Der chinesische Menschenversuch

Montag 3.12.2018

Es haben nun doch viel mehr Bescheid gewusst, so AP heute

But three Stanford scientists — Hurlbut, Porteus and He’s former fellowship adviser, Stephen Quake — had extensive contact with him over the last few years. They and other scientists knew or strongly suspected that He intended to try to make genetically edited babies…
In a draft article about the gene-edited twin girls, which He planned to submit to journals, he thanked UC Berkeley biophysicist Mark DeWitt for “editing the manuscript.” …
Michael Deem, a bioengineering professor at Rice University and He’s doctoral degree adviser, said he had worked with He since the scientist returned to China around 2012, and that he sits on the advisory boards and holds “a small stake” in He’s two genetics companies in Shenzhen. Deem defended He’s actions, saying the research team did earlier experiments on animals.

Das chinesische Ethik Dokument aus dem Register weicht dabei von dem englischen Dokument auf der Webseite ab. Ausserdem gibt es Diskrepanzen zwischen der Versuchsbeschreibung im Register, der Webseite, dem Hongkong Vortrag, den Youtube Videos sowie den Aussagen Dritter. Es wird Wochen brauchen für die Kommissionen, die Fakten zu sortieren, vor allem falls He auch noch absichtlich falsche Darstellungen produziert hat.

Das Youtube Video “About Lulu and Nana” errreicht mittlerweile Rekordzahlen, im Augenblick über 276.000 Aufrufen  und über 2.000  Kommentare.

You just opened Pandora’s box on behalf of the entire human race.

West Nile Virus laut CDC Details

About 1 in 5 people who are infected develop a fever and other symptoms. About 1 out of 150 infected people develop a serious, sometimes fatal, illness.

Es gibt auch in China – Erkrankungsfälle laut Global Ecology and Epidemiology of West Nile Virus (Shenzhen liegt direkt bei Hongkong).

Eigentlich ist dieses Projekt wissenschaftlicher Hochverrat, das die Genetik auf Jahre hinaus in Verruf bringt.  Oslo wird 2019  den Nobelpreis nicht an Doudna & Charpentier vergeben können.

Es ist aber auch eine ethischer Katastrophe, wenn den Eltern nach dem archivierten (und mittlerweile nicht mehr verfügbaren Protokoll Second-informed-consent-English.pdf )

  • 50,000 Yuan für den Versuch angeboten werden plus 200 Yuan/Tag für die 28 Tage dauernde Untersuchungen nach der Geburt
  • ihnen Anonymität versprochen wird (die nicht zu halten sein wird)
  • die Gene von “Nordeuropäern” versprochen werden
  • wahrscheinlicher HIV Schutz
  • ohne Risiko von “off-targets”
  • das Risiko aller Fehlbildungen zu Lasten der Eltern geht
  • die Eltern nicht mit der Presse reden dürfen
  • alle Fotorechte He Jiankui gehören

E sieht immer mehr danach aus, dass er -gewollt oder nicht gewollt- eine finanzielle Notlage der HIV Paare ausgenutzt hat, die sich ansonsten “sperm washing” nicht leisten können. Wie aber sonst hätten sie Kinder bekommen sollen? So legt es jedenfalls das Sanlian Life Week Dokument  (weiter unten) nahe.

Zheng Xiao [pseudonym] had considered going to Thailand for sperm washing. But from what he found out online, it would cost hundreds of thousands of dollars, and the in-vitro fertilization process would cost hundreds of thousands more. He and his wife lived in a small county, worked ordinary jobs, and could not dream of affording it. So when he saw the news of He Jiankui recruiting for his study, Zheng Xiao felt as if a small sliver of light appeared before his eyes.

Und was die amerikanische Beteiligung angeht: Sie erinnert mich fatal an Scott Weiss und Xu Xiping  von der Harvard University der damals die  Anhui Studie nicht auswerten durfte, weil den Probanden falsche Tatsachen vorgespiegelt wurden ( Quelle ).

DLF

Jürgen Habermas hat Arendts Begriff vor einigen Jahren aufgegriffen, um zu begründen, worin die grundsätzliche Gefahr menschlicher Eingriffe in das Erbgut Neugeborener liege. Ein Mensch, der erkennen müsse, dass Teile seines Erbgutes nach den Präferenzen anderer programmiert wurden, müsse seine Natalität und damit seine Würde als eingeschränkt erleben. Er könne sich nicht mehr als voraussetzungslosen Neuanfang verstehen, und damit nicht mehr als Autor des eigenen Lebens.