Der chinesische Menschenversuch

Freitag 7.12. 2018

 

Auch die Politik meldet sich nun in Deutschland zu Wort.

 

Die Kandidatin für den CDU Parteivorsitz

 

Offensichtlich haben die Eltern auch chinesisches Recht gebrochen (“sperm washing” ist nur in Thailand legal). Sind die Zwillingsmädchen vielleicht auch in Gefahr? In Afrika gibt es eine gnadenlose Hetzjagd auf Albino Kinder.

 

Einen wichtigen Artikel habe ich übersehen – die NYT mit dem eigentlich ersten, auch schief gegangenen Versuch des Gene Editing.

 

In their 2001 report on this discovery, they called it “the first case of human germ-line genetic modification resulting in normal healthy children.” The germ line is a lineage of cells that gives rise to a new person. … The F.D.A. was not pleased. It sent the clinics letters demanding that they apply to test the method as if it was a new experimental drug. … So researchers went underground…. In 2016, an American fertility doctor named John Zhang announced that he had gone to Mexico to quietly carry out the procedure on a woman from Jordan with a neurological disease called Leigh Syndrome.

 

Sieht so aus als hätte die Honkong Konferenz die Slides nicht wie von allen Teilnehmern publiziert. 

 

 

Es gibt sie aber auf de Google Drive von Anirban Maitra. Die funktionelle Aufklärung der Mutationen bei Lulu und Nana in der Maus wird schwierig sein, da es das CCR5 hier nicht gibt. Allerdings gibt es eine “humanisierte” Maus aus der HIV Forschung.

 

Die ZEIT hat eine gelungene Stellungnahme von Thomas Assheuer, das Hauptargument ist bei  Habermas entlehnt “Wie wir mit menschlichem Leben vor der Geburt umgehen, berührt unser Selbstverständnis als Gattungswesen.” (“Die Zukunft der menschlichen Natur”). In seiner Formulierung

 

Der Schock besteht darin, dass ein Forscher zum ersten Mal in der Geschichte etwas Ungeheures getan hat: Er hat in den pränatalen Anfang eines Menschenlebens eingegriffen und ihn neu programmiert. He Jiankui hat die Grenze zwischen Gewachsenem und Gemachtem überschritten, die Grenze zwischen dem genetischen Zufall der Natur und einem vom Menschen hergestellten Gegenstand. Auch wenn es über Menschenbilder immer uferlos Streit gab, so war doch eines unstrittig: Der Mensch ist keine Sache; die Würde der Person und die Unverfügbarkeit ihrer innersten Natur bilden eine unauflösliche Einheit. Genau das ist nun Geschichte.

 

Das Beste, was es bisher zu der Ethik auf Deutsch zu lesen gibt, ist das Wortprotokoll des Ethikrates “Zugriff auf das menschliche Erbgut.
Neue Möglichkeiten und ihre ethische Beurteilung
“. 

 

CRISPR-Sonden und Cas9-Enzyme, diese Wesen zwischen Leben und Nicht-Leben, können in dem nur durch hochtechnische Apparatur erschließbaren, unendlich kleinen Miniaturwunderland von Zellen, DNA, RNA, Bakterien, Viren und Enzymen, DNA-Abschnitte in bisher unbekannt präziser Art ziemlich genau an eine Stelle bringen, einfügen, ausschalten oder verändern, wie es bisher für die Wissenschaftler ungeahnt war.

 

Bleibt noch ein SZ Artikel “Zweifel an Crispr-Babies“. An der Existenz bestehen wohl weniger Zweifel im Augenblick, mehr an den dubiosen Begleitumständen.

 

Wie das Wissenschaftsportal Statberichtet, erfuhr Mark DeWitt von der University of California, Berkeley, im September 2017 von He, dass eine klinische Studie zur genetischen Veränderung von Menschen unmittelbar bevorstünde. Ein Ethikkomitee habe zugestimmt, die Paare für das Experiment würden bereits rekrutiert. Warum DeWitt damals nicht Alarm schlug? Hes Mitteilung sei vertraulich gewesen, erklärt der Forscher jetzt.