Der chinesische Menschenversuch

Sonntag 27.1.2019

Die Ethik Debatte in Wien mit seltsamen Argumenten

Zum einen gebe es eine Kontroverse darüber, was passiert ist: „Die Möglichkeit, die Faktizität zu beweisen, wird zum Teil der Ethikauseinandersetzung.“ So zweifelten nach Hes Schritt an die Öffentlichkeit sofort namhafte Wissenschaftler am Erfolg seiner Behandlung.

Nicht die Möglichkeit, sondern die Faktizität selbst, stand  am Anfang in Frage. Das würde ich aber nicht als Teil der Ethikauseinandersetzung sehen, denn wenn es sich herausgestellt hätte, dass He Jiankui nur geblufft hätte, dann hätte es keine Ethikdebatte gegeben, sondern allenfalls eine Diskussion wegen Wissenschaftsbetrugs.

Zum anderen, so Prainsack, werde die öffentliche Aufmerksamkeit zunehmend zu einem Einflussfaktor: „Man kann sich gegen solche Geschichten wie jene der Crispr-Babys nicht mehr wehren. Und es bleibt nur wenig Platz und Zeit für Fragen, die vielleicht sehr, sehr große Auswirkungen auf das Leben von Menschen haben.“

Auch das kann ich nicht nachvollziehen. Deskriptive Ethik beschreibt die innerhalb einer Gesellschaft gelebten Werte, wobei die Aufmerksamkeit nicht Einflussfaktor, sondern Gradmesser für die Normverletzungen innerhalb der Gesellschaft ist.

Darüber hinaus führte Prainsack, auch Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt und der European Group on Ethics in Science and New Technologies, den sogenannten Ethikimperialismus ins Treffen: „Woher kommen denn die Normen, die He Jiankui gebrochen hat? Sie kommen allesamt aus Nordamerika und Europa.“

Auch das ist wenig  überzeugend. He Jiankui hat Werte und Normen des Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus verletzt, dazu chinesische Gesetzesvorschriften gebrochen. Schenken wir uns hier den Rest des Artikels.