Dabei geht es eigentlich nicht um Kirchenschliessungen – GotteshĂ€user kann man offen lassen – es geht um Veranstaltungen und Gottesdienste, bei der Menschen die Infektion weitergeben können.
Nur die evangelischen Dekanate bis hinauf zum Landesbischof und EKD Vorsitzendenden tun sich schwer mit dieser einfachen Entscheidung. Der Regionalbischof schreibt mir zwar, sie wĂŒrden die Sorgen der Menschen ernst nehmen, aber die Empfehlung, die dann anschliessend an die Gemeinden verschickt wird, widerspricht nicht nur jeder Empfehlung sondern auch dem gesunden Menschenverstand: “Wir empfehlen, wie bisher Gottesdienste anzubieten und dabei auf gröĂeren Sitzabstand zu achten; gegebenenfalls auch eine BeschrĂ€nkung der Teilnehmendenzahl”.
Der Landesbischof verteilt dazu Durchhalteparolen auf Twitter, ekd.de und eine KanzelabkĂŒndigung “Gott hat uns nicht gegeben ein Geist der Furcht”.
In dem Zusammenhang auch noch Niebuhr zitieren als Beleg fĂŒr Gelassenheit, Mut und Weisheit, ist auch etwas geschichtsvergessen. Reinhold Niebuhr war 1918 Pfarrer in Detroit / Michigan als die spanische Grippe wĂŒtete. Er schreibt in Faith and history, Scribners 1949 auf S.199 ff
This negative attitude toward the structures and institutions of social and political life is integral to a wide tendency in Christian thought … An individualistic and pietistic version of the Christian faith obscures the moral and social meaning of human existence and evades man’s responsibility for achieving a tolerable accord with his neighbors … If Lutheranism gives a classical expression of the error in Christian thought, derived from the fact that the individual transcends every social structure and community and is therefore tempted to regard its moral ambiguities as proof of the unredeemable character of man’s social existence, both Catholicism and Calvinism are safe against this error. They have a lively sense of the individual’s responsibility for the whole of his common life.
Die negative Haltung gegenĂŒber sozialen, politischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen scheint also doch eine lĂ€ngere protestantischen Tradition zu haben gegen die der Katholizismus nicht ganz so anfĂ€llig ist.
Mit Inkubationszeit wird ĂŒblicherweise der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Krankheitserreger bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen bezeichnet.
Nur Kontakt löst keine Inkubation aus. Erst wenn sich der Erreger vermehrt, startet die Inkubationszeit (incubare, lat. brĂŒten). Die Inkubationszeit hĂ€ngt primĂ€r von vier Faktoren ab – erstens Konstitution bzw primĂ€re Immunabwehr des Infizierten, zweitens Eintrittstelle, drittens Zahl der initialen Viruspartikel und viertens die PathogenitĂ€t, Virulenz oder InfektiositĂ€t des Virus. Wikipedia hat unterschiedliche Beispiele
Das Poliovirus vermehrt sich in den lymphatischen Geweben des Verdauungstrakts. Nach einer bis zwei Wochen kann es dann zu unspezifischen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen kommen… etwa eine halbe Woche spĂ€ter kann dann das volle Krankheitsbild der KinderlĂ€hmung folgen.
Bei der Tollwut hĂ€ngt die Dauer der Inkubationszeit von der Lokalisation des Bisses ab, mit dem das Virus ĂŒbertragen wurde. Je lĂ€nger sein Weg entlang der peripheren Nerven ins Gehirn, desto lĂ€nger die Inkubationszeit.
Die Inkubationszeit bei 2019-nCOV betrÀgt 3 bis 14 Tage, deshalb werden VerdachtsfÀlle auch zwei Wochen isoliert. Die 14 Tage sind allerdings nicht sicher.
Die sehr unterschiedliche Zeitangaben zur Inkubationszeit hÀngt von der Variation dieser vier Faktoren ab. Wenn wir davon ausgehen, dass die aktuelle Virusvariante dieselbe Virulenz hat wie in Wuhan, dann bestimmen wohl die ACE2 OberflÀchenstrukturen auf unseren Zellen InfektiositÀt und initiale Vermehrung.
Quelle https://medium.com/@edwardnirenberg/sars-cov-2-and-the-lessons-we-have-to-learn-from-it-e2017fd5d3c 9/3/2020
Bei Reisenden aus Coronavirus-Endemie-Gebieten reicht ein symptom- und kontaktbasiertes Screening alleine offenbar nicht aus, um eine Infektion auszuschlieĂen. Das zeigen die Erfahrungen der Passagiere, die am 1. Februar aus Wuhan nach Deutschland evakuiert wurden. Zwei der Patienten hĂ€tten ohne Rachenabstrich und ohne QuarantĂ€ne in Deutschland möglicherweise weitere Personen angesteckt.
