

Er muss irgendwas sagen, was alle sowieso schon wissen, was sich auch nicht in den rechtlichen Argumenten auflöst und was irgendwie einen Gehalt hat, der aber auch nicht zu umstritten sein darf, weil sonst begibt sich der Ethikrat gleich wieder in einen politischen Konflikt. Da bleiben oft doch nur ein bisschen einerseits Gemeinplätze übrig und andererseits auch mal Aufforderungen zur Solidarität, von denen ich meine, dass sie politisch wahrscheinlich richtig ist – es ist richtig zu sagen, wir müssen noch ein bisschen durchhalten und es geht nicht so schnell – aber die vielleicht dann auch keine richtig ethischen Argumente sind, sondern eher politische Argumente, die den Laden ein bisschen zusammenhalten in einem Moment, in dem sich alles etwas aufzulösen droht… Auch dazu kleben die Ausführungen doch sehr am positiven Recht und verhalten sich gar nicht dazu, dass man das ja auch gestalten kann.

Ähnlicher Tenor auch die NZZ.

So die Vorsitzende des Ethikrates Buyx mit  “Lockdown ist nicht verhältnismässig” kurz vor Beginn der zweiten Welle.
Ethik als alternative Wissenschaft?

 

 

Impfpriorisierung – erst Empfehlung, dann Bauchschmerzen, dann Auslaufmodell.

 

Impfpflicht – keine, vielleicht, aber sicher!

 

2G -jein.

 

Sonderregelungen für Geimpfte?

 

Triage?

auch nicht ganz unwichtig…

https://x.com/alena_buyx/status/1405564033202331655

 

Bitte, gerne geschehen.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026

COVID-19 Mortalität VI: Was hat sich an der S3 Leitlinie geändert?

Leider ist fast nichts von meiner früheren Kritik an der S2 Leitlinie in die Änderung eingegangen.

Textunterschiede sind auf https://draftable.com/compare/hYlCJnJHcxXm und Literaturunterschiede auf https://draftable.com/compare/PridZkDctdoA zu sehen. Zitat aus der revidierten Leitlinie

Daten aus Vorteilen bzw Risiken einer invasiven Beatmung versus einer möglichst ausgedehnten NIV- Therapie bei COVID-19 Patienten fehlen bisher. Bisher publizierte kleinere Kohortenstudien wiesen in Bezug auf die berichteten Endpunkte ein hohes Risiko für Bias auf. Außerdem muss die Evidenz als indirekt bewertet werden, weil keine RCTs mit definierter Interventions- und Kontrollgruppe eingeschlossen werden konnten, sondern bei klinischer Verschlechterung von einem hohen Cross-over vom NIV- in den IMV-Arm ausgegangen werden muss. Aus der systematischen Recherche wurden für diese Leitlinie retrospektive Studien aus dem Review von Schünemann et al., sowie den nachfolgenden Updates einbezogen, deren Aussagesicherheit zum Vergleich NIV – Invasive Beatmung sehr schwach ist (74, 75). Zusätzlich haben die Autoren neuere und größere Fallserien berücksichtigt (76-85) die allerdings die Aussagesicherheit der Evidenz nicht ändern, jedoch die Vergrößerung des Erfahrungswissens deutlich machen.

Der Hauptautor der Leitlinie verschweigt seine eigenen, eigentlich katastrophal schlechten Ergebnisse (https://www.australiancriticalcare.com/article/S1036-7314(20)30334-9/fulltext) und unterschlägt zudem kritische Meinungen, etwa von Tobin im ERJ (dort auch noch weitere Studien, die alle keinen Eingang in die Leitlinie gefunden haben).

Es sterben doppelt so viele Patienten an COVID-19 in Hamburg als in München. Wir wissen auch warum (“Erfahrungswissen”) “Absence of evidence is not evidence of absence“. Ist denn dieser Satz so schwierig zu verstehen?

Kaum zu glauben: Die Autoren der Leitlinie haben im letzten Jahr trotz Millionenförderung sowohl eine DIVI Registerstudie als auch ein neues RCT zur NIV abgelehnt und beklagen jetzt ernsthaft, dass es kein RCT gibt.

EbM hat mittlerweile religiös-sektiererische Züge angenommen, ganz offen an dem ebm Netzwerk zu sehen.  Leider hat nun auch die AWMF ein grösseres Problem.

 

CC-BY-NC Science Surf accessed 19.02.2026