Der chinesische Menschenversuch

Sonntag 9.12.2018

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Die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard

Ein schlechter Versuch: Aus der Geburt der chinesischen Zwillinge muss die Wissenschaft Konsequenzen ziehen. Sie sollte begreifen, dass Genveränderungen immer untragbare Risiken mit sich bringen. Ein Gastbeitrag … Die Ausprägung (der Phänotyp) einer Genveränderung hängt ganz entscheidend vom gesamten Genom des Individuums ab, was man daran sieht, dass sich bei monogenen Erbkrankheiten des Menschen identische Mutationen mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern ausprägen können.

Das st eigentlich ein Argument gegen jegliches Gene-Editing beim Menschen. Zudem findet sie

Vollkommen ins Reich der Utopie gehören Ansinnen, die Züchtung der Menschheit selbst in die Hand zu nehmen und Menschen durch Genom-Editierung besser, größer, klüger oder schöner zu machen. Das geht doch bei anderen Tieren und bei Pflanzen, warum nicht beim Menschen? Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass gewünschte Genveränderungen mit großen Zahlen nicht gelungener Versuche einhergehen. Bei genetischen Experimenten mit Mäusen, Fischen, Rindern, Reis oder Rüben wird in hohem Maße Auslese betrieben. Durch Genom-Editierung lassen sich damit jetzt besonders leistungsfähige Nutztiere und Pflanzensorten erzeugen. Hier werden aus einer großen Zahl diejenigen Tiere oder Pflanzen, die die gewünschten Eigenschaften tragen, zur Fortpflanzung ausgewählt – beim Menschen undenkbar. 

Mit entsprechender Zeitverzögerung kommen nun die ersten medizinischen Journals. Der britische Lancet (ist das Richard Horton?) schreibt, dass sich die Welt über Nacht geändert hat.

This was also not a situation of unmet medical need, since there are well-established and effective ways to prevent transmission of HIV or to treat it. Moreover, the role of CCR5 in the immune system is not fully understood, the girls may be more susceptible to other infections. It has become clear that this is really is no more than a human experiment, a proof of concept unlikely to confer any real benefit to the recipients but with unknown and potentially incredibly serious risks … Many experts had suggested that this development was imminent. Were we guilty of looking away and allowing this to happen? … Wilkinson asserts that these researchers have undermined the contract that scientists have with society; that contract allows research in situations where the risk to the patient is clearly calculated and the implications to the community at large have been appropriately considered. … Scientific culture has long been to accredit individuals with steps forward instead of recognising group achievement or incremental progress. This has created an ethos of celebrity in academia, which has sometimes rewarded maverick behaviour.