Die GefĂ€hrdung fĂŒr die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als mĂ€Ăig eingeschĂ€tzt. Diese GefĂ€hrdung variiert aber von Region zu Region und ist in "besonders betroffenen Gebieten" höher. … Die Belastung des Gesundheitswesens hĂ€ngt maĂgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen KapazitĂ€ten und den eingeleiteten GegenmaĂnahmen (Isolierung, QuarantĂ€ne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. … Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Ăffentlichen Gesundheitsdienstes (ĂGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so frĂŒh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern. Sie sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der ReisetĂ€tigkeit ergĂ€nzt werden.
Infektionen möglichst frĂŒh erkennen, ohne dass ein flĂ€chendeckender PCR Nachweis angeboten wird? Es ist zu befĂŒrchten, dass eine Pandemie so nicht eingedĂ€mmt werden kann. In Korea scheinen Tests ein wichtiger Faktor zur Steuerung gewesen zu sein.
Quelle https://twitter.com/JohannaMaska/status/1237186360265469952 vom 10/3/20
Das Ziel aller Massnahmen ist es, die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich zu halten und Zeit zu gewinnen, um MaĂnahmen fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Gruppen aufzubauen, BehandlungskapazitĂ€ten in Kliniken zu erhöhen und die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen zu ermöglichen.
Das RKI erklÀrt 3 Klassen von Kontaktpersonen, aber auch hier ist immer nur von Erkrankten, aber nicht infizierten Personen in der Inkubationsphase die Rede. Bleibt die Frage, wie ansteckend Personen in der Inkubationszeit sind. Leider gibt es darauf bisher keine Antwort, sondern nur AbschÀtzungen.
Die Basisreproduktionszahl R0* liegt bei 2.25, dh 1 Infizierter steckt 2.25 Personen an (eine noch nicht ĂŒberprĂŒfte Arbeit sagt allerdings 4.7). Zur EindĂ€mmung muss R0 aber unter 1 gesenkt werden. Simulationen zeigen, dass in den meisten Szenarien “contact tracing and case isolation” innerhalb 3 Monaten COVID-19 stoppen kann; offensichtlich gelingt das gerade in China.
In Deutschland war “contact tracing” bei den Webasto FĂ€llen noch möglich, mit zunehmenden ErkrankungsfĂ€llen unterbleibt die RĂŒckverfolgung aber immer mehr aus logistischen GrĂŒnden und macht zudem die RisikoabschĂ€tzung ĂŒber Herkunft aus Endemiegebiet immer weniger sinnvoll, wenn die Erkrankung schon vor Ort endemisch auftritt.
Is it justified to speak of a “protective” effect just by a negative association?
In addition to the problems with the math, I don’t get the point – farming should be leading to a generally reduced capacity for numerous pleiotropic cytokines?
There are even reports that LPS induces TH2 dependent senstization which is exactly the opposite of what this paper wants us to believe by some cryptic smoother applied to a heterogenous population.
I did my PhD on the cusp of the digital revolution. While I could find many new papers online, most of the older work was still in hardcopy format. I spent a lot of time at the library, photocopying, but I also used that time to browse. I'd look at other papers in the journals I was photocopying, and browse books on the shelves near where I found these journals. I'd often fortuitously stumble across something relevant that I wouldn't have found otherwise. Browsing allowed me to think laterally, to compare my research and results with work that perhaps overlapped on only one particular aspect. These comparisons sometimes shed light on my project, which might not have happened had I not found a particular article or book.
On Feb 7, 2020 I had the chance to hear a talk of Luke Jostins-Dean about Irritable Bowel Syndrome (IBS) and Inflammatory Bowel Disease (IBD). While IBS had a substantial overlap of polygeneic risk scores with psychological features, IBD did not. Sounds logical but does this prove anything?
Two new medRxiv preprints [Wendt and Marees ] throroughly examine also possible genetic correlates. Although I am quite sceptical that SES correlates should be tested at all (and also think that GWAS are not hypothesis free) here is the Marees explanation of the three possibilities we do have: PRS, MTAG, mtCOJO.
First, polygenic risk scoring (PRS) is a tempting approach; but PRS using mental health/disease to predict the same or different phenotypes from an independent dataset often explain very little variance in the outcome phenotype. PRS also cannot detect specific biology underlying each phenotype.
Second is multi-trait analysis of GWAS (MTAG), which jointly analyses GWAS summary statistics and adjusts per-SNP effect estimates and association p-values using the strength of the genetic correlation between phenotypes. Genetic correlations between EDU/SES and related phenotypes have, however, demonstrable biases from environmental confounders….
To disentangle the complex genetic overlaps between EDU/SES and mental health, we therefore used multi-trait conditioning and joint analysis (mtCOJO), which generates conditioned GWAS summary statistics for each phenotype of interest after correcting for the per-SNP effects of another phenotype). The mtCOJO approach is not based on genetic correlation; it is based on the causal relationship between trait pairs inferred by Mendelian randomization (MR).
