Der chinesische Menschenversuch

Montag, 27.5.2019

Die MPG veröffentlicht auch ein neues Positionspapier.

Eingriffe in die menschliche Keimbahn oder die Verwendung menschlicher Embryonen für die wissenschaftliche Forschung sind in Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern verboten. Anders als die Genom-Editierung von Körperzellen wirken sich Eingriffe ins Erbgut von Embryonen oder Keimzellen nicht nur auf einen einzelnen Menschen, sondern auf künftige Generationen aus. Die erbliche Genom-Editierung von Menschen würde unter anderem das Selbstbestimmungsrecht künftiger Generationen einschränken. In ihrem Positionspapier lehnt die Max-Planck-Gesellschaft Eingriffe in die menschliche Keimbahn zum derzeitigen Stand der Technik ab. Zentrale Sicherheitsbedenken und ethische Fragen sind noch ungelöst. Darüber hinaus gibt es bereits bedeutend sicherere Alternativen wie zum Beispiel die Präimplantationsdiagnostik. Damit die Keimbahn‐Editierung des Menschen eingesetzt werden kann, müssen erst die ethischen Konflikte gelöst und der mögliche Nutzen und Schaden durch unerwünschte Effekte in nachfolgenden Generationen abgewogen werden. Eine weitere Komplikation besteht darin, die Grenze zwischen der Heilung einer Krankheit und der Verbesserung kognitiver oder anderer Merkmale zu ziehen. Solange es keinen klaren Weg zur Lösung solcher ethischen Fragen gibt, empfiehlt die Max‐Planck‐Gesellschaft keinen Einsatz der Genom‐Editierung in der menschlichen Keimbahn.