Der chinesische Menschenversuch

Freitag 15.3.2019

Viele Zeitschriften haben die Forderung nach einem Moratorium nachgedruckt, in Österreich, der Schweiz, und Deutschland.  So das Domradio

Deutsche Wissenschaftler begrüßten den Vorstoß für ein Moratorium, sehen aber Probleme bei der Umsetzung. Der Mannheimer Medizinrechtler Jochen Taupitz erklärte, die Wissenschaft sei weitgehend einig, dass Keimbahninterventionen zunächst nicht vertretbar seien. Schließlich war schon beim ersten internationalen Gipfeltreffen zum “Human Gene Editing” 2015 in Washington ein Moratorium vorgeschlagen worden. Nach Einschätzung von Taupitz wird eine Umsetzung angesichts weltweit unterschiedlicher Rechtssysteme und ethischer Vorstellungen schwierig. … Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates (EGE), Christiane Woopen, kritisierte, ein Moratorium müsste auch Sanktionen vorsehen. Und die Wiener Politikwissenschaftlerin Barbara Prainsack bemängelte Unschärfen. So sei nicht klar, ob Staaten oder Forschungseinrichtungen das Moratorium in Kraft setzen oder beenden sollten. Ein Konsens wird auch angesichts der zu erwartenden neuen Erkenntnisse nur sehr schwer zu erzielen sein.

Der Standard

Der Text ist ein wichtiges Statement. Ein Denkanstoß, der aber argumentative Lücken aufweist: Die Autoren und Autorinnen gehen weder auf die Form der Freiwilligkeit, die ihnen vorschwebt, ein, noch sagen sie, was bei Nichteinhaltung passieren soll. Auch wird aus dem Text nicht klar, wann eine Korrektur medizinisch vertretbar erscheint. Die Tatsache, dass Krankheiten subjektiv als mehr oder weniger schwerwiegend empfunden werden könnten, verlangt hier doch noch Nachbesserungen.

Das wichtigste haben aber alle deutsche Journalisten übersehen, nämlich wer nicht unterschrieben hat. STATnews

An equally stellar list of scientists are conspicuous by their absence. One, biochemist Jennifer Doudna of the University of California, Berkeley, supports “strict regulation that precludes use” of germline editing until scientific, ethical, and societal issues are resolved, she said in an interview. “I prefer this to a ‘moratorium’ which, to me, is of indefinite length and provides no pathway toward possible responsible use.”

Das Feld bewegt sich langsam auseinander, die Summits 2015 und 2018 waren wohl nur Akzeptanzbeschaffungsmassnahmen. Science dazu heute

Their call, which is endorsed in the same issue of Nature by Francis Collins, director of the U.S. National Institutes of Health, is a departure from statements or reports issued earlier by two global summits on genome editing, the U.S. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine, and the United Kingdom’s Nuffield Council on Bioethics. Those stress the promise of germline editing to help correct some heritable diseases but warn against using it for cognitive or physical “enhancement” of humans. Scientists including Nobel laureate David Baltimore of the California Institute of Technology in Pasadena remain opposed to a moratorium. Baltimore, who helped organize the summits, has previously denounced such a ban as “draconian” and “antithetical to the goals of science.”