Forbes/B Y Lee summarized the 3 things: grants, papers, kissing
In many academic settings, particularly in medical schools, your research career will live or die based on three things: how much grant funding you bring in to the institution, how much you publish in scientific journals, and who happens to like and not like you, not necessarily in that order. You don't necessarily have to do all three to advance. For example, those who can't really do the first two may focus on doing the third, which is otherwise called kissing up or playing politics. Note that none of these three are necessarily indications of how much you really innovate and contribute to science or society.
In our limited sample, professors reported a witnessed case of alleged misconduct more often (67% reported vs 29% not reported) than other members of academia … we found that researchers in permanent positions report incidences of suspected misconduct twice as often as those in temporary positions… here was little difference between men and women regarding the reporting of alleged research misconduct.
It is my impression that most of the scientific misconduct cases are not the result of intentional fraud (with some exceptions) but self deception, poor education, indifferent handling of facts and wrong rewards.
I shall argue, however, that to improve scientific practices we need to go deeper, to understand and counteract the mechanisms that maintain bad practices - not just at the institutional level, but in individual people…
Much has been written about how we might tackle the so-called "replication crisis". There have been two lines of attack. First, there are those who emphasise the need for better training in experimental design and statistics. Second, it is recognised that we need a radical overhaul of the incentive structure of science.
Dass der Sterbehilfe-Paragraph 217 nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, mag rechtstherotisch nachvollziehbar sein, zerstört aber einen mĂŒhsam ausgehandelten gesellschaftlichen Kompromiss.
Betont werden muss auch heute, dass die Beteiligung an Selbsttötungen nicht zu den Ă€rztlichen Aufgaben zĂ€hlt. Es ist vielmehr Aufgabe von Ărzten, das Leben zu erhalten, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Daher sollten Ă€rztliche Handlungen auf eine lebensorientierte Behandlung abzielen und Leiden durch eine geeignete schmerzmedizinische Versorgung lindern. Gerade die Palliativmedizin stellt eine adĂ€quate Form der Ă€rztlichen Sterbebegleitung dar.
(Frage) Ein 18-JĂ€hriger mit Liebeskummer, gemobbt und ohne Lehrstelle, sagt: Ich will ernsthaft nicht mehr leben – und sucht sich einen Sterbehilfeverein. WĂ€re das durch das Urteil gedeckt?
(Antwort) Ja. Es sagt ausdrĂŒcklich, das Recht auf selbstbestimmtes Sterben könne nicht auf schwere KrankheitszustĂ€nde und bestimmte Lebensphasen eingeschrĂ€nkt werden, es bestehe “in jeder Phase menschlicher Existenz”. Das Verfassungsgericht legt dann dem Gesetzgeber nahe, Prozeduren zu entwickeln, um die Ernsthaftigkeit eines solchen Wunsches zu prĂŒfen und die SeriositĂ€t einer Sterbehilfeorganisation. Aber grundsĂ€tzlich gilt: Das Verwirklichungsrecht des jungen Mannes auf assistierten Suizid darf nicht beeintrĂ€chtigt werden. Wollen wir, dass unsere Rechtsordnung so schrankenlos ist?
Mit groĂer Sorge haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Bundesverfassungsgericht am heutigen Tag (26. Februar 2020) das Verbot der geschĂ€ftsmĂ€Ăigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) aufgehoben hat. Dieses Urteil stellt einen Einschnitt in unsere auf Bejahung und Förderung des Lebens ausgerichtete Kultur dar. Wir befĂŒrchten, dass die Zulassung organisierter Angebote der Selbsttötung alte oder kranke Menschen auf subtile Weise unter Druck setzen kann, von derartigen Angeboten Gebrauch zu machen.
More training and clear guidelines are favoured as fixes for bad research practices, but a new study suggests that these efforts are wasted if researchers are inherently dishonest.
The study published in BMC Medical Ethics revealed that childhood education and personality traits have a greater influence on how researchers conduct their work than formal training in research integrity.
The few empirical articles that examined determinants of misconduct found that problems from the research system (e.g., pressure, competition) were most likely to cause inadequate research practices. Paradoxically, the majority of empirical articles proposing approaches to foster integrity focused on techniques to build researchers' awareness and compliance rather than techniques to change the research system.
Discussing science fraud, techniques in seminars may even have adverse effect as summarized by Resnik.
While most people would endorse this as a worth-while goal, research has produced little evidence that RCR education actually helps to achieve it … Moreover, some studies have shown that RCR education may be associated with certain of unethical attitudes or misbehaviors.
According to Anderson training in research ethics was positively associated with problematic behavior. Inherently dishonest people remain dishonest.
So if we believe Satalkar, Bonn, Resnik and Anderson – the system has to change with a high entry gate for dishonest